Vor dem UNO-Sicherheitsrat:

Prof. Jeffrey Sachs fordert Untersuchung des Nord-Stream-Anschlags

Russland-Experte Professor Jeffrey Sachs sagte am Mittwoch vor den Vereinten Nationen aus, der UNO-Sicherheitsrat müsse untersuchen, wer den Anschlag auf die Nord Stream Pipeline verübt habe, um »die Täter vor ein internationales Gericht zu bringen«.

Russland hatte bei der Sitzung des UNO-Sicherheitsrats am Mittwoch eine unabhängige internationale Untersuchung des Nord Stream Anschlages gefordert. Die USA werden vermutlich ihr Veto einlegen.

Professor Sachs verwies auf den Enthüllungsbericht des Journalisten Seymour Hersh, laut dem die USA hinter dem Anschlag stecken. Die US-Regierung habe Hershs Bericht dementiert, »bot aber keine alternative Erklärung an«, so Sachs.

»Nur eine Handvoll Akteure auf staatlicher Ebene haben sowohl die technischen Kapazitäten als auch den Zugang zur Ostsee, um diese Aktion durchzuführen«, stellte Sachs fest: Russland, die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich, Polen, Norwegen, Deutschland, Dänemark und Schweden.

»Schweden hat der Welt vielleicht am meisten über den Tatort zu erzählen«, sagte Sachs. »Aber anstatt diese Informationen weltweit zu teilen, hat Schweden die Ergebnisse seiner Untersuchung vor dem Rest der Welt geheim gehalten. Schweden hat sich geweigert, seine Ergebnisse mit Russland zu teilen, und eine gemeinsame Untersuchung mit Dänemark und Deutschland abgelehnt. Im Interesse des Weltfriedens sollte der UN-Sicherheitsrat diese Länder auffordern, die Ergebnisse ihrer Untersuchungen unverzüglich dem UN-Sicherheitsrat zu übermitteln,« so Sachs.

»Eine objektive Untersuchung des Nord-Stream-Terrorismus durch den UN-Sicherheitsrat, bei der alle Länder ihr Wissen einbringen, ist wichtig für das weltweite Vertrauen in dieses Gremium und, was noch wichtiger ist, für den globalen Frieden und die nachhaltige Entwicklung«, sagte Sachs.

Sachs' Aussage war besonders bemerkenswert, weil er der Kopf der »Harvardniki« war, eine Gruppe von Harvardianern, die in den 1990er Jahren die Russlandpolitik für die Soros-Stiftung und die Clinton-Regierung leiteten und im postsowjetischen Russland auf eine Politik der »Schocktherapie« drängten. Viele Beobachter machen heute den damaligen Wirtschaftskrise und Rubelkollaps 1998 für den Aufstieg von Wladimir Putin verantwortlich.

Jeffrey Sachs war im Oktober einer der ersten, die öffentlich feststellten, dass der Nord Stream Anschlag vermutlich von den USA verübt wurde.

Hier die ganze Aussage von Prof. Jeffrey Sachs vor der UNO auf NachDenkseiten.

Sven von Storch

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