Skandal um »Estrela-Bericht«

Erfolg von EINER VON UNS – vom WDR diffamiert

Im WDR wurde ein Beitrag über den »Estrela-Bericht« gesendet, in dem die Europäische Bürgerinitiative EINER VON UNS nach Kräften diffamiert wird. Man kann das als positives Zeichen deuten.

Foto: Maik Meid / flickr.com / CC BY-SA 2.0
Veröffentlicht: | Kategorien: Reportagen, Reportagen - Empfohlen | Schlagworte: Abtreibung, Bericht, Daniela Weingärtner, Edite Estrela, Einer von uns, Europäische Bürgerinitiative+, Europäisches Parlament, Frühsexualisierung, Greenpeace, Hedwig von Beverfoerde, Lebensschutz, Michael Cashman, Oliver Brüstle, Tobias Teuscher, WDR
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Der Skandal um den so genannten Estrela-Bericht war so groß, dass er sogar im öffentlich-rechtlichen Rundfunk seinen Niederschlag gefunden hat: Beispielsweise hat der WDR in seiner Sendung »Bericht aus Brüssel« darüber berichtet. Allerdings war die Darstellung so verzerrt, dass sie nicht unwidersprochen hingenommen werden kann. Journalisten sollten der Wahrheit die Ehre geben und nicht ihren persönlichen Ressentiments freien Lauf lassen – und schon gar nicht die der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

Was passiert ist, ist bekannt: Der Frauenausschuss des Europäischen Parlaments hatte einen Berichtsentwurf verabschiedet, der unter Federführung der sozialistischen Abgeordneten Edite Estrela enstanden war. Darin enthalten war die Forderung nach einem Recht auf Abtreibung und der Einführung von verpflichtendem Sexualkundeunterricht in ganz Europa. Doch dagegen liefen die Bürger Europas Sturm. Die Europäische Bürgerinitiative EINER VON UNS und die Initiative Familienschutz – beide angeführt von Hedwig von Beverfoerde – organisierten eine Demonstration vor dem Europäischen Parlament in Straßburg und riefen zum E-Mail-Protest gegen die Beschlussvorlage auf. Mit Erfolg, denn in einer spektakulären, turbulenten Sitzung verweigerte das Europäische Parlament dem Entwurf seine Zustimmung und verwies ihn zurück in den Ausschuss. Die Befürworter von Abtreibung und Frühsexualisierung schäumten vor Wut.

Im Nachgang zu der denkwürdigen Sitzung sendete der WDR am 23. Oktober einen Beitrag, der allerdings nicht darüber informierte, was vorgefallen war, und den Zuschauer auch über die Zusammenhänge im Unklaren ließ. Es war ein journalistisches Schurkenstück, das auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen seinesgleichen sucht. Die Autorin des Beitrags, die freie Journalistin Daniela Weingärtner, unterstellte dem Kontaktmann für Europa von EINER VON UNS, Tobias Teuscher, er wolle einen »Blitzkrieg« in Europa führen. Sie unterstellte EINER VON UNS die missbräuchliche Verwendung des von Greenpeace erstrittenen Urteils des Europäischen Gerichtshofs über die Patentklage gegen den Stammzellenforscher Oliver Brüstle. Und sie zeichnete insgesamt ein Bild von der Thematik, das an der Wirklichkeit meilenweit vorbeigeht.

Von »Blitzkrieg« hatte nicht Teuscher zuerst gesprochen, sondern es war der Abgeordnete Michael Cashman, der gefragt wurde, wie sich Homosexuellengruppen in Europa am besten Gehör verschaffen könnten. Daraufhin empfahl er einen »Blitzkrieg«-Ansatz (»›blitzkrieg‹ approach«), das heißt: massiven Druck auf die Parlamentarier aller Parteien ausüben. Cashman sagte: »Macht daraus keine parteipolitische Angelegenheit – es handelt sich um eine Frage des Rechts, und die muss quer durch alle großen politischen Parteien getrieben werden.« (»Never make it a party-political issue — it’s a rights issue and rights must run horizontally through the serious mainstream political parties.«) Doch die Art, wie Weingärtners Bericht geschnitten war, erweckte den Eindruck, der Ausdruck stamme von Teuscher.

Dass sich die Initiatoren von EINER VON UNS positiv auf Greenpeace beziehen – wer kann es ihnen verdenken? Greenpeace hat nun einmal das Urteil vor dem Europäischen Gerichtshof erstritten, und daran knüpften die Initiatoren an. Das war von Greenpeace nicht beabsichtigt gewesen, aber EINER VON UNS hat auch nie behauptet, dass Greenpeace die Kampagne für den Lebensschutz unterstützt. Doch Weingärtner vermittelt den Eindruck, als bediene man sich des guten Namens von Greenpeace und habe nur deshalb Erfolg – das ist die glatte Unwahrheit, und deshalb ist Weingärtners Unterstellung, EINER VON UNS würde sich mit fremden Federn schmücken, falsch, ehrenrührig und hinterhältig.

Weingärtners Beitrag im WDR enthält noch weitere Unterstellungen und Falschbehauptungen, er ist wirklich ärgerlich. Doch so etwas kann man verkraften. Viel schlimmer ist die Art zu denken, die dahinter steht und die offensichtlich auch die Redaktion des WDR teilt: Wer sich für den Schutz des menschlichen Lebens einsetzt, ist in dieser Lesart Mitglied der »fundamentalistischen Lebensschutzbewegung« und vertritt »ultrakatholische Positionen«, die »bei uns nicht mehrheitsfähig« sind. Deshalb, so Weingärtners Unterstellung, muss man sich also verstellen und kann nur im Fahrwasser des guten Rufs von Greenpeace zumindest in Deutschland auf 140.000 Unterschriften kommen. – Es ist schon besorgniserregend, wie leichtfertig das Unrecht der Abtreibung zu Recht erklärt wird und im Gegenzug Menschen, die die Einhaltung des Rechts einfordern, als Extremisten diffamiert werden.

Vielleicht sind Berichte wie der von Weingärtner aber auch nur der Versuch von Anhängern einer Kultur des Todes, wieder in die Offensive zu kommen. Der WDR hätte den Skandal um den Estrela-Bericht auch totschweigen können. Es gibt deshalb nur eine Erklärung für diese verzerrende Darstellung: EINER VON UNS ist eine erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative, und der Erfolg ist nicht mehr zu übersehen. Insofern dürfen sich die Initiatoren und ihre 1,3 Millionen Unterstützer in ihrem Kurs bestätigt fühlen; sie wissen, dass sich am Ende die Wahrheit und das Recht durchsetzen werden.

Kommentare zum Artikel

Gravatar: erwin

Habe den Bericht in der ARD gesehen. Versuchter journalistischer Meuchelmord. Die wollen gar nicht informieren, nur hetzen.

Gravatar: Esra N.

Populismus und Bedienung niedriger Instinkte durch diejenigen, die Abweichler mit Populismus-Vorwürfen überziehen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Wortschöpfung "Demokratieabgabe" für die GEZ-Gebühren besonders dreist. GEZ-Gebühren abschaffen!

Gravatar: Heiner

Die nächste Bürgerinitiative: Fernsehgebühren abschaffen! Das sind nämlich staatliche Beihilfen, die in die Kompetenz der EU fallen und nur aufgrund einer sehr fragwürdigen Ausnahmegenehmigung gewährt werden dürfen.

Gravatar: Tilda

Der europäische Gerichtshof hat den Beginn des Lebens mit der ZEUGUNG festgelegt.
Jede Abtreibung ist also ein Rechtsbruch.
Der Phsychologe Bonelli sagt: Nicht eingestandene Schuld führt zu Aggresion.
Weshalb werden die Lebensschützer so angegriffen?
1.5oo ooo Kinder sind in Deutschland seit dem § 218 abgetrieben worden- wir hätten keine Probleme mit der Alterspyramide, wenn diese leben würden.

Gravatar: Markus Wolf

Danke WDR!
Danke, Frau Weingärtner!

Die selbsternannten "LebensschützerInnen" sagen in höchst beleidigtem Ton

"Wer sich für den Schutz des menschlichen Lebens einsetzt, ist in dieser Lesart Mitglied der fundamentalistischen Lebensschutzbewegung und vertritt ultrakatholische Positionen, die bei uns nicht mehrheitsfähig sind."

Der Begriff "fundamentalistisch" ist falsch und müsste durch den Begriff "fanatisch" ersetzt werden, denn das Christentum kennt kein AUSDRÜCKLICHES Abtreibungsverbot.
Das Gebot "Du sollst nicht töten" kann nicht ohne weiteres dahingehend "ausgelegt" werden, dass Schwangerschaften nicht abgebrochen werden dürfen.
Dazu bräuchte man ein "elftes Gebot", welches besagt "Du sollst nicht abtreiben!"
Es gilt der uralte Rechtsgrundsatz "Was nicht verboten ist, ist erlaubt", nicht umgekehrt "Was nicht erlaubt ist, ist verboten".
Und dass die Behauptung, wonach Abtreibung "Mord" sei, "ultrakatholisch" ist, ist ebenfalls klar oder sagen wir es historisch genauer, "ultrakatholisch" seit 1869.
Denn im Jahre 1869 haben die führenden katholischen Kirchenmänner die "Sukzessivbeseelung" aus dem Kirchenrecht gestrichen und durch die "Simultanbeseelung" ersetzt.
Von 1140-1869, unterbrochen durch die Jahre 1588-1591, durften Frauen faktisch bis zum 80. Tag der Schwangerschaft abtreiben, ohne exkommuniziert zu werden und wurden auch nach der "Peinlichen Gerichtsordnung" des Karl V. nicht enthauptet, sofern der Fötus "unbeseelt" war.(fetus inanimatus)

Ferner jammern die AbtreibungsgegnerInnen herzzerreissend:

"Es ist schon besorgniserregend, wie leichtfertig der Umwelt die Abtreibung zum Recht erklärt wird und im Gegenzug Menschen, die die Einhaltung des Rechts einfordern, als Extremisten diffamiert werden."

Korrektur:

Abtreibung IST ein Recht, das steht fest wie das Amen in der Kirche (oder gar noch fester).
Und wer ist hier "leichtfertig"?
Die AbtreibungsgegnerInnen erklären "leichtfertig" die Abtreibung zum "Mord im Mutterleib", obwohl ein Zellklumpen, der aus einer zusammengeschmolzenen männlichen Samenzelle und einer weiblichen Eizelle besteht, weder ein Lebewesen noch ein Mensch ist, ferner sind die "Ultrakatholiken" leichtfertig, weil sie der breiten Mehrheit der Bevölkerung nicht nur leichtfertig, sondern arglistig verschweigen, dass von 1140-1588 und von 1591-1869 die Katholische Kirche die Abtreibung bis zum 80. Schwangerschaftstag faktisch erlaubte und ebenso leichtfertig sind die Ultrakatholiken, weil sie mir trotz brennender Nachfragen nicht das Kirchengeheimnis ins Öhrchen geflüstert haben, WARUM den führenden Kirchenmännern im Jahre 1869 einfiel, dass bereits ab der Zeugung der Zellklumpen "beseelt" sein soll?!

Abschließend stelle ich fest, dass AbtreibungsbefürworterInnen keine AnhängerInnen der Kultur des Todes sind und auch nicht verlangen, dass jede Schwangerschaft abgebrochen wird, sondern nur AnhängerInnen des Menschenrechtes auf Abtreibung sind.

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