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     Stefan Fuchs
Email:   sf@i-daf.org
Blog:  http://www.i-daf.org

Jahrgang 1981,

Diplom-Verwaltungswissenschaftler

Doktorand am Institut für Politikwissenschaft und Soziologie in Bonn

Interessenschwerpunkte: Public Management und Regierungsorganisation, Sozialpolitik, Familiensoziologie und Bevölkerungsforschung 

 

 
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Kindermangel in Deutschland - warum das "traditionelle" Familienbild nicht schuld ist
3  Kommentare | Posted 21.12.2012 09:53

Dies behaupten Print- und Onlinemedien unter Berufung auf eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, die angeblich „erstmals“ die „Gefühlslage der Deutschen bei der Frage nach dem dauerhaften Geburtenrückgang“ berücksichtige. Ein zentrales Hemmnis der Familiengründung sei die Auffassung, dass Frauen zuhause bei den Kindern bleiben sollten. Das „kulturelle Leitbild der guten Mutter" sei ein zentraler Grund für die im „globalen Vergleich“ einzigartig hohe Kinderlosigkeit und so dafür verantwortlich, dass Deutschland zu den „Schlusslichtern“ bei den Geburten gehöre (1).

Die politische Botschaft ist unmissverständlich: Mehr Kinder gibt es nur, wenn sich die Deutschen von ihren hergebrachten Familienidealen und Lebensformen verabschieden. Dafür gelten nicht nur Betreuungsangebote und finanzielle „Anreize“ als notwendig, sondern auch eine gezielte Politik der „habit formation“. Zu dieser Strategie gehört die Legende von der Rabenmutter: Den Begriff verwenden schon lange nur noch diejenigen, die den Deutschen einreden wollen, dass ihr Familienbild im europäischen Vergleich besonders „traditionell“ und also „rückständig“ sei (2). Empirische Erhebungen zeigen indes ein differenzierteres Bild: Die Westdeutschen beurteilen demnach die Erwerbstätigkeit von Müttern mit kleinen Kindern skeptischer als Skandinavier und vielleicht auch Franzosen, unterscheiden sich in dieser Hinsicht aber kaum von Briten oder Niederländern. Besonders kritisch sind die Einschätzungen, wenn nach einer Vollzeiterwerbstätigkeit von Müttern gefragt wird – selbst in Dänemark und Schweden präferieren die meisten Befragten eine Teilzeiterwerbstätigkeit. Diese Teilzeitpräferenz zeigen sogar die Ostdeutschen, die von allen Europäern – abgesehen von den Dänen – am wenigsten an der Vereinbarkeit der Erwerbstätigkeit von Müttern mit der Erziehung kleiner Kinder zweifeln (3). Fast nirgendwo sonst in Europa ist die Ganztagsbetreuung von Kindern so verbreitet wie in Ostdeutschland.

Dies ist ein Erbe der DDR, die ein umfassendes Ganztagssystem aufgebaut hatte. Nach der „Wende“ wurde dieses System pädagogisch neu ausgerichtet, blieb in seiner Struktur aber weitgehend erhalten. Inwiefern ein „modernes“ Familienleitbild die Fertilität fördert, lässt sich damit am innerdeutschen Vergleich überprüfen: In Ostdeutschland bleiben Frauen deutlich seltener als in Westdeutschland kinderlos. Trotzdem sind die durchschnittlichen Kinderzahlen ähnlich niedrig wie in Westdeutschland. Der Grund dafür ist, dass ostdeutsche Frauen nur selten drei und mehr Kinder haben (4). Solche Mehrkinderfamilien spielen für das Geburtenniveau eine Schlüsselrolle, wie der internationale Vergleich zeigt: Auch in Großbritannien, den Niederlanden und den USA liegen die Anteile kinderloser Frauen deutlich höher als in Ostdeutschland (5). Trotzdem sind die Geburtenraten wesentlich höher als in Ost- sowie in Westdeutschland, weil Eltern sich häufiger für dritte und weitere Kinder entscheiden (6). Der größere Anteil von Mehrkinderfamilien erklärt auch zu einem wesentlichen Teil, mehr noch als die etwas niedrigere Kinderlosigkeit, die höheren Geburtenraten in Frankreich und Nordeuropa (7). Und überall gilt, dass „traditionelles Familienleitbild“ und Mehrkinderfamilie zusammen gehen: Mit der Kinderzahl geht die Erwerbstätigkeit von Müttern – vor allem in Vollzeit – zurück. Die lebenspraktischen Gründe dafür sind dem normalen Menschenverstand einsichtig – die Erziehung mehrerer Kinder ist kein Feierabendvergnügen, sondern Arbeit. Fürsprecher des neuen Leitbilds hält dies indes nicht davon ab, selbst von kinderreichen Müttern Vollzeiterwerbstätigkeit zu fordern. Eltern für diese im Vergleich zu Kinderlosen doppelte Belastung materiell  zu entschädigen ist nicht vorgesehen – Geldtransfers und Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung auszubauen gilt als obsolet (8). Eltern sollen ihrer Kinder nicht mehr selbst erziehen – das macht der Staat – aber mehr noch als bisher für deren Kosten aufkommen. Dass eine solche „Modernisierung“ Elternschaft attraktiver machen soll, lässt sich in der Tat bezweifeln. Eher sind noch weniger Kinder zu erwarten. Die Argumentation in den einschlägigen Medien ist jedenfalls logisch nicht nachvollziehbar, ja geradezu widersinnig.


 
(1)   http://www.sueddeutsche.de/politik/sinkende-geburtenzahlen-eltern-werden-so-unattraktiv-wie-nie-1.1552335. Der Artikel bezieht sich auf die folgende Studie: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Hrsg.): (K)eine Lust auf Kinder? Geburtenentwicklung in Deutschland, Wiesbaden 2012. In dieser Studie sind nirgends Zahlen zur Kinderlosigkeit im internationalen Vergleich zu finden. Die Autoren behaupten lediglich, dass die Kinderlosigkeit in Deutschland „außerordentlich“ (Ebd., S. 52) hoch sei. Was dies bedeuten soll, bleibt undefiniert. Den damit eröffneten Spielraum für Spekulationen nutzte die Süddeutsche Zeitung, um die Studie als Beleg für ihre familienpolitische Weltsicht zu nutzen. Auf die in der Studie präsentierten harten Fakten kann sich diese Sicht indes nicht stützen.
(2)   Siehe hierzu: http://altewebsite.i-daf.org/458-0-Wochen-14-15-2012.html.
(3)   Siehe hierzu: http://www.erziehungstrends.de/Familie/Ostdeutschland. Diese Darstellung bezieht sich auf eine Auswertung des Eurobarometers 2006 von Angelika Scheuer und Jörg Dittmann (Berufstätigkeit von Müttern bleibt kontrovers. Einstellungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland und Europa, in: Informationsdienst Soziale Indikatoren, Ausgabe 38, Juli 2007). Sie wird durch die neue Studie des BIB nicht widerlegt, sondern bestätigt. Von den dort aus dem World Survey 2008 ausgewählten acht europäischen Ländern bewerten die Ostdeutschen die Erwerbstätigkeit von Müttern mit kleinen Kindern am seltensten kritisch. Vgl.: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Hrsg.): (K)eine Lust auf Kinder? a.a.O., S. 42.
(4)   Siehe: „Kinderzahlen in Ost- und Westdeutschland“ (Abbildung unten).
(5)   Zur Kinderlosigkeit im europäischen Vergleich: Bert Rürup/Sandra Gruescu: Nachhaltige Familienpolitik im Interesse einer aktiven Bevölkerungsentwicklung, Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin 2003, S. 13 (Tabelle 3). Zu den USA siehe weiter unten.
(6)   Siehe: „Kinderzahlen in Deutschland und den USA“ (Abbildung unten).
(7)   Vgl.: Hans Bertram et al.: Zeit, Infrastruktur und Geld: Familienpolitik als Zukunftspolitik, S. 6-15, in: Aus Politik und Zeitgeschichte - 23-24/2005, S. 7. Bertram bezieht sich hier speziell auf Frankreich und Finnland. Es ist evident, dass auch für das Geburtenniveau in Schweden und anderen nordischen Länder dritte und weitere Geburten eine zentrale Rolle spielen.
(8)   Detaillierter hierzu: http://altewebsite.i-daf.org/461-0-Wochen-16-17-2012.html.

 
 
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Die Einheitsschule ist keineswegs besser als pluralistische Bildungssysteme
3  Kommentare | Posted 03.12.2012 10:06

Im internationalen Vergleich seien die Leistungen deutscher Schüler relativ schlecht und zudem die Leistungsdifferenzen je nach sozialer Herkunft besonders groß – dies hätten sie PISA-Studien der OECD bewiesen. Unter dem antiquierten System der Halbtagsschulen hätten besonders Kinder aus „bildungsfernen“ Schichten und mit einem „Migrationshintergrund“ zu leiden, die nachmittags „auf der Straße“ und vor dem Fernseher „abhängen“ würden.

Bildungsbenachteiligte Kinder benötigen spezifische Hilfen; dementsprechend profitieren sie von schulischen Bildungsangeboten und Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag. Solche freiwilligen Nachmittagsangebote reichen vielen Ganztagsschulbefürwortern aber nicht aus: Es stört sie, dass bildungsaffine Eltern weiterhin ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen und Freizeitangebote organisieren können. Um eine „soziale Segregation“ nach Halbtags- und Ganztagsangeboten zu verhindern, fordern sie eine Ganztagsschule, die für alle Kinder zwingend sei (1). „Segregation“ entsteht in Deutschland aber auch durch die Möglichkeit, verschiedene Schulformen wählen zu können; viele Befürworter des Ganztagsunterrichts kritisieren eine vermeintlich zu frühe „Separierung“ der Schüler und fordern ein längeres „gemeinsames Lernen“ oder gleich die Einheitsschule (2).

Ob die Ganztagseinheitsschule „soziale Segregation“ verhindert, ist indes fraglich: In Frankreich und Großbritannien gehen wohlhabende Eltern dem staatlichen Einheitsangebot aus dem Wege: Sie schicken ihre Kinder lieber auf teure Privatschulen, deren Besuch „Karrieren“ ermöglicht. Im Vergleich zu diesen Verhältnissen ist das gegliederte deutsche Schulsystem weniger elitär und  - entgegen gängiger Vorurteile – zugleich leistungsfähiger: In der PISA-Studie 2009 waren die Ergebnisse deutscher Schüler in allen abgefragten Kompetenzbereichen besser als die ihrer britischen und französischen Altersgenossen: Besonders markant waren die Leistungsvorteile in Mathematik und Naturwissenschaften, hier schnitten Briten und Franzosen deutlich schlechter ab. Noch überraschender ist, dass die jungen Deutschen auch bessere Leistungen erbrachten als Schüler aus Schweden und Dänemark (3).  Im OECD-Vergleich waren deren Leistungen insgesamt eher mittelmäßig, während die deutschen Schüler zum einen in der höchsten Kompetenzstufe signifikant häufiger und zum anderen in der niedrigsten Kompetenzstufe signifikant seltener vertreten waren als im OECD-Durchschnitt (4). Das heißt: Auch schwächere Schüler können im deutschen Bildungssystem bessere Ergebnisse erzielen als in Ganztagsbetreuungs- und Einheitsschulsystemen, die beständig als vermeintliche „Best-Practice“-Modelle propagiert werden.

Global betrachtet sind solche Systeme allerdings der „Normalfall“, das pluralistische Schulwesen der deutschsprachigen Länder mit dem anschließenden dualen System der Berufsausbildung ist dagegen eine Ausnahme. Es provoziert unvermeidlich die Kritik jener Bildungsplaner, die „mehr Schule“ mit „Fortschritt“ verwechseln. Unablässig fordern sie mehr „frühkindliche Bildung“, mehr Ganztagsunterricht, mehr Abiturienten und mehr Akademiker. Dies entspricht dem Interesse von Akademikern, die ihre Curricula – und damit ihre Weltsicht – missionarisch verbreiten wollen. Ihrer Tunnelperspektive entgeht, dass Heranwachsende entscheidende Dinge des Lebens nicht curricular geplant, sondern aus praktischen Lebensvollzügen heraus lernen – in der Familie, im Freundeskreis, in Vereinen und später als Auszubildende im Betrieb. Für diese Erfahrungen braucht es aber Zeit und Freiräume – weniger Schule kann deshalb auch ein Mehr an Lern- und Lebenschancen bedeuten. Die schlechteren Bildungsergebnisse und mehr noch die wesentlich höhere Jugendarbeitslosigkeit in vermeintlich „fortschrittlicheren“ Ländern sollten in dieser Richtung eigentlich ein Warnzeichen sein (5).

 


 
(1)   Auf diese Schlussfolgerung laufen die jüngsten Empfehlungen des „Sachverständigenrats für Migration und Integration hinaus. Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration: Integration im föderalen System: Bund, Länder und die Rolle der Kommunen, Jahresgutachten 2012 mit Integrationsbarometer, Essen 2012, S. 79.
(2)   Prototypisch für diese Sichtweise: Karen Hagemann/Monika Mattes: Ganztagserziehung im deutsch-deutschen Vergleich, S. 7-14, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 23/2008. Die Autoren kritisieren hier „bürgerlich-liberale und christlich-konservative Kreise“, die ihre bildungspolitischen Ideale gegen die von den Westalliierten favorisierte Gemeinschaftserziehung durchgesetzt hätten. Demgegenüber habe die DDR mit „alten Strukturen“ gebrochen und eine – nach ihrer Auffassung – fortschrittliche – Ganztags- und Gemeinschaftserziehung etabliert. Ebd., S. 9. und S. 12.
(3)   In der Lesekompetenz waren die Unterschiede gering – die Schweden erzielten sogar dieselbe Punktzahl wie die deutschen Schüler (497 Punkte; OECD-Durchschnitt 493 Punkte). In Mathematik und  Naturwissenschaften waren die Leistungsvorteile der deutschen Schüler deutlich größer (513 Punkte in  Mathematik im Vergleich zu 503 Punkten der Dänen, 497 Punkten der Franzosen, 494 Punkten der Schweden und 492 Punkten der Briten; 520 Punkte in den Naturwissenschaften im Vergleich zu 514 Punkten der Briten, 498 Punkten der Franzosen, 499 Punkten der Dänen und 495 Punkten der Schweden). Noch deutlich bessere Ergebnisse als die Deutschen erzielten finnische, südkoreanische und japanische Schüler. Dass diese Vorteile in einem Einheitsschulsystem begründet sein sollten, ist indes wenig plausibel. Dagegen spricht nicht zuletzt, dass auch die Schweiz mit ihrem gegliederten Bildungswesen (in  Mathematik) zur Spitzengruppe gehört. Vgl. Eckhard Klieme: PISA 2000 – Bilanz nach einem Jahrzehnt, Münster 2010, S. 6-10 (Abbildungen 2, 3 und 4).
(4)   Ebd. S. 9-10.
(5)   Wie wenig formale Qualifikationen über die Lebenschancen junger Menschen aussagen, zeigt die „Nicht-Korrelation“ von Akademikerquoten und Jugendarbeitslosigkeit. Siehe: „Jugendarbeitslosigkeit und Hochschulbildung“ (Abbildung).
 
 
 
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Die Krise setzt den Glauben an Konsum und Fortschritt auf den Prüfstand
0  Kommentare | Posted 19.11.2012 09:01

Begeistert berichtete der „SPIEGEL“ 2004 über Spanien, das sich seit seinem EU-Beitritt vom zuvor noch „beinahe mittelalterlichen Ständestaat zum High-Tech-Königreich“ entwickelt habe. Auf dieser „hautnahen Erfahrung des Fortschritts“ beruhe der Zukunftsglaube der Spanier, der Katholizismus und altmodischen Ernst hinter sich gelassen hätte. Der Fortschritt zeige sich in der „Konsumwut“ der Spanier, die ihrem Handel immer neue Umsatzrekorde beschere. Schier unstillbar sei insbesondere ihr Hunger nach „Luxuswaren“, den sie durch ein fröhliches „Leben auf Pump“ befriedigten. Ihr Optimismus sollte auch die Deutschen anstecken, die sich oft „vor lauter eingebildeter Angst um die Zukunft kaum mehr Neuanschaffungen oder Vergnügungen“ gönnten. Die Iberer trieben mit ihrer „Konsumwut“ einen Aufschwung voran, der Spanien zum „Hoffnungsträger für alle Nettozahler der EU mache“ (1).

Nur wenige Jahre, dann war diese Hoffnung Geschichte: Nach dem Platzen der kreditfinanzierten Konsum- und Immobilienblase blieben Geistersiedlungen, überschuldete Haushalte und ein Heer von Arbeitslosen zurück. Konsum allein erzeugt eben keinen Wohlstand. Die wahren Quellen des Wohlstands sind produktive Arbeit und Kapitalbildung. Kapital aber setzt Ersparnis und eine hohe Produktivität Qualifikation und Leistung voraus. Beides ist nicht umsonst zu haben, sondern fordert Verzicht auf Konsum bzw. auf Freizeit. Es ist nur allzu menschlich, dass die für den Wohlstand unerlässlichen Opfer unpopulär sind, während alle seine (Konsum)Früchte genießen möchten. Auf Konsum und Komfort beruht der Glaube an die Fortschrittlichkeit moderner Gesellschaften; andere Modernitätssymptome wie berufliche Flexibilitätserfordernisse und die Bürokratie werden dagegen eher als belastend empfunden. Das „Vergnügen als Lebensstil“, vulgo der „Hedonismus“, ist die Legitimationsbasis moderner Gesellschaften – wie amerikanische Soziologen schon in den 1970er Jahren konstatierten (2). Sie hatten erkannt, dass der Massenkonsum die eigentliche Triebkraft des Kulturwandels in (post)industriellen Gesellschaften ist, der zur Abkehr von Religion und Kirche führt (3).

Diese Einsicht bestätigen neue Auswertungen des Sozioökonomischen Panels zum Freizeitverhalten junger Katholiken in Deutschland: Seit den 1980er Jahren ist unter ihnen der Anteil der Gottesdienstbesucher um mehr als die Hälfte geschrumpft. Sprunghaft gewachsen ist hingegen der Anteil der regelmäßigen Kino-, Diskotheken- und Konzertbesucher. Ermöglicht hat die wachsende Popularität dieser „konsumbezogenen Freizeitaktivitäten“ das (bis Mitte der 1990er Jahre) steigende Einkommen. Im Zeitvergleich sind sowohl das Einkommen als auch der Freizeitkonsum signifikant negativ mit dem Kirchgang verbunden; multivariate Analysen zeigen, dass für den Rückgang des Kirchenbesuchs vor allem die Freizeitaktivitäten maßgeblich sind (4). Disko statt Kirche: Die religiöse Praxis wird durch die vom Wohlstand ermöglichten Freizeitoptionen verdrängt. Zwar gibt es für die Säkularisierung in Europa auch andere Gründe – das gilt besonders für Spanien, wo Auseinandersetzungen um die frühere Franco-Diktatur das Verhältnis zur (katholischen) Kirche belasten. Entscheidend für die Abkehr vom kirchlichen Leben sind aber die Konsum- und Freizeitoptionen gewesen, die der steigende Wohlstand mit sich brachte (5).

Was passiert nun, wenn dieser Wohlstand schwindet? Es wäre naiv zu glauben, dass dies die Menschen zur Religion zurückführte. Enttäuschte Konsumerwartungen treiben sie vielmehr auf die Straße, um ihre Besitzstände zu verteidigen. Darunter leidet die Wirtschaft noch mehr – ein Teufelskreis droht (6). Wenn der Wohlstand als Kitt in hochsäkularisierten Gesellschaften schwindet, lässt sich dann  der soziale Frieden noch bewahren? In Krisenzeiten steht auch der (post)moderne Fortschrittsglaube auf dem Prüfstand.


 
(1)   http://www.spiegel.de/politik/ausland/spanien-rockt-shoppen-statt-beten-a-317966.html.
(2)   „Als die protestantische Ethik aus der bürgerlichen Gesellschaft verdrängt wurde, blieb nichts als der Hedonismus zurück, und so verlor das kapitalistische System seine transzendentale Ethik. […] Der Hedonismus ist die kulturelle, wenn nicht gar moralische Rechtfertigung des Kapitalismus geworden – das Vergnügen als Lebensstil.“ Daniel Bell: Die Zukunft der westlichen Welt – Kultur und Technologie im Widerstreit, Frankfurt am Main 1976, S. 30.
(3)   Der kulturelle Wandel der modernen Gesellschaft ist vor allem auf das Aufkommen der Massenkonsumption zurückzuführen, oder anders gesagt, auf die Verbreitung von Gütern, die für die mittleren und unteren Schichten zuvor als Luxuswaren gegolten hatten. Ebd., S. 83.
(4)   Jochen Hirschle: Religiöser Wandel in der Konsumgesellschaft, S. 141-162, in: Soziale Welt 63 (2012), S. 153-155.
(5)   Zur Säkularisierung in Deutschland und anderen westlichen Industrieländern seit den 1960er Jahren: http://altewebsite.i-daf.org/411-0-Wochen-36-37-2011.html.
(6)   Zu den Ursachen der wirtschaftlichen Misere in Südeuropa: http://altewebsite.i-daf.org/476-0-Wochen-24-25-2012.html.
 
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Einsamkeit - Preis der postmodernen Vielfalt
5  Kommentare | Posted 07.11.2012 09:36

Daraus folge aber keine Abkehr von der Familie: In "modernisierten" Formen bleibe sie erhalten und verliere nichts von ihrer Bedeutung. Diese "Erzählung" ist besonders in Feuilletons populär, hält aber einer empirischen Prüfung nicht stand. Ernüchternd deutlich zeigen neue Mikrozensus-Zahlen eine steigende "Familienlosigkeit": Auf dem Rückzug sind nicht nur die Ehe und die "traditionelle" Kernfamilie, sondern das Zusammenleben mit Partnern und Kindern generell (1). Der Singularisierungstrend betrifft vor allem die Männer: Etwa 45% der Männer im Alter von 40-45 Jahren lebten 2011 ohne Kinder im Haushalt; bei den gleichaltrigen Frauen lag dieser Anteil "nur" bei 28%. Vor fünfzehn Jahren (1996) war es unter den Frauen dieses Alters ca. ein Fünftel und bei den Männern knapp ein Drittel, die ohne Kinder im Haushalt lebten (2). Schon in den 1990er Jahren war also die „Kinderlosigkeit" unter Männern höher als unter Frauen, seitdem hat sich diese Differenz aber noch wesentlich vergrößert.

Wie lässt sich dieses wachsende „Gender Gap" erklären? Eine wesentliche Ursache dafür ist der Männerüberschuss auf dem Partnerschaftsmarkt: Da mehr Jungen als Mädchen zur Welt kommen, gibt es bis zur Altersgruppe der 50-Jährigen immer mehr Männer als Frauen. Gleichzeitig verbinden sich Frauen meist mit etwas älteren Männern - im Durchschnitt sind sie in Partnerschaften etwa drei Jahre jünger. Der Geburtenrückgang seit den 1960er Jahren führt nun dazu, dass jeder Männerjahrgang auf eine zahlenmäßig kleinere Kohorte partnerschaftlich noch nicht gebundener Frauen trifft. Von diesem „birth-squeeze-Effekt" waren die  40-45-jährigen Männer im Jahr 1996 noch nicht betroffen: In den 1950er Jahren geboren, stießen sie dank des Baby-Booms Ende der 1950er Jahre auf eine wachsende Zahl (potentieller) Partnerinnen. Für die nach dem „Pillenknick" geborenen Männer haben sich dagegen die Heiratschancen verschlechtert (3). Dieser „marriage squeeze" ist ein Grund für den sprunghaft gestiegenen Anteil der Männer, die nicht nur ohne Kinder, sondern auch ohne Partnerin leben: Zwischen 1996 und 2011 ist er unter den 40-45-Jährigen von unter 19% auf 31% gestiegen. Eine Tendenz zum Singledasein gibt es zwar auch bei den Frauen; im Vergleich zu den Männern leben sie aber wesentlich seltener ganz allein (14%). Dafür lebt aber fast jede achte Frau als Alleinerziehende, während nur etwa jeder 50. Mann ohne Partnerin aber mit Kind(ern) lebt (4). Neben dem Frauenmangel erklärt also die Zunahme alleinerziehender Mütter, warum immer mehr Männer ohne Frau und Kind(er) leben.

Entspricht das Leben als Single den Wünschen dieser Männer? Viele dieser Männer dürften ihr Alleinleben nicht als Ausdruck von Autonomie und Selbstentfaltung, sondern als unglückliches Schicksal erfahren. Vergleichbares gilt für Single-Frauen und auch für Alleinerziehende: Ein-Eltern-Familien sind höchst selten geplant, sondern entstehen fast immer aus dem Zerbrechen von Beziehungen (5). Trennungen beruhen zunächst auf individuellen Entscheidungen, für die bestimmte Personen verantwortlich sind. Anhänger der lebenslangen Ehe verurteilen Scheidungen deshalb nicht selten als moralisches Versagen, während Fürsprecher einer „seriellen Monogamie" dazu neigen, Trennungen als Ausdruck des Selbstentfaltungsstrebens zu beschönigen (6). Beide Sichtweisen unterschätzen den Einfluss des sozialen Rahmens („Framings") auf die Partnerschaftsstabilität: Die Übereinstimmung in Fragen des Lebensstils, der Religion und der Politik spielen eine wesentliche Rolle, ob Paare sich finden und zusammen bleiben (7). Je heterogener die Gesellschaft ist, desto schwieriger wird es für den Einzelnen einen passenden Partner zu finden. Die postmoderne „Vielfalt" der Lebensentwürfe hat deshalb einen hohen Preis, den besonders die unfreiwillig allein Lebenden und die alleinerziehenden Mütter bezahlen. Eben dies blenden die gängigen Feuilleton-Diskurse gerne aus. Denn wie schon Bert Brecht wusste: „Die im Dunkeln sieht man nicht".

(1) Exemplarisch für diese Sichtweise: Bernhard Gückel: Gibt es eine Krise der Familie? Eine Lebensform im Spannungsfeld zwischen Wandel und Konstanz. Prof. Dr. Norbert F. Schneider zur Situation der Institution Familie bei der Dritten Tendenzwendekonferenz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) am 17. November 2011 in Berlin, im Interview in der Sendung „Kulturgespräche" des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR 2) am 23. Dezember 2011 und im Beitrag „Geld allein ist keine Lösung" der Publikation „The European" vom 10. Januar 2012, S. 10-11, in: Bevölkerungsforschung Aktuell 01/2012, S. 10-11.

(2) Vgl.: Abbildungen „Frauen: Rückgang von Ehe und Kernfamilie"; „Männer: Abkehr von Ehe und Familie?".

(3) Vgl.: Kerstin Ruckdeschel/Robert Naderi: Fertilität von Männern, S. 2-9, in: Bevölkerungsforschung aktuell, Mitteilungen aus dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 30. Jahrgang, November 2009, S. 4.

(4) Vgl.: Abbildungen „Frauen: Rückgang von Ehe und Kernfamilie"; „Männer: Abkehr von Ehe und Familie?".

(5) Vgl.: Walter Bien/Alois Weidacher: Familien in prekären Lebenslagen - zur politischen Relevanz der Untersuchungsergebnisse. Zusammenfassung und Ausblick, in: S. 229-242, in: Walter Bien/Alois Weidacher (Hrsg.): Leben neben der Wohlstandsgesellschaft. Familien in prekären Lebenslagen, S. 239.

(6) Beispielhaft für letzteres sei auf den 7. Familienbericht verwiesen:  Nach seiner Auskunft ist die serielle Monogamie Ausdruck einer wachsenden individuellen Freiheit und des Wunsches, „unbefriedigende Verbindungen aufzugeben und nach besseren Perspektiven zu suchen". Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit. Perspektiven für eine lebenslaufbezogene Familienpolitik - Siebter Familienbericht, Berlin 2006, S. 126.

(7) Vgl.: Hartmut Esser: In guten wie in schlechten Tagen, Ehekrisen, Untreue und der Anstieg der Scheidungsraten - Eine Ursachenanalyse, http://ehe-familie.de/Seite333.htm.

 

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Kinderlose Akademiker? Familienplanung und berufliche Milieus
1  Kommentare | Posted 23.10.2012 13:39

Das  zeigen neuere Mikrozensus-Auswertungen zu den Kinderzahlen von Männern, die lange ein Dunkelfeld der Bevölkerungsstatistik waren. Sie erfassen zwar nicht die Zahl der jeweils gezeugten Kinder, zeigen aber immerhin, ob und mit wie vielen Kindern Männer im Alter von 38-42 Jahren in ihrem Haushalt zusammenleben. Wenig überraschend zeigt sich, dass arbeitslose Männer häufig kinderlos sind – mangels Einkommens können sie sich eine Familie schlicht nicht leisten. Informatiker und Publizisten verdienen aber oft nicht schlecht, im Durchschnitt jedenfalls sicher mehr als KFZ-Mechaniker und Maurer, die trotzdem häufiger Kinder haben. Noch häufiger Kinder haben Lehrer, deren Kinderzahl nur noch von Landwirten als kinderreichste Berufsgruppe übertroffen wird (1).

Im Zuge des Strukturwandels sind die Landwirte aber bekanntlich zu einer kleinen Minderheit geschrumpft, während die Zahl der Beschäftigten in den Medien sowie der Informations- und Kommunikationstechnologie stark gestiegen ist. Die früheren Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft oder auch im Bergbau unterscheiden sich von denen  der postmodernen „Wissensgesellschaft“ grundlegend: Stellen auf Lebenszeit gibt es kaum noch, stattdessen oft befristete „Projekte“. Die fehlende Arbeitsplatzsicherheit dürfte ein wichtiger Grund für die hohe Kinderlosigkeit sein, die auch die Frauen in den Medienberufen kennzeichnet. Den Gegenpol zu den Journalistinnen bilden in den akademischen Berufen die Lehrerinnen, deren durchschnittliche Kinderzahl sogar höher liegt als die von Krankenschwestern, Verkäuferinnen oder Friseurinnen (2).

Die Mikrozensus-Zahlen stellen  das vulgär-malthusianische Vorurteil in Frage, wonach geringer Qualifizierte (die vermeintlich „Dummen“) pauschal mehr Kinder bekämen als  Akademiker. Für die Kinderzahlen entscheidend sind offensichtlich weniger die Ausbildungsdauer und das Qualifikationsniveau, sondern eher die wirtschaftliche Planungssicherheit, ein gewisser Lebensstandard und das berufliche Milieu (3). Die Konstellationen sind dabei international bemerkenswert ähnlich: Auch im vereinbarkeitspolitischen Vorzeigeland Schweden bleiben Publizistinnen häufiger kinderlos als Ärztinnen oder Lehrerinnen (4). Überall in Europa scheint im Bildungs- und Gesundheitswesen ein relativ kinderfreundliches Klima zu herrschen – prototypisch dafür sind die schwedischen Hebammen, die zu etwa 95% eigene Kinder haben (5). Wer in seinem Beruf mit Kindern arbeitet, entscheidet sich also eher für Kinder als jene Zeitgenossen, die (vor allem elektronische) Medien mit Informationen versorgen oder EDV-Systeme administrieren. Solche Befunde bringen Sozialwissenschaftler in Verlegenheit: Ihre ökonomischen Erklärungsansätze, die um die „Opportunitätskosten“ des Kinderhabens kreisen, stoßen hier an Grenzen.

Normalbürger werden solche Befunde weniger überraschen, sondern eher in ihren „Vorurteilen“ (Stichwort: „Computernerds“) bestätigen. Ihrem Menschenverstand folgend gehen sie davon aus, dass Menschen unterschiedlich veranlagt, geprägt und sozialisiert sind. In freien Gesellschaften können sie ihren Präferenzen auch in der Berufswahl folgen. Eine Folge dieser Freiheit ist es, dass Frauen schwerpunktmäßig andere Berufe ergreifen als Männer (6). Sie arbeiten seltener an Maschinen und häufiger „an Menschen“, etwa in Bildungs- und Gesundheitsberufen. Dort treffen sie auf Männer, die – beruflich und oft auch privat – ähnliche Präferenzen haben. Das erleichtert die Familiengründung, wie zahlreiche Lehrer- und Ärzteehepaare zeigen. Die Heiratschancen der Männer in diesen Berufen sind evident besser als für Informatiker oder Journalisten. Letztere haben zwar oft attraktive Kolleginnen, die aber nicht weniger auf ihrer „Unabhängigkeit“ bestehen als sie selbst (7). Genau dies ist aber der Entscheidung für Kinder und Familie abträglich. Dieses Problem kann auch die beste „Vereinbarkeitspolitik“ nicht aus der Welt schaffen.

 

(1)  Zu den Kinderzahlen von Männern nach Berufsgruppen auf der Basis des Mikrozensus 1973 sowie 2009: Martin Bujard: Talsohle bei Akademikerinnen unterschritten? Kinderzahl und Kinderlosigkeit in Deutschland nach Bildungs- und Berufsgruppen, Wiesbaden 2012, S. 18 (Tabelle 2) sowie S. 22 (Abbildung 11). Siehe hierzu auch: „Kinderzahlen von Männern nach Berufen“ (Abbildung unten).

(2)  Vgl. ebd., S. 17 (Tabelle 1) sowie S. 21 (Abbildung 10). Siehe hierzu auch: „Kinderzahlen von Frauen nach Berufszugehörigkeit“ (Abbildung unten).
(3)  Für Hans Bertram zeichnen sich die Medienberufe neben familienunfreundlichen Arbeitsbedingungen auch durch ein „Milieu“ aus, „in dem Ehe und Familie als traditional und nicht zukunftsorientiert gelten“: Ders. Die Mehrkinderfamilie in Deutschland. Zur demographischen Bedeutung der Familie mit drei und mehr Kindern und ihrer ökonomischen Situation. Expertise für das Kompetenzzentrum für familienbezogene Leistungen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin 2008, S. 11.
(4)  Zu Schweden: Gerda Neyer: Bildung und Kinderlosigkeit in Österreich und Schweden, S. 286-309, in: Zeitschrift für Familienforschung, 21. Jahrgang, Heft 3/2009, S. 296-297. Zu Deutschland: Statistisches Bundesamt: Geburten in Deutschland, Ausgabe 2012, Wiesbaden 2012, S. 37.
(5)  Vgl.: Gerda Neyer: Bildung und Kinderlosigkeit in Österreich und Schweden, a.a.O., ebd.
(6)  Siehe hierzu: http://www.i-daf.org/index.php?id=28&tx_ttnews%5Btt_news%5D=15&cHash=c8ee7edb6792231fd22c14dfca2d1707.
(7)   Siehe hierzu: http://altewebsite.i-daf.org/285-0-Wochen-7-8-2010.html.
 
 
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Zeit für eine Familienrevolution

Bild: Podium beim Forum Familie
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Die familienpolitischen Diskussionen in Medien, Politik und Verwaltung laufen immer stärker auf eine Zerschlagung und Vergesellschaftung der Familien hinaus. Oft wird beispielsweise auch in der Union angenommen, dass für die Aufzucht von Kindern nicht die Familie der beste Ort sei, sondern eine staatliche Kinderbetreuungseinrichtung.

Gegen diesen Trend hat sich die Initiative Familienschutz mit der Sprecherin Hedwig von Beverfoerde kurz vor der Wahl zum Bundestag 2009 gegründet mit dem Ziel, Familien in der Politik eine Stimme zu geben. Sie sollten nicht mehr nur Objekt von mehr oder (meist) weniger wohlwollendem politischem Handeln sein, sondern selber mitmischen und ihre Interessen zur Geltung bringen.

Am 14. Mai veranstaltete die Initiative vor zahlreich erschienenem Publikum in Berlin-Mitte das erste Forum Familie, auf dem vor allem eines sehr deutlich wurde: Die Zeit ist reif für eine echte Familienrevolution!

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"Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf." - Theodor Fontane

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