Ehrgeiz und Streitlust - das sind Eigenschaften, die man einem Menschen vermutlich kaum beibringen kann, wenn er oder sie sie nicht selbst verspüren. Und gelingt es doch, so wird der Mensch dadurch wohl kaum glücklicher.
Hier nachzulesen: "Bundesministerin Schröder distanziert sich von Frauenquoten".
Wie kann sie in dieser kurzen Zeit, in nur drei Monaten, ihre Meinung derart drastisch geändert haben? Redet sie in dieser wichtigen Frage einfach mal nur so daher, um dem Handelsblatt und sich selbst einen Aufmacher zu verschaffen? Was ist mit ihr in diesen drei Amtsmonaten passiert? Sitzen da im Ministerium die EinflüstererInnen, die alltäglich ein Quoten-Ceterum-Censeo predigen?
Abgesehen vom Thema und vom Ärgernis des Quotenwahns ist dieser leider weder von den Handelsblatt-Kollegen, noch von sonst jemandem bemerkte Sinneswandel ein Paradebeispiel der Vergesslichkeit des gegenwärtigen Politikbetriebs. Eine Politikerin ändert ihre Meinung um 180 Grad - und keiner kriegt es mit.
Oder habe ich das verpasst?
- dazu einen Kommentar von Chefredakteur Gabor Steingart, der die Frauenquote für eine zumindest zeitweise gute Sache hält.
Ob das juristisch haltbar ist, scheint fraglich. Näheres zu diesem Fall berichtet die Tageszeitung "Die Presse":
Frauen werden bekanntlich bei allen Stellenbesetzungen im öffentlichen Dienst, also auch in der Wissenschaft bevorzugt.
Ihre Bücher mögen noch so unleserlich (siehe „Gender goes Schwachsinn“ ) sein, ihre Protagonistinnen mögen an den Universitäten von anderen Fächern nicht recht ernst genommen, und ihre Theorien als harmlose Träumereien belächelt werden. Tatsächlich sind die Gender Studies außerordentlich „wirkmächtig“ (ich gestatte mir selbst ausnahmsweise diese bescheuerte Kulturwissenschaftler-Vokabel).