Oft bringt der Taumel der Gesellschaft jene zu schwerem Absturz, die er aufregend emporhob.
Julie Jeanne De LespinasseWas hat die Finanzkrise systemisch gemacht?
<p>Substanzielle Untersuchungen der aktuellen Finanz- und Schuldenkrise besitzen eine große Bedeutung. Das liegt einerseits daran, dass immer noch viel Propaganda im Mainstream zirkuliert. Andererseits gilt es eine tragfähige alternative Erzählung anzubieten.</p>
<p>Russ Roberts hat genau das mit „<a href="http://www.forum-ordnungspolitik.de/zur-inflationskrise/hintergruende/769-mit-dem-geld-anderer-leute-spielen-als-krisenursache">Gambling with other people’s money</a>“ getan. Nun legen Patric H. Hendershott und Kevin Villani nach: <a href="http://www.cato.org/publications/policy-analysis/what-made-financial-crisis-systemic" target="_blank">"What Made the Financial Crisis Systemic?“</a> Ihre Antwort lautet, dass es sich nicht um eine unglückliche Verkettung isolierter Ereignisse gehandelt hat, sondern um die Konsequenzen einer Politik, die Märkten ihre Selbstregulierungsfunktion genommen hat. Die Pervertierung der Marktwirtschaft erfolgte durch öffentliche Unternehmen, öffentliche Protektion und Regulierung nicht zuletzt in Form von Aufsichtsregeln. In Ihrem gut zwanzigseitigen Cato-Papier gehen die beiden Ökonomen, Villani ist als früherer Mitarbeiter der US-Wohnungsbaubehörde ein Insider, der Regulierung und ihrer langen Geschichte seit der Weltwirtschaftskrise nach. Sie zeigen überzeugend auf</p>
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<li>in welchem Ausmaß ein bürokratisch-sozialer Komplex im Immobiliensektor errichtet wurde, </li>
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<li>wie die Anreizsysteme im Finanzsektor verändert wurden und </li>
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<li>wie kontinuierlich in Kongressanhörungen vor der Systemkrise gewarnt wurde. </li>
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<p>Das Ergebnis einer Reihe von Krisen und der Regulierung vor der aktuellen Finanzkrise ist systemischer Moral Hazard – so mangelte es „<em>der Regierung und den Regulatoren nicht an regulativer Kompetenzen, um Moral Hazard abzumildern, allerdings der politische Wille und die technischen Fähigkeiten, dies zu tun</em>.“ Ihr Fazit: „<em>Politiker sind verantwortlich sowohl für regulative Inkompetenz als auch Aufgaben induzierte Laxheit.</em>“</p>
























@prollius
jeder sucht immer das, was zu seiner individuellen Sichtweise passt. Ich geb zu, das mach ich auch. Jedoch ist es schon naiv hinterwäldlerisch, wie diejenigen, die uns die Krise eingebrockt haben nun ihre Weisheiten runterlabbern. Da stellt sich also ein Banker hin und sagt, dass die Regulierung Schuld hat. Also ich bin wirklich auch für Deregulierung und Selbstverwaltung. Aber ich bin realistsch genug, um zu wissen, dass der Finanzsektor absolut dereguliert war. In anderen Bereichen kann man sicher von einer Überregulierung sprechen, aber niemals im Hinblick auf Banken. Wer dies tut, ist ein Scharlachtan und Stimmungsmacher, der reflexartig den “Mainstream” bekämpfen will, aber nicht bemerkt, dass er genauso bescheuert argumentiert wie dieser… und tschüss
Sind Sie wütend? Sind Sie verärgert?
Ich würde das verstehen.
Haben Sie sich die Fakten angesehen?
ja ich bin sauer auf die gegenwärtige Lage. Nach meiner Einschätzung haben alle “Spieler” versagt, sowohl die privaten als auch die staatlich-institutionellen. Somit sind beide Seiten, sowohl Deregulierer als auch Überregulierer für mich Schuld. Und ich finde es ablenkend, wenn jeweils die eine Seite nur ihren Horizont beleuchtet.
In diesem Zusammenhang habe ich an anderer Stelle von Klientelsozialismus gesprochen. Wenn ich sage, jeder biegt es sich so wie es passt, dann meine ich damit die Verdrehung von Definitionen. Regulierung oder noch weiter gedacht Sozialismus bedeutet Gleichschaltung, Einebnung von Chancen und Herunterfahren von Geldkreislauf, Konsum, Lebensstandard. Also sind die Finanzakteure immer nur egoistische, ansonsten aber normale Kapitalisten, egal welche staatliche Hilfe sie bekommen und gleich, welche politischen Rahmenbedingungen.
Die letzten Jahre offenbaren ein ständiges Ringen um Regulierung bzw. Deregulierung. Und in diesem Zusammenhang muss auf die vielen “Arbeiter” und auf die Familien verwiesen werden, die zugunsten einer Flexibilisierung, Rationalisierung und Globalisierung zurückgesteckt haben ohne allzu viel Frust aufzubauen.
@Geistfrei
Hergestellt wurden sie von den staatlichen Bausparkassen Fanny Mae und Freddy Mac
Meine Kommentare sind zu lang. Ich werde mich bessern. Hier ist der Rest
In Europa ist vor Jahrzehnten etwas in Gang gekommen, welches in seiner Ungeheuerlichkeit jetzt spürbar wird. Gewaltige Kräfte ringen erneut um die Weltvorherrschaft. Doch man kann sich nicht wehren, wenn man den wahren Gegner nicht erkennt.
1989 war nicht das Ende der Geschichte, sondern erst ihr Beginn.