Pretzner kritisierte den Umgang der österreichischen Regierung scharf: »Nichts kam von staatlicher Seite, absolut nichts. Kein Hilfsangebot, nicht einmal ein Beileidsschreiben«, so Pretzner im Gespräch mit dem Standard: »Ich habe sogar ein paar Tage ihre Leiche suchen müssen, weil die Polizei sagte, sie sei auf der Gerichtsmedizin, aber die hatten sie nicht. Ich vermute, sie war derweil im Wilhelminenspital, wo sie gestorben ist, in einem Kühlraum.«
Dass es einen Hinterbliebenenfonds gebe, habe Pretzner erst vom Weißen Ring erfahren. Als sie bei der Behörde anrief, um mehr darüber zu erfahren, habe man ihr gesagt, »Suchen Sie sich das Formular im Internet heraus.«
Die vielen Augenzeugenvideos des Terroranschlags habe Pretzner sich lange nicht ansehen können. Als sie es im Januar doch tat, war es auf eine gewissen Weise heilsam, da sie so mit dem Tod ihrer Schwester abschließen konnte: »Da gibt es ein Video, bei dem sieht man, wie, sofort nachdem sie zusammenbrach, fünf Polizisten zu ihr rennen, sie umbetten, sie weich hinlegen. Ich wusste dadurch, dass Gudrun nicht allein war, als sie starb, dass sich jemand um sie gekümmert hat. Das war ein Trost«, so der Standard. Pretzner hätte »wahnsinnig gerne mit diesen Beamten Kontakt aufgenommen, denn sie waren ja die letzten Menschen, die Gudrun noch lebend gesehen haben«. Doch bisher sei staatlicherseits keine Antwort gekommen.
Bei dem Anschlag erschoss der albanische IS-Terrorist Kujtim Fejzulai am 2.11.2020 vier Menschen, darunter die 24-jährige Münchener Kunststudentin Vanessa. In Deutschland wird Vanessas Tod bis heute komplett ignoriert.
Wie der Focus berichtete, begann Fejzulais Radikalisierung und Terrorausbildung in der muslimischen Gemeinde in NRW. »Hier herrschen Sharia und Allahu Akhbar riefen die Verbündeten zu Beginn der Events«, schrieb der Focus über die IS-Szene in Osnabrück. »Im Chat tönte ein Veranstalter, dass Muslime immer trainieren müssten, um die Kuffar (Ungläubigen) kaputt zu machen.«


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