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11.02.2012
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     Karin Pfeiffer-Stolz
Email:   info@stolzverlag.de
Blog:  http://www.stolzverlag.de/

Die ehemalige Lehrerin betätigt sich seit Jahrzehnten als Autorin von schulpraktischen Lernhilfen und Büchern. Sie freut sich über jede Zuschrift, jedes Lob und jede konstruktive Kritik. Mit viel Engagement vertritt sie ihre pädagogischen Ideen. Die schnell wechselnden Moden in der Schullandschaft lassen sie unbeeindruckt, denn die meisten sind wenig durchdacht und verschwinden ebenso rasch, wie sie gekommen sind. Erfolgreiches Lernen benötigt einen stabilen Rahmen, nichts ist der Schule abträglicher als der ständige Wechsel von Methoden und Rahmenbedingungen. Unsicherheit und Orientierungslosigkeit verhindern Lernerfolg, schaffen Überdruß und Aggression. Von dieser Einsicht geleitet, gewinnen die Veröffentlichungen des Stolz Verlags eine zeitlose Wirksamkeit, was bei den Benutzern der Hefte sehr gut ankommt.

 
RSS Blogeinträge von Karin Pfeiffer-Stolz

 
Nichts als eine üble Räuberbande
17  Kommentare | Posted 03.02.2012 12:48

Beim Frühstück sagt Anna, wie gut, daß wir die Politik haben. Im Kindergarten haben sie gesagt, wir müssen der Regierung dankbar sein, daß wir alle etwas zu essen und anzuziehen haben. Als ich ihr zum Schutz gegen die klirrende Winterkälte dieser Tage die wattierte Winterjacke überziehe, sagt sie, ihr tun alle Kinder leid, die nicht in einer Demokratie leben, weil die da keine dicke Winterjacke haben. Anna hüpft fröhlich zur Haustür hinaus, ich schließe hinter uns beiden ab. Wenn wir vom Staat keine Unterstützung bekommen hätten, hätten wir auch kein Haus, trällert Anna. Ich bin sprachlos. Und das alles lernt man heute schon im Kindergarten?

Anna ist ein aufgewecktes Kind. Aber ich bin nicht sicher, ob ich ihr die Wahrheit zumuten kann. Sie könnte diese ohnehin nicht verstehen, und selbst wenn, dann würde sie mir nicht glauben, denn sie hat im Kindergarten etwas anderes gelernt. Und was dort alle sagen, gilt natürlich als richtig. Mit einer solchen Meinungsübermacht legt man sich am besten nicht an. Während wir gehen, Hand in Hand, spreche ich in Gedanken zu dem Kind an meiner Seite. Arglos wie ein Hündchen hüpft es neben mir her und stößt kleine weiße Atemwolken aus.

Liebe Anna, nicht eine einzige Scheibe Brot hätten wir zu essen, du und ich, wenn die Welt ausschließlich bevölkert wäre von Leuten des Schlages Monti und Schäuble. Nicht ein einziges warmes Kleidungsstück besäßen wir zur Bedeckung unserer Blöße, du und ich, wäre die Erde voller Lagardes oder Merkels. Wir beide, du und ich, hätten kein Dach über dem Kopf zum Schutz gegen die Unbilden des Klimas, wenn Typen wie Sarkozy und Cameron die Mehrheit der Menschheit ausmachten.

Täglich stehen die Namen dieser und anderer Persönlichkeiten in der Zeitung. Sie sind Dauergäste im Fernsehen. Ihre Meinungen werden gehandelt wie göttliche Wahrheiten. Jeder noch so große Unsinn aus ihrem Mund wird mit großem Ernst und Eifer diskutiert. Womit haben sich diese Leute eigentlich soviel Aufmerksamkeit verdient? Sie pflügen nicht, sie säen nicht, sie ernten nicht. Sie nähen keine Jacken, und sie bauen keine Häuser. Für Annas und mein Überleben ist ihre Existenz ohne jeglichen Nutzen. Der offensichtlichen Nichtsnutzigkeit zum Trotz erscheinen sie selbst jedoch wohlgenährt und sind vornehm gekleidet. Sie reisen in Nobelkarossen und wohnen in luxuriösen Behausungen.

Liebe Anna, unsere Politiker sind ohne Zweifel äußerst tüchtige Leute. Jedoch liegen ihre Fähigkeiten weniger auf dem Gebiet der praktischen Lebensnotwendigkeiten. Unser beider Grundbedürfnisse kann die Politik nicht erfüllen. Der Berufspolitiker widmet sich einem Gewerbe, das so uralt ist wie die Menschheit selbst. Unsere Vorfahren hätten das zwielichtige Treiben noch unverblümt beim Namen genannt: Betrug, Diebstahl, Hehlerei. Dem Sittenkodex gemäß gelten solcherlei Handlungen auch heute noch als Sünden. Werden diese berufsmäßig und unrechtmäßig ausgeübt, dann darf man die Agenten und Handlanger mit Fug und Recht als Räuberbande bezeichnen, wie es das höchste Oberhaupt der katholischen Kirche in einer Rede vor dem deutschen Bundestag getan hat. Soll ich Anna so etwas erklären? Sie trällert und singt und hopst an meiner Hand in diesen kalten Januartag hinein.

Nein, das ist nicht zu erklären. Wie kommt es denn, daß die Völker aller modernen Nationen den Nachkommen des vordemokratischen Räubergesindels huldigen und deren Herrschaft nicht nur klaglos ertragen, sondern diese geradezu herbeiwünschen? Man nennt dieses aufgeklärte Staatswesen Demokratie. Anna lernt schon im Kindergarten, daß wir beide nur deshalb Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf haben, weil es die Demokratie gibt und die Regierung so gut für uns sorgt.

Kann ein Kind von fünf Jahren verstehen, was man unter einer perfekten Tarnung zu verstehen hat? Was semantische Fallen sind? In welch vielseitiger Verkleidung Betrug und Heuchelei erscheinen und den guten Glauben und das Vertrauen der Menschen mißbrauchen? Noch ehe es die Wirklichkeit kennenlernen darf, werden dem Kleinkind von bildungsbeflissenen Einrichtungen abstrakte Begriffe eingetrichtert. Es lernt, deren Wortlaut nachzusprechen, wie man Wörter aus einer fremden Sprache lernt. Es hat sich die abstrakten Begriffe einverleibt, ohne auch nur einen blassen Schimmer von deren Bedeutung zu haben. Ausgerüstet mit diesem semantischen Werkzeug wird es angeleitet, die Welt moralisch zu bewerten: CO2 ist böse, Unternehmergewinne sind böse, Monarchen sind böse, Männer sind böse, Liebe zur Heimat ist böse, die eigene Religion ist böse, Fremdenliebe ist gut, Fernstenliebe ist plusgut, Demokratie ist doppelplusgut. Gewisse Gleichungen brennen sich in das formbare Gehirn ein und sind fortan durch keine Realität mehr zu löschen: allein Demokratie garantiert Wohlstand, Friede und Gerechtigkeit.

Soll ich Anna sagen, daß es sich bei all dem um einen billigen Zaubertrick handelt? Mache ich sie dann nicht unglücklich? Außerdem müßte ich gestehen, daß ich selbst nicht recht begreife, weshalb wir ausgerechnet jenen Personen Achtung entgegenbringen, die mich und alle anderen einfachen Leute insgeheim verachten, verhöhnen und mitleidslos betrügen. Ich müßte ihr sagen, daß ich nicht weiß, weshalb wir bis zum Lebensende im Arbeitsrad strampeln müssen und am Ende feststellen werden, daß uns die fürsorglichen Politiker auch noch das bescheidene Altersbrot weggefressen haben. Es fehlten mir die Worte, um Anna zu erklären, weshalb wir täglich ellenlange Berichte über das Treiben dieser nichtsnutzigen Leute lesen, uns ihre Gesichter anschauen und ihre dümmlichen Äußerungen diskutieren. Am allerwenigsten könnte ich erklären, weshalb wir von Zeit zu Zeit einen oder mehrere Namen auf einem Zettel ankreuzen und damit diesem schändlichen Treiben auch noch unsere ausdrückliche Zustimmung erteilen!

Wie soll die kleine Anna verstehen, was Demokratie wirklich ist, wenn selbst mir beim bloßen Gedanken daran schon schwindelig wird!

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Unsere Nationalhymne - einmal anders
4  Kommentare | Posted 31.01.2012 10:29

Das Stück

Unsere Nationalhymne
Unsere Nazinol Lild
Unnsere Deutsche Hünde
Unsere Natzunahlhunnde
Usere Natsonaslhode
Unsere Nationhyinde
Unser Natzjonalhümde
Unsere Natzionalhunde
Unsere Nationalbedienen
Unsehr Nationalelehodinn
Unsäre Nadzunalhymde
Unsarenasalhümme
Unsar Enasalhimmel


Anmerkungen zum Vortrag

Die 11jährigen Knaben und Mädchen zeigten eine eindrucksvolle Leistung, das darf ohne Übertreibung festgestellt werden. Obwohl sie vierzehn Tage lang vor der Aufführung täglich zum Üben einer einzigen schriftlichen Variante angehalten worden waren, sprühten die Darbietungen geradezu vor Originalität. Blog lesen


Taube in der Auslage
4  Kommentare | Posted 12.12.2011 14:33

Zwischen rotem Nikolaus und hellblauem Engel war eine lebensgroße Taube ausgestellt. Wow, dachte ich, sieht die schön aus! So echt! Was die wohl kostet? In diesem Moment zwinkerte das linke Taubenauge, ruckelte der Taubenkopf. Blog lesen


Genau 300mal gelesen
22  Kommentare | Posted 23.11.2011 12:34

 

„Wie war das noch mal mit den Modulen? Schau mal, das ist gut, aber es fehlen die Auswertungsbögen für eine Evaluation.“

„Da sind auch keine Standards drin. Blog lesen


Der erste Arbeitsplatz
5  Kommentare | Posted 02.11.2011 14:17

Das Phänomen der Verzweckung ist bei staatlichen Einrichtungen regelmäßig zu beobachten. Für Behörden, die aufgrund historischer Entwicklungen überflüssig werden, definiert man eiligst neue Aufgabengebiete, um deren Fortbestehen zu sichern. Blog lesen




 
 



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