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Johannes G. Klinkmüller 05.09.2012 22:54 Macht Schule dumm?
Was für eine Frage! Natürlich macht Schule dumm.
Immerhin haben der Bestseller-Autor und Philosoph Richard David Precht und der Neurobiologe und Buchautor Gerald Hüther trotz ihrer Dummheit, erzeugt durch ihre Schulbildung, das he...
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| Kommentare (10)
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<p>FreieWelt.net: <strong>Dr. Maaz, Sie sind einer von 24 Fachexperten, die den Appell „Krippensubvention ist „Fernhalteprämie“ von der Elternliebe“ unterzeichnet haben. Die Bundesregierung unternimmt derzeit alles dafür, so viele Krippenplätze wie möglich zu schaffen. Warum halten Sie das für falsch?</strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> Die psychotherapeutische Forschung und Erfahrung, die Säuglings- und Kleinkindforschung und die Hirnforschung haben die Entwicklungsbedingungen des Kindes wissenschaftlich gesichert. Dabei ist vor allem die Qualität der ersten Beziehungserfahrungen für die Entwicklung des Kindes von zentraler Bedeutung. Die Mutter hat deshalb eine herausragende Wichtigkeit, weil sie durch Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit die ersten Erfahrungen des Kindes nachhaltig prägt – bis zur Entwicklung des Gehirnes. Diese Bedeutung der Mutter kann in den ersten 3 Lebensjahren nicht ohne wesentliche Wirkung auf das Kind delegiert werden (z.B. auf den Vater, Geschwister, Großeltern, Tagesmutter, Krippenerzieherinnen). Jede Trennung des Säuglings von der Mutter bedeutet Stress für das Kind, der nur durch die Erfahrung, dass die Mutter sicher wiederkommt und zur Verfügung steht, gemildert werden kann. Deshalb ist eine Krippenbetreuung – je früher umso mehr – immer eine schwere Belastung für das Kind.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Den Appell haben auffallend viele ostdeutsche Psychologen und Psychotherapeuten unterzeichnet. Inwiefern spielen Ihre Erfahrungen mit den Auswirkungen flächendeckender Kleinkind-Betreuung in der ehemaligen DDR hier eine Rolle? </strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> Es gibt in der Psychotherapie keinen erwachsenen Patienten, dessen Erkrankung nicht ihre Wurzeln in der frühen Kindheit hätte. In der DDR war Krippenbetreuung eine wesentliche Ursache für akute und spätere psychische und psychosomatische Erkrankungen. Krippenerziehung war schon wie eine „Diagnose“.</p>
<p>FreieWelt.net:<strong> Aber haben sich Kindertagesstätten in den letzten über 20 Jahren nicht entschieden weiterentwickelt? Die Kitas von heute sind doch mit Einrichtungen in der DDR nicht wirklich vergleichbar?</strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> Das ist sicher richtig, dass sich die Kitas und die Betreuungsqualität weiterentwickelt haben, aber auch nicht in jedem Fall. Dennoch kann Krippenbetreuung niemals ausreichend gute Mütterlichkeit bieten, da der individuelle Kontakt, der Körperkontakt, die Empathie für das einzelne Kind niemals optimal sein können (der Wechsel von der Mutter zu einer Fremdperson ist immer traumatisch für den Säugling). Die Qualität einer Krippe hängt ab vom Personalschlüssel, den emotionalen Fähigkeiten des Personals, der Stimmung, der Atmosphäre, dem Leitungsstil, der Betreuungsideologie – wie viel konkrete Liebe bleibt für ein Kind?</p>
<p>FreieWelt.net:<strong> Heute wird im Zusammenhang mit Kinderkrippen und Kindergärten immer von Bildungseinrichtungen gesprochen. Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Kita geben, würden deshalb ihre Kinder von frühkindlicher Bildung fernhalten. Was halten Sie insbesondere bei der U-3-Betreuung davon?</strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> Ich halte „frühkindliche Bildung“ für ein tragisches Missverständnis. Säuglinge und Kleinstkinder brauchen keine Bildung, sondern Bindung. Sicher emotional gebundene und geliebte Kinder gewinnen damit die wichtigste Voraussetzung für ihre Bildungsfähigkeit. Der entscheidende Unterschied liegt zwischen „aufgezwungener“ Bildung und einem inneren Bildungsbedürfnis bei emotional gesicherten und bestätigten Kindern.</p>
<p>FreieWelt.net:<strong> Ein weiteres Argument der Unterstützer des Krippenausbaus ist die Notwendigkeit sozialer Kontakte für die Kinder. Brauchen nicht auch schon kleine Kinder die Nähe zu Gleichaltrigen?</strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> Der entscheidende Unterschied liegt in der Entwicklungspsychologie. Grob gesagt brauchen Kinder in den ersten 3 Jahren eine zuverlässig anwesende, empathische und liebende Bezugsperson (idealerweise die Mutter), ab dem 3. Lebensjahr beginnt eine natürliche Ablösung von der Mutter und das Bedürfnis nach erweiterten Sozialkontakten. Deshalb sind Kinderkrippen meistens schädlich für die Entwicklung des Kindes, aber Kindergärten sehr hilfreich.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Sie sagen „in den ersten drei Jahren werden die Weichen gestellt, wie seelisch gesund oder in welchem Ausmaß gestört“ Kinder im späteren Leben sein werden. Wie wirkt sich diesbezüglich der Besuch einer Kinderkrippe auf die Entwicklung des Kleinkindes aus?</strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> Krippenbetreuung bedeutet zu frühe Trennung von der Mutter, ungenügend individuelle Bestätigung des Kindes, begrenzte Empathie durch eine Fremdperson bzw. wechselnde Betreuungspersonen. Das Kind erlebt Angst, Bedrohung, Verlassenheit, Hilflosigkeit, mangelnde narzisstische Bestätigung als Ursachen für spätere Angst- und Panikzustände, Depressionen, Bindungsstörungen und vielfältige psychosomatische Störungen. Die Haupt-Erkrankungsbilder sind: Borderline-Störungen, narzisstische Persönlichkeitsstörungen und Neurosen.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Im Appell ist sogar von „kollektiver Kindesmisshandlung“ die Rede. Gehen Sie da nicht doch ein wenig zu weit? Immerhin werden laut Berechnungen der Bundesregierung künftig ca. 40 % der Kleinst- und Kleinkinder in staatlichen Kinderkrippen betreut werden.</strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> Wenn die wissenschaftlichen Belege für die frühe Entwicklungspsychologie nicht zur Kenntnis genommen werden, verleugnet werden, diskreditiert („Herdprämie“) werden, wird damit gegen alle gesicherte Erkenntnis eine staatlich geförderte, kollektive Kindesvernachlässigung und Misshandlung propagiert und real umgesetzt.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Das würde dann ja aber heißen, dass jeder, der eine Krippe besucht bzw. besucht hat, mit schwerwiegenden Folgeschäden zu rechnen hat?</strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> Im Prinzip ja! Aber entscheidend ist die Qualität der Frühbetreuung, die Qualität der ersten Beziehungserfahrungen. Es gibt natürlich (leider) auch schlechte, böse, kranke Mütter, die ihr Kind misshandeln, vernachlässigen, kränken, bedrohen, sogar töten. In diesen Fällen wäre eine Fremdbetreuung dringend geboten. Andererseits geht es um die Qualität einer Fremdbetreuung, die vor allem durch die emotionale Bindungs- und Empathiefähigkeit der Betreuungsperson bestimmt wird. Deshalb gibt es natürlich auch viele Menschen, die durch eine mangelhafte und traumatisierende Mütterlichkeit geschädigt sind, und Menschen, die durch eine gute Fremdbetreuung (Vater, Großeltern, Geschwister, Krippe) in den Folgen mütterlichen Versagens Hilfe, Unterstützung, „Therapie“ erfahren haben.</p>
<p>Es müsste keinen Streit um Mutter- oder Fremdbetreuung geben, wenn aus der Perspektive des Kindes gedacht und entschieden wird – was ist für das Kind das Beste?</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Fremdbetreute Kinder sind doch nur für einen Teil des Tages nicht bei ihren Eltern, in den restlichen Stunden des Tages und am Wochenende bleibt doch noch ausreichend Zeit, fehlende Zuneigung zu kompensieren oder nicht?</strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> Das Kleinkind versteht nicht, denkt nicht in systemischen Zusammenhängen. Dass die Mutter – aus welchen Gründen auch immer – nicht zur Verfügung steht oder nicht liebevoll und empathisch ist – kann vom Säugling und Kleinstkind nicht verstehend, intellektuell, rationalisierend verarbeitet werden – das geschieht erst wesentlich später, wenn schwerste Entbehrungen und Verletzungen aus den ehemaligen Bedingungen „verstanden“ werden. Frühe Bedürfnisse sind spontan, unmittelbar, vertragen keinen Aufschub. Was unmittelbar nicht befriedigt wird, kann nicht nachträglich erfüllt werden. Kompensation ist oft notwendig und schützt vor dem Erleiden schlimmster (lebensbedrohlicher!) Mangelerfahrungen, aber heilt nicht. Der ständige Wechsel zwischen Familie und Krippe ist sogar oft belastender als nur Fremdbetreuung. Es geht um die sichernde Erfahrung von Kontinuität der Beziehung, so dass das Kind lernen kann, mit den guten wie schlechten Beziehungsaspekten klar zu kommen und nicht durch Wechsel ständig labilisiert und verunsichert wird.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Ab wann sollten Kinder Ihrer Meinung nach frühestens außerhalb des Elternhauses betreut werden und in welchem Umfang?</strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> Wie gesagt – keine Kinderkrippe (bis 3. Lebensjahr), wenn nicht dringend erforderlich, aber auf jeden Fall soziale Kontakte außerhalb der Familie ab 3. Lebensjahr, z.B. im Kindergarten. Die Zeit der Fremdbetreuung sollte sich nach den Möglichkeiten und Bedürfnissen des Kindes richten.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Sie fordern, die finanzielle Förderung der Kleinkindbetreuung zu stoppen. Was sollten Politik und Gesellschaft Ihrer Meinung stattdessen tun, um Familien besser zu unterstützen? </strong></p>
<p><strong>Dr. Maaz:</strong> In erster Linie sollten Mütter und Familien unterstützt werden. Wenn ein Krippenplatz etwa 1.000- 1.500 €/Monat kostet, warum wird diese Summe nicht der Mutter gegeben, damit sie für ihre Mutter-Funktion gute materielle Voraussetzungen hätte.</p>
<p>Zu fordern sind:</p>
<p>- Information und Wissen zur Entwicklungspsychologie, zur Bedeutung von Mütterlichkeit und Väterlichkeit breit öffentlich zu vermitteln<br />- Elternschulen<br />- nicht nur körperliche Geburtsvorbereitung, sondern auch emotionale (für gute Mütterlichkeit)<br />- natürliche Entbindungen favorisieren und nicht Kliniksentbindung oder Kaiserschnitt<br />- individuelle Hilfen für Eltern für die Kinderbetreuung (soziale, psychologische, medizinische, therapeutische Beratung und Unterstützung)<br />- differenzierte Betreuungsformen nach den Bedürfnissen des Kindes finden.</p>
<p>Dabei muss Familienbetreuung und Krippenbetreuung entsprechend analysiert und bewertet werden, um entsprechende Optimierung finanzieren zu können.<br />Am allerwichtigsten ist, die Bedeutung der Frühbetreuung aus der Fehleinschätzung in der öffentlichen Diskussion zu befreien und zu vermitteln, was gute Mütterlichkeit und gute Väterlichkeit sind und wie sie entwickelt werden können.</p>
<p>Das größte Problem sehe ich darin, dass Menschen, die selbst Folgen von frühen Betreuungsstörungen in sich tragen, in der Politik, in der Meinungsbildung, in der realen Betreuung von Kindern immer in Gefahr sind, bessere Verhältnisse unbewusst zu verhindern, um nicht an eigene Defizite erinnert zu werden.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Vielen Dank für das Gespräch!</strong></p>
<p><a href="http://www.familien-schutz.de/" target="_blank"><strong>Das Interview führte Kerstin Schneider.</strong></a></p>
<p><strong><a href="http://www.familie-ist-zukunft.de/seite/wp-content/uploads/2012/11/Experten-schlagen-Alarm.pdf" target="_blank">Lesen Sie hier den Appell.</a></strong></p>
<p>(ks)</p>
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| Kommentare (17) Redaktion FreieWelt.net, 13.12.2012 11:26
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<p>In einem Gutachten, die das Komitee jüngst veröffentlicht hat, heißt es: »Kinder werden bereits im frühen Alter in TV-Serien, TV-Werbung, Studien und Bildungsprogrammen mit Geschlechterstereotypen konfrontiert, die ihre Wahrnehmung beeinflussen, wie sich Männer und Frauen verhalten sollten.«</p>
<p>Dieser Umstand habe Folgen für die Berufswahl junger Mädchen. »Negative Geschlechterstereotypen können daher einen signifikanten Einfluss auf die Selbstachtung und das Selbstbewusstsein junger Frauen – insbesondere Teenager – haben, was dazu führt, dass sie ihre Erwartungen, Entscheidungen und Möglichkeiten für zukünftige Karrieremöglichkeiten beschränken.«</p>
<p>Deshalb schlägt der Bericht umfassende, alle Lebensbereiche umfassende Regelungen vor, die die den Mädchen gleiche Startbedingungen für ihre berufliche Karriere ermöglichen. »Obwohl sich die EU für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen einsetzt, existiert immer noch eine Lücke zwischen der Gesetzgebung, die Diskriminierung unterbinden soll, und der Geschlechtergerechtigkeit im Bereich Soziale Sicherheit, Erziehung und Medien. Dieser Umstand macht deutlich, dass neue Gesetze in diesen Bereichen nötig sind.«</p>
<p> </p>
<p>Mehr dazu auf <a href="http://www.dailymail.co.uk/news/article-2229022/Now-Brussels-takes-aim-Famous-Five-Books-portraying-traditional-families-barred.html" target="_blank">dailymail.co.uk</a> und <a href="http://www.europarl.europa.eu/committees/en/femm/home.html" target="_blank">europarl.europa.eu</a></p>
<p>(oe)</p>
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| Kommentare (13) Redaktion, 12.11.2012 09:44
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<p>FreieWelt.net: <strong>Herr Dr. Wunsch, Sie waren einer der beiden Experten, welcher über die Stiftung Familienwerte von der CDU/CSU Bundestagsfraktion, konkret durch den Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU, Herrn Bernhard Kaster und die stellvertretende Vorsitzende Ingrid Fischbach, zu einem Fachvortrag für spezielle Fraktionsmitglieder in den Bundestag eingeladen wurden. Was waren Ihre Hauptaussagen?</strong></p>
<p><strong>Dr. Albert Wunsch:</strong> Zu Beginn ist es mir wichtig zu verdeutlichen, dass die Stiftung Familienwerte mit ihren familienpolitischen Partnerverbänden nach Berlin reiste, um erneut mit wichtigen politischen Entscheidungsträgern in Kontakt zu treten. So konnten einerseits wichtige fachliche Fakten vorgetragen werden, um dann über diese zu einem fruchtbaren Positionsaustausch zu gelangen. Mein Thema innerhalb dieses Impulstages lautete: „Die Bedeutung einer konsequenten Erziehung als Beitrag zur Gewaltprävention, – eine Bestandsaufnahme aus dem Blickwinkel von Psychologie und Erziehungswissenschaft.“Insgesamt schien mir die Veranstaltung unter einem guten Stern zu stehen, denn zeitgleich haben ein paar Straßen weiter Redakteure einer großen Boulevardzeitung die Überschrift kreiert:„Weltmacht Familie“ auch wenn diese auf das Erfolgsgeheimnis der Wiederwahl des US-Amerikanischen Präsidenten bezogen war. Vielleicht erhalten ja auch deutsche PolitikerInnen eine zweite Chance, wenn sie den Unterstützungs-Faktor ‚Familien’ begreifen.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Was war denn die spezielle Zielsetzung Ihres Beitrages? </strong></p>
<p><strong>Dr. Albert Wunsch: </strong>Im Kern ging es um folgende Klärungen: 1. Was ist eine zielgerichtete und konsequente Erziehung? 2. Was brauchen Kinder substantiell, um starke Persönlichkeiten zu werden? 3. Wie entsteht Gewalt und was ist ihre Finalität? Wenn uns diese Zusammenhänge wieder bewusster sind, dann haben auch die politisch Verantwortlichen klarere Anhaltspunkte, wie sie die Erziehungsleistung fördern können. Alle politischen Kräfte, so die meisten Deklarationen, wollen eine stabile und leistungsfähige Gesellschaft. Aber zu viele haben verdrängt, dass diese weitestgehend in der Familie grundgelegt wird, - oder auch nicht. Also ist es notwendig, sich die Bedingungen des Aufwachsens genauer anzuschauen, um die förderlichen Aspekte auch politisch zu stützen. Schon in seiner Begrüßung machte Herr Kaster klar, das es nicht genügt zu sehen, welche Entwicklungen sich in unserer Gesellschaft vollziehen, sondern das es die Aufgabe der Politik ist, auf diese angemessen - durch fördernde oder begrenzende - Interventionen zu reagieren.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Was ist denn aus ihrer fachlichen Sicht eine zielgerichtete und konsequente Erziehung?</strong></p>
<p><strong>Dr. Albert Wunsch:</strong> Wenn ich diese Frage an Studierende meiner Hochschulseminare richte meinen sie meist, irgendeinen wichtigen Erziehungswissenschaftler zitieren zu müssen. Aber dies ist gar nicht nötig und lässt sich in einem ganz einfachen Satz sagen: „Zielgerichtet und wirkungsvoll ist eine Erziehung, wenn durch sie Kinder und Jugendliche dazu geführt werden, mit 20 – 25 Jahren eigenständig und selbstverantwortlich in einer globalen Welt leben zu können, - emotional, sozial und finanziell!“<br />Neben der Zielgerichtetheit ist eine Erziehung nur dann wirkungsvoll, wenn sie Konsequent ist, denn sonst kann das Leben nicht erlernt werden! Somit ist einen Erfahrungsraum zu schaffen, in welchem Kinder und Jugendliche die natürlichen und logischen Folgen ihres Verhaltens - alters- und umstände-gemäß - spüren und erfahren können/dürfen. Wenn Kinder ihren Eltern oder anderen Erziehungskräften - wie täglich neu zu beobachten ist - jedoch auf der Nase herum tanzen, wird Erziehung klar vereitelt. Wichtig: Ohne Feedback ist kein Lernen, keine Selbstsicherheit und soziale Kompetenz, - kein Lebenserfolg möglich. Thomas Gordon, der ‚Vater’ der Familienkonferenz, brachte diese Zusammenhänge auf den Punkt: „Stehlt den Kindern die Problem nicht!“<br /> Als mein Buch die Verwöhnungsfalle vor gut 10 Jahren in der ersten Ausgabe erschien, mittlerweile steht die 14 Auflage an, machte der Spiegel das Thema mit den Schlagzeiten: „alles haben, alles dürfen alles wollen“, und ich ergänze, ‚nichts können’, zur Titelstory. Damit haben wir eine Kurzregel der Inkonsequenz! Denn fehlende Grenzsetzungen, jede Konflikt-Vermeidung und ausbleibende Herausforderung, verhindert Wollen und Können, - führen letztlich in die Irre! Dass dies kein rein deutsches Thema ist, wird durch die Veröffentlichung dieses Buches in Korea und China belegt.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Ihr zweiter Themenaspekt war, was denn Kinder substantiell brauchen, um sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln zu können?</strong></p>
<p><strong>Dr. Albert Wunsch:</strong> In unsere sich technisch-modern gebärdenden Welt erscheint es mir notwendig, ein grundlegendes - häufig verdrängtes - emotional-biologisches Faktum erneut ins Bewusstseins zu rücken: „Kinder brauchen zu einer positiven Entwicklung primär Mütter und Väter als verlässliche Bezugspersonen, um so eine möglichst intensive primäre Bindung und reichlich positive Beziehungs-Umgangszeit erfahren zu können. Viele wissen noch, dass ein sattes „Urvertrauen“ die Voraussetzung für ein eigenständiges Hineinwachsen in die Welt ist. Aber zu häufig wird außer acht gelassen, dass dieses Urvertrauen nicht vom Himmel fällt oder per Dienstleitung zu erkaufen ist, sondern das Ergebnis guter und reichlich eingebrachter Zuwendungs-Zeit ist. <br />Gerade angesichts des Trends, wichtige Kontakt-Erfahrungen zu Mutter und Vater bzw. Erziehungsprozesse schon in den ersten Lebensmonaten per Outsourcing organisieren zu wollen, ist es wichtig, sich noch einmal „die biologische Sonderstellung des Menschen und die spezielle Bedeutung des ersten Lebensjahres zu vergegenwärtigen, wie dies der Biologe, Anthropologe und Verhaltensforscher Adolf Portmann schon vor Jahren verdeutlichte. Er fand heraus, dass ein Mensch, im unterschied zu anderen Primaten, eigentlich ca. 20 Monate im Uterus heranreifen müsste und prägte daher den Begriff der „physiologischen Frühgeburt“. Dies erfordert eine besondere Zuwendung für das Extrauterine-Frühjahr. Die Mutter ist in diesem Zusammenhang die einzige Person auf der Welt, die den Geburtsschock des Babys am intensivsten ausgleichen kann. Lebt diese in einer guten Beziehung zum Vater des Kindes, erhält dieser von Woche zu Woche immer mehr eine zweite zentrale Zuwendungs-Bedeutung. Somit ruft die biologische Entbindung als Ausgleich nach einer verlässlich-liebevolle neuen emotionalen Verbindungs-Erfahrung als Basis eines Hineinfindens ins neue Umfeld, ins eigenständige Leben.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Und was folgern sie aus diesen wissenschaftlichen Befunden?</strong></p>
<p><strong>Dr. Albert Wunsch:</strong> Dass diese durch die Geburt unterbrochne Primär-Förderung nicht nur formal versorgend, sondern möglichst emotional umsorgend stattzufinden hat, haben viele Untersuchungen von Kindern aus Heimen in totalitären Staaten offenbart. Z.B. wurden 3-jährige Waisenkinder aus Rumänien mit 3-jährigen verglichen, welche in einer guten Mutter-Kind-Beziehung aufwuchsen. Dabei stellte sich heraus, das bei den früh von ihren Eltern getrennten Kindern das limbische System und damit die emotionale Entwicklung stark unterentwickelt blieb. So ist es nicht verwunderlich, wenn US-Neurologen heraus fanden, ‚dass Mutterliebe das Gehirn wachsen lässt’. Und ergänzend stellte eine Studie der Max-Plank-Gesellschaft fest: ‚Je fürsorglicher eine Mutter ihren Nachwuchs behandelt, desto besser kann dieser später mit Stress umgehen. Außerdem sind sie weniger ängstlich, besser ernährt und sprachlich entwickelter. Die Forscher unterstrichen, dass diese Fürsorge natürlich auch von einem positiv in der Erziehung mitwirkenden Vater erbracht werden kann. Erich Bruckberger, der Autor des Buches: Die neuen Eltern, hat diese Zusammenhänge mit der eingängigen Lebens-Formel 90 + 36 = 90 auf den Punkt gebracht: 9 vorgeburtliche Monate plus 36 Kleinkindmonate machen 90% des Lebenserfolges aus. Somit ist ein ‚sattes Urvertrauen’ die Basis jeglichen Explorations- und Sozialverhaltens. Wer sich jedoch selbst nicht traut, verweigert sich allem Neuen, kurz dem, Leben. Denn ohne Selbstvertrauen keine Selbstwirksamkeits-Erfahrung, keine Erfolge, - Lern- und Bildungsprozessen fehlt so die Basis. Dies unterstreicht eine DAK- Studie vom April 2011 mit der Feststellung: Jeder dritte Schüler ist depressiv und verstimmt. Leistungsdruck und Schulstress sorgen für diese Entwicklung. Die Betroffenen fühlen sich allein, unverstanden und antriebslos. Ein Beleg aus Norwegen: In den letzten Jahren haben sich dort die Einweisungen in jugendpsychiatrische Einrichtungen verdoppelt.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Das heißt, wenn Kinder ein ‚sattes Urvertrauen’ entwickeln können, wird alles gut? </strong></p>
<p><strong>Dr. Albert Wunsch: </strong>Ganz so einfach ist es nicht. Aber ohne sattes Urvertrauen, ohne positive Bindungs-Erfahrungen wird schnell alles ganz schlecht. Natürlich prägen auch die weiteren Bedingungen des Aufwachsens. So brauchen Kinder zum Erstarken als Persönlichkeit ergänzend zu Urvertrauen und sicherer Bindung auch ermutigende Bedingungen des Aufwachsens und klare Orientierungspunkte im Rahmen einer Werteerziehung. Denn wer nicht zwischen richtigem und falschem, gutem und schlechtem, förderlichem bzw. schädlichem Handeln unterscheiden kann und sich nicht für das Sozial-Positive entscheidet, zerstört jegliches Zusammenleben in der Familie und der ganzen Gesellschaft. Ein Blick in das zum Bestseller gewordene Buch: „Generation doof“ verdeutlicht eine sehr ungünstige Entwicklung. Auf Lern- und Ausbildungs-Prozesse bezogen wirkt dann ein neuer Dreisatz: antriebslos, ausbildungslos, arbeitslos und somit perspektivlos. Bei guten Voraussetzungen in der frühen Kindheit entwickeln sich stattdessen mutige, ausgeglichene und lernbereite, kurz weltoffene und sich ihres Selbst sichere Kinder, welche mit Herausforderungen umgehen können.<br /> <br />FreieWelt.net: <strong>Und wie entstehen den nach Ihrer Ansicht die Gewaltpotentiale bei Jugendlichen und Erwachsenen?</strong></p>
<p><strong>Dr. Albert Wunsch:</strong> Innerhalb einer Fortbildung von Prof. Dr. Gordon Neufeld (Kanada) stellte dieser heraus, dass fehlende Mutterliebe Straftäter schafft. Er fand in vielen Gesprächen mit den Müttern von Delinquenten heraus, dass durch Vergewaltigungen, andere traumatische Ereignisse mit dem ‚Kinds-Zeuger’ in Schwangerschaft oder früher Kindheit die natürliche Zuneigung bzw. Mutter-Liebe blockiert wurde. Dies hatte zur Folge, dass sich bei diesen Kindern kein Urvertrauen, kein Gefühl des Angenommen-Seins, keine positive Weltsicht entwickeln konnte. So konnte er in Untersuchungen nachweisen, dass die so zum Straftäter Herangewachsenen kaum emotionale Empfindungen, d.h. ein vergleichweise unterentwickeltes Limbisches-System hatten. Dieses Hirn-Areal, welches der Verarbeitung von Emotionen und der Regulation von Triebverhalten dient, konnte sich nicht altersgerecht und artgemäß entwickeln. Eine Folge ist, sich nicht positiv in eine Gemeinschaft eingeben und auch kein Mitgefühl zeigen zu können. So kann gefolgert werden: ‚Fehlende Mutterliebe wird zur Brut-Stätte von Gewalt’, weil dem Kleinkind die notwendige Zuwendung und Liebe, die ‚emotionale Nahrung’ fehlte. Viele Jahre vorher kam auch schon John Bowlby, einer renommiertesten Bindungsforscher weltweit, zu ähnlichen Ergebnissen. <br />Unabhängig von diesen frühkindlichen Störungen durch Vernachlässigung und fehlende positive Bindungs-Erfahrungen bzw. ergänzend zu diesen wächst eine Disposition zur Gewalt auch durch: schnelle und/oder leichte Wunscherfüllung, Wegsehen und Inkonsequenz, Überfütterung und fehlende Herausforderungen, kurz durch das ganze Repertoire der Verwöhnung. So geraten unterforderte Kinder und Jugendliche direkt in die Überforderung. Denn wer als Kind Lebenswichtiges nicht lernte, stößt später schell an seine Grenzen:<br /> <br />FreieWelt.net: <strong>Was meinen Sie denn mit der Finalität von Gewalt?</strong></p>
<p><strong>Dr. Albert Wunsch:</strong> Der Begriff geht auf Alfred Adler zurück. Er drückt aus, dass menschliches Verhalten immer zielgerichtet ist. Wenn dem so ist, dann wird dies auch bei der Gewalt so sein. Ausgangsbasis von Gewalt ist häufig eine starke frühkindliche oder/und vorgeburtliche Beziehungsstörung bzw. psychische Verletzung. Ähnliche negative Einflüsse im weitern Lebenslauf wirken sich natürlich auch schädigend aus. So wächst kein Urvertrauen, kein positives Selbstbild, keine Selbstwirksamkeit. Das Urbedürfnis nach Liebe und Dazugehörigkeit bleibt ungestillt. Anstelle von Angenommensein wird Ausgrenzung erfahren. Subtile Rache oder offensives Ertrotzen von Aufmerksamkeit sind eine Folge.</p>
<p>Gewalt äußert sich: in eher ‚stiller Form’ als nicht mehr wollen, Entmutigung bzw. Unterwerfung, als Depression und in eher ‚lauter Form’ als gewaltsam alles haben wollen, als Herrschsucht als Aggression. Unabhängig davon, ob die Gewalt nun gegen sich Selbst oder Andere gerichtet wird, sie ist immer ein Alarmsignal. Die Finalität von Gewalt ist, Aufmerksamkeit bzw. wenigstens negative Beachtung zu erregen. Nach Alfred Adler gibt es „nur einen einzigen Grund, warum ein Mensch auf die unnützliche Seite abbiegt: Die Furcht vor einer Niederlage auf der nützlichen Seite.“ Wird nicht erlernt, mit Wunschversagung oder Zurückweisung umzugehen, setzt schnell Rückzug oder Angriff ein. Die Stärke der Aggression ist dabei in der Regel proportional zur Stärke der Frustration. Auslöser sind, wenn Rücksicht zu erbringen ist, Grenzen verdeutlicht werden, die leichte Wunscherfüllung ausbleibt, es um einen Bedürfnisaufschub geht, Herausforderungen anstehen, konkret Leistung gefordert ist.</p>
<p>FreieWelt.net: <strong>Welchen Einfluss hat denn das Jugendalter auf die Gewaltentwicklung?</strong></p>
<p><strong>Dr. Albert Wunsch: </strong>Neben den grundlegenden Ursachen von Gewalt in der frühen Kindheit bzw. durch eine verwöhnende und inkonsequente Erziehung hier weitere Entstehungs-Faktoren, meist im Jugendalter, weil: man körperlich oder geistig-seelisch unterfordert ist (häufig tritt diese Situation im schulischen Lern-Alltag auf); das Leben zu langweilig ist und Spaß machen soll (der ultimative Kick gegen die Tristesse des Alltäglichen muss dann her!); man sich nicht als Dazugehörend empfindet und deshalb um jeden Preis Aufmerksamkeit erregen will (trifft häufig auf Jugendliche mit Bildungsdefiziten oder nicht integrierte andere Personengruppen zu); Gewalt gezielt bagatellisiert oder verherrlicht wird (korrupte Menschen setzen Spiele und Medien ein, um so ihr Geschäft zu machen); politische oder religiöse Fundamentalisten dazu aufhetzen (ein angeblich ‚hehres’ Ziel soll verwirklicht werden, koste es was es wolle).</p>
<p>FreieWelt.net:<strong> Und welches Fazit ziehen sie abschließend?</strong></p>
<p><strong>Dr. Albert Wunsch: </strong>Es wurde deutlich, dass es bei der Gewaltprävention eigentlich um eine zielgerichtet-konsequente Erziehung und bessere Aufwachsbedingen für Kinder und Jugendliche geht, um so zu einer größeren Stabilität des Einzelnen wie unserer ganzen Gesellschaft beizutragen. Jedes erzieherische Handeln jedoch braucht Kenntnisse und Klarheit, braucht Entscheidungs- und Handlungs-Sicherheit sowie Können und Wollen. Um die Eltern für diese Aufgabe zu qualifizieren, hat der Staat die moralische und gesetzliche Pflicht, dazu optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Hier ein in die Zukunft weisendes Modell zur elterlichen Erziehungsqualifizierung durch einen staatlichen Finanzanreiz, z.B. einen Zuschlag zum Kindergeld, wenn entsprechend anerkannte Elternseminare besucht werden, ob Starke Eltern - starker Kinder, triple p, stepp Elterntraining oder ähnliche Seminare.<br />• das Säuglings- und Kleinkindalter (5 Jahre Bonus)<br />• das Grundschulalter (5 Jahre Bonus)<br />• die Pubertät (5 Jahre Bonus)<br />• die Verselbständigungs-Phase (5 Jahre Bonus)</p>
<p>So habe ich die anwesenden Politiker gefragt, wieso bisher solche gezielten Finanz-Anreize zur Erweiterung der elterlichen Erziehungs-Qualifizierung noch nicht geschaffen wurden? Schließlich haben sich die meisten Menschen z.B. ihre Solaranlage auch nicht aus Umweltgründen, sondern aus finanziellen Vorteilen auf Dach bringen lassen. Und niemand hat sich bisher geäußert, sich vom Staat durch diesen Zuschuss bevormundet gefühlt zu haben. <br />Mit einer solchen Finanzleistung an Eltern würde auch verdeutlicht, dass Kindererziehung nicht in erster Line ein Kosten-, sondern ein Investitions-Faktor ist. So würden dem Staat immense Reparaturkosten für unerzogene und nicht leistungsbereite Kinder und Jugendliche erspart (z. B: für die „Berufsgruppe der Harzer“) und das elterliche Engagement gewertschätzt. Heute profitieren Jene am meisten vom Sozialstaat, welche am wenigsten in diesen einbringen. Das ist auf Dauer weder sinnvoll nach finanziell leistbar, wenn immer mehr Menschen auf den Staat als ‚netten Nothelfer’ setzen. Fokussiert sich der Staat jedoch vorrangig auf den öffentlich finanzierten Ausbau der Ganztags-Betreuung (die Nach-Betreuung wird schon gefordert), vernachlässigt er seinen verfassungsrechtlichen Erstauftrag. <br /> <br />Eine abschließende Botschaft, speziell für Wirtschafts-Lobbyisten und Politiker: ‚Besonders Kleinst-Kinder brauchen in erster Line erlebbare Väter und Mütter bzw. Elternhäuser und nicht - wie von Arbeitgebern oft gefordert - Verschiebe-Bahnhöfe zwischen öffentlich finanzierter Krippe und familiärem Nachtquartier’. Hier stehen wichtige Weichenstellungen an, ‚denn gut erzogene und eigenverantwortlich leben-könnende Kinder sind das Erbgut einer Gesellschaft und starke Familien ihr Rückgrat’.</p>
<p><strong>Vielen Dank für das Gespräch!</strong></p>
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| Kommentare (3) Redaktion FreieWelt.net, 12.11.2012 09:37
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<p>Eine Vertreterin der Organisation Pro Familia, die sich unter anderem für ein vermeintliches Recht auf Schwangerschaftsabbruch und möglichst frühen Zugang zu Verhütungsmitteln einsetzt, suggerierte in derselben Sendung, dass Eltern nicht in der Lage seien, ihren Kindern ausreichende Sprachkenntnisse für einen späteren Bildungserfolg zu vermitteln.</p>
<p>Mehr dazu auf <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1768634/Betreuungsgeld-in-der-Kritik" target="_blank">zdf.de</a></p>
<p>(oe)</p>
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| Kommentare (8) Redaktion, 06.11.2012 09:53
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<p>In der Studie, aus der die <em>Welt</em> zitiert, heißt es: »Günstige Verhältnisse von Aufstieg zu Abstieg finden sich hingegen in Ländern mit mehrgliedriger Schulstruktur, in denen ein bedeutsamer Anteil an Schülerinnen und Schülern die Hauptschule besucht – hier steht an den Hauptschulen noch ein ausreichendes Aufsteigerpotenzial zur Verfügung.«</p>
<p>Mit anderen Worten: In Bayern und Baden-Württemberg ist die Hauptschule nicht zur Restschule degradiert, sondern ermöglicht starken Schülern die Weiterentwicklung im Verlauf ihrer Schulkarriere. Deshalb ist in Bayern die Zahl der Studenten, die nicht direkt mit dem Abitur auf die Hochschule gelangt sind, sondern auf Umwegen, am höchsten.</p>
<p>In den Ländern wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hingegen, die das dreigliedrige Schulsystem verschmähen, werden Bildungsverlierer produziert und das Niveau der Hauptschule durch die frustrierten Absteiger weiter geschwächt. In der Studie heißt es: »An diesen Schulen häufen sich Schülerinnen und Schüler, deren Schullaufbahn durch multiple Selektions- und Scheitererfahrungen gekennzeichnet sind.«</p>
<p> </p>
<p>Mehr dazu auf <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article110386513/In-deutschen-Schulen-mehr-Absteiger-als-Aufsteiger.html" target="_blank">welt.de</a></p>
<p>(oe)</p>
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| Kommentare (1) Redaktion, 30.10.2012 11:22
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<p>Hoffmann ist der Auffassung, an die Ministerin müssten strengere Maßstäbe angelegt werden als an andere, weil in ihren Aufgabenbereich auch die Forschungsförderung fällt. Deshalb legt sie ihr den Rücktritt nahe. »Sie allein hat die Möglichkeit, die von der Wissenschaftsgemeinde geprägte öffentliche Meinung zu beeinflussen. Zudem dürfte es für eine Forschungsministerin nicht allzu schwer sein, dafür zu sorgen, dass eine weitere Stellungnahme nicht zu denselben Schlussfolgerungen kommt wie Professor Rohrbacher.«</p>
<p>Jürgen Kaube sieht in den inkriminierten Stellen von Schavans Arbeit ein zeitloses Symptom. Die Erziehungswissenschaften hätten seit ihrem Bestehen wenig zustande gebracht, für die Forschung jedenfalls. Hier gehe es oft nur darum, andere Arbeiten zusammenzufassen – und zwar »ohne eigenen Gedanken. Typischerweise wird erst gar nicht versucht, ein Problem zu lösen, sondern es gilt, Textmassen zu einem Thema herbeizuschaffen.« Kaube folgert: »Die ›zeitbedingten‹ Schwächen der Annette Schavan sind nur der individuelle Reflex der Überproduktionskrise, in der die Geisteswissenschaften seit Jahrzehnten stecken.«</p>
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| Kommentare (1) Redaktion, 22.10.2012 12:22
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<p>Das sei insbesondere für Kinder aus bildungsfernen Schichten vorteilhaft, denn so könne man das Lehrpensum entzerren.</p>
<p>Problematisch ist allerdings wohl eher das jahrgangsübergreifende Lernen (JüL), schließlich haben die davon betroffenen Kinder am schlechtesten abgeschnitten. Auch das Konzept der Ganztagsschule wird als wenig effektiv kritisiert. Und die zahlreichen Reformen, die Berlins Schüler und ihre Eltern in den letzten Jahren über sich ergehen lassen mussten, haben das Ihrige zu dem gegenwärtigen schlechten Zustand beigetragen.</p>
<p> </p>
<p>Mehr dazu auf <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-schlechtem-abschneiden-bei-lernvergleich-berlins-grundschueler-sollen-samstags-lernen-/7234474.html" target="_blank">tagesspiegel.de</a></p>
<p>(oe)</p>
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| Kommentare (3) Redaktion, 10.10.2012 11:21
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<p>Die Universität prüft den Fall noch. Der Blogger, der die Arbeit Schavans so intensiv auf Plagiate durchforstet, wird von anderen, teils anonymen Rechercheuren nicht unterstützt. Manche attestieren der Arbeit Schavans ein hohes Niveau und halten die Textähnlichkeiten für im Rahmen des Üblichen.</p>
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<p>Mehr dazu auf <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article109721723/92-heikle-Vorwuerfe-gegen-Annette-Schavan.html" target="_blank">welt.de</a></p>
<p>(oe)</p>
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| Kommentare (1) Redaktion, 10.10.2012 07:54
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