Kinder sind ausgeliefert

»Sexualpädagogik der Vielfalt« so gut wie unbekannt

Elisabeth Tuider und anderen Vertretern der »dekonstruktivistischen Sexualpolitik« spielt ein wichtiger Umstand in die Hände: Kaum jemand weiß, was sie mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen treiben.

Foto: Stephan Roehl / boellstiftung / flickr.com / CC BY-SA 2.0 (Ausschnitt)
Veröffentlicht: | Kategorien: Reportagen | Schlagworte: Christian Weber, Elisabeth Tuider, Experten, Gender Mainstreaming, Jugendliche, Kinder, Sexualpädagogik, Vielfalt, Waldschlösschen-Akademie, christliches Menschenbild
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»Muss man ein verklemmter, pietistischer und homophober Spießer sein, wenn man sein Kind nicht mit allergrößter Begeisterung in diese Art von Unterricht schicken möchte?« Das fragt sich Christian Weber, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung in seinem Artikel »Was sie noch nie über Sex wissen wollten«.

Allein dass er sich diese Frage stellt, ist bezeichnend für die gegenwärtigen sexualpolitischen Debatten, die dominiert werden von Vertretern, die sich das Gender Mainstreaming auf die Fahnen geschrieben haben. Zu ihnen gehört die Soziologin Elisabeth Tuider, Professorin an der Universität Kassel, deren einschlägiges Werk »Sexualpädagogik der Vielfalt« schon in der zweiten Auflage erschienen ist.

In diesem Buch, das Weber als »absoluter Mainstream« einstuft, werden Übungen beschrieben, von denen Menschen, die mit den sexualpolitischen Konzepten Tuiders & Co. nicht vertraut sind, wohl niemals zu träumen wagten. Ziel der Übungen ist es, den Jugendlichen beizubringen, dass Heterosexualität nicht normativ sei. Sie sollen darüber hinaus verwirrt werden und »eine möglichst freie Selbstbestimmung des Individuums in jedem Lebensalter« genießen. Das nennt sich dann »dekonstruktivistische Sexualpädagogik«.

Gegenüber dem Medienmagazin pro äußert sich Weber irritiert über den Umstand, dass außerhalb eines kleinen Kreises von Experten kaum jemand weiß, was die vorherrschende sexualpolitische Strömung konkret beinhaltet. Das spielt den Feinden des christlichen Menschenbildes natürlich in die Hände. Weber: »Leute werden relativ schnell in eine prüde Ecke gestellt, die sagen, diese Art von Sexualpädagogik finde ich nicht gut, aber die Menschen wissen größtenteils gar nicht, was deren Inhalt oder Theorie ist.«

Weber sorgt sich um das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen, die mit Lehrmethoden von Tuider und ihren Freunden konfrontiert werden. Doch was kann man dagegen tun? »Es sollte eine öffentliche Debatte über diese Art von Sexualpädagogik geben«, meint er. »Ich bin mir nicht sicher, mit welcher empirischen Begründung sie die Pädagogik begründen. Die Texte beinhalten interessante Theorien über Dekonstruktion und so weiter. Aber hat sich jemand genau angeschaut, wie das auf Kinder wirkt?«

Tuiders »Sexualpädagogik der Vielfalt« ist 2008 zum ersten Mal erschienen, 2012 erlebte es eine Neuauflage. Beim Online-Buchhändler Amazon schreibt ein Rezensent reichlich irritiert: »In jedem Fall ist dieses behördlich gesegnete Machwerk ein zeitgeschichtliches Dokument, das eines Tages Anschauungsmaterial geben wird über den Zerfall der Wahrheit als Grundlage der Ordnung, und man könnte es auch als perversen Schund bezeichnen.« Ein anderer fragt empört: »Was bitte haben Dildos, Lack, Leder, Latex, Aktfotos, Vaginalkugeln und Handschellen als Unterrichtsmaterialien an unseren Schulen zu suchen?«

Die Autorin wird auf diese Reaktionen vermutlich sehr eloquente Antworten parat haben. Aber sie ist in ihren Bemühungen um Verwirrung der Kinder schon längst weiter und hat neue Zielgruppen ins Visier genommen: Migranten, die der »Sexualpädagogik der Vielfalt« noch viel größere Vorbehalte entgegenbringen als gebürtige Deutsche.

Sie hat sich vorgenommen, bei einem Seminar der Waldschlösschen-Akademie (»schwule Volkshochschule«) im November »neue sexualpädagogische Methoden der Vielfalt auszuprobieren, zu reflektieren und auf den eigenen Arbeitsalltag zu übertragen. Dies schließt eine Methodenwerkstatt ein, in der wir uns gegenseitig innovative Methoden vorstellen und weiterentwickeln sowie neue Methoden entwerfen. Damit werden Impulse für die konkrete Arbeit in Beratung, Jugend(sozial-)arbeit und Schule gegeben.«

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karin Weber

Es soll nicht nur bei Dildos, Lack & Latex bleiben, die wollen sogar "anschaulichen Unterricht" in den Schulen gestalten. Vermutlich laden die dann Darsteller der verschiedenen Lebensformen zur praktischen Ausübung ihrer sexuellen Präferenzen in die Schulen und Kitas ein. Man spricht dann von "zeitgemäßer Sexualpädagogik".

http://www.hna.de/lokales/kassel/kasseler-soziologin-fordert-sexualkundeunterricht-praktischen-uebungen-3664580.html

http://www.hna.de/lokales/kassel/prof-elisabeth-tuider-ueber-zeitgemaesse-sexualpaedagogik-3665092.html

Frau Schwesig, sogenannte Familienministerin hier in Ausverkauf-Deutschland, die ist in diesem Kontext dann zwar der Meinung: "Straßenstrich ja, aber erst ab 21!"

http://www.derwesten.de/politik/diskussion-um-mindestalter-auf-dem-strich-aimp-id9535874.html

Übrigens .. bei ihrer Kollegin von der Leyen im Nachbarressort "Bundeswehr" ist dann das Sterben bei "Friedensmissionen" bereits ab 18 schon erlaubt.

Also wenn man sich mal überlegt, dass eine Frau mit 18 noch zu jung für den Strich, aber alt genug ist, um im Auslandseinsatz zu sterben, dann hat man bezüglich der Politik der Bundesregierung doch wirklich keine Frage mehr.

Gravatar: Ingo Weber

>>Weber sorgt sich um das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen, die mit Lehrmethoden von Tuider und ihren Freunden konfrontiert werden. Doch was kann man dagegen tun?<<

Man könnte einklagbare Rechte schaffen die sich direkt an die zuständige Lehrkraft richten.
Wenn ein Kind nicht die notwendige Reife und Vernunft für den gegebenen Unterricht hat muss der Lehrer mit einer Geldstrafe nicht unter 15.000 € rechnen und darf nie wieder unterrichten.
So etwas sensibilisiert schnell und effektiv!!!!

Gravatar: Karin Weber

Ich glaube, wir leben im Zeitalter sexueller Ausschweifungen und Perversion. Vermutlich wird man diesem Zeitfenster dann einen Namen zuordnen, wie damals der Kreidezeit.

Was muss nur in den Köpfen dieser Menschen vor sich gehen? Es ist ja nicht nur so, dass die diese Gedanken in ihrem Hirn entwickeln und behalten, nein! .. die gehen damit in die Offensive und wollen ihre perversen Phantasien an unschuldigen Opfern exzessiv ausleben. Das sind doch alles Fälle aus der ICD-10 - Tabelle. Für unseren Herrn Freigeist ist das sicherlich alles normal, vermutlich würde man ihn mittendrin finden?

Gravatar: MicroHirn

Witzige Idee, Frau Weber. Nennen wir es das Sexolithikum. Die Einteilung der geistig-kulturellen Stratigraphie erfolgt dann anhand von Grabfunden und ihren Beigaben: Dildo und Gummi-Muschi. Noch Vorschläge? ;-) :-)

Gravatar: Karin Weber

Meine Vorschläge:

- "Sexozoikum"
- "Sexozän"
- "Rot-Grüne Kreidezeit"
- "Genderzäikum"

Gravatar: S Petzoldt

Unglaublich, diese Dame kann sich wahrscheinlich, ihren, vom Trend abgängingen triebhaften Vorstellungen mit pädophilen Neigungen eine Bühne schaffen und hintergründig ausleben. Wo sind denn die Grenzen der sexuellen Vielfalt im Unterricht zu ziehen? Wahrscheinlich sollten auch derartige Praktiken einbezogen werden, wie hier
http://www.bz-berlin.de/tatort/menschen-vor-gericht/sexpartner-zerstueckelt-sieben-jahre-haft-gefordert.
Wir sollten auch viel mehr Verständnis für den Sexualmörder Jürgen Bartsch haben. Vielleicht kann man das auch im Unterricht nachspielen, was dieser Mann genüsslich an Kindern vollzog.
Ich glaube diese Frau hat nur Verachtung und zerstörerische Fantasien gegen Kinder und Jugendliche übrig und will diese in einer angeblich freien und lebensnahen Pädagogik verstecken. Kriminalpsychologen würden auch keine andere Erklärung finden. Sie ist eine Schreibtischtäterin!

Gravatar: kennie876

Im Genderismus ist das Zerstören von Grenzen und Tabus nichts verwerfliches sondern wird als intellektuelle Leistung verstanden. Auch Frau Tuider will ganz offen Grenzen und Tabus zerstören. Bislang begnügt sie sich damit, Kinder zu nötigen sich mit ihren Phantasien auseinander zu setzen die sie bar jeden Anstands auf Minderjährige projiziert - sei es in Analsexgedichten oder beim Einrichten eines virtuellen Puffs. Wenn aber erstmal keine Grenzen mehr anerkannt werden - vor allem keine Grenzen zwischen Erwachsenen und Kindern! - dann ist eben auch nicht abzusehen wo das enden soll. Frau Tuider's Nachfolgerin wird dann vielleicht 10jährige auffordern ihren eigenen Kot mit in den Unterricht zu bringen, als Anschauungsobjekt beim Thema Fäkalfetischismus, und der nächste "Lehrer" wird sich zusammen mit den Minderjährigen ganz selbstverständlich in der Klasse ausziehen und "berühren". The sky is the limit. Und daher ist es höchste Zeit, daß Eltern verstehen daß die Gender-"Forschung" ihnen den Krieg erklärt hat und nicht eher aufhören wird, Grenzen einzureißen, bis man ihnen selbst wieder welche setzt. Dort tummeln sich Perverse und Pädophile unter dem Deckmantel einer sektiererischen Pseudowissenschaft, wo die Grenzüberschreitung, das Verletzen von Scham- und Intimitätsgrenzen von Kindern als fortschrittlicher Akt kaschiert wird. Ich würde nicht soweit gehen Fr. Tuider als Verbrecherin zu bezeichnen (das Verbreiten wirrer Thesen ist nicht strafbar), aber sie ist ganz gewiss eine Wegbereiterin für Pädokriminalität indem sie Grenzen zwischen Kindern und Erwachsenen verwischt, die für die Sicherheit der Kinder lebenswichtig sind.

Gravatar: Thomas

Ich oute mich als Bildungsplangegner, und ich war auf der Demo. Ich habe überhaupt nichts gegen Homosexuelle (oder LSBTTIQ). Aber ich habe was dagegen, daß demnächst meine Kinder in der Schule lernen sollen was Dildos sind, und wofür man Lederpeitschen noch einsetzen kann. Über einen “Puff für Alle” unterhalte ich mich als Erwachsener normalerweise nicht, aber die Kinder sollen ab der 7.Klasse hier zu Experten werden. Diese Diskussionen gehören in die privaten Schlafzimmer oder Folterkammern, aber nicht in die Klassenzimmer. Ich bin halt ein “Ewiggestriger”.
Würde die rot-grüne Landesregierung ein vernünftiges Programm zur Förderung der Toleranz von Homosexuellen (oder LSBTTIQ) auflegen, würde es diese Demos vermutlich gar nicht geben. Aber auf der Demo als Nazi beschimpft zu werden zeigt mir, daß sich die Bildungsplanbefürworter überhaupt nicht mit der Sache auseinander gesetzt haben, sondern nur das von den Medien verzerrte Bild aufgreifen.
Auf mich gibt der Bildungsplan und das Aktionsbündnis ein zu extremes Bild ab. Zu offensichtlich soll hier der “Gender-Mainstream” gegen den Willen eines (vermutlich) großen Teils der unwissenden Bevölkerung durchgedrückt werden. Daß dabei laut Aktionsbündnis “Kontrolle der Medien” und Sanktionsmaßnahmen gegen Einrichtungen mit “veraltetem Menschenbild” eingesetzt werden sollen, rückt das Ganze in ein gefährliches Licht. Hier im Ländle wurden ~200.000 Unterschriften abgelehnt, in Frankreich ~700.000.
Eltern, wacht auf! Auf der nächsten Demo will ich Euch alle sehen!
Outings sind ja gerade modern: Ich bin Christ. Jetzt ist es raus. Das tut gut.
Und mich für Jesus zu entscheiden war das Beste, was ich je in meinem Leben gemacht habe. (Sorry, aber Jesus hat selbst gesagt, daß wir in der Öffentlichkeit dazu stehen sollen)
Genug evangelisiert für heute ;-)

Gravatar: johannes

Dieser Artikel ist absolut unseriös, er versucht keineswegs neutral zu analysieren um was es bei diesem Buch geht, sondern versucht von einer bestimmten Meinung ausgehend die Leser zu manipulieren. An einer stelle werden Schlagwörter (z.B. "Dildo") aus dem pädagogischen Kontext gerissen und als zentraler Lehrinhalt dargestellt.
Leider gibt dieser Artikel keineswegs Einblick in das tatsächliche Buch und ermöglicht keine authentische Meinungsbildung bei den Lesenden.

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