»Folter und Misshandlung« durch Russen und Ukrainer

11 russische Kriegsgefangene durch ukrainische Truppen hingerichtet

Videos in den sozialen Medien scheinen die standrechtliche Erschießung von russischen Kriegsgefangenen durch ukrainische Truppen zu zeigen. Die UNO-Menschenrechtsbeauftragte für die Ukraine sprach von »standrechtlichen Hinrichtungen« sowie »Folter und Misshandlung« durch die Ukraine.

Videos aus Dorf Makejewka in der nördlichen Region Luhansk zeigen angeblich elf gefangene, am Boden liegende russische Soldaten. Dann taucht ein Mann auf und eröffnet das Feuer. Anschließend wurden die Gefangenen offenbar hingerichtet.

Ukrainische Quellen behaupten, dass ein 12. Russe aus seinem Versteck aufgetaucht sei und das Feuer eröffnet habe, was zu dem Blutbad geführt habe.

»Die Videos, deren Glaubwürdigkeit wir festgestellt haben, geben einen seltenen Einblick in die Schrecken dieses Krieges. Sie zeigen jedoch nicht, warum die russischen Soldaten getötet wurden«, so die New York Times. Dem Video nach zu urteilen, »wurden mindestens 11 Russen aus nächster Nähe getötet, nachdem einer ihrer Kameraden das Feuer auf ukrainische Soldaten in der Nähe eröffnet hatte.«

Die ukrainischen Grenzschutzsoldaten, die die Gefangenen erschossen haben, wurden als Artur Bortnichuk und Nazar Mikhailovsky identifiziert.

Der stellvertretende russische Vertreter bei den Vereinten Nationen, Dmitri Polyanski, übersandte UN-Generalsekretär Antonio Guterres »neue Beweise für die Misshandlung russischer Kriegsgefangener durch die Ukraine und einen Appell, die Verletzungen des humanitären Völkerrechts durch Kiew zu beeenden.«

Am 15. November veröffentlichte die Leiterin der UN-Mission zur Beobachtung der Menschenrechte in der Ukraine, Matilda Bogner, einen Bericht, in dem sie massive Menschenrechtsverletzungen beider Seiten im Ukraine-Krieg anprangerte. Während der Bericht die russischen Streitkräfte für »Folter und Misshandlung« ukrainischer Kriegsgefangener verantwortlich macht, von denen mindestens neun starben, enthält der UN-Bericht auch »glaubwürdige Berichte standrechtlicher Hinrichtungen von nicht-kämpfenden Personen und mehrere Fälle von Folter und Misshandlung, die angeblich von Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte begangen wurde.«

»In mehreren Fällen wurden Kriegsgefangene von ukrainischen Sichertheitskräften oder Militärangehörigen, die sie bewachten, mit dem Feldtelefon „TAPik“ Elektroschocks verabreicht. Ein Kriegsgefangener erinnerte sich: 'Am meisten Angst hatten wir vor dem Militärtelefon. Das Gefühl war schrecklich. Dein ganzer Körper erstarrte und dann kippst du um.'

Viele berichteten von schlechten und oft erniedrigenden Bedingungen ihrer Evakuierung in Durchgangslager und Internierungsorte. Oft wurden sie nackt in Lastwagen oder Minivans gepackt, die Hände hinter dem Rücken gefesselt. Wir dokumentierten auch Fälle von Misshandlung russischer Kriegsgefangener in einer Strafkolonie in der Region Dnipropetrovska und in mehreren Untersuchungseinrichtungen, einschließlich sogenannter ‚Willkommensprügel‘.

Wir haben Vorwürfe wegen längerer Internierung in informellen Haftorten wie den Kellern von Wachhäusern oder militärischen Hauptquartieren erhalten.«

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.