4 Monate nach Brexit militärische Konfrontation mit UK

Jersey-Blockade entlarvt Friedensprojekt EU

Jahrelang wurde uns gesagt, die EU sei ein »einzigartiges Friedensprojekt«, das allein den Frieden in Europa sichern könne. Nun gerät kaum vier Monate nach dem Brexit ein EU-Land in eine militärische Auseinandersetzung mit dem Vereinigten Königreich, weil EU-Fischer dessen Grenzen nicht respektieren.

Die Kanalinsel Jersey ist ein britisches Kronterritorium und liegt 23 km vor der Küste der Bretagne. Eines der Hauptbeschwerdepunkte der Brexit-Befürworter war die Nutzung britischer Gewässer durch andere EU-Länder, die laut Darstellung der Engländer die dortige Fischereiindustrie zerstört hätte.

Nach dem Brexit sind die Fischereirechte um Jersey wieder an Großbritannien gefallen. Die Verwaltung von Jersey sagte zu, allen französischen Fischern, die bisher in dessen Gewässer gefischt hatten, weiterhin eine Lizenz zu gewähren – neuen Fischerbooten jedoch nicht.

Dies reichte offenbar aus, die französischen Fischer derart in Wut zu versetzen, dass sie gestern mit 30 Fischerbooten den Hafen von Jersey belagerten. Die Seeblockade ist ein kriegerischer Akt. London entsandte zwei Marineschiffe, die Patrouillenboote HMS Severn und HMS Tamar, die üblicherweise russische Kriegsschiffe bei der Durchfahrt des Ärmelkanals begleiten. Die Patrouillenboote haben Royal Marines an Bord, die im Entern erfahren sind. Sie blieben einige Kilometer westlich von Jersey auf Abstand um die Lage »zu beobachten.«

Als Antwort schickte Paris ebenfalls zwei Patrouillenboote in das Gebiet. Der französische Seefahrtsminister Annick Girardin drohte sogar damit, der Kanalinsel den Strom abzudrehen. Jersey bezieht etwa 95% seines Stroms aus Unterseeleitungen aus Frankreich.

Die französischen Fischkutter sind gestern Abend abgezogen, beide Seiten bemühen sich jetzt um Mäßigung. Das »Friedensprojekt EU« ist aber nachhaltig als das entlarvt, was Kritiker in UK, Israel, Russland und anderen Nachbarstaaten schon lange darin sehen – ein übergriffiges Großreich, dass keinen Widerspruch duldet und – wie seit 2014 in der Ukraine – auch kriegerische Auseinandersetzungen nicht scheut, um seine Ansprüche durchzusetzen.

»Wenn das die Art ist, wie die Franzosen sich benehmen, können wir Gottfroh sein, die EU verlassen zu haben,« so 'Mr. Brexit' Nigel Farage.

In seinem epochalen Buch »Nationalismus als Tugend« hat Prof. Yoram Hazony aufgezeigt, die EU sei ein Imperium, ein Großreich, das nach innen zur Einheit zwinge und nach außen immer in Konflikt mit den Nachbarstaaten gerate. Denn ein imperiales Großreich sehe sich immer als »einzigen Friedensgaranten« und begegne jedem, der dieses »einzigartige Projekt« ablehne, mit Wut und Unverständnis, schreibt  Hazony.

Sven von Storch

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