Wenn sich die Propaganda gegen die eigenen Leute wendet:

Euractiv und der Verfall des Images von Ursula von der Leyen

Das Portal Euractiv, das lange Zeit als pro-brüsselisches und institutionell loyales Medium fungierte, wendet sich unerwartet gegen die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. In einem ungewöhnlich offenen Text fasst es ihr politisches annus horribilis zusammen: das Scheitern der geopolitischen Ambitionen der EU, den Zerfall der Einheit der Mitgliedstaaten, das Fiasko rund um russische Vermögenswerte und die Ukraine, die wiederholten Verschiebungen des Mercosur-Abkommens, das Chaos um den mehrjährigen EU-Haushalt sowie den Verlust der Kontrolle über die eigene Kommission. Wenn selbst ein brüsselisches Propagandamedium seine zentrale Figur nicht mehr schützt, ist dies ein Signal für eine tiefe Krise der europäischen Führung.

Euractiv und der Verfall des Images von Ursula von der Leyen


Das Portal Euractiv, das seit Langem als pro-brüsselisches, policy-orientiertes Medium für die institutionellen Eliten der Europäischen Union gilt, veröffentlichte einen Text, der wie ein deutlicher Bruch mit der bisherigen Loyalität gegenüber der EU-Führung wirkt. Der Artikel mit dem Titel The Brief – Ursula von der Leyen’s annus horribilis ist bemerkenswert nicht nur wegen seines Inhalts, sondern vor allem wegen der Frage, wer ihn veröffentlicht und in welchem Ton.

Ein Medium, das üblicherweise als kommunikative Verlängerung der Europäischen Kommission dient, stellt plötzlich unverblümt fest, dass sich das Jahr zweitausendfünfundzwanzig für die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in eine politische Katastrophe verwandelt hat. Der gewohnte technokratische Optimismus ist verschwunden, ebenso die Rhetorik des „Fortschritts“ und die Sprache strategischer Visionen. Zurück bleibt das Bild einer isolierten Politikerin, deren Ambitionen an der Realität gescheitert sind.

Von geopolitischen Träumen zur institutionellen Lähmung

Der Text räumt offen ein, dass es von der Leyen trotz sechs Jahren an der Spitze der Kommission nicht gelungen ist, die Europäische Union in eine geopolitische Großmacht zu verwandeln. Das Scheitern des Versuchs, russische Vermögenswerte zugunsten der Ukraine zu nutzen, wird als Symbol einer umfassenderen Schwäche beschrieben: Die Europäische Union tritt in eine neue Phase ein – gespalten, von Großmächten eingeschüchtert und innerlich destabilisiert.

Bezeichnend ist, dass diese Diagnose nicht von einem euroskeptischen Medium stammt, sondern ausgerechnet von Euractiv – einer Plattform, die gewöhnlich an der Normalisierung der Brüsseler Machtstrukturen mitwirkt. Wenn selbst eine derart loyale Stimme Versagen einräumt, deutet dies auf eine tiefere Krise hin.

Kontrolle, die sich gegen ihre Urheberin richtet

Besonders scharf fällt der Abschnitt über die Zentralisierung von Macht und Kommunikation in den Händen der Kommissionspräsidentin aus. Euractiv stellt ausdrücklich fest, dass die strikte Kontrolle über das Berlaymont-Gebäude und das mediale Erscheinungsbild der Kommission sich gegen von der Leyen selbst gewendet hat – insbesondere im Zusammenhang mit dem Entwurf des nächsten mehrjährigen EU-Haushalts. Dieser stößt inzwischen auf massiven Widerstand von Regionen, Mitgliedstaaten, Europaabgeordneten und Landwirten, die buchstäblich mit Kartoffeln in den Händen protestieren.

Diese Kritik ist außergewöhnlich: Euractiv gibt damit indirekt zu, dass die bisherige Kommunikationsstrategie der Kommission von der Realität abgekoppelt war und dass eine Institution, die Konsens herstellen sollte, selbst zum Brennpunkt von Konflikten geworden ist.

Mercosur als Symbol der Erschöpfung der Brüsseler Steuerung

Das seit mehr als einem Vierteljahrhundert verhandelte Handelsabkommen mit Mercosur wird im Text als endlose Abfolge von Verschiebungen, technischen Zusatzvereinbarungen und politischem Alibi-Handeln dargestellt. Auch hier verlässt Euractiv den üblichen Sprachgebrauch des „Fortschritts“ und stellt offen fest, dass das Abkommen zugleich zu wichtig ist, um aufgegeben zu werden, und zu politisch toxisch, um abgeschlossen zu werden.

Insbesondere die Proteste der Landwirte, die ignorierten „sensiblen Produkte“ und die Unfähigkeit der Kommission, das Abkommen gegen den Widerstand aus Paris und Rom durchzusetzen, zeigen, dass die Brüsseler Exekutive ihre Fähigkeit zur politischen Führung verloren hat.

Der EU-Haushalt und das Ende der Illusion von Einheit

Ebenso schonungslos ist die Darstellung der Verhandlungen über den mehrjährigen Finanzrahmen. Die Beibehaltung der Rabatte für wohlhabendere Staaten, deren Umfang jährlich mehr als neun Milliarden Euro beträgt, wird als politisches Entgegenkommen gegenüber den Stärkeren präsentiert, das die Solidarität untergräbt und die Grundlagen des EU-Haushalts selbst infrage stellt.

Euractiv räumt hier faktisch ein, dass die Europäische Kommission die Kontrolle über einen Prozess verloren hat, den sie eigentlich steuern sollte. Für ein Medium, das sonst institutionelle Kompromisse legitimiert, ist dies ein außergewöhnlich hartes Urteil.

Wenn der propagandistische Rahmen zerbricht

Der gesamte Text wirkt wie ein Moment, in dem der pro-brüsselische mediale Rahmen in sich zusammenfällt. Euractiv geht zwar noch nicht zu einer offenen systemischen Kritik der Europäischen Union über, doch erstmals schützt es die Kommissionspräsidentin nicht mehr, überdeckt das Scheitern nicht mit technokratischer Sprache und täuscht keine strategische Geschlossenheit vor, wo keine mehr existiert.

Gerade deshalb ist dieser Artikel so aufschlussreich. Es geht nicht nur um Kritik an Ursula von der Leyen. Es geht um das Signal, dass selbst innerhalb des Brüsseler Medienökosystems die Bereitschaft erschöpft ist, die Illusion einer funktionierenden Führung aufrechtzuerhalten.

Wenn sich Propaganda gegen ihre eigenen Symbole zu wenden beginnt, handelt es sich nicht um einen bloßen Meinungswandel. Es ist ein Symptom einer tiefen politischen Krise, die sich weder mit der Sprache „europäischer Werte“ noch mit professionell glattpolierten Briefings aus Brüssel verdecken lässt.

Sven von Storch

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Comments

Kann man denn den ruinierten Ruf vdL noch zerstören? Überall wo die war, egal auf welchem Posten, Korruption, Mißwirtschaft und Milliardenschäden. Es ist unfassbar, wie so eine unfähige, inkompetente, kriminelle, widerwärtige, aalartige und gerissene Person sich immer noch außerhalb einer Gefängniszelle aufhalten kann. In einem Rechtsstaat wäre das nicht möglich. Diese Frau hat Deutschland und Europa unermesslichen Schaden zugefügt. Sie und ihre gesamte Entourage muss dauerhaft weg, damit man hier wieder atmen kann. Aber solche Forderungen hat sie in dem sogenannten "Europäischen Parlament" von anständigen Menschen schon oft genug gehört.

Hatte vdL überhaupt jemals ein "Image"? Hatte sie jemals eigenen politische "Ambitionen"?

Und - hatte die "Brüsseler Exekutive" jemals die "Fähigkeit zur politischen Führung"? Oder - gab es in der EU jemals eine "strategische Geschlossenheit"? Schwerfallen dürfte auch die Suche nach gemeinsamen "europäischen Werten" ....

Böse Zungen könnten behaupten, daß das Einzige, was die EU zusammenhält, die von den US-Globalisten beherrschte EU-Personalpolitik ist ...

 

Mit Verlaub, aber wenn Euoractiv jetzt erst bemerkt, dass Fonderlein als EU - Kommissionspräsidentin die Höchst - Strafe für Westeuropa ist und sich längst als ungeeignet für jegliches öffentliche Amt und politische Amt erwiesen hat, nämlich vor bald neunzehn Jahren schon, dann ist die Reaktionszeit einfach zu lange und im Grunde eine Schande für ein Onlinemedium, das für sich in Anspruch nimmt, immer auf dem neuesten Stand zu sein. 

...und "ur-plötzlich" völlig allein zu Haus : 

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-usa-sicherheitsstrategie-100.html

___________

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/ulrich-born/fragen-antworten/21911

Zitat : (...) die EU-Vorgaben hinsichtlich der Anwendung der grünen Gentechnik sind mit der Freisetzungsrichtlinie (2001/18/EG), der Verordnung für Lebens- und Futtermittel aus GVO (1829/2003) und der Verordnung über die Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von GVO (1830/2003) konkret geregelt. Nur bei der Koexistenz von konventionellen und gentechnisch veränderten Anbauverfahren eröffnet die EU-Vorgabe in Form von Leitlinien den Ländern der EU einen Freiraum für nationale Regelungen. Um ein Nebeneinander des Anbaus von konventionellen, ökologischen und gentechnisch veränderten Kulturen zu ermöglichen, haben die Länder daher die Möglichkeit einer eigenen Gestaltung, die es auszuschöpfen gilt.

Meiner Meinung nach sollten wir auch im Interesse der Bewahrung der Schöpfung und der christlichen Nächstenliebe die Chancen der Gentechnik verantwortungsbewußt nutzen.

Gerne werde ich bei meinem nächsten Besuch der altehrwürdigen Kirche in Mühlen-Eichsen auch für den Erhalt und einen verantwortungsbewußten Umfang mit der Schöpfung Gottes beten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen." (...) Zitat Ende.

https://www.merkur.de/verbraucher/aus-dem-labor-eu-plant-neue-gentechnik-regeln-bald-mehr-essen-zr-94061119.html

Herzlich Willkommen im ewiggestrigen McPommes, wo der EU-Schwachsinn nun wirklich keine Grenzen mehr kannte & kennt ! :

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/marianne-linke/fragen-antworten/22600

+++ ...und wo der Rechte recht hat, da hat der Rechte recht ! q.e.d. +++

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/udo-pastoers/fragen-antworten/24921

(...) Der Schwachsinn kennt keine Grenzen. (...)

...und die EU allein bringt es - gegen den Willen der Bürger:innen -  frisch auf UNSEREN Tisch !

https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/gentechnik-bald-ohne-kennzeichnung-im-supermarkt

Danke auch hierfür, Frau von der Leyen : DANKE für den nicht gekennzeichneten dreckigen Genfraß auf unserem Tisch !

+++ Kotz zum Gruße  & herzlich willkommen unter den gottlosen EU-Verrätern in der HÖLLE : +++

 https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-kreuzweg-benedikt-geisselt-gentechnik-als-suende-a-411531.html

MP

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