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zur Person und Archiv
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Marie Luise Schellen 18.07.2012 08:02 Verfassungsnot
„Für die Demokratie stellt sich die Frage, ob ein Volksvertreter, der das Volk im Wissen nicht zu vertreten vermag, für das Volk entscheiden darf. Die Entscheidungsmacht verschiebt sich vom Parlament zur Exekutive.
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zur Person und Archiv
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Dr. Oliver Marc Hartwich 16.07.2012 08:04 Brüssel in alle Ewigkeit?
In der momentanen Eurokrise muss dieses Zitat abgewandelt werden: Diejenigen, die die Demokratie zugunsten wirtschaftlicher Stabilität aufgeben, könnten am Ende auch mit leeren Händen dastehen.
Dies ist die Frage, um die es im Bundesverfassungsgericht geht.
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zur Person und Archiv
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Steffen Hentrich 13.07.2012 08:43 Eile mit Weile
Zum einen geht er der Frage nach, was wäre, wenn wir die Erkenntnisse der klimaökonomischen Modellsimulationen wirklich ernst nehmen würde, zum anderen erklärt er, welche Aussage die Konfidenzintervalle von Klimasimulationen fü...
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<p>FreieWelt.net: <strong>Frau Steuer, Sie engagieren sich seit vielen Jahren für eine bessere Anerkennung elterlicher Erziehungsarbeit und sind eine ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet. Welche Rolle spielt Ihrer Ansicht nach das Betreuungsgeld in der familienpolitischen Gesamtstrategie der Bundesrepublik?</strong></p>
<p><strong>Maria Steuer:</strong> Das Betreuungsgeld spielt eigentlich keine Rolle, denn es wird ja mit den übelsten Unwörtern belegt. Offensichtlich kommt kaum ein Politiker seiner ureigensten Aufgabe nach, nämlich sich zu informieren, was es bedeutet, wenn wir die Bedürfnisse von Kleinstkindern politischen und wirtschaftlichen Interessen opfern und sie mit einer „Kitapflicht“ täglich mindestens acht Stunden liebestechnisch unterversorgen.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>In der Tat stößt das Betreuungsgeldprojekt auf sehr viel Gegenwind. Bei kaum einem anderen Thema wird derzeit derart hitzig gestritten. Insbesondere wird von den Gegnern immer wieder betont, daß Kinder von frühkindlicher Bildung ferngehalten würden, wenn Sie daheim bei den Eltern und nicht in einer Kinderkrippe betreut würden. Was halten Sie von diesem Einwand?</strong></p>
<p><strong>Maria Steuer:</strong> Die frühkindliche Bildung besteht daraus, Liebe, Nähe, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit von Mama und Papa zu erfahren. Dieses ist in Einrichtungen nicht möglich. Gerne wird übersehen, daß die Wissenschaft belegt, daß sich selbst Kinder aus bildungsfernen Familien in der Einrichtung verschlechtern. Um diesen Kindern einen besseren Start zu ermöglichen, sollten wir die 1.500€ Subvention in die Hand nehmen und eine individuelle Familienunterstützung, einschl. evtl. nötiger therapeutischer Begleitung organisieren. Überhaupt ist es doch einen Gedanken wert, daß es mit der pro-Kind-Subvention des Staates möglich wäre, jedem Kind sein privates Kindermädchen zu bezahlen, was in Muttererreichbarkeit das Kind betreuen könnte: das wäre Qualität!!!</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Welchen Belastungen sind Kinder unter drei Jahren in außerfamiliärer Betreuung ausgesetzt?</strong></p>
<p><strong>Maria Steuer:</strong> Sie erleben täglich ein Liebesleck, was nie wieder im Leben zu stopfen ist. Äußerlich funktionieren sie als Kinder, wie auch als Erwachsene – die Spätfolgen zu diskutieren ist zur Zeit noch tabu.</p>
<p>Und: sie erleben den Verlust ihrer Selbstwirksamkeit. Wenn ein Kind mehrmals am Tag versucht, in irgendeiner Form seiner Betreuerin klar zu machen, daß es zu seiner Mama will, diese das Kind aber nicht versteht (es kann ja noch nicht reden) und auch dem Wunsch nicht nachkommen kann (die Mutter ist weit weg) und dies fünf Tage die Woche erlebt, entsteht das Gefühl, ich kann machen was ich will, es ändert sich nichts. Ich habe keinen Einfluß, Dinge zu verändern. Das wird dann zum Lebensgefühl!</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Aber damit Eltern sich frei dafür entscheiden können, ihre Kinder selbst betreuen zu können, d.h. auf einen Teil des Erwerbseinkommens längerfristig zu verzichten, sind 150 € im Monat doch viel zu wenig – oder?</strong></p>
<p><strong>Maria Steuer: </strong>Auf jeden Fall, da braucht man nur einen Finger um sich das abzuzählen!</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Wird die Einführung des Betreuungsgeldes einen familienpolitisch relevanten Effekt haben?</strong></p>
<p><strong>Maria Steuer:</strong> Nein, nur, wenn die Diskussion weiter geht, das Betreuungsgeld in gleicher Höhe wie die Krippensubventionierung bezahlt wird. Oder umgekehrt: Familien in dieser Gesellschaft wieder den Wert bekommen, der ihnen zusteht.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Welche familienpolitischen Baustellen sollten Ihrer Meinung nach als nächstes angegangen werden?</strong></p>
<p><strong>Maria Steuer:</strong> Familienernährer/innen müssen einen Kündigungsschutz ab dem 2. Kind bekommen, Ganztagsangebote dürfen nur freiwillig sein, die Rentenanerkennung für Kinderzeiten wie in der Schweiz gerechnet werden und in der Zeit der „Kinderaufzucht“ sollten Familien finanziell in die Lage versetzt werden, mit einer Familiengesamtarbeitszeit von 40 Stunden ausreichendes Einkommen zu haben.</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Gespräch!</strong></p>
<p><a href="http://www.familie-ist-zukunft.de" target="_blank"><strong>www.familie-ist-zukunft.de</strong></a></p>
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| Kommentare (27) Redaktion FreieWelt.net, 14.06.2012 13:15
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<p><strong>kath.net: Herr Dr. Wunsch, in der Öffentlichkeit wird derzeit hitzig über die Betreuung von Kindern unter drei Jahren debattiert. Wer hat ein Interesse daran, dass Kleinkinder außer Haus betreut werden?<br /> <br /> Dr. Albert Wunsch:</strong> Auf den ersten Blick hat die Politik ein Interesse an der außerhäusigen Kleinkindbetreuung. Basis ist das vor Jahren der Wirtschaft gegenüber gemachte Zugeständnis, dass Frauen nach der Geburt eines Kindes so schnell wie möglich wieder in Erwerbsleben sollen. Aber auch die meisten Frauenverbände plädieren dafür, weil so die seit Jahrhunderten angeblich existierende ‚Abhängigkeit der Frau von Kindern und Haushalt’ überwunden werden soll. Das Ganze wird dann als modernes und emanzipatorisches Familienbild angepriesen. Fakt ist, dass Babys kein Interesse daran haben, täglich für viele Stunden von Mama und Papa getrennt zu werden und häufig mit Störungen darauf reagieren.</p>
<p><strong>kath.net: Welche Lebensbedingungen stufen Sie für Kinder unter drei Jahren als optimal ein? <br /> <br /> Wunsch:</strong> Dass der Mensch eine physiologische Frühgeburt ist und von daher in den ersten 18 Monaten seines Lebens kontinuierlich dieselbe feste Bezugsperson braucht, scheinen die Krippen-Befürworter verdrängt zu haben. Wenn aber zu einer Zeit, in welche z.B. Hunde noch den Welpenschutz genießen, Kleinstkinder in die Krippe gegeben werden, dann erfolgt ein rapider Bruch, welcher sich als rasanten - deutlich messbarer - Stress äußert. Bei unsicheren Beziehungen, zu wenig Zuwendung und Kontinuität fehlt jedoch die Basis zur Entwicklung von Urvertrauen und Bindungsfähigkeit. <br /> <br /> Was in den ersten 3 - 5 Lebensjahren nicht an Kleinkinder im normalen Lebensalltag herangetragen wird, ist kaum oder nur äußerst schwierig ‚nachzuliefern’. Dabei haben die Eltern als Garanten des emotionalen und körperlichen Wachstums durch die Gewährleistung einer verlässlichen Mutter- /Vater-Kind-Beziehung die größte Handlungs-Verantwortung und Wirk-Bedeutung. Der Leitsatz der Bindungsforschung in diesem Zusammenhang lautet: Bindung ist die Basis von Erziehung und Bildung; oder umgekehrt: <strong>Ohne Bindung kein Bildung!</strong><br /> <br /> Die ‚my way’ Stiftung hat unter der Überschrift: ‚Professionelle Elternschaft’ die Formel: 9 + 36 = 90 entwickelt. Das heißt: 9 Monate Schwangerschaft und die ersten 36 Monate nach der Geburt machen 90% von dem aus, was unsere Kinder und Jugendlichen im weiteren Leben - ob unter positivem oder negativem Vorzeichen - prägt.</p>
<p><br /> <strong>kath.net: Da ist ja oft und gern die Rede davon, dass Kleinkinder in Kitas bildungsmäßig hervorragend gefördert würden. Wie sehen Sie das als Erziehungswissenschaftler und Psychologe?<br /> <br /> Wunsch:</strong> Eine bessere Förderung mag für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern möglich sein, nur sind diese selten bis nie in Krippen zu finden. <br /> <br /> Die Kinder aus dem Mittelstand und von Akademikern wiederum erfahren in der Regel in der U-3-Betreuung keine Förderung. Der häufig bemühte Hinweis, dass hier die so wichtige soziale Kompetenz gefördert würde, trifft meist für das Kindergartenkind, aber nicht fürs Babys zu, denn diese baut auf der Entwicklung der personalen Kompetenz - der kindgemäßen Ich-Findung. Der Satz: ‚Ohne Ich kein Du und Wir’ macht dies deutlich. <br /> <br /> Auch für die Sprachentwicklung ist die Krippe selten förderlich, weil diese nur durch richtig sprechende Erwachsene und nicht durch Multi-Kulti-Kinder-Gebrabbel erlernt werden kann. <br /> <br /> <strong>kath.net: Welche Subventionierung für junge Eltern schlagen Sie vor, soll überhaupt subventioniert werden?<br /> <br /> Wunsch:</strong> Ich plädiere schon seit vielen Jahren, allen Eltern ein einheitliches Erziehungsgeld zu zahlen, wie dies in vielen europäischen Ländern der Fall ist. Da ein Krippenplatz den Staat pro Kind und Monat ca. 1.200,- Euro kostet und auf diese Weise gut 1/3 der Eltern gefördert werden sollen, könnten also alle Eltern auch pro Monat 400,- Euro erhalten. <strong>Das ist echte Wahlfreiheit und Chancengleichheit.</strong> Denn der Staat hat die Aufgabe, nicht die Form eines Umgangs mit Kindern, sondern deren Inhalt - die Erziehung - zu fördern.<br /> <br /> Dieses Erziehungsgeld für die unter Dreijährigen geht an die Eltern. Diese können es dann an Tagesmütter oder - plus persönlicher Aufstockung - zu Krippen tragen oder für ihre eigene Erziehungsleistung vereinnahmen. Findet in Problemfamilien diese nicht angemessen statt, ist das Wächter-Amt des Staates gefordert, schnell und angemessen zu intervenieren. <br /> <br /> <strong>kath.net: Wenn Mütter oder Väter nicht außer Haus berufstätig sind, um für den eigenen Haushalt und die Kinder zu sorgen, dann kommt schon auch mal das Wort „Sozialschmarotzer“ ins Spiel. Was sagen Sie dazu?<br /> <br /> Wunsch:</strong> Im eigentlichen Wortsinn sind Schmarotzer die Wesen, welche sich durch andere am Leben erhalten. Auf eine Gesellschaft bezogen trifft dies am ehesten auf jene zu, welche mehr aus dem Sozialsystem heraus hohlen, als sie einbringen könnten. Unabhängig vom eingebrachten Begriff sind z.B. alle Kinderlosen oder ihre Kinder nicht fördernden Eltern in unangemessener Weise Nutznießer der Aktiven. Jene Väter und Mütter jedoch, welche sich in Verantwortung für eine gute Erziehung engagieren, geben einem Staat die notwendige Stabilität. Denn alle Kosten für Notinterventionen im Bereich der Erziehungshilfen - sie steigen jährlich um 10% -, für sich nicht einbringen wollende Sozialhilfebezieher und erst recht die Kosten für Strafanstalten reduzieren seine Leistungsfähigkeit. <br /> <br /> <strong>kath.net: Was halten Sie von der Behauptung, die klassische Rolle der Frau und Mutter sei für emanzipierte Frauen heutzutage kein gangbarer Weg mehr.<br /> <br /> Wunsch:</strong> Wenn damit das Heimchen am Herd gemeint wird, welche den Tag über die Kinder hütet, kocht, Strümpfe stopft und auf den Ehemann wartet, dann sicher nicht. Ob es ein solches Lebenskonzept je gegeben hat, bezweifle ich aber. <br /> <br /> Andererseits haben selbsternannte Ober-Emanzen keiner Frau vorzuschreiben, dass nur eine Erwerbsarbeit und berufliche Karriere für sie möglich sein dürfen. <br /> <br /> Eine wirklich selbständige Frau spürt in der Regel recht deutlich, wie ihr persönlicher Lebensweg aussehen sollte. <br /> <br /> Und wenn dann vor der Zeugung eines Kindes in gegenseitiger Verantwortung entschieden wird, wer von Beiden in welchem Umfang für ein gelingendes Familien-Leben unter den Aspekten Einkommens-Erwirtschaftung, Kindererziehung und Haushaltsführung zuständig ist, wurde ein in die Zukunft weisender Weg eingeschlagen. <br /> <br /> <strong>kath.net: Auch die kirchlichen Träger von vorschulischen Einrichtungen sind hier gefragt. Der Deutsche Caritasverband beispielsweise unterstützt das Betreuungsgeld nicht.<br /> <br /> Wunsch:</strong> In einem KNA-Beitrag habe ich es als beschämend bezeichnet, dass sich der Deutsche Caritasverband - teilweise mit fadenscheinigen bzw. populistischen Begründungen - gegen eine finanzielle Anerkennung der elterlichen Erziehungsleistung ausspricht und stattdessen auf die von Wirtschaftsverbänden und Politikern geforderte Krippe setzt. So werden über 2/3 aller Eltern um ca. 1.200,- Euro pro Monat benachteiligt und gleichzeitig ihre wertvolle Erziehungsleistung diskreditiert. Das Ganze wird dann noch - so auch im Positionspapier des DCV - als Wahlfreiheit verkauft, obwohl das deutsche Bundesverfassungsgericht mit seinem Betreuungsurteil vom 19.01.1999 forderte, dass der Aufwand der elterlichen Kindererziehung und institutionellen Betreuung gleich zu bewerten ist. <br /> <br /> Am ehesten ist eine solche Position nachvollziehbar, wenn sich hier der Caritasverband als Lobbyist in eigener Sache betätigt, um als Träger von Krippen diese weiter auszubauen. Und wenn dann noch in der Abwehr des Betreuungsgeldes vom Bistum Rottenburg-Stuttgart das Totschlag-Argument „alternativlos“ genutzt wird, wird die mangelhafte Argumentationsfähigkeit offensichtlich. <br /> <br /> Gut, dass die Botschaft des Katholikentages in Mannheim in die entgegen gesetzte Richtung ging, weil hier für die ersten drei Lebensjahre die elterliche Verantwortung für die Erziehung im Gegensatz zu einer Staats-Erziehung gefordert wurde. Dies kam im Begrüßungsbeitrag von ZdK-Präsidenten Glück und in der Eröffnungs-Predigt von Erzbischof Zollitsch (breiter Spontan-Applaus) sehr deutlich zum Ausdruck.<br /> <br /> <strong>Ein abschließender Appell: Kinder brauchen keine Krippen, sondern aktive Eltern, um durch diese in ein eigenständiges und selbstverantwortliches Leben geführt zu werden.</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.kath.net/detail.php?id=36842" target="_blank">Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von kath.net.</a> </strong></p>
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| Kommentare (7) Redaktion FreieWelt.net, 12.06.2012 11:40
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<p>Das Betreuungsgeld würde auch bei Erwerbstätigkeit gezahlt. Zudem verwahre sie sich gegen „die Unterstellung, Eltern könnten nicht mit Geld umgehen oder wüssten nicht, was gut für ihr Kind ist. Richtig ist doch: Eltern sind die wahren Erziehungsprofis!“ Die Gegner des Betreuungsgeldes würden immer so tun, als ob Kinder daheim überhaupt nicht gefördert würden. Das sei „Unsinn“. Die meisten Eltern wüßten sehr gut, was ihre Kinder brauchen. Hasselfeldt zeigte sich überzeugt, daß das Betreuungsgeld beschlossen wird.</p>
<p><a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-26112/gerda-hasselfeldt-im-focus-online-interview-das-betreuungsgeld-ist-eine-gute-sache_aid_765485.html" target="_blank">Gerda Hasselfeldt im FOCUS-Online-Interview: „Das Betreuungsgeld ist eine gute Sache“ </a></p>
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| Kommentare (0) Redaktion FreieWelt.net, 12.06.2012 11:00
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<p>FreieWelt.net: <strong>Sie sind aus Überzeugung Hausfrau und Mutter. Zuletzt verteidigten Sie Ihren Beruf sehr leidenschaftlich in Ihrem Buch „Nur. Essay zum Beruf“. Was hätte sich für sie geändert, wenn es damals, als Ihre Kinder noch klein waren, das Betreuungsgeld schon gegeben hätte?</strong></p>
<p><strong>Stefanie Selhorst: </strong>Damals hätte sich überhaupt nichts geändert. Es ging uns wirtschaftlich so gut, dass wir das Betreuungsgeld für die Ausbildung jedes einzelnen Kindes angelegt hätten. Das würde uns heute das Leben leichter machen. Unsere Kinder sind 18, 15 und 13 Jahre alt. Der Älteste fängt im Herbst an zu studieren. Dafür könnten wir das Geld jetzt gut gebrauchen, wenn es diese Leistung damals schon gegeben hätte.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Was glauben oder hoffen Sie, welche Auswirkungen wird die Einführung des Betreuungsgeldes auf unsere Gesellschaft haben?</strong></p>
<p><strong><strong>Stefanie Selhorst</strong>:</strong> Ich hoffe, dass es eine neue Gleichberechtigung der unterschiedlichen Lebensentwürfe geben wird. Ich habe überhaupt nichts gegen Eltern, die sich für die Ganztagsbetreuung ihrer ein und zweijährigen Kleinstkinder in staatlichen Krippen entscheiden. Ehrlich gesagt interessiert es mich auch nicht sonderlich, und es geht mich auch nichts an. Im Gegenzug erwarte ich aber einen sofortigen Stopp der unsäglichen Diffamierungen Alltags erziehender Eltern. Es gibt im Grunde zwei Haltungen zur Kleinstkinder-Betreuung. Die können doch wunderbar nebeneinander gelebt werden ohne sich gegenseitig zu behindern. Ich verstehe die Aufregung nicht. Wenn die Betreuungsgeldgegner befürchten, dieses würde die Investitionen in die Krippenqualität behindern, dann erscheint mir das doch ein wenig lächerlich. Das Verhältnis der staatlichen Ausgaben für die Betreuung von Ein- und Zweijährigen liegt bei 10 zu 1. Zehn Teile für die Krippenerziehung und ein Teil für die anderen.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Von einigen Gegnern des Betreuungsgeldes wird gegen eine Barzahlung gern das Argument bemüht, daß das Geld zweckentfremdet verwendet würde, für Flachbildschirme oder Zigaretten. Wofür hätten sie das Geld ausgegeben?</strong></p>
<p><strong><strong><strong>Stefanie Selhorst: </strong></strong></strong>Unser Ältester hat sich schon als Kindergartenkind mit Recht und Unrecht auseinandergesetzt. Und nun möchte er Jura studieren. Dafür würden wir jetzt, wie oben schon angeführt, das Geld ausgegeben. Meiner Jüngsten würde ich jetzt liebend gern ein eigenes Saxophon kaufen - ein Herzenswunsch. Ihre Freundin hat eins, die Eltern sind beide ganztags erwerbstätig. Trotzdem möchten wir beide, sie und auch ich keinen einzigen unserer gemeinsamen Alltage missen, auch die schlechten nicht. Sie waren so wichtig für unsere Entwicklung. Und außerdem: ein geliehenes Saxophon ist auch nicht zu verachten.</p>
<p>Können Sie sich vorstellen, wie es sich anfühlt von Harz IV leben zu müssen? Das Schlimmste ist sicherlich, mit anzusehen, wie die Kinder darunter leiden, dass sie nicht teilhaben können. Teilhaben an den neuesten Neuerungen der Unterhaltungselektronik. Sicher, Sie stehen vielleicht darüber! Aber Grundschulkinder schaffen das mitunter nicht. Und die Eltern, die Ihre Kinder über alles lieben und ihnen Teilhabe schenken möchten, die kaufen dann eben einen Flachbildschirm. Ist das schlimm? Schlimm ist für mich nur Lieblosigkeit gegenüber Kindern. Sonst nichts. Lieblos wäre es, z.B. ein Kind per Gesetzt Alltags von seinen türkischen Eltern zu trennen, damit es frühkindlich gebildet und damit nützlich für unsere Gesellschaft wäre. Das wäre viel schlimmer, also liebloser, als der Kauf eines Flachbildschirms.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Welchen Vorteil haben Ihre Kinder Ihrer Meinung daraus gezogen, daß sie nicht in einer Kinderkrippe und später in einem Kindergarten betreut wurden, sondern Sie sich selbst um sie gekümmert haben?</strong></p>
<p><strong><strong><strong>Stefanie Selhorst: </strong></strong></strong>Mir geht und ging es nie um Vorteile für meine Kinder. Sie sind nicht schlauer oder besser als solche, die in der Krippe waren. Wenn Sie das meinen. Uns, meinem Mann und mir, geht es um Wahrheit, Glauben und Demut. Wenn Gott uns Kinder schenkt, dann ist es sein Auftrag an uns, sie zu behüten bis sie uns nicht mehr brauchen. Das war und ist ein zutiefst persönlicher Appel an uns, den wir nie ohne Not an Dritte und dazu noch Wildfremde delegieren würden. Auf diese Idee kämen wir gar nicht. Auch heute noch nicht. Wären wir in Not geraten, so hätten wir unsere Kinder zwar in die Krippe geschickt, wir hätten aber nicht so getan, als wäre das die Lebensform unserer Wahl. Wir hätten sehr gelitten und das auch zugegeben. Am Unerträglichsten wäre für mich der Gedanke, ein Baby nach Stunden abends von der Krippe abzuholen und es könnte uns nicht erzählen, was es erlebt hat, weil es noch nicht sprechen kann. Neulich war ich in einem Riesenkindergarten mit fast 200 Kindern. Die Kindergärtnerin, die uns herumführte, war stolz darauf, den Eltern abends nicht sagen zu können, wo ihr Kind war und was es gemacht hat. Das wäre für uns ein einziger Alptraum gewesen.</p>
<p>Nun sind meine Kinder, wie gesagt, nicht schlauer oder besser als ehemalige Krippenkinder. Doch ich hoffe, sie sind – wie ihre Eltern – demütig. Demütig, insofern, als sie Gott fragen, wo ihr Weg ist.</p>
<p>Ein echter Vorteil, den die Kindererziehung zu Hause und durch die eigenen Eltern hat, ist ein kultureller. Wir beide, mein Mann und ich kommen aus wunderbaren alten katholischen Familien die an uns einen großen kulturellen Reichtum tradiert haben. Den können wir nun in aller Ruhe an unsere Kinder weitergeben und uns dabei aufgehoben fühlen in der Liebe und der Weisheit unserer Ahnen, die so schnell nicht aufhören wird.</p>
<p>Der große kanadische Entwicklungspsychologe, Gordon Neufeld, ein Verfechter der Bindung, weist immer wieder auf folgenden Umstand hin: Verweist man Kinder während ihres Heranwachsen hauptsächlich auf Gleichaltrige, so werden diese sich aneinander binden. Weil Bindung ihrer Natur nach polar ist, schließt sie die Bindung an Erwachsene mit der Zeit immer mehr aus. Die Gleichaltrigen-Orientierung hat für das Kind viele Nachteile. Einer ist, dass Gleichaltrige noch nicht reif genug sind, um der großen Verantwortung füreinander gerecht zu werden. Deshalb werden sie sich gegenseitig verletzen. Die Verletzungen führen zu emotionalen Panzerungen. Nur die machen es erträglich, von denen, an die man gebunden ist, schlecht behandelt zu werden. Panzerzungen aber verhärten das Gemüt, auch das Gute und Liebenswerte erweicht dann die jugendlichen Herzen nicht mehr. Jeder kennt sie ja, die coolen kids. Ein weiterer Nachteil der Gleichaltrigen-Orientierung ist das Abgeschnitten-Sein von den Erwachsenen und damit von der Tradition. Es bildet sich mit jeder Kohorte eine neue waagerechte Kultur aus, die nichts von oben annimmt und nichts nach unten weiterreicht. Diesen Nachteil haben unsere Kinder definitiv nicht, sie können profitieren, von dem was andere vor ihnen erfahren haben und weiterreichen, was sie selber erlebt haben, mit ihren weichen und verletzlichen Herzen. So gesehen, sind sie in unsere Gesellschaft wahrscheinlich ziemlich nachhaltig eingebunden.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Und was hat es Ihnen gebracht?</strong></p>
<p><strong><strong><strong>Stefanie Selhorst:</strong></strong></strong> Danach fragen Kaufleute, nicht Eltern.</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Gespräch!</strong></p>
<p><strong><br /></strong><a href="http://www.amazon.de/nur-Stefanie-Selhorst/dp/3939684627" target="_blank">Stefanie Selhorst: Nur. Essay zum Beruf. Fe-Medienverlag 2010.</a> </p>
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| Kommentare (3) Redaktion FreieWelt.net, 08.06.2012 17:59
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<p>Allerdings sprechen sich laut verschiedener Umfragen nur ein Drittel der Eltern für die Einführung verpflichtender Ganztagsschulen aus. Es scheint also mehr als fraglich, ob die Forderungen der Bertelsmann Stiftung überhaupt im Sinne der Familien ist. </p>
<p>Quelle: <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article106418699/Experten-wollen-Rechtsanspruch-auf-Ganztagsschule.html" target="_blank">welt.de</a></p>
<p> </p>
<p>(KS)</p>
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| Kommentare (2) Redaktion FreieWelt.net, 06.06.2012 11:47
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<p>Mehr dazu auf <a href="http://cdu-rems-murr.cdu-admin.de/index.html" target="_blank">eak-cdu-rems-murr.de</a></p>
<p>rn</p>
<p>(oe)</p>
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| Kommentare (2) Redaktion, 29.05.2012 11:06
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<p>Hubert Aiwanger sagte: „Unser wichtigstes Ziel ist es, die internationalen Finanzmärkte so zu regulieren, dass Exzesse nicht mehr möglich sind, die aktuell zum Ruin ganzer Volkswirtschaften führen können.“ Mehr als drei Viertel der Bevölkerung lehnten den ESM ab, da er keinerlei demokratisches Mandat habe und in das Haushaltsrecht der nationalen Parlamente innerhalb der Eurozone eingreife.</p>
<p>Michael Efler von Mehr Demokratie betonte, er sei nicht gegen den ESM, aber derart schwerwiegende Entscheidungen könnten nur durch das Volk selbst entschieden werden.</p>
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| Kommentare (7) Redaktion FreieWelt.net, 23.05.2012 12:53
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<p>Die 15 FDP-Abgeordneten hatten in ihrer Antwort zwar erklärt, daß sie zu den Vereinbarungen des Koalitionsvertrages zum Betreuungsgeld stehen würden, aber auch darauf verweisen, daß sie das Betreuungsgeld „für kein geeignetes familienpolitisches Instrument“ halten.</p>
<p>Hedwig von Beverfoerde kritisiert die Argumente, mit denen die FDP-Politiker „die Harmlosigkeit bzw. sogar Überlegenheit von Krippenbetreuung gegenüber der Erziehung durch die eigenen Eltern zu belegen versuchen“, als „entscheidende Irrtümer“.</p>
<p>So behaupteten die FDP-Politiker in ihrem Schreiben, die NICHD-Studie würde belegen, daß „nur bei Kindern unter einem Jahr, die mehr als zehn Stunden am Tag in Kinderkrippen betreut werden“ Probleme auftreten könnten. Dies sei „schlichtweg falsch“, so Beverfoerde, denn die NICHD-Studie hätte „0-3jährige Kinder untersucht, die mehr als 10 Stunden in der Woche (nicht am Tag) in der Kinderkrippe verbracht haben“. Im Alter von 12 Jahren hätten diese Kinder häufiger Aggressionen und schwieriges Verhalten gezeigt als Kinder, die vor allem von ihrer Mutter betreut worden seien. Das sei auch von der Streßforschung unlängst bestätigt worden.</p>
<p>Auch das von den FDP-Abgeordneten als Beleg einer möglichen positiven Auswirkung von Krippenerziehung auf Kinder sozial benachteiligter Familien zitierte „Perry Preschool Project“ könne man als Argument gegen das Betreuungsgeld nicht gelten lassen, da das „Perry Preschool Project“ den Einfluß vorschulischer Erziehung, also bei Kindern ab dem 3. und 4. Lebensjahr, untersucht habe, nicht bei 0-3jährigen Krippenkindern. Das genaue Alter sei aber der entscheidende Unterschied. „Unterdreijährige Kinder (Krippe) haben wesentlich andere Bedürfnisse als Überdreijährige (Kindergarten)“, betont Beverfoerde. Den pädagogischen Wert frühkindlicher Bildung und Erziehung im Kindergarten und in der Vorschule wolle niemand bestreiten. Das Betreuungsgeld würde aber für ein- und zweijährige Kinder gezahlt, die familiennah betreut würden, nicht für Kindergarten- oder Vorschulkinder.</p>
<p>„Angesichts dieser Fakten“ sollten sich die FDP-Politiker ihre Haltung noch einmal überdenken, fordert Beverfoerde und zu ihren Argumenten Stellung beziehen.</p>
<p>Über Abgeordneten-Check.de kann sich jeder Bürger dem offenen Brief von Hedwig von Beverfoerde anschließen und in seinem eigenen Namen eine gleichlautende Anfrage an jeden der mittlerweile 15 Betreuungsgeld-Skeptiker der FDP stellen:</p>
<p>neu: <a href="Volker%20Wissing" target="_blank">Volker Wissing</a></p>
<p><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6160&mdbID=438" target="_blank">Marco Buschmann</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6161&mdbID=100" target="_blank">Edmund Geisen</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6162&mdbID=135" target="_blank">Heinz-Peter Haustein</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6163&mdbID=475" target="_blank">Elke Hoff</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6164&mdbID=193" target="_blank">Gudrun Kopp</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6165&mdbID=235" target="_blank">Erwin Lotter</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6166&mdbID=534" target="_blank">Gabriele Molitor</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6167&mdbID=266" target="_blank">Dirk Niebel</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6168&mdbID=828" target="_blank">Jörg von Polheim</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6169&mdbID=564" target="_blank">Stefan Ruppert</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6170&mdbID=572" target="_blank">Jimmy Schulz</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6171&mdbID=602" target="_blank">Stephan Thomae</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6172&mdbID=74" target="_blank">Jörg van Essen</a><br /><a href="http://www.abgeordneten-check.de/mdb_profile/follow.html?qa_id=6173&mdbID=402" target="_blank">Hartfrid Wolff</a></p>
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| Kommentare (3) Redaktion FreieWelt.net, 16.05.2012 13:46
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