Familienunternehmer Christoph Zschocke – Eine Reportage

25. Juni 2009, 04:38 | Kategorien: Politik, Wirtschaft | Schlagworte: , , | von
Fabian Heinzel

„Flexibilität im unternehmerischen Handeln auf die Bedürfnisse des Marktes und  kurze Wege der Entscheidung“ - das ist für Dr. Christoph Zschocke einer der wichtigsten Vorteile eines Familienunternehmers gegenüber anderen Firmen – eines Familienunternehmers wie ihm selbst.

Denn seit inzwischen siebzehn Jahren ist Zschocke Geschäftsführender  Gesellschafter der ÖKOTEC Management GmbH, die er 1992 gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Caroline Libotte gegründet hat.  Als Familienunternehmer ist er flexibel und als Person direkt ansprechbar.  Doch natürlich gehört auch eine 60-Stunden-Woche dazu – genauso wie der ewige Kampf gegen die Bürokratie.

Kampf gegen die Bürokratie

Von diesem Kampf kann Zschocke ein Lied singen.  Früher erstellte er als Präsident des Bundesverbandes Junger Unternehmer (BJU) Vorschläge zur Entbürokratisierung und musste erleben, wie kein einziger davon umgesetzt wurde.  Heute muss er sich zum Beispiel mit dem Betriebsverfassungsgesetz auseinander setzen.  Dieses Gesetz ermöglicht schon in Kleinunternehmen mit gerade einmal 10 festen Arbeitnehmern die Gründung eines Betriebsrates und zeitaufwändige Berichtspflichten.   Zschocke hat dreißig Mitarbeiter und ist durchaus bereit, auf deren Wünsche einzugehen – doch der gesetzlich verordnete Zwang, sie für Tätigkeiten wie zum Beispiel Kommunikation mit Gewerkschaften frei zu stellen, sorgt für unnötige Unruhe in der Belegschaft.  Denn ÖKOTEC  kann sich nur mit viel Effizienz und Innovationskraft am Markt behaupten.

Flexibilität und Struktur

So gehörten früher Altlastensanierung und Bodenschutz zu den Schwerpunktbereichen des Unternehmens.  In diese Bereiche drängten im Laufe der Zeit so viele Konkurrenten, dass Zschocke und seine Leute nicht mehr rentabel arbeiten konnten.  Eine Neustrukturierung wurde erforderlich und heute ist Energiemanagement für ÖKOTEC am wichtigsten.  Zschockes Mitarbeiter überprüfen beispielsweise bei einem Kunden den Energieverbrauch von Maschinen, Produktionsprozessen und Energieversorgungsanlagen.In einem Energiekonzept werden Maßnahmen entwickelt, wie der Kunde Energie einsparen kann.  Das Angebot ist gefragt –  weil sich jedoch die Zielsetzung des Unternehmens im Laufe der Jahre veränderte, musste Zschocke auch seine Mitarbeiterstruktur verändern.  Der Bedarf an Geologen und Geographen sank, während der an Ingenieuren zunahm.  Die Gesetze legten ihm nun nahe, die Mitarbeiter zu halten, die am längsten dabei sind – und nicht die, die er am dringendsten brauchte.  Er selbst hat sich mit ehemaligen  Angestellten auf Abfindungen geeinigt, aber für manchen Kleinunternehmer bleibt im Zweifelsfall nur die Insolvenz

Verbesserungen und Verschlechterungen

Doch obwohl Zschocke auf politischer Ebene in den letzten Jahren weit mehr Verschlechterungen als Verbesserungen für Familienunternehmer sieht, ist auch hier sein Unternehmergeist noch lebendig.  So wie es sich bei ÖKOTEC um eine Innovationsschmiede  handelt, die neue Konzepte entwickelt und jungen Menschen die Chance gibt, betriebsintern eine Diplom- oder Master-Arbeit zu schreiben, handelt es sich bei Dr. Christoph Zschocke um einen Menschen mit Ideen für eine bessere Wirtschaftspolitik.  Unter anderem plädiert Zschocke für eine Vereinfachung des Steuersystems, eine geringere Bürgerbelastung und für eine umfassende Rentenreform hin zu einem kapitalgedeckten Rentensystem.  Noch entscheidender aber ist für ihn ein Rückzug des Staates aus der Wirtschaft.  Zum Bürokratieabbau sagt Zschocke „Mindestens die Hälfte aller Gesetze und Verordnungen können Sie streichen“,.  Natürlich sieht er dabei das Problem, dass die zuständigen Politiker und Beamten sich so teilweise selbst wegrationalisieren müssten.  „Mit Gänsen können Sie schlecht über Weihnachten diskutieren“,. 

Aber auch wenn die aktuelle Politik eher in eine andere Richtung tendiert, wird sich Christoph Zschocke nicht abschrecken lassen und die Hoffnung nicht aufgeben.  Er will weiterhin Unternehmer sein – und Vorbild, zum Beispiel durch sein Engagement bei dem Verband „Die Familienunternehmer – ASU“, in seiner Tätigkeit als Rotarier und in seiner Eigenschaft als Vater.   

zum Internetauftritt der ÖKOTEC Energiemanagement GmbH

(Foto: C. Zschocke)  

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