Zeichen einer Hoffnung, die ganz auf Gott setzt

16. September 2010, 01:47 | Kategorien: Lebenswelt | Schlagworte: | von
Redaktion

Am 11. September 2010, legten neun Novizen in einem feierlichen Gottesdienst in der Hauskapelle des Noviziats der Legionäre Christi in Bad Münstereifel ihre ersten Ordensgelübde ab. In die zweijährige Vorbereitungszeit auf die Profess fielen auch die schockierenden Erkenntnisse über das Leben und die Untaten des Gründers der Kongregation. Mit diesen mussten sich die jungen Männer gleich zu Beginn ihres Berufungsweges auseinandersetzen. Am Vorabend traten 2 Deutsche und 1 Slowake neu in das Noviziat ein.

Vor etwa 350 Gläubigen gelobten die neun jungen Männer für drei Jahre in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu leben. Am Gottesdienst nahmen neben den Eltern und Verwandten auch die benachbarten Schwestern der Ursulinen und zahlreiche Gäste aus dem Umkreis teil.

Hauptzelebrant der Heiligen Messe war Pater Sylvester Heereman LC, Territorialdirektor für Mitteleuropa. In seiner Predigt ging er noch einmal auf die besonderen Umstände ein, unter welchen sich diese jungen Männer vorbereitet hatten: Vielleicht geht 2010 als ein Jahr der Krise der Kirche in die Geschichtsbücher ein. „Wo bleibt in dieser Zeit Gottes Allmacht, seine Liebe? könnten wir fragen“, wandte sich der Ordensobere an die Gläubigen, viele Menschen seien durch die Ereignisse zutiefst verletzt und enttäuscht worden. In diesem Umfeld sei das „Ja“ dieser jungen Männer, Gott auf dem Weg des Ordenslebens nachfolgen zu wollen, auch ein Zeichen der Hoffnung, dass Gott unerschütterlich ist. Der Grund unserer Hoffnung sei letztlich jedoch die Zusage Gottes an uns Menschen: Von ihm gewollt, geliebt und angenommen zu sein. Die Freundschaft Gottes – in Anlehnung an das Tagesevangelium – schloss P. Sylvester, sei Geschenk, Verantwortung und Aufruf zu gleich: „Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15, 10).

Auch in diesem Jahr war die Gruppe der Neuprofessen international: 3 Deutsche, 3 Mexikaner und 3 US-Amerikaner.

Br. Christian Ivandic stammt aus Wachendorf an der Weinstraße (Diözese Speyer). 2008 trat er in das Noviziat der Legionäre Christi in Bad Münstereifel ein. Als Jugendlicher gewann er zahlreiche internationale Auszeichnungen am Klavier. Nach zwei Jahren in Bad Münstereifel wird er in Cheshire (USA) seine humanistischen Studien beginnen.

Br. Michael Hemm stammt aus Rittershausen (Diözese Würzburg). Nach einem Jahr als „Coworker“ trat er 2008 in die Kongregation bei. Nach seiner Profess wird er in Monterrey (Mexiko) seine humanistischen Studien beginnen.

Br. Wolfgang Dichgans stammt aus Sipplingen (Diözese Freiburg). Er trat 2008 in die Ordensgemeinschaft ein. Er beginnt nun nach zwei Jahren als Novize seine humanistischen Studien in Salamanca (Spanien).

Br. Bryan Gray stammt aus Katy (USA, Diözese Galveston-Houston). Nach fünf Jahren im Knabenseminar der Legionäre Christi in New Hampshire (USA) trat Br. Bryan Gray 2008 in Cheshire (USA) in die Kongregation ein. Nach seinen zwei Jahren als Novize in Deutschland wird er im Anschluss sein humanistischen Studien in Salamanca (Spanien) beginnen.

Br. Jeremiah Guettler stammt aus Orlando (USA, Diözese Orlando/Cocobeach). Nach vier Jahren am Knabenseminar der Legionäre Christi in New Hampshire (USA) trat Br. Jeremiah 2008 in Cheshire (USA) in die Kongregation ein. Nach zwei Jahren Noviziat wird der Ordensmann in Monterrey (Mexico) seine humanistischen Studien beginnen.

Br. Robert Antonio stammt aus Lafayette (USA, Diözese Lafayette). Nach fünf Jahren am Knabenseminar der Legionäre Christi in New Hampshire (USA) trat Br. Robert Antonio 2008 in die Kongregation in Cheshire (USA) bei. Nach seinen zwei Jahren als Novize in Deutschland wird er im Anschluss seine humanistischen Studien in Salamanca (Spanien) beginnen.

Br. Bernado Siller Adame stammt aus Monterrey (USA, Diözese Monterrey). Nach zwei Jahren am Knabenseminar der Legionäre Christi in Mexico trat er 2008 in die Kongregation ein. Im Anschluss an seine Profess wird er in Salamanca seine humanistischen Studien beginnen.

Br. Luis Alberto de Ávila Campos stammt aus Xalapa (Mexiko, Diözese Xalapa). Nach seinem Studium der Wirtschaftsverwaltung in Mexico trat Br. Luis 2008 der Legion bei. Im Anschluss an die Profess wird er in Cheshire, USA seine humanistischen Studien beginnen.

Br. Miguel Arturo Hernández Diaz: Nach mehreren Jahren an Kleinseminaren der Legion in Mexico und Spanien trat der gebürtige Mexikaner der Legion 2008 bei. Nach seiner Profess wird er in Salamanca, Spanien seine humanistischen Studien beginnen. Mexiko-Stadt, Diözese Mexiko-Stadt

Die jungen Ordensleute hatten vor ihrer Profess eine zweijährige Probezeit, das Noviziat, absolviert. In dieser Zeit hatten die jungen Männer die Möglichkeit, in der Stille und Zurückgezogenheit des Noviziats ihrer Berufung zum Ordensleben und Priester gezielt nachzugehen. Geprägt ist diese Phase durch Gebet, die Vertiefung der eigenen Beziehung zu Gott, der Kenntnis der Kongregation, ihrer Spiritualität und ihrer pastoralen Arbeitsbereiche. Am Ende dieser Zeit legen die jungen Männer, die ihrer Berufung sicherer geworden sind, ihre ersten zeitlichen Gelübde zunächst für drei Jahre ab. Nach dem Noviziat werden sie ihre Ausbildung mit den humanistischen Studien fortsetzen, an die sich ein Philosophie- und Theologiestudium und ein Pastoralpraktikum anschließen.

Die Legionäre Christi unterhalten seit 1991 ein Noviziat in Deutschland. 1995 übersiedelte die Gemeinschaft aus Platzgründen von Roetgen (Bistum Aachen) in das ehemalige Ursulineninternat in Bad Münstereifel (Erzbistum Köln).
 
Wir über uns – Ein neues Kapitel in unserer Geschichte

Die Legionäre Christi sind eine Priester-Kongregation päpstlichen Rechts. Sie wurde 1941 in Mexiko gegründet und 1948 bzw. 1965 auf diözesaner und weltkirchlicher Ebene anerkannt. Heute zählt die Ordensgemeinschaft über 800 Priester und etwa 2600 Aspiranten, Novizen und Ordensleute aus 38 Ländern. Sie unterhält in 22 Ländern 127 Niederlassungen. In Deutschland sind die Legionäre Christi seit 1988 tätig und haben heute Niederlassungen in Bad Münstereifel (Noviziat) und Düsseldorf (Territorialdirektion und Kommunität). Sie betreuen Mitglieder des Regnum Christi und begleiten deren Initiativen v.a. in den Bereichen Ehe, Familie und Spiritualität in 15 deutschen Bistümern und sind auch in anderen seelsorglichen Aufgaben tätig (z.B. Schulseelsorge und Pfarrmissionen).

Die in der jüngeren Vergangenheit bekannt gewordenen negativen Erkenntnisse aus dem Leben des Gründers der Legionäre Christi werden in enger Absprache mit dem Heiligen Stuhl noch abschließend aufgearbeitet. Anfang September 2009 hat P. Sylvester Heereman in einem auch im Internet veröffentlichten Brief erneut um Verzeihung gebeten und Maßnahmen bekannt gegeben.

Der erste Teil der am 15. Juli 2009 vom Heiligen Stuhl eingesetzten Apostolischen Visitation für die Ordensgemeinschaft ist Ende April 2010 abgeschlossen worden. Die Visitatoren überreichten Papst Benedikt XVI. am 28. April 2010 ihre Berichte. Am 1. Mai 2010 veröffentlichte der Heilige Stuhl in diesem Zusammenhang eine offizielle Erklärung, in der er sowohl das „sehr schwerwiegende und objektiv unmoralische Verhalten von Pater Maciel“ und die Erneuerungsbedürftigkeit der Gemeinschaft hervorhob, als auch den „aufrichtigen Eifer der Mehrheit der Legionäre, der sich auch bei den Besuchen der Häuser der Kongregation und vieler ihrer Einrichtungen zeigte“, unterstrich. In diesem Zusammenhang bestätigte der Heilige Stuhl auch erneut den Kern des authentischen Ordenscharismas der Kongregation. – In einer Sonderausgabe des vierteljährig erscheinenden Informationsmagazins der Ordensgemeinschaft („L“) vom Juli 2010 sind alle Geschehnisse noch einmal zusammenhängend dargelegt worden.

Am 9. Juli 2010 ernannte Papst Benedikt XVI. seinen Delegaten für die Legionäre Christi und das Regnum Christi. Dessen Aufgaben und Befugnisse gab der Heilige Stuhl in einer weiteren Erklärung am 21. Juli in allen Einzelheiten bekannt. (Weitere Informationen finden Sie vollständig auf unseren Internetseiten unter www.legionariesofchrist.org/deutsch)

Wofür stehen die Legionäre Christi?

- Für einen lebendigen, frohen Glauben an Jesus Christus.

- Für eine Spiritualität der Einheit und Nächstenliebe.

- Für eine zeitgemäße Verkündigung des katholischen   Glaubens.

- Für seelsorglichen Dienst an Kindern und Jugendlichen, an Ehepaaren und Familien.

- Für katholische Institutionen in den Bereichen: Schule, Universität, Medienarbeit, Entwicklungshilfe.

Ausbildungsweg in der Kongregation – „Vom Bruder zum Priester“

1. Phase: die Kandidatur. Während einer Zeit von zwei Monaten (meist zwischen Juli und September jeden Jahres) lernen junge Männer ab 18 Jahren mit dem Interesse an einem geistlichen Weg in der Ordensgemeinschaft diese aus der Nähe kennen und durchlaufen ein Vorbereitungsprogramm. Am Ende steht die Entscheidung, das Noviziat mit der Einkleidung zu beginnen oder den bisherigen Lebensweg weiter zu verfolgen.

2.Phase: das Noviziat. Diese zweijährige Probezeit gibt den jungen Männern die Möglichkeit, in der Stille und Zurückgezogenheit des Noviziates ihrer Berufung zum Ordensleben und Priester weiter gezielt nachzugehen. Geprägt ist diese Phase insbesondere durch Gebet, die Vertiefung der eigenen Beziehung zu Gott, der Kenntnis der Kongregation, ihrer Spiritualität und pastoralen Arbeitsbereiche. Am Ende der Probezeit legen die jungen Männer, die sich ihrer Berufung sicherer geworden sind, ihre ersten zeitlichen Gelübden der Armut, Keuschheit und des Gehorsams für drei Jahre ab.

3.Phase: die humanistischen Studien. Die jungen Ordensmänner studieren während eines Jahres in einem Ausbildungshaus der Kongregation die klassischen Sprachen Latein und Altgriechisch, finden Zugang zu den internationalen Meistern der Kunst, Literatur und Rhetorik, zur Geschichte der Völker, Länder und Nationen weltweit und üben sich in Rhetorik und Stilkunde.

4.Phase: das Studium der Philosophie. In vier oder acht Semestern absolvieren die Ordensmänner ein klassisches Studium der Philosophie, dass sie entweder mit dem Bakkalaureat oder dem Lizenziat abschließen.

5.Phase: das apostolische Praktikum. An die ersten vier Semester des Philosophiestudiums schließt sich meist eine Zeit von ca. drei Jahren der pastoralen Praxis an. In dieser Phase kommen die jungen Männer mit den vielfältigen Formen der Seelsorge in der Kongregation und der Ortskirche und vor allem mit Menschen aller Altersklassen und Gesellschaftsschichten in Berührung und machen wichtige Erfahrungen eines Lebens ganz im Dienste Gottes.

6.Phase: das Studium der Theologie. Nach Abschluss des Philosophiestudiums absolvieren die Ordensmänner das Studium der Theologie, das sie ebenfalls entweder mit dem Bakkalaureat oder dem Lizenziat abschließen. Im Verlauf der letzten Semester bereiten sie sich auf die Diakon- und schließlich die Priesterweihe vor. Dieser geht die Ablegung der ewigen Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams, durch die sich die Ordensleute auf Lebenszeit in den Dienst Gottes und der Menschen stell.

7.Phase: die Priesterweihe und der Dienst als Priester in Kongregation und Kirche. Mit der Priesterweihe beginnt für die meisten der Ordensmänner eine neue Phase des pastoralen Einsatzes, nun im besonderen Dienst an den Menschen durch die Verkündigung des Evangeliums, die Seelsorge und die Spendung der Sakramente als Priester Christi. Die Priester der Legionäre Christi werden größtenteils in den vielfältigen pastoralen Werken der Kongregation eingesetzt.

(Text und Bild: Legionäre Christi, veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Ordensgemeinschaft Legionäre Christi)

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http://www.legionariesofchrist.org

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