Als Scholz vor acht Jahren seine Hände nach den Kinderbetten ausstreckte, hatte der intensive Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen unter Rot-Grün gerade begonnen. Für diesen Satz mußte er damals noch einiges an Kritik einstecken.
Der Blätterwald raschelte gewaltig angesichts der Krippenstudie aus dem Hause Bertelsmann. Die Nachfrage an öffentlichen Betreuungsangeboten sei enorm und "höher als erwartet", einen regelrechten "Ansturm auf Kitas" gebe es.
Schon Tage vor der Spartagung der Regierung ließ Familienministerin Kristina Schröder derartigen Einsparwillen erkennen, daß einem ganz schwindelig wurde. Außer dem Verteidigungsministerium gab es aus keinem Ministerium solch eindeutige Signale wie aus dem Familienministerium.
Ist von der hauptberuflichen Hausfrau und Mutter die Rede, so darf ein kleines Wörtchen zumeist nicht fehlen: Nur. In Zeiten von Krippenoffensive und Vereinbarkeitshysterie ist eine Frau, die sich für die ganztägige Betreuung ihrer Kinder und ihres Heimes entschieden hat, eben häufig „nur Hausfrau und Mutter“.
Ab dem 01. Januar 2010 haben Eltern pro Kind und Monat 20 Euro mehr in der Tasche. Für die Financial Times Deutschland Grund genug, um beim Meinungsforschungsinstitut Forsa eine Studie in Auftrag zu geben, die der Frage nachgeht, wofür Eltern eigentlich das zusätzliche Geld im nächsten Jahr ausgeben wollen.