Es ist also an der Zeit, dies einmal ehrlich zuzugeben und der jungen Dame am Kabinettstisch Respekt zu zollen. Vor allem dafür, dass sie sich befreit aus vorgelegten Denkmustern, in denen vermeintlich moderne Politik seit Jahren daherzukommen gewohnt ist.
Natürlich: Es war gut, vor vielen Jahren die Förderung der Mädchen und Frauen endlich einmal zu wagen.
In grundsätzlichen Fragen blieb häufig ein grundsätzlicher Dissens. Beim Lebensrecht zum Beispiel. Das ist für mich eindeutig unteilbar und von Anfang bis zum natürlichen Ende gegeben.
Vielleicht mutet es manchem seltsam an, wenn sich jetzt ehemalige Schüler melden und sich ausdrücklich zum Aloisiuskolleg bekennen. Doch das ist dringend notwendig, nachdem mehr und mehr der Eindruck entsteht, diese Schule sei ein Hort des Missbrauchs und der Verantwortungslosigkeit gewesen.
Es sei nur die Spitze eines Eisbergs, sagen Kenner des Jesuiten-Skandals in Berlin. Und tatsächlich: Fast täglich "tauchen" neue Missbrauchsfälle auf. Jetzt auch am Godesberger Jeuitengymnasium Aloisiuskolleg.
Es ist gut und erfreulich, dass sich die Parteivorsitzende Angela Merkel nach Abschluss der Klausur eine lebendige Diskussionskultur innerhalb der CDU wünscht und niemanden ausschließen will.