"Wie viel Familie verträgt die moderne Gesellschaft?" – So fragt die Roman–Herzog-Stiftung in ihrer aktuellen Studie, und spontan fällt mir erst einmal die Gegenfrage ein: Wie viel moderne Gesellschaft verträgt eigentlich die Familie und will das überhaupt noch jemand wissen?
Sie verträgt nicht sonderlich viel, scheint es auf den ersten Blick.
Das Bundesfamilienministerium arbeitet derzeit am achten Familienbericht, der 2012 dem Bundestag und der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. »Zeit ist die Leitwährung unserer Familienpolitik«, so kommentierte die Familienministerin Kristina Schröder den Bericht, den die Sachverständigenkommission ihr vor wenigen Tagen übergeben hat, mit dem Titel: Zeit für Familie.
Woher weiß eine Bande von Achtjährigen eigentlich, wie man einen Sechsjährigen sexuell missbraucht? Sie denken, das sei eine absurde Fragestellung? Seit dieser Woche leider nicht mehr, denn wie bekannt wurde, kam es genau zu solch einem Vorfall im Landkreis Unna.
Gut – der Vorschlag von Frau Haderthauer überlebte keine 24 Stunden im medialen Mainstream. Dann vermeldete die Presse bereits, dass die CSU-Frau zurückrudere. Sie fordere derzeit keine massive Aufstockung mehr und 500 Euro Betreuungsgeld seien unter den jetzigen finanziellen Gegebenheiten leider nur »Zukunftsmusik«.
Es klingt nahezu weltfremd, wenn der Staatssekretär im Familienministerium, Josef Hecken, die aktuellen Zahlen mit den Worten kommentiert, der Rückgang der Kinderzahl in Deutschland zeige, „wie wichtig eine nachhaltige Familienpolitik“ sei und dass die Bundesregierung mit ihren familienpolitischen Maßnahmen auf einem guten Weg sei.