Emotionalität aber lenkt nur allzu leicht davon ab, dass sachliche Analysen und Fakten zum Thema fehlen.
Dabei sollte es die gelernte Ärztin eigentlich methodologisch besser wissen. Bevor ein Arzt eine Therapie einleitet, muss ihm die Ursache der Krankheitssymptome klar sein, sonst kann die Therapie nie gezielt wirken.
Wenn z.B.
Media Control hat ermittelt, wie viele Minuten Kinder aus den verschiedenen Bundesländern täglich vor dem Fernseher verbringen.
Erstaunlicherweise sind die Bundesländer mit einer hohen Krippen- und Ganztagsversorgung Spitzenreiter im Fernsehkonsum der Kinder.
Die Glorifizierung der frühkindlichen Bildung wird immer abstruser. Schon die dritte Familienministerin rühmt den vermeintlich positiven Effekt dieses nebulösen Instrumentes. Fast jede veröffentlichte Studie muß herhalten: egal was untersucht wurde, egal welche Ergebnisse, immer ist das Resümee: wie gut, daß wir die frühkindliche Bildung haben, wir sollten noch mehr Geld in den Krippenausbau stecken!!!
Auch die grade erschienene Shell-Studie muß dafür herhalten: Aus der Biografie-Sammlung der Shell-Studie, daß schlechte Startchancen auf Grund der sozialen Herkunft wettgemacht werden könnten, zieht Frau Schröder jubelnd den Schluß: „Frühkindliche Bildung ist der Grundstein für Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.
Hat die Shell-Studie diesen Einfluß untersucht? Wurden die soziale Herkunft und die Dauer eines Krippenbesuches unter drei Jahren in Zusammenhang gebracht und konnten so viele Fälle gefunden werden, daß die Zahl statistisch relevant ist und wenn, wurde auch der Einfluß des elterlichen Verhaltens mit berücksichtigt in der Studie? Wurde gefragt, wie die soziale Herkunft wettgemacht wurde? Auf den Internetseiten der Shellstudie läßt sich auch nach intensivem Suchen nichts dazu finden.
Jeden Tag um acht mit Zwang zum Spielen mit anderen Kindern, Entschuldigungen schreiben, wenn man ein paar Tage zu den Großeltern will, wenn die Mutter frei hat, muß der/die Dreijährige trotzdem zur Kita? Egal ob ein Elternteil die Erwerbstätigkeit reduziert hat oder nicht, Pflicht heißt Pflicht und der ist nachzukommen.
Aber wie komme ich darauf zu sagen, wir wären bald dankbar über die Kindergartenpflicht?
Ich gehe mal davon aus, daß sowohl Herr Buschkowsky als auch Herr Wowereit das GG kennen.
Es wurde zum Beispiel die Senkung des Einschulungsalters beschlossen, die Abschaffung von Rückstellungen und möglichst ganztägiger Unterricht. Anders ausgedrückt: alle Kinder, immer jünger, gehen zur Schule, unabhängig von ihrer individuellen Entwicklung.