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Zwei Mütter, kein Vater und ein großer Schaden

18. September 2012, 11:19 | Kategorien: Lebenswelt, Politik | Schlagworte:

Kaum jemand wagt es noch, eine nüchterne Sicht auf die Rolle von Homosexuellen in der Gesellschaft zu formulieren. Viele Medien und Linkspolitiker erwecken sogar den Eindruck, dass es hier um ein besonders nützliches und fördernswertes Verhalten ginge. 

Auf dieser Wellenlänge bewegt sich mancherorts auch der Inhalt sozialistisch geprägten Schulunterrichts. Der Kampf gegen die einstige üble Diskriminierung von Homosexuellen ist heute zu einem von kurzsichtigen Politikern und Juristen geförderten Kampf für ungerechtfertigte Privilegien geworden. Umso lesenswerter ist ein authentischer Bericht eines amerikanischen Universitätsprofessors, der von zwei „Müttern“ aufgezogen worden ist.

Der Text bringt eine massive Ernüchterung für alle jene, die meinen, es wäre egal, ob ein junger Mensch in einer normalen – da müsste man jetzt politisch korrekt natürlich sagen: „heterosexuellen“ – Familie aufwächst, oder bei einem schwulen oder lesbischen Paar. Der Autor, Robert Lopez, schildert darin sehr ausführlich, wie ihm diese Erziehung sein ganzes Leben lang geschadet hat. Er sei dadurch „strange“ geworden, also eigenartig, seltsam, merkwürdig. Und der Autor meint damit keineswegs den Umstand, dass er selber bisexuell geworden ist. Vielmehr habe ihm immer gefehlt, dass er nie ein männliches Vorbild erlebt habe. Dafür aber das von zwei lesbischen Frauen.

„Meine Freunde lernten alle die ungeschriebenen Regeln des Anstands und der Körpersprache daheim“, schreibt Lorenz. „Sie verstanden, was in bestimmten Situationen zu sagen passend ist und was nicht; sie lernten sowohl die traditionellen männlichen wie auch die traditionell weiblichen Sozialmechanismen.“ Auch Kinder aus geschiedenen Beziehungen erlebten sowohl männliche wie weibliche Vorbilder.

Natürlich seien solche Vorbilder Stereotypen. Aber diese seien sehr hilfreich, wenn man das Heim seiner lesbischen Mütter verlässt, hat der kalifornische Professor lernen müssen. Dabei habe er aber nie eine Diskriminierung wegen seiner Doppelmütter erlebt. Oft habe seine Umgebung gar nicht gewusst, wie seine familiäre Situation aussieht. Für die meisten war Lopez einfach ein in der Schule durchaus erfolgreiches, ruhiges Kind.

„Aber innerlich war ich verwirrt.“ Seine beiden „Mütter“ glichen weder traditionellen Müttern oder Vätern. Wenn man unter Verhältnissen aufwachse, die sich so sehr von der Umgebung unterschieden, dann sei man zwingend dazu bestimmt, als „sozialer Outcast“ zu existieren. Lopez konstatiert, dass er durch diese Kindheit sowohl einen Mangel an Selbstvertrauen wie auch an Sensibilität erlitten habe.

Er fühlt sich auch gegenüber Homosexuellen benachteiligt, die in einer Vater-Mutter-Familie aufgewachsen seien. Denn diese hätten dort alle notwendigen Codes gelernt. Er habe als Folge seiner defizitären Erziehung immer sehr wenige Freunde gehabt, weder homo- noch bi- noch heterosexuelle.

Bis zum Ausscheiden aus der Schule habe er auch nie eine Freundin gehabt. Lopez führt das auf sein daheim zwangsläufig erlerntes weibliches Benehmen zurück. Als er sich dann an der Universität als bisexuell geoutet habe, sei er sofort unter Druck der dortigen Homosexuellen gekommen. Diese haben ihn mit dem Vorwurf attackiert, dass er mit dieser Bezeichnung nur seine Homosexualität verdränge. So lebte er jahrelang als Schwuler und war schon 28, als er zum erstenmal eine Beziehung mit einer Frau hatte.

Heute nimmt er seine Vaterrolle ernst und bekennt sich als Konservativer. Der Grund für seinen ideologischen Schwenk ist die Erfahrung, dass die linken Sexual-Theorien den betroffenen Menschen in keiner Weise helfen, dass sie die negativen Folgen ungehemmter Sexualität nicht begreifen – insbesondere wenn diese in ein Spannungsfeld mit Liebe gerät.

Repräsentative Studien

Dieser lesenswerte Text des US-Professors kann natürlich leicht als Einzelfall abgetan werden. Diese Schnellerledigung ist aber nicht mehr möglich bei der repräsentativen Studie des Soziologen Mark Regnerus von der University of Texas. Eine ähnliche Forschungsstudie hat auch Loren Marks von der University of Louisiana erstellt. Beide widerlegen ältere, oberflächlichere Studien mit viel geringeren Samples, dass es eh wurscht wäre, wo ein Kind aufwächst.

Regnerus hat das Schicksal Hunderter Erwachsener untersucht, die von gleichgeschlechtlichen Paaren aufgezogen worden sind. Er hat sie mit anderen Menschen verglichen, die von Frauen und Männern aufgezogen worden sind (von den biologischen Eltern wie auch von anderen Paaren). Die ausführliche und sorgfältige Studie kommt zu einem ganz klaren Schluss: Es gibt massiv signifikante Unterschiede auf Grund dieser jugendlichen Familiensituation. Die Daten der Studie ergeben alles andere als eine Empfehlung für gleichgeschlechtliche Elternschaft. Heterosexuelle Eltern führen mit großer statistischer Signifikanz zu gesünderen Nachkommen mit höherer Bildung, mit weniger Drogenerfahrungen und mit geringerer krimineller Auffälligkeit.

Vor allem haben diese Nachkommen insgesamt ein subjektiv viel höheres Zufriedenheitsniveau. So berichten „Nachkommen“ lesbischer Paare zu 23 Prozent über Missbrauchserfahrungen, während es bei biologisch intakten Familien nur zwei Prozent sind. 69 Prozent dieser Produkte lesbischer Aufzucht nahmen als Erwachsene staatliche Wohlfahrtshilfen in Anspruch, während es in der Vergleichsgruppe nur 17 Prozent waren.

Natürlich wurde Regnerus sofort von der Schwulen-Lobby massiv attackiert und denunziert. Sie konnte aber außer Beschimpfungen keine Gegenbeweise vorbringen. Die Universität hingegen hat durch eine eigene Kommission die Studie überprüft und hält Regnerus voll die Stange (kein Wunder, dass amerikanische Universitäten weltweit den besten wissenschaftlichen Ruf genießen, während unsere Rektoren vor der Political-Correctness-Diktatur ja immer sofort in die Knie gehen).

Hier geht es nun keineswegs um rein abstrakt wissenschaftliche Studien, bei denen es verständlich wäre, dass die europäischen Medien sie ignorieren. Sie tun das, obwohl diese Studien eine vollständige Bestätigung für Tausende Jahre Erfahrung in allen Kulturen darstellen wie auch für alle naturrechtlichen Denkansätze.

Solche Studien werden sogar ganz gezielt unterdrückt und bekämpft. Denn in Deutschland wie Österreich und in vielen anderen westlichen Ländern steht die medial gut geschützte Schwulen-Lobby vor dem entscheidenden juristischen Durchbruch zu einem privilegierten Status. Mancherorts hat sie diesen schon geschafft.

Die Schlacht um Kinder und Geld

Es geht dabei überall gleich um zwei große Bereiche: einmal um den Anspruch auf „eigene“ Kinder und zweitens um den Anspruch auf finanzielle Benefizien.

Beim Kinderthema wird einerseits um ein Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare gekämpft (obwohl es in Europa genug normal veranlagte Paare gibt, die vergeblich auf Adoptionskinder hoffen). Andererseits geht es um die künstliche Befruchtung von Frauen, die keinen Vater für ihr Kind haben wollen. Hier steht das behauptete Recht dieser gleichgeschlechtlichen Paare auf „eigene“ Kinder gegen das Recht geborener wie ungeborener Kinder auf ein halbwegs ideales familiäres Setting. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sprechen hier jedenfalls ganz eindeutig gegen die Forderungen der Homosexuellen.

Beim zweiten Kampffeld, bei den finanziellen Benefizien, geht es um die Gleichstellung homosexueller Paare mit klassischen Ehen. Dabei geht es um steuerliche und um Sozialversicherungs-Vorteile (also jeweils Ansprüchen zu Lasten der Allgemeinheit); sowie um Eintrittsrechte etwa in Mietverträge. Ein ganz oberflächlicher juristischer Gleichheitsbegriff – insbesondere in Deutschland sind da mehrere Verfahren und Diskussionen im Laufen – neigt dazu, diese Gleichstellung zu bejahen.

Die linken (und die naiven liberalen) Juristen argumentieren nun so: Auch wenn homosexuelle Partnerschaften keine Kinder erzeugen können und auch in Zukunft zweifellos nur in Ausnahmefällen (wie etwa bei künstlicher Befruchtung) haben werden und wollen, so haben sie dennoch auf Kosten Dritter gefördert zu werden: Denn auch eine homosexuelle Partnerschaft bedeute den gegenseitigen Beistand zweier Menschen, und der sei gesellschaftlich erwünscht.

Nun ist gegenseitiger Beistand zwischen Menschen immer gut und lobenswert. Lassen wir auch mangels harter Daten die Frage beiseite, ob homosexuelle Partnerschaften zumindest so stabil sind wie die ohnedies alles andere als stabilen Ehen. Aber das entscheidende Gegenargument ist ein ganz anderes: Wenn man die Hoffnung auf gegenseitigen Beistand zu Lasten Dritter fördern will, warum zum Teufel nur bei – zumindest behaupteten – sexuellen Beziehungen zwischen den Geförderten?

Ich kenne Geschwister, die einander bis ins hohe Alter extrem solidarisch beistehen (gleichgültig, ob sie verheiratet sind oder waren). Müssen die künftig etwa gar eine inzestiöse Beziehung vorgeben, um an die gleichen Förderungen wie Schwule heranzukommen (auch eine Freigabe des Inzests wird ja von etlichen Linken gefordert)?

Ich kenne Freunde, Nachbarn, die sich in vorbildlichster Weise um Kranke und Bedürftige kümmern. Warum werden die nicht gefördert? Müssen die etwa eine sexuelle „Verpartnerung“ behaupten, um nicht gegen Schwule und Lesben diskriminiert zu werden?

Selbst bloße Fahrgemeinschaften hätten auf Grund jener juristischen Pseudo-Argumentation Anspruch auf Förderung.

Diese Argumentation ist also in Wahrheit absoluter Mumpitz, der nur Ungerechtigkeiten schafft.

Auch Ehen an sich sind nicht förderungswürdig

Natürlich hängt dieser Mumpitz auch mit einem populistisch motivierten Versäumnis des Gesetzgebers zusammen: Sämtliche Förderungen für Ehen sind ja einst aus der Erfahrung entstanden, dass Ehen ohnedies fast immer zu Kindern führen. Damals war es logisch und einfacher, viele Förderungen für die Aufzucht von Kindern direkt an den Trauschein zu knüpfen. Dass die Kosten der Aufzucht als wichtigste Zukunftsinvestition zumindest teilweise auf die Allgemeinheit aufgeteilt werden, ist wohl nicht weiter zu begründen. Auch die Kinderlosen brauchen ja jemanden, der ihre Renten erarbeitet und der sie pflegt.

Längst aber führt nicht mehr jede Ehe zu Kindern. Und es gibt daher absolut keinen Grund mehr, kinderlose Doppelverdiener ohne Kinder nur der Einfachheit halber steuer-, erb- oder pensionsrechtlich zu privilegieren. Man denke nur an die nie arbeitende und kinderlose Luxus-Ehefrau, die auch als Witwe von einer hohen Pension des Mannes profitiert. Ohne dass dafür ein Cent mehr einbezahlt worden wäre als nur für die Rente eines gleich viel verdienenden Mannes alleine.

Aber keine Partei wagte es, sich mit dieser Gruppe ungerechtfertigter Profiteure anzulegen. Sie könnten ja als Wähler negativ reagieren und sich irgendeiner Oppositionspartei anschließen.

Ob die Krisenjahre zusammen mit der demographischen Katastrophe hier zu mehr Mut und Vernunft führen werden? Vielleicht. Was zu tun wäre, ist jedenfalls klar: Alle Förderungen von Ehepaaren (oder schwulen Verpartnerungen) sind zu stoppen und komplett auf Kinderförderung umzustellen. Dann würde nur noch das gefördert, was förderungswürdig ist, was die Gesellschaft braucht. Dann würden auch all die absurden Verfassungsprobleme ob angeblicher Diskriminierung aufhören.

Wo es dann nur noch eine zwar spannende, aber eher sekundäre Frage ist, wie viel davon die Eltern bekommen und wie viel sich der Staat gleich wieder für seine eigenen Einrichtungen wie Kindergärten einbehält.

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13 Kommentare auf "Zwei Mütter, kein Vater und ein großer Schaden"

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