Als ich gefragt wurde, ob ich für die Freie Welt bloggen wolle, war ich zugegeben unsicher. Ich halte die Ökonomik Chicagoer Prägung für doppelt verfehlt: erstens, weil sie dem naturalistischen Fehlschluss unterliegt, dass Märkte so seien, wie sie sind, weil es gut ist, wie sie sind – die Gegenposition wäre, sich zu fragen, wie Märkte optimal funktionieren sollten und dann zu überlegen, wie man diesen Zustand erreichen kann –, zweitens, weil die Märkte nicht einmal so sind, wie sie behaupten, sie aber alle Erkenntnisse beispielsweise über Individual- und Massenpsychologie ignorieren und weiter an ihrem Mantra festhalten.
Hier sah ich den Stolperstein im Bezug auf die Orientierung der Freien Welt.
Ja, ich bin Atheist, aber ein aufgeklärt christliches Menschenbild muss nicht zwangsläufig in Streit mit einem evolutionär-humanistischen Menschenbild geraten.
Nicht, dass ich erwarten würde, dass Leute wie Peter Krause darüber ihre Meinung ändern – mit Daten und Fakten kann man bei diesen Leuten nur etwas anfangen, wenn man sie aus dem Kontext reißt und ideologisch interpretiert.
Ich war mir eigentlich sicher, dass eine der Erwähnungen des "großen Milton Friedman" oder eine der Forderungen nach mehr Gier mich dazu veranlassen würde, in der Freien Welt negativ aufzufallen.
In den Kommentaren zu meinem Blogbeitrag Kopenhagen wird auch kein Kyoto habe ich den Begriff "unwissenschaftlich" um mich geworfen.
ACTA, das Handelsabkommen gegen Fälschung (Anti-Counterfeit Trade Agreement), geht zur Zeit in Seoul in die nächste Runde, und im Mittelpunkt steht (mal wieder) das Internet. Hierbei ist bezeichnend, wie sehr sich die internationale Versammlung von Unternehmensinteressen leiten lässt.