Randnotizen am Freitag (11. Folge)
0 Kommentare | Posted 19.04.2013 14:09
Wir leben in Zeiten des Mißbrauchs
Mit Erwin Chargaff, der 2002 verstorben ist, wurde kurz vor seinem Tode ein Interview geführt, in dem er seinem Schmerz über den Verfall von Moral und Wissenschaft Ausdruck verleiht. Er sei unendlich traurig, „wie der Anstand die Welt verlassen hat. Befruchtung und Zeugung werden sie bald abschaffen, Interneteltern werden per Internet Internetkinder ordern, und Kinder werden wie Cocktails zusammengeschüttelt, aber sie werden keine Menschen mehr sein. Die Seele kann man nicht klonen. Wir leben in einer Zeit des Mißbrauchs. Des Mißbrauchs der Sprache, des Mißbrauchs der Naturforschung, des Mißbrauchs des Lebens, der Hoffnung. Wir kommen noch in eine Zeit, wo die Leichen nicht mehr begraben oder verbrannt, sondern industriell ausgeschlachtet werden, weil sie so unheimlich viele wertvolle Substanzen enthalten. Die Menschlichkeit ist zu Ende gegangen.“
Das gesamte Interviews ist im Internet abrufbar. http://tinyurl.com/2ev2va
Wir haben wirklich keine Wahl?
Aber wer sagt denn, daß das keine Wahl ist, wenn ich eine ungültige Stimme abgebe? Wenn ich NEIN sage zu all dem, was man mir zur Wahl stellt, weil es inakzeptabel ist. Neinsagen ist auch eine Wahl! Und diese Wahl drückt viel mehr Selbstbewußtsein aus als das affirmative Kreuzchen, mit dem man leichthin und einer Laune folgend das Vorgekaute akzeptiert und zwischen den willkürlich gesetzten Übeln wählt, die sich frech als TINA (there ist no alternative) ausgeben.
Das menschliche Maß
Nach der Ansicht des 1994 verstorbenen österreichischen Nationalökonomen und Philosophen Leopold Kohr liegt das Wohl des Menschen und des Gemeinwesens keinesfalls im permanenten wirtschaftlichen Wachstum, sondern in der Verwirklichung des „menschlichen Maßes“, und dies sei immer klein, was seine Ausmaße und Organisationsformen betrifft. Hinter allen Formen des sozialen Elends sah Kohr eine einzige Ursache: unbegrenztes Größenwachstum. Was auch immer zu groß werde, sei es eine Institution, ein Unternehmen, eine Wirtschaftseinheit oder der Staat, könne ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch durch Gewalt zusammengehalten werden. Jede Vereinigung zu einer größtmöglichen Einheit sei deshalb eine Vorstufe zum Verfall, warnte Kohr in all seinen zahlreichen Vorträgen und Schriften. Zum Kennenlernen empfehle ich die Dokumentation „Leben nach menschlichem Maß“. http://tinyurl.com/bwv9rbm
Kopf in den Sand
Das Nichtwahrnehmen einer Bedrohung ist womöglich ein psychologischer Trick zur Aufrechterhaltung des seelischen Gleichgewichts. Würde der Mensch alle Gefahren mental zu nah an sich heranlassen, wäre er wohl die meiste Zeit seines Daseins vor Angst wie gelähmt. Der Schutzmechanismus, nicht zu genau hinschauen zu wollen, mündet in eine Wird-schon-gehen-Mentalität. Das ist hilfreich in Momenten, wo ein kühler Kopf notwendig ist und dient somit der Daseinsbewältigung. Wird das Nichthinschauen jedoch zur Grundhaltung, dann drohen Gefahren, die da sind: mangelnde Vorsorgevorkehrungen für eventuelle Notfälle und leichtfertige Handlungsweisen. Wer das Kleingedruckte – auch in übertragenem Sinne – niemals liest, wird leicht Opfer von Lumpen, Falschmünzern und Scheinheiligen, die genau diese geistige Schonhaltung ihrer Mitmenschen planmäßig ausnützen.
Anfeindungen stärken die Herrschaft
Indem sich die Bürger geistig an einem politischen Phänomen abarbeiten, kräftigt diese affektive Haltung zwar ungewollt, aber unausweichlich das Objekt der Anfeindungen und dient somit der Fixierung schräger Verhältnisse. Uns bleibt verborgen, daß nicht nur die positive, sondern gerade die negative Resonanz eine Plattform schafft, auf welcher sich das Angegriffene zu voller Größe entfalten kann. Allein die Ignoranz bringt Objekte und Ideen zum Verschwinden, die Herrschenden wissen das, und sie errichten Denk- und Sprechverbote, mit denen sie echte Alternativen totschweigen.
Massen aber können nicht schweigen. Das Schweigen ist eine Eigenschaft des Einzelnen, weil es einen Willensakt voraussetzt. Das Schweigen des Individuums geht im Lärm der Masse unter.
Nicht Sport ist Mord, sondern Politik. Jegliche Politik ist unvermeidlich links. An den Früchten erkennt man den Baum.
Das Selbstverständliche ist nicht selbstverständlich
Es liegt eine gewisse Tragik darin, daß die Fundamente des kulturellen und sittlichen Daseins, eben deshalb, weil sie einfach vorhanden sind, unverstanden bleiben. Was den Menschen trägt, weiß dieser erst zu würdigen, wenn die Fundamente brüchig werden. Die Furcht vor dem eigenen Scheitern (Lebensangst) macht anfällig für Erlösungsversprechen. Deshalb ist es die Wohlstandsdekadenz, die auf verschlungenen Wegen zum Sozialismus führt. Die Annehmlichkeiten des täglichen Lebens rufen eine gewisse körperliche und geistige Trägheit hervor, womit die Widerstandskräfte gegen politische Zumutungen erlahmen. Der verweichlichte und verängstigte Mensch ist damit unter die Willkür jener Artgenossen gestellt, die zwar in der Minderzahl sind, aber dafür über eine starke Natur und einen ausgeprägten Willen zum Herrschen verfügen.
Die Schöpfung verbessern
Chargaff: „Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, die Natur verbessern zu wollen. Früher hat man wegen des Regens den Regenschirm erfunden. Da hat es keine großen Eingriffe in die Meteorologie gegeben. Heute bekäme ein Forschungsinstitut den milliardenschweren Auftrag, den Regen abzuschaffen. Wir haben den Respekt vor der Dunkelheit verloren.“ (siehe oben)

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Randnotizen am Freitag (10. Folge)
4 Kommentare | Posted 05.04.2013 12:03
Klimarettung I
In meinen Unterlagen fand ich kürzlich einen Kommentar zum Klima, veröffentlicht im Jahr 2009. Mein Beitrag bezog sich auf die folgende Aussage: „Seit mehreren Jahren steigt die Globaltemperatur nicht mehr an. Das Jahr 2008 war verglichen mit den IPCC-Projektionen 0,25 Grad Celsius zu kalt. In diesem Winter war die Vereisung der Arktis 10% größer als im Vorjahr. Und das alles bei ständig steigendem CO2-Gehalt der Atmosphäre!“
Ich schrieb dazu: „Vor gar nicht langer Zeit äußerte ich ironisch in einer Diskussion, daß selbst dann noch von Klimaerwärmung gefaselt würde, wenn eines schönen Julitages an der Ostsee Badegäste sich vor dem Schneesturm in Strandkörbe retten müßten. Damit erntete ich weder Nachdenklichkeit noch Lacher, sondern giftige Reaktionen. Prompt hatte ich das Etikett „Klimaleugner“ weg und war ab sofort Unmensch der Runde. Man muß bei der Thematik im Auge behalten, daß Begriffe, wenn sie nur häufig genug in den Medien auftauchen und damit in den Stammtischsprachgebrauch einfließen, an den Rändern ausfasern und schlußendlich als sinnentleerte Worthülsen ein von der Realität abgekoppeltes Eigenleben führen. Niemand denkt mehr über den ursprünglichen Sinngehalt nach. So könnte es passieren, daß das Wort „Klimaerwärmung“ selbst dann noch wirkt, wenn die Abkühlung des Klimas bereits Fakt ist. Wieselwörter sind in der politischen Debatte ein wirkungsvolles Instrument zur Lenkung der öffentlichen Meinung. Außerdem ist es für unseren Propagandaapparat ein leichtes, den „Klimawandel“ als Folge der Erwärmung darzustellen. Paradox? Ja. Aber es gibt viele Paradoxien, über die kaum jemand nachdenkt. Festgefahrene Sprachgewohnheiten machen es möglich.“
Wohlgemerkt, dieser Text stammt aus dem Jahr 2009. Damals hätte ich nicht erwartet, daß die Bestätigung durch die Realität nicht lange auf sich warten lassen würde.
Moderne Logik
Es wird kälter, weil es wärmer wird.
Es wird dunkler, weil es heller wird.
Wir werden ärmer, weil wir reicher werden.
Wir werden kränker, weil wir älter werden.
Wir werden dümmer, weil wir mehr wissen.
Strom wird teurer, weil er billiger wird.
rule of law – rule of men
Ersteres ist göttlichen Ursprungs, zweiteres beruht auf menschlicher Willkür und obrigkeitlichem Zwang. Der Rechtsstaat stützt sich auf die Herrschaft des Rechts (rule of law). Totalitäre Unrechtssysteme, zunehmend auch die Parteiendemokratie, stützen sich auf die Herrschaft der Regierenden (rule of men). Rechtspositivismus ist zur Norm geworden.
„You have to choose between trusting the natural stability of gold and the honesty and intelligence of members of the government. With due respect for these gentlemen, I advise you, as long as the capitalist system lasts, to vote for gold.” (George Bernard Shaw, 1928)
Analog dazu: die Wahl zwischen Gott, dem Nichtmanipulierbarem, und dem Staat als Instrument machtbewußter Individuen, die sich zu einer Interessengruppe zusammengefunden haben. Gold als Wirtschaftswährung und Gott als Moralwährung, beides fungiert als stabiler Imperativ für das rechte menschliche Handeln. Der Sozialordnung sind diese natürlichen Währungen bekömmlicher als die Lehre des Konstruktivismus, dessen Anhänger vor nichts Ehrfurcht empfinden und sich in grandioser Selbstüberschätzung selbst zu den Herren der Schöpfung erklären.
Die Französische Revolution als Blaupause
„Die Französische Revolution war rein intellektuell ein Sammelsurium von nicht durchdachten, aber fanatisch geglaubten Ungereimtheiten, aber sie zeigte eindeutig wie so viele andere Revolutionen, den wahren Charakter der großen Mehrheit des Genus Humanum.“ (Erik Kuehnelt-Leddihn)
Man ersetze „Französische Revolution“ durch „Klimaerwärmung“. Rest bleibt wie gehabt.
Klima II
Es ist befriedigend, wenn die Drahtzieher des betrügerischen Geschäftsmodells „Klimarettung“, den Rummel um Erneuerbare Energien eingeschlossen, namentlich genannt werden, doch was haben wir davon? Millionen von Männern und Frauen verdienen ihren Lebensunterhalt in den neu entstandenen Branchen, allesamt Früchte der CO2-Lüge. Ein weitverzweigtes Netz von Unternehmungen ist während dieser Periode gewachsen, Wir finden Geschäftszweige, die nur noch mittelbar mit dem „Klima“ zu tun haben, besonders in den Verwaltungen. Sie alle sind mit der produktiven Wirtschaft eng verflochten und mindern doch deren Kraft und Fruchtbarkeit. Die Klimabranchen sind parasitäre Einrichtungen, eine gigantische Fehlallokation menschlichen Erfindungsgeistes, menschlicher Arbeitskraft und wertvoller Ressourcen.
Die Analogie zur Währungskrise ist schlagend. Das Falschgeldsystem hat sämtliche Lebensbereiche durchtränkt. Eine Reform zur grundlegenden Korrektur des Systems ist schon allein aus dem Grunde nicht mehr möglich, da mit einem Schlag das gesamte Gemeinwesen zerschmettert würde. Ein beinamputierter Mann braucht die Krücken selbst dann noch, wenn sich nachträglich herausstellt, daß die Operation ein krasser Behandlungsfehler war.
Die EEG-Wirtschaft wird also weiterhin fortfahren, Unsinniges ins Werk zu setzen. Zwar werden einzelne Zweige verdorren, aber diejenigen, welche unmittelbar aus den Trögen der Steuergelder fressen und aus der Quelle der Geldschöpfung trinken können, werden sich am längsten halten.
Wir werden es außerdem erleben: die Zeche für das irrwitzige Geschäftsmodell „Klimarettung“ werden die kleinen Leute bezahlen, die absolut nichts dafür können, aber deren Bildungshorizont nun einmal von viereckigen Bildschirmen aller Art umstellt ist. Täglich spreche ich mit Leuten aus meinem Umkreis – allesamt harmlose und liebenswürdige Zeitgenossen – welche die lächerliche Erklärung „es wird kälter, weil es wärmer wird“ geschluckt haben, ohne davon Bauchschmerzen zu bekommen.
Wenn es Gott nicht gibt, dann ist alles erlaubt.
F. M. Dostojeski
Demokratie
Quantität ist physische Gewalt, die über die notwendig körperliche Schwäche des Geistes obsiegt. Das ist ein Naturgesetz und nicht zu beanstanden. Die große Zahl dominiert immer über das Einzelne. Daher die Forderung, man solle Stimmen wägen, nicht aber zählen. Masse ist brutal und ohne Sinn. Sobald die Wucht der physischen Masse zum Herrschaftsprinzip erhoben ist, zerfällt die Kultur. Denn Kultur ist Geist, und Geist ist leicht wie eine Feder.
Wer selbst denkt und seine Gedanken öffentlich äußert, lebt unbequem. Schon heute wird die kulturtragende Elite verspottet, unterdrückt und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Diese Entwicklung setzt bereits in der Schule ein, wo mit unerklärlichem Eifer die Fundamente der Sprach- und Schriftkultur abgetragen werden. Der Leistungsrelativismus, vorangetrieben mittels unreflektiertem Einsatz elektronischer Medien, dient cleveren Geschäftsleuten als Verdienstmodell. Lehrer als Erfüllungsgehilfen skrupelloser Geschäftemacher und gleichgültiger Verwaltungsbeamter – sollten die Betroffenen das wirklich nicht wahrhaben wollen? Den Schaden tragen zunächst die heranwachsenden Generationen, später aber die ganze Gesellschaft.
Achtung, die KäLoPo kommt!
Typisch für den Emmentaler Käse sind die Löcher. Diese stehen seit einem einstimmigen Beschluß der Brüsseler Behörden unter Naturschutz. An den Universitäten wird es ab Ende 1913 eine eigene Studienrichtung geben, die der „Käselochkunde“ gewidmet ist. Parallel dazu sind auf europäischer Ebene strenge Vorschriften und Gesetze erlassen worden. Inhalt ist die Beschaffenheit der Löcher im Emmentaler Käse. Festgelegt wurden deren Größe, Form und zahlenmäßige Ober- und Untergrenze in Relation zum Laib. Auch der Luftdruck in den Löchern wird gemessen und genormt. Jedes Loch ist anders, aber dennoch wird auf eine harmonische Ausgewogenheit Wert gelegt.
Der Hersteller hat peinlich genau darauf zu achten, daß Käse, der unter dem Namen Emmentaler in den Handel gelangt, die vorgeschriebene Anzahl von Löchern in amtlich vorgeschriebenem Format und Volumen aufweist. Nicht zertifizierten Emmentaler-Käse auf dem Markt anzubieten, kann Herstellern und Händlern teuer zu stehen kommen. Künftig muß auf Wochenmärkten und in Käsehandlungen mit Patrouillen der neu gegründeten Käseloch-Polizei (KäLoPo) gerechnet werden. Die Beamten werden stichprobenartig die Einhaltung der neuen Gesetze überprüfen. Wen die KäLoPo auf frischer Tat beim Verkauf von Käse mit chaotischem Lochsystem ertappt, der muß mit empfindlichen Strafen rechnen. Im Wiederholungsfall wird der Täter eingelocht.
(Sorry, der 1. April ist bereits vorbei – jedenfalls kalendarisch. Klimatisch liegt er noch vor uns.)
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Bitte nicht füttern!
5 Kommentare | Posted 28.03.2013 12:38
Ich bleibe stehen, und gleich fällt mir das große Schild in die Augen, das unübersehbar in Augenhöhe am Drahtmaschengeflecht befestigt ist: BITTE NICHT FÜTTERN! Ich lese laut. Die ältere Frau, offensichtlich die Mutter der jungen Frau und Oma des Kindes, bläst den Rauch ihrer Zigarette aus, entblößt dabei gelbe Zähne und sagt mit der typisch heiseren Stimme des Kettenrauchers: „Ja, das haben wir leider erst zu spät gesehen.“
Leider zu spät gesehen. Immerhin spricht daraus ein gewisses Bedauern. Weshalb aber setzt die junge Frau am Zaun ihre Fütterung unverdrossen fort, so als sei dies ein selbstlaufendes Programm, das, erst einmal in Gang gesetzt, nicht mehr abgebrochen werden kann?
„Sie hören ja noch immer nicht damit auf!“ Ich bin fassungslos.
„Wir haben das Brot extra mitgebracht, und jetzt verfüttern wir es eben.“
Das verschlägt mir für einen Moment die Sprache. Dann sage ich: „Meinen Sie nicht, daß sich der Besitzer etwas dabei gedacht hat, wenn er ein solches Schild aufhängt? Sie tun den Tieren nichts Gutes, wenn Sie dieser Bitte zuwiderhandeln!“ Die junge Frau läßt sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie sagt: „Das ist trockenes Brot. Ich kenne Leute, die füttern sogar verschimmeltes Brot.“
Na prima. Schädliches Handeln wird damit entschuldigt, daß andere Leute noch Schädlicheres tun. In Situationen wie dieser pflegt sich mein sonst flüssiger Verstand zu verdichten in eine zähe Masse, wo insbesondere die klugen Worte klebenbleiben wie Fliegen am Leimstreifen. Ich mache einen Schritt vorwärts und greife blitzartig nach der Plastiktüte. Die junge Frau aber ist reaktionsschnell, mein Griff geht ins Leere. „Sie wollen mir doch nicht etwa die Tüte wegnehmen, aber pfui doch!“ höhnt sie.
„Hören Sie mit dem Füttern auf, es bekommt den Tieren nicht.“
Die Frau mit der Zigarette und den gelben Zähnen nimmt das Kind an der Hand und sagt: „Komm, laß uns gehen!“ Aber die junge Frau will den Platz nicht kampflos räumen. „Dann bleiben wir eben hier stehen“, sagt sie und wirft mir einen unzweideutigen Blick zu. Das Rotwild hat sich inzwischen zurückgezogen und schaut aus einiger Entfernung zu uns herüber. „Einverstanden“, sage ich, stelle mich auch in Position und komme mir dabei reichlich dämlich vor, was ziemlich dicht an der Realität liegen dürfte.
Es vergeht etwa eine halbe Minute, dann räumen die Frauen das Feld. Ich setze meine Wanderung fort und leide unter dem nagenden Gefühl, nur einen Scheinerfolg errungen zu haben.
Dumme Leute hat es immer gegeben, und man bekehrt sie nicht, indem man versucht, ihnen Plastiktüten mit Brot aus der Hand zu winden. Was auffällt, ist die Schamlosigkeit, mit der sich die Dummheit heute zur Schau stellt. Dummheit ist gesellschaftsfähig geworden. Und ist es denn ein Wunder? Wo auf der politischen Bühne Vertragsbruch, Rechtsbeugung und zur Rechtfertigung desselben die dümmsten Ausreden in aller Öffentlichkeit gebraucht werden, findet das sofort seine begeisterten Nachahmer im Volk. Der Eurokrat, der dem Volk Dinge verordnet, von denen jeder weiß, daß sie niemandem bekommen, unterscheidet sich bloß in seinem Erscheinungsbild von der Frau am Wildgehegezaun: er trägt keine Plastiktüte mit sich, sondern eine Aktentasche voller Papiere, die er unterschrieben hat oder noch unterschreiben wird, obwohl er sie nicht gelesen hat und auch nicht lesen wird. Und er unterschreibt, obwohl in ganz Europa Tafeln erscheinen mit der Aufschrift: BITTE NICHT UNTERSCHREIBEN!
Und ja, es muß ausdrücklich gesagt werden: Eurokraten, die dem europäischen Volk Schaden zufügen, tun dies keineswegs aus Bosheit, ebensowenig wie die Frauen am Wildgehegezaun, die das Wild mit Brot füttern. Beide sind bloß von unsäglich-unerträglicher Dummheit.
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Randnotizen am Freitag (9. Folge)
10 Kommentare | Posted 22.03.2013 12:24
Sparen und Schulden machen
Manchmal liest man, der Staat müsse endlich anfangen zu sparen. Das klingt nett, ist aber Unsinn. Gefährlicher Unsinn, weil mit dem Begriff „Sparen“ Schindluder getrieben wird. Sparen ist, um es mit den Worten von Robert Nef zu sagen, „gezielter freiwilliger Verzicht auf Konsum. Der Staat kann gar nicht sparen, er kann (und sollte) nur weniger ausgeben. Sparen beruht auf einem Aufschub der unmittelbaren Befriedigung von Wünschen im Hinblick auf selbstgesetzte Ziele.“ Wer mehr produziert als er verbraucht, der spart. Der Staat verbraucht nur, was andere produzieren. Der Staat selbst produziert nichts. Deshalb ist es irgendwie drollig, wenn wir das Geldausgeben durch staatliche Politiker und Behörden als „Schuldenmachen“ bezeichnen. Ein echter Schuldner arbeitet und zahlt seine Schulden zurück, indem er neue Werte schafft. Der Staat ist kein Schuldner. Er repräsentiert ein Schmarotzersystem, dessen Betreiber Geld beim produktiven Teil der Bevölkerung erpressen und es dann verteilen. Mittels dieser Geldgutscheine werden Ansprüche auf Güter und Dienstleistungen geltend gemacht – auch und gerade von jenen Personen, die nie zur Mehrung des Wohlstands beigetragen haben und dies auch in Zukunft nicht tun werden.
Viele Zeitgenossen sind der Auffassung, man könne die Staatsschulden einfach streichen, alles bliebe dann wie bisher. Solche Vorstellungen sind an Naivität kaum zu überbieten. Natürlich ist es möglich, alle Nullen auf dem Papier zu streichen, aber damit würden auch die Ansprüche gestrichen, die mit diesen Nullen nun einmal verbunden sind. Die Inhaber dieser Nullen, real existierende Personen, meist mit einigem Einfluß, werden sich dies nicht bieten lassen. Beim normalen Volk, das seine Ersparnisse auf der Bank verwahrt, hängen wenige Nullen dran, allerdings macht auch Kleinvieh Mist, und viel Kleinvieh macht viel Mist. An diesem Kleinviehmist sind die Großen zur Schonung der eigenen Nullen nun durchaus interessiert, wie wir im Fall Zypern aktuell beobachten konnten. Und sie konnten erleben, daß auch die Kleinen nicht anders reagieren als die Großen: sie wollen sich nicht einmal eine einzige Null wegnehmen lassen, ohne einen Aufstand zu machen.
Und da sollen nach den Vorstellungen der Nullenstreicher die Reichen mit einem Schulterzucken hinnehmen, wenn ihre zunächst papierenen Ansprüche zusammengestrichen werden?
Vom Wesen des Sparens
In der Natur können wir Verhaltensmuster beobachten, die dem Sparen vergleichbar sind. Wenn sich ein Braunbär vor Einbruch des Winters einen Speckmantel anfrißt, vollbringt er eine Arbeitsleistung (Nahungssuche ist Arbeit), die über den momentanen Ernährungsbedarf hinausgeht. Das Zuviel an Nährstoffen wird vom Körper nicht ausgeschieden, sondern in Form von Fettdepots angelegt. Der Bär vermeidet zusätzlichen Energieverbrauch, indem er sich ganz einfach aufs Fressen konzentriert und nicht herumläuft oder nach einem Sexualpartner sucht. Er legt „Ersparnisse“ an für den Winterschlaf und legt sich dann hin, um seinen Energieumsatz auf Sparflamme zu halten. Die Natur hat es so eingerichtet, daß das Tier sich instinktmäßig so verhält.
Nicht nur Tiere sorgen vor für Notzeiten, auch Pflanzen sammeln Energie. Bäume ziehen im Herbst Säfte aus ihren überirdischen Teilen ab, lassen Blätter fallen und sammeln Energie in den Wurzeln, um die sonnenarme und frostreiche Winterzeit zu überstehen. All das kann man als „Sparen“ von Energie bezeichnen.
Der Mensch hat das Sparen nicht erfunden. Auch ihn treibt ein starkes Bedürfnis nach Sicherheit. Sparen ist nicht nur ein wohlstandsschaffendes Phänomen, es ist lebenserhaltend. Sparen liegt uns sozusagen in den Genen. Dieses natürliche Streben nach Sicherheit (über Ersparnisse, die durch Mehrarbeit bei Minderkonsum entstehen) nützt der Staat aus. Mittels Fiatgeldsystem wird alles Werthaltige aus den Vorräten herausgesaugt, übrig bleibt Papier.
Den Bienen geht es ähnlich, der Imker nimmt ihnen den Honig und gibt ihnen statt dessen Zuckerwasser. Weshalb das Bienenvolk diesen Aderlaß von je her gut wegsteckt, weiß ich nicht, denn Zuckerwasser enthält kaum Vitalstoffe. Eins aber ist sicher: die Verarmung des Menschenvolkes durch die hinterhältige Steuer „Inflation“ wird nicht nur den Wohlstand kosten, sondern wahrscheinlich auch den Frieden.
Recht auf etwas: eine lächerliche Forderung!
Wer ein Recht auf etwas postuliert, muß sagen können, WER diese Forderung erfüllen soll. Ein Recht auf gutes Wetter, langes Leben oder fruchtbare Erde gibt es nicht. Gott wird solche Forderungen nicht erfüllen. Also können nur Menschen als Adressaten gemeint sein. Wer aber solle das Recht auf „menschenwürdiges Leben“ erfüllen? Wer das Recht auf Arbeit? Wer das Recht auf Bildung? Forderungen wie diese sind nicht nur albern, sondern geradezu gefährlich. Und sie entmündigen den Menschen, der an sie glaubt. Wer dennoch für sich und andere ein „Recht auf …“ was auch immer fordert, ist ein Scharlatan und Demagoge, der die Dummen aufwiegelt. Und weil man glaubt, alles sei mit Geld zu erreichen, fordert man mehr Geld.
Arbeitsam, sparsam und tüchtig muß der Mensch schon sein, wenn er etwas erreichen will. Aber es gehört auch Glück dazu, sagte heute morgen der alte Mann zu mir, mit dem ich gern ein Schwätzchen halte, wenn ich mit meinem Hund an seinem Haus vorbeikomme. Wenn es das Schicksal böse mit ihm gemeint hätte, stünde er heute nicht hier, sagte er, der Krieg, der Verkehr, die Krankheiten, und überhaupt. Er habe eben Glück gehabt, meint der 85jährige. Ein Recht auf Glück gibt es aber nicht.
Diät halten
In diesen Tagen drehen sich viele Gespräche – sofern nicht um die EU – um das Abnehmen. Dabei offenbart sich dieselbe Zahlen- und Formelgläubigkeit, wie sie auch im Wirtschaftsleben fröhliche Urständ feiert. Um an Körpergewicht zu verlieren seien hier die beliebtesten Vorschläge aufgelistet:
Kalorien zählen
sich täglich mindestens einmal wiegen
fettarm essen
das richtige Bewußtsein haben
viel Bewegung, viel Sport betreiben
viel Gemüse und Salate, mageres Eiweiß, wenig Kohlehydrate essen
wenig salzen
Fettverbrennung steigern
sich satt essen und trotzdem abnehmen
Wer nach dieser Liste vorgeht, sieht sich alsbald im Klub der Eßgestörten und Dicken wieder. Möchten Sie wirklich abnehmen und dabei gesund bleiben oder werden? Dann ändern Sie ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, aber machen Sie keine Diät! Als Einstiegslektüre für Interessierte sei folgendes Buch empfohlen:
Dr. M. O. Bruker. Idealgewicht ohne Hungerkur. emu Verlag
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Randnotizen am Freitag (8. Folge)
8 Kommentare | Posted 08.03.2013 11:49
Computer versus Latein
Für die Arbeitswelt seien Computerkenntnisse wichtiger als eine zweite Fremdsprache, wie zum Beispiel Latein. Vergangenen Mittwoch forderte Kanzlerkandidat Steinbrück auf der CeBIT in Hannover, jedem Schüler einen Laptop oder einen Tablet-Computer zur Verfügung zu stellen. Digitale Fähigkeiten dürften kein Exklusiv-Produkt sein. Internet- und Computer-Fertigkeiten seien der Schlüssel zur Arbeitswelt von morgen. Statt Latein werde das Programmieren die neue zweite Fremdsprache sein, sagte Steinbrück und fügte hinzu: „Ich bin übrigens über Latein sitzengeblieben.“
Muß das noch kommentiert werden? Wem beim Lesen dieser Meldung nicht von allein der Hals schwillt, dem ist sowieso nicht zu helfen. Fragt sich nur, ob das Sprachrohr der EDV-Branche ein gerissener Soziopath ist, oder ob wir es mit der Verkörperung des typischen Absolventen staatlicher Bildungsinstitute zu tun haben.
Krebsgeschwür Verwaltung I
Dem Wesen und Werden nach ist jedes Instrument, jede kulturelle Errungenschaft und jede gesellschaftliche Einrichtung ein hilfreiches und notwendiges Mittel, um gewisse Zwecke zu erreichen. Doch bereits nach wenigen Generationen sorgt die Dramaturgie des Lebens für die zunehmende Verzweckung, was die zwangsläufige Erosion des Nutzens zur Folge hat. Werkzeuge, Handlungen, Institutionen werden zum Selbstzweck. Nach und nach findet die Entkoppelung von der Realität statt. Besiedelt werden die neuen Wolkenkuckucksheime von den Erben einer Idee, deren Sinn sie nicht verstehen. Hinter den Mauern der geschützten Räume tummeln sich pseudowissenschaftliche Heilsbringer und die unvermeidlichen Heerscharen der Bürokraten. Sie alle kämpfen vereint gegen die zunehmende Unordnung an, die sie selbst erzeugen. Wir sind Zeugen zerfallender Ordnungen. Was überdauert, sind die klangvollen Namen. Die immer prächtiger werdenden Fassaden stehen im Widerspruch zu ihrem inneren Zustand. Und so beklagen wir heute
- Familien, die keine Heimat für Kinder sind und Eltern, die selbst zu Kindern werden,
- Schulen, in denen die Kulturtechniken nicht gelehrt werden und Lehrer, die nicht mehr unterrichten,
- Gerichte, in denen nicht rechtgesprochen wird und Richter, die sich dem Recht nicht verpflichtet fühlen,
- Kirchen, in denen nicht gebetet wird und Priester, die nicht mehr Gottes Wort verkünden, um Trost zu spenden,
- eine Medizin, die nicht mehr heilen kann und Ärzte, die Gesunde für behandlungsbedürftig erklären,
- einen Staat, der seine Bürger nicht mehr schützt und Politiker, die zu Ausbeutern ihrer Wähler werden,
- eine Währung, die nicht stabil ist und Geld, das keine Werte schafft, sondern Werte vernichtet.
Die Sinnentleerung geht schleichend vor sich. Luftwurzeln vernetzen sich mit den Erdwurzeln und sind nicht mehr zu entfernen, ohne die Substanz zu beschädigen. Schließlich arbeiten Millionen von Menschen emsig an ihrem eigenen Untergang (ohne dies auch nur zu ahnen). So lange die Vorratskammern gefüllt sind, um die Beteiligten zu ernähren, wird die zerstörerische Tätigkeit fortgesetzt.
Übrigens ist die Administration die letzte Einrichtung eines Staates, welche im Ernstfall von der Versorgung abgeschnitten wird. Die Funktionäre der Machtelite sitzen an den Schaltstellen und lenken den Energiefluß zum eigenen Gedeihen. In den Knotenpunkten findet sich selbst dann noch Nährflüssigkeit, wenn die Leitungen der Versorgungsquellen längst ausgetrocknet sind.
Krebsgeschwür Verwaltung II
„Allein, bereits die Einrichtung eines aufgeblähten und komplizierten, von Computern abhängigen Verwaltungsapparats der Sozialhilfe schuf ein Interesse an dessen Beibehaltung und damit an der Verewigung des Fürsorgesystems selbst. Und derartige Interessen werden schnell zu schweren Hindernissen für Innovationen, selbst wenn später immer mehr gute Gründe für eine Innovation sprechen.“ (Joseph Weizenbaum. Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft. Suhrkamp 1977; - zur Lektüre empfohlen)
Sprache und Denken
In der Schule wie auch im späteren Leben hält man häufig verbale Gewandtheit fälschlich für Denken. Ein intelligenter Mensch verfällt diesem Glauben und ist so versucht, das eine durch das andere zu ersetzen, das heißt, das Denken mehr seiner verbalen Gewandtheit zu überlassen. (Denkschule, Edward de Bono)
Lernen am Computer
Lernen am Computer ist wie Schreiben im Sand oder Spucken im Wind – Gedanken zerstieben und zerfallen im Nu. Wörter sind ohne Halt, sie hinterlassen keine Spuren. Erinnerung setzt ein, wenn das Gedachte und Erlebte eingebunden ist in Ort und Zeit. Der Ort ist ein realer Raum, den der Mensch mit all seinen Sinnen erfährt. Das Zeitempfinden wiederum ist vom Erleben des Ortes und seinen Veränderungen abhängig. Gewiß, auch der Computerbildschirm ist ein Ort. So lange damit die Hardware gemeint ist, stimmt die Aussage. Sofern der Bildschirm für einen Wald, eine Wiese, ein Tier, einen Mitmenschen, kurz, die reale Welt an sich gehalten wird, befindet man sich im Irrtum. Auf dem Bildschirm kann sich jederzeit alles abspielen, und alles ist nichts. Der Bildschirm ist die Simulation des Ortes, nichts weiter. Eine Projektionsfläche für Wunsch und Illusion.
Lernen, das von Zeit und Raum abgekoppelt ist, kann es nicht geben. Computer sind die schlechtesten Lehrer, die es gibt.
Sozialismus
Sozialismus funktioniert nicht. Das sagten nicht nur Ökonomen wie Ludwig von Mises, das bewiesen höchst eindrucksvoll die praktischen Experimente in der UdSSR und der DDR. Und was geschieht? Alles drängt danach, den Sozialismus zu verwirklichen. Machen wir uns nichts vor: Es hat nach 1989 keinen Paradigmenwechsel gegeben, bloß einen Wechsel des sprachlichen Begriffsapparats.
Das Anonyme
Das Anonyme offenbart sich in der Zerstreuung. Es ist da, und wir spüren es. Aber wir sehen es nicht. Das Anonyme ist unbeschreibbar. Dringt das Anonyme in die Gesellschaftsordnung ein, so erwächst daraus die furchtbarste Herrschaft, die wir kennen: die „Niemandsherrschaft“ (Hannah Arendt hat diesen Begriff im Zusammenhang mit der staatlichen Bürokratie geprägt).
Vertrauen entwickeln
Was unsere Kinder krank macht: die Unkontrollierbarkeit des eigenen, kleinen Daseins. Hineingestoßen in eine Flut unverstandener und überwältigender Sinneseindrücke, angeschnallt und oral befriedigt – buchstäblich „gestillt“ mittels Schnuller oder Süßgetränk, entbehrt das Kleinkind der Möglichkeit, die Welt auf eigene Faust und in Eigenzeit zu erkunden. Wo es keine vertrauten Rituale und eine damit verbundene Vorhersagbarkeit des Geschehens gibt, muß die Welt dem Kleinkind unbegreiflich, ja unheimlich bleiben. Vertrautwerden mit den Phänomenen setzt voraus: Langsamkeit, Ruhe, Wiederholung, Rhythmus und die liebevolle Begleitung durch die Mutter, die nicht immer wieder aus dem Augenkreis verschwindet, um dann in Hektik kurz aufzutauchen und „Qualitätszeit“ zu spenden. Künstlich geplante Zuwendung ist nicht dasselbe wie das Eingebundensein in einen natürlichen Lebensrhythmus. „Qualitätszeit“ ist der „Psychoschnuller“ zur Beruhigung des elterlichen Gewissens, das pocht, weil man ahnt, daß die kindlichen Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind.
„Vertrautwerden ist die Basis des Vertrauenkönnens. Ein Zuviel an Wechsel der Umgebung und an Sinneseindrücken, kann vom Kind nicht verarbeitet werden. … Mangel an altersgemäßer Geborgenheit in der frühesten Kindheit ist also gleichsam die Kurzformel für die Entwicklung schizoider Persönlichkeitsstrukturen, soweit sie mit den Umwelteinflüssen zusammenhängen.“ (Fritz Riemann. Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie. Ernst Reinhard Verlag, München 1961)
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