Fehlplanungen bei der Bundeswehr

Ursula von der Leyen hat ihren Laden nicht im Griff

2018 muss Vieles anders werden. Besonders bei der Bundeswehr. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihren Laden nicht im Griff. Panzer sind nicht einsatzfähig, Flugzeuge starten nicht, U-Boote sind kaputt. Ein Armutszeugnis.

Ursula von der Leyen. 2015. Foto: Deutscher Bundestag / Achim Melde
Veröffentlicht: | Kategorien: Reportagen, Reportagen - Empfohlen, Startseite - Empfohlen, Sidebar - Empfohlene Beiräge | Schlagworte: Bundeswehr, NATO, Ursula von der Leyen
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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihre eigenen Prioritäten. Sie interessiert sich für Image-Probleme der Bundeswehr, für die »Familienfreundlichkeit« in der Truppe und für Gender-Mainstreaming des Personals. Doch für die technischen, strategischen, logistischen und organisatorischen Voraussetzungen der Bundeswehr scheint ihr der Blick zu fehlen. Sie ist ja auch keine Fachfrau. Sie war es nie, sie wird es nie sein.


Wenn die NATO ruft, ist von der Leyen ganz Ohr. Gern wirbt sie für Auslandseinsätze, bei denen unsere Soldaten ihr Leben riskieren müssen. Die Soldaten sollen länger in Afghanistan bleiben. Auch in Mali sollen die Bundeswehrsoldaten weiterhin ihren Kopf hinhalten.


Wenn es darum geht, die Bundeswehr von alten Elementen zu säubern, die auch nur im Entferntesten an die Wehrmacht erinnern, ist von der Leyen ganz vorne mit dabei. Dann wird schon mal der Konterfei von Helmut Schmidt in der Helmut-Schmidt-Universität entfernt, weil sie den ehemaligen Kanzler und Begründer der Bundeswehr-Universitäten in Wehrmachtsuniform zeigt.


Die Skandale um Ausschreitungen mancher Soldaten haben sie sehr beschäftigt. Doch weniger Sorgen scheinen ihr die generelle Einsatzfähigkeit der Bundeswehr zu bereiten. Was sie nicht begreift: Draußen im Einsatz interessiert sich der militärische Gegner nicht dafür, ob die Bundeswehr offen für Multikulti und Gender-Mainstreaming in der Truppe ist. Draußen im Einsatz zählt, ob die Truppe gut ausgebildet ist und die Waffensysteme einwandfrei funktionieren. Doch genau daran hapert es.


Deutschlands Panzer sind nicht einsatzfähig


Deutschlands Rüstungsindustrie ist bekannt für ihre Panzer. Der Leopard II gilt immer noch als einer der besten Kampfpanzer der Welt. Er war ein echter Exportschlager: Viele NATO-Staaten haben ihn.


Doch bei der Bundeswehr sieht es düster aus: Ein großer Teil der Panzerfahrzeuge der Bundeswehr ist nicht einsatzbereit. Von den Leopard-II-Panzern rollt über die Hälfte nicht. Zeitweise waren 2017 von 244 Exemplaren nur 95 Panzer einsatzbereit. Das reicht nicht einmal aus, um eine einzige Panzerdivision vollständig zu stellen.


Der Grund für diese Misere: Die Bundeswehr greift zwar tief in die Tasche, wenn es um die Anschaffung teurer Waffensysteme geht. Doch bei den Ersatzteilen und der Wartung wird gespart. Wenn es dann nicht mehr weiter geht, müssen die Ersatzteile erst aufwändig bestellt und anschließend neu produziert werden. Es ist also das Ergebnis einer Fehlplanung »von oben«.


Alle sechs U-Boote der Bundesmarine sind kaputt


Deutschlands Industrie baut hervorragende U-Boote und exportiert diese in alle Welt. Doch in der eigenen U-Boot-Flotte ist zurzeit kein einziges Exemplar einsatzbereit. Bis nächsten Herbst werden wohl alle sechs U-Boote »außer Gefecht« bleiben. Wegen des Kostendrucks hatte die Bundesmarine auf ausreichend Ersatzteile verzichtet, hatte ein Marinesprecher erklärt. Nun müssen Ersatzteile neu bestellt und produziert werden. Das kostet Zeit.


Das letzte einsatzfähige U-Boot war U35. Doch dieses ansich hochmoderne U-Boot war bei einer Havarie vor der Küste Norwegens beschädigt worden. Das Unterwassergefährt hatte einen Felsen gerammt.


Luftwaffe: Ein großer Teil der Flugzeuge ist nicht einsatzbereit


Für die Auslandseinsätze und Truppenverlegungen sind Transportflugzeuge von hoher Priorität. Doch die wichtigste Transportmaschine der Luftwaffe, die A400M, hat immer wieder Mängel. Manchmal sind alle der 14 Maschinen gleichzeitig defekt. Dann geht gar nichts mehr.


Ein weiteres wichtiges Flugzeug der Luftwaffe ist immer noch das Mehrzweckkampfflugzeug Tornado. Doch oftmals ist mehr als die Hälfte aller Maschinen nicht einsatzbereit. Nicht besser sieht es bei der angeblichen »Wunderwaffe« aus: 2014 sorgte der Eurofighter für Trübsal. Von insgesamt 109 Eurofightern der Luftwaffe waren ganze acht voll einsatzfähig. Bis heute ist der Zustand suboptimal.


Mit den Hubschraubern der Bundeswehr sieht es nicht besser aus. Zeitweise mussten sämtliche NH90-Mehrzweck-Hubschrauber auf dem Boden bleiben. Wegen Triebwerksschäden war ein Flugverbot verhängt worden. Der NH-90 hatte zuvor bereits für negative Schlagzeilen gesorgt. Denn die Marine hatte mehrere Exemplare teuer angeschafft. Schließlich stellte sich heraus, dass der neue Marine-Helikopter nicht für Einsätze über der Nord- und Ostsee geeignet sei.


Auch der Hubschrauber CH-53 hatte in den letzten Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Nun mussten viele Exemplare teuer nach- und umgerüstet werden.


Von der Leyen kümmert sich mehr um das Image als um die Technik


Deutschlands Armee war einst bekannt für seine Disziplin. Heute machen sich selbst deutsche Fernsehsendungen über die sportlichen und disziplinarischen Defizite der Rekruten und Mannschaftssoldaten lustig.


Die Freiwilligen- und Berufsarmee hat Nachwuchsprobleme. Zu wenige junge Menschen interessieren sich für den Dienst an der Waffe. Also muss geworben werden. Im Internet werden ganze »Soap Operas« gedreht, Serien, die das Leben bei der Bundeswehr als Unterhaltungsevent vermarkten. Besonders unterhaltsam wird der Einsatz der Soldaten in Mali inszeniert. Der lebensgefährliche Einsatz bekommt so den Beigeschmack einer Abenteuer-Safari.


In der Bundeswehr selbst wird viel geklagt. Glücklich scheinen nur wenige mit ihrer Bundesministerin zu sein. Sie soll sich zu sehr von der Truppe und deren Sorgen entfernt haben, schrieb beispielsweise die »FAZ«. Die wirkliche Frage ist, ob sie jemals der Truppe nahe war. Dies hat sich besonders in der Affäre um den Soldaten Franco A. gezeigt, der Teil einer Terrorzelle gewesen sein soll. Anstatt angemessen zu reagieren, hat die Bundesverteidigungsministerin gleich das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und zu einem Generalangriff auf die eigene Truppe ausgeholt.


Die »FAZ« resümierte: »In der Affäre um Franco A. hat sie ohne Not Offiziere mit zweifelhaften Begründungen entlassen, schließlich eine Debatte um Tradition und Haltung vom Zaun gebrochen, in deren Verlauf das Vertrauen der Soldatinnen und Soldaten in die Ministerin irreversibel beschädigt wurde. In mancher Kaserne wurde gar ihr Bild umgedreht – ein wohl einmaliger Vorgang in der Geschichte der Streitkräfte.«


Wenn man sich das alles vor Augen führt, dann wundert es nicht, wenn sogar die »Welt« den offenen Brief einer Frau Hauptmann der Reserve abdruckt, in der die Fühurungsunfähigkeit der Bundesverteidigungsministerin angekreidet wird. Sie und ihr engerer Führungskreis würden entscheidende Erfahrungen fehlen. Und Roland Tichy fragt sich voller Sorge: »Was bleibt von der Bundeswehr nach Ursula von der Leyen?«


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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Peter C. Vogl

Wenn sie ihren Laden im Griff hätte, müsste man sie wieder abziehen auf Wunsch der Lobby.

Gravatar: Emma

UvdL hat noch nie irgendein Laden im Griff gehabt, egal welches Ministerium sie hatte.
Und nun versucht sie mit mehr weiblichen Soldatinnen den Laden im Griff zu bekommen ?!
Lächerlich !

Gravatar: Karl Napp

Woher soll sie es auch können? Sie stammt aus reichem Hause (Bahlsen), ist gelernte Ärztin und sieht aus wie eine Friseuse.

(Anm. d. Red.: die korrekte Berufsbezeichnung lautet "Friseurin". Und jede Friseurin, die etwas auf sich hält, wird sich gegen diesen Vergleich wehren. Die Freie Welt stellt nachdrücklich fest, dass der oben angeführte Vergleich nicht der Sichtweise der Redaktion entspricht.)

Gravatar: egon samu

Bei ihren Truppenbesuchen in Mali, Afghanistan oder sonstwo könnte sie einfach abhanden kommen.
Ich kenne niemanden, der sie vermissen würde. Ihre Kinder werden von Dienstmädchen groß gezogen...

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