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Von Krise keine Spur

22. August 2012, 11:10 | Kategorien: Wirtschaft | Schlagworte:

Geschäft in der Personalberatungsbranche läuft weiterhin sehr gut

Auch die Personalberater bekommen die gegenwärtige Krisenstimmung zu spüren. Unternehmen halten sich mit Aufträgen zurück. So lauten die Kernthesen eines FAZ-Artikels von Julia Löhr über die derzeitige Lage der Headhunter-Branche. Rainer Anglett, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de mit Sitz in Sindelfingen, kann diese Einschätzung nicht bestätigen. „Das Geschäft in der Personalberatungsbranche läuft nach unserer Beobachtung und Erfahrung weiterhin sehr gut“, so Anglett http://www.xing.com/profile/Rainer_Anglett. Nach Darstellung der FAZ übten insbesondere Banken Zurückhaltung. Früher hätten sie zu den besten Kunden von Headhuntern gezählt. „Banken konsolidieren derzeit sehr stark im Personalwesen“, bestätigt centomo-Mann Anglett. Aber für gute Fach- und Führungskräfte seien dort auch jetzt immer noch offene Stellen zu finden.

Anders als die FAZ, die von einem Rückgang bei den Einnahmen der Personalberater berichtet, sieht er die Lage optimistischer. Nach einem sehr starken Frühling mit enormer Nachfrage sei es im Sommer nun etwas ruhiger. „Aber das führen wir eher auf die Urlaubszeit zurück“, so Anglett.

Große Hoffnungen setzten insbesondere die international aufgestellten Personalberatungen in der Erweiterung ihres Aktionsradius, schreibt Löhr. Unter dem Stichwort „Leadership Consulting” böten sie an, Führungsstrukturen zu durchleuchten, talentierte Nachwuchskräfte in der  Belegschaft zu identifizieren und Führungskräfte in Einarbeitung zu begleiten. Kürzlich habe die Association of Executive Search Consultants (AESC) „Leadership Consulting” offiziell in die Tätigkeitsbeschreibung von Personalberatern aufgenommen. „Das ist ganz normale Führungskräfteentwicklung, die jede erfolgreiche Firma als Aufgabe hat“, relativiert Anglett die Aussage der FAZ. In Einzelfällen werde diese Aufgabe als Managed Services an eine Personalberatung ausgelagert. Dieser Trend könnte noch zunehmen, so die Prognose des Mitglieds der centomo-Geschäftsführung http://www.centomo.de/index.php/category/das-team-geschaeftsleitung/.

Facebook und Co. haben Berater nicht überflüssig gemacht

Eine weitere These des FAZ-Artikels kann Anglett jedoch voll und ganz bestätigen. Das Internet habe durch Xing, Linkedin oder auch Facebook nicht dazu geführt, dass Berater gleichsam überflüssig würden. „Social Media Plattformen können höchsten eine sinnvolle Ergänzung zum Rekrutierungsprozess (Research) sein. Die eigentliche (wertvolle) Arbeit des Beraters findet aber in der persönlichen Vorauswahl (Matching); den Interviews (Qualifizierung) und den individuellen Begleitungen (QS in beide Richtungen) bei den einzelnen Prozessschritten bis zur Anstellung statt. Gegebenenfalls findet auf Wunsch noch eine Nachbetreuung statt“, beschreibt der centomo-Geschäftsführer den üblichen Rekrutierungsprozess.

„Von der Krise haben wir bis dato noch nicht viel bemerkt. Es gibt für Fach- und Führungskräfte (Spezialisten) eine Unmenge an offenen Positionen, für die es genau die richtigen, passenden Personen zu finden gilt“, ergänzt Angletts Geschäftsführer-Kollege Michael Zondler  https://www.xing.com/profile/Michael_Zondler?key=0.0.
Wie jede andere Branche sei auch die Personalberatungsbranche unter ständiger Veränderung. „Das sind normale Optimierungsprozesse, um sich im Haifischbecken behaupten zu können oder sich von den Mitbewerbern
angenehm zu unterscheiden. Hier ist der Flexiblere deutlich im Vorteil. Hier lohnt es sich, schlanke und hocheffiziente Prozesse zu etablieren, aber dennoch sehr individuell auf jeden einzelnen Kunden einzugehen“, sagt Anglett.

Letztlich führe das sehr tiefgehende Verständnis der jeweiligen Jobrolle beim Kunden zu einem optimalen Matching der Kandidaten und der Einsatz eines ständig gepflegten Netzwerkes über die Social Media Plattformen hinaus zu einer raschen und optimalen Besetzung der Vakanz. „Jeder Personalberater muss wirtschaftlich und unternehmerisch denken. Meist ist sein Erfolg von einem sehr guten Backoffice gekrönt, das ihn intensiv beim Research unterstützt. Von seinem Wissen und Verständnis her kennt er sich meist in einigen wenigen Branchen sehr gut aus und wirkt dort optimal. Daher sind die notwendigen Veränderungen seiner Vorgehens- oder Denkweise nicht mehr als die Summe der Veränderungen in diesen Branchen.“

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