Hier, bei der Betreuung im Wort „Betreuungsgeld“ geht es aber um sehr viel mehr. Es geht um eine Liebesgabe von Eltern an ihre ein- und zweijährigen Kleinstkinder: manche Eltern schenken ihren Kindern in dieser Zeit Bedingungsloses. Sie schenken diesen noch hilf- und sprachlosen Menschen, die Gott ihnen anvertraut hat, ihre höchstpersönliche Zuwendung und ihren Schutz. Sie schenken ihnen ihre Stärke. Bewusst oder instinktiv ist diesen Eltern klar, dass dieser höchstpersönliche Schutz die beste Förderung für ihr Kind ist. Dass z.B. die Sprachentwicklung auf der vorsprachlichen Dialogfähigkeit des Kindes aufbaut. Zunächst einmal ist es für den erziehenden Elternteil eine Herausforderung, sich ganztags in sein Baby und Kleinkind einzufühlen und diesem dann seine Gefühle und seine Entwicklungen zu spiegeln. Das geschieht durch Laute, durch Mimik und durch Worte. Seien sie nun türkisch, arabisch oder deutsch, diese Worte. Das Kind wird exklusiv und ganztags von einem einzigen Experten für es selbst verstanden. Dann kommt sie an, die Liebe, und das Kind versteht den Sinn von Sprache als Mittel von Verständnis und später Verständigung.
Wie kleinlich muss man angesichts dieser großartigen Erkenntnis sein, wenn man da unterscheidet zwischen Deutsch und Türkisch? Wie kleinlich und vermessen, wie oberlehrerhaft das Beharren auf der vorzeitigen Trennung fremdsprachlicher Kleinstkinder von ihren bedingungslos liebenden Eltern. Am deutschen Wesen soll alles genesen? Das hatten wir schon einmal! Aber das ist nur eins von vielen Bespielen des unsagbaren Hochmuts in der Argumentation von Betreuungsgeld-Gegnern.
Es wird allerhöchste Zeit dass eine neue Ehrlichkeit in die Betreuungsgeld-Debatte kommt! Statt liebende Eltern zu kränken und Bindung zu kriminalisieren, sagt doch die Wahrheit!
Arbeitgeber, sagt doch einfach, wir möchten nicht dass junge Mütter oder Väter sich werktags für ihre Kinder engagieren. Sie sollen sich für die Belange meines Betriebs einsetzen. Oder: Wir wollen einem einzelnen Arbeitnehmer nicht so viel zahlen, dass sie oder auch er davon die ganze Familie ernähren kann. Oder: Wir wollen unseren Fachkräftemangel beheben.
Volkswirte, sagt doch, dass es ist unwirtschaftlich ist, wenn Kinder als Individuen und nicht als Kollektiv versorgt werden.
Sozialversicherungen, sagt doch einfach, wir möchten mehr Beitragszahler haben, und deshalb sollen beide Eltern von Ein- und Zweijährigen ganztags einem Gelderwerb nachgehen.
Sozialingenieure und Bildungsmanager, sagt doch einfach, dass ihr größeren Einfluss auf und vor allem mehr Macht über die Entwicklung der Kinder anderer Leute haben möchtet: Die Lufthoheit über den Kinderbetten.
Manch einem Kritiker möchte ich auch sagen: Wenn Du ein anderes Lebensmodell leben möchtest als ich, dann mach es doch einfach und ertrage es derweil, dass andere Eltern ihren Kindern ein anderes Geschenk machen als Du Deinen.
Betreuungsgeld müsste eigentlich anders heißen, denn Betreuung ist nur ein kleiner Bestandteil dessen, was Ganztags-Eltern ihren Kleinkindern geben. Von dieser Gabe, ich nenne sie provisorisch „Willkommen im Alltag der Eltern“, werden Werktag für Werktag Sunde um Stunde immer mal wieder Ein- und Zweijährige ferngehalten, während sie in Tagesstätten betreut werden. Die 1.000 bis 1.200 € an Steuergeldern, die pro Kind in diese Tagesstätten fließen, sind aus meiner Perspektive eben „Fernhalteprämien“.
Sehr geehrte Frauen in der CDU,
Sie kämpfen gegen das Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinstkinder im Alter von ein und zwei Jahren höchst persönlich zu Hause erziehen wollen.
In einem Vortrag gab Katharina Spieß, Professorin für Familien- und Bildungsökonomie, den folgenden Ratschlag zum Verbleib der Kinder gut ausgebildeter Mütter:
„Es würde zu mehr Ungleichheit kommen, wenn die gut ausgebildeten Mütter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen.“
Diese implizite Empfehlung einer Trennung von Müttern und Kindern beschäftigte mich zunächst deshalb, weil sie mir ein Déjà-vu bescherte.
Mit vielen kleinen Meißel-Schlägen wird er gelockert, der Kitt zwischen dem Kind und seinen Eltern. Die politische Landschaft ist von einem Heer dieser auf Spaltung spezialisierter Steinmetze durchsetzt: Manche von ihnen planen Chipkarten für Bildungsangebote, zur Rettung vor veruntreuenden Eltern; mache fassen eine Kindergartenplicht ins Auge, zur Rettung der Migranten-Kindern vor ihrer Muttersprache; manche bereiten die Abschaffung der kinderärztlichen Schweigepflicht vor, zur Rettung vor prügelnden Eltern; manche filmen die Ohnmacht der Armen bei der Kindererziehung, zur Ergötzung der Besserwisser… Oliver Twist und David Copperfield heißen heute Justin und Murat und ihre Wege sollen sie nicht finden, um zu ihrem Ursprung zu kommen.
Ihr A…-Geweih blitzt kurz hervor, während sie sie sich bückt, um Cheyennes Becher („Sommernachtstraum“) aus dem untersten Regalbrett zu angeln. Aber nur kurz, denn sie verliert das Gleichgewicht, wird im letzten Moment noch von den starken Armen ihres Vaters gehalten.