Die Finanzkrise: Vortrag Dan Mitchell

23. Juni 2009, 08:01 | Kategorien: Wirtschaft | Schlagworte: , , | von
Norman Gutschow

Teil 1. Ursachen der Krise

Der amerikanische Ökonom Daniel J. Mitchell hielt auf Einladung des Instituts für unternehmerische Freiheit (IUF) in Berlin einen Vortrag "Bailouts, Stimulus and Entitlements - The Triple Threat to Freedom and Prosperity". Er setzte sich dabei kritisch mit der Enstehung und der Bekämfpung der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise auseinander.

Daniel Mitchell arbeitet als Fellow beim amerikanischen Think-Tank Cato Institute, er ist Experte für Steuerreformen und Anhänger der Flat-Tax, sowie eines internationalen Steuer-Wettbewerbs.

In seinem Berliner Vortrag ging er zunächst auf die Auslöser der derzeitigen Finanzkrise ein.

Bad Government und falsche Marktsignale

Ursächlich ist für Mitchell dabei “bad government”. Die Regierung der Vereinigten Staaten habe mit ihrer Politik die Krise erst ermöglicht. Der ständige Druck auf die US-Notenbank, die Zinsen niedrig zu halten, also eine “easy money policy” zu btreiben hätten “künstliche Signale” an den Markt gesendet. Dies führte ab Mitte der 1990er zu einem dramatischen Boom des US-Häuser-Marktes. In der Folge wurden die Häuser immer wertvoller, aber die Häuserbauer knapper. Banken fingen auf der Suche nach neuen Kunden auch an Menschen Geld zu leihen, die die Kredite nicht zurückzahlen konnten. Dafür wurden dann eigens Subprime-Mortgages entwickelt, Papier mit andern vermischt und diese, wie wir heute wissen, “Gift-Papiere” an andere Institute weiterverkauft. Bei potentiell steigenden Immobilienpreisen ein gutes Geschäft auf die Zukunft.

Gift-Papiere als Silver Standard

Dementsprechen begannen die beiden größten Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Freddie Mae( beide “governmanet sponsored entrepeneurs” also staatlich subventionierte Unternehmen) diese Subprime-mortgages im großen Stil aufzukaufen. Dan Mitchell zufolge waren diese Papier inzwischen so etwas wie der “silver-standard”, Hypothekenverschreibungen waren also mehr wert als tatsächliche Immobilien. Dies und der weiterhin niedrige Zins, vermittelten dem Markt ein “weiter so”. Banken machten also Geld, indem sie Kredite an eigentlich kreditunwürdige Personen vergaben und die Subprimes mit Gewinn an Freddie Mae und Freddie Mac verkauften. Viele behielten diese Papiere jedoch in ihrem Portfolio. Als die Immobilien-Blase im letzten Jahr platzte, saßen also die betroffenen Institute auf einem großen Haufen “Gift-Zertifikaten”, die keinen Wert mehr hatten und somit die Bilanz belasteten.

Nicht die Unfähigen belohnen

Diese Bilanzschulden durch erneute staatliche “Hilfspaket” ausgleichen zu wollen, ist für Mitchell wie ein schwarzes Loch zu füllen. nach seiner Meinung sollte man die betroffenen insolventen Banken schliessen, damit sich der Markt bereinigt. Staatliches Geld könnte man dann zur Entschädigung der Anleger verwenden. Aber die Milliardenhilfen für die Kreditinstitute würden nur die Unfähigen belohnen. Nur durch Bankrotte kann der Markt wieder genesen, so Mitchell, denn dann würde die Lektion von den Unternehmen gelernt, sich nicht auf die falschen Signale zu stürzen und zu versuchen mit faulen, überbewerteten Papieren Geld zu verdienen. Mit den derzeitigen Programmen würde man nur dahinsiechende “Zombie-Banken” schaffen und die Staatsverschuldung in die Höhe treiben.

Teil 2 Keynes, Obama, Flat-Tax

 

Über Daniel J. Mitchell

Das Cato institute

Website Institut für Unternehmerische Freiheit

Foto: Cato Institute

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