Der haitianische Präsident Jovenel Moïse wurde in der Nacht zu Mittwoch, 7.7. um ca. 1 Uhr morgens mit 12 Schüssen in seiner Villa brutal hingerichtet, seine Frau Martine Moïse wurde verletzt. Überwachungsvideos zeigen, wie die Angreifer, die Englisch und Spanisch sprachen, den Präsidentenwachen sich als Agenten der US-Drogenbehörde DEA zu erkennen geben. US-Behörden haben bisher eine US-Beteiligung bestritten.
Nach dem Anschlag wurden drei der 28 Attentäter bei Feuergefechten mit der haitianischen Polizei getötet. 20 Attentäter sollen verhaftet worden sein, 5 befinden sich noch auf der Flucht, so die haitianischen Behörden. Von den Festgenommenen seien drei US-Bürger, der Rest Kolumbianer, die über eine Sicherheitsfirma aus Florida engagiert wurden, CTU Security.
Am Sonntag wurde der US-Haitianer Christian Emmanuel Sanon, 63, in Haiti verhaftet, der einer der Drahtzieher des Anschlags gewesen sein soll. Zwei US-Bürger aus Florida, James Solages, 35, und Joseph Vincent, 55, wurden ebenfalls verhaftet.
Die DEA bestätigte am Montag in einer seltenen Erklärung gegenüber CNN, dass einer der Verdächtigen zeitweise »als verdeckter Informant« des DEA gearbeitet habe. Laut dem Miami Herald soll es sich dabei um Joseph Gertand Vincent handeln, der u.a. 2017 an der Verhaftung des haitianischen Drogen- und Rebellenchefs Guy Philippe beteiligt gewesen sein soll.
Laut dem Polizeichef von Haiti Léon Charles wurden in Sanons Haus eine DEA-Mütze und Munition gefunden. Christian Emmanuel Sanon ist ein US-haitianischer Arzt, evangelikaler Prediger und Kritiker der haitianischen Regierung, der gehofft haben soll, der nächste Präsident Haitis zu werden. Alle drei verhafteten US-Bürger haben ausgesagt, von einem Mordanschlag nichts gewusst zu haben: Sie dachten, der Präsident hätte »verhaftet« werden sollen.
Ein Vertrauter Sanons sagte der Associated Press, »Das war eine Mission, um Haiti vor der Hölle zu bewahren, mit der Unterstützung der US-Regierung.«


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