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24.05.2013
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     Johannes G. Klinkmüller
Email:   JohannesEthikPost@freenet.de
Blog:  http://ethikpost.blogspot.com

Über mich


"Wer nicht zuweilen zu viel empfindet, der empfindet immer zu wenig." (Jean Paul)

 

Johannes G. Klinkmüller, in Reichenbach/Fils geboren, wuchs in Frankfurt/Main auf. In Tübingen studierte er Germanistik und Sportwissenschaften.

Heute ist er Lehrer für Deutsch, Ethik und Sport an einem Gymnasium bei Stuttgart.

 

Wegweisend für ihn und sein Verständnis von Pädagogik ist die Auseinandersetzung mit der Thematik des inneren Kindes und die Bedeutung der toxischen Scham, wie sie sich u.a. in den Büchern von John Bradshaw niederschlägt.

Sein besonderes Engagement gilt dem Bewusstsein, dass es ohne Berücksichtigung der Gefühlssituation aller am Lernvorgang Beteiligten kein lebenswertes Lernen geben kann; Gefühle sind mehr als methodisches Kalkül.

Statt des quantitativen Lernens sollte zudem ein qualitatives Lernen Einzug halten, das auch dem Zusammenhang von Körper, Seele und Geist Rechnung trägt.

In seinen Blogs wendet er sich gern auch dem Themenbereich von christlicher Spiritualität in der deutschsprachigen Literatur zu.

 

Schwerpunkte ergeben sich aus seinen Interessengebieten, die zumeist durch Lebenserfahrungen ausgelöst und geprägt waren:

Neben Fortbildungen im Theaterbereich und den Versuchen, neue Wege in der Schule zu beschreiten, beschäftigte er sich mit Feldenkrais, Bioenergetik sowie fernöstlichen und alternativen Heilmethoden. Wie einige seiner Generation setzte er sich mit der Literatur im Rahmen der Frauen- und Männerbewegung auseinander. Aktiv wirkte er in einigen Bürgerinitiativen mit.

Intensiv widmete er sich der Bedeutung der Mythologie, vor allem der griechischen und der mittelalterlichen, also dem Grals- und dem Siegfriedmythos, sowie der Bedeutung der Märchen für Entwicklung und Erziehung von Menschen jeglichen Alters.

In seinen Unterricht bezieht er die Ergebnisse der Jungschen Psychologie, der Zusammenhänge von Physik und Transzendenz sowie der neurobiologischen Forschung - in Freie Welt u.a. unter Stichwort/Suchen "Joachim Bauer" und in den Beiträgen von Klaus-Dieter Sedlacek zu finden - mit ein.

Mit Freude ist er mit dem Fahrrad in Wald und Flur unterwegs oder wandernd in den Schweizer Bergen; aktiv betreibt er Tai Chi.

 
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"Im Lichte schwamm das Kreuz" - Vom Kelch des Leidens zum Lilienkelch
0  Kommentare | Posted 26.03.2013 11:17

Es ist kein Gedicht, das man mal geschwind lesen und den Inhalt so eben mal zur Kenntnis nehmen kann. Vielmehr enthalten die Verse eine österliche Meditation, der man nur mit Andacht begegnen kann.

Annette von Droste-Hülshoffs geistiges Schaffen ist geprägt von einer tief empfundenen Geistlichkeit. Zahlreiche Werke sind durchwirkt von einer Religiosität, wie sie sich auch in Gethsemane widerspiegelt, einem Gedicht, geprägt durch eine meisterliche Komposition, Wortfeldern wie dem von Licht und Dunkel, Untergang und Nacht, zahlreichen stilistischen Mitteln, u.a. vielen Personifikationen, und einer metrischen Gestaltung, die an bezeichnenden Stellen mit Tonbeugungen arbeitet.

Mancher lehnt den Blick auf das Formale, die formale Gestaltung ab, ohne zu wissen, dass er sich damit eine wertvolle Zugangsmöglichkeit zu einem Werk verschließt. Jeder, der sich  emotional äußert, vor allem dann, wenn es um Liebe, um Tod und Leben geht, lässt alles in sich und um sich lebendig werden. Da ist keine Materie mehr tot, alles erwacht zum Leben, bekommt personale Qualität.

Ein Blutstropfen an jedem Dorn der Krone

Auch in Annette von Droste-Hülshoffs Gethsemane finden sich deshalb so viele Personifikationen:

Gleich zu Beginn saugen die Lüfte Seufzer, eine Quelle murmelt, das Kreuz steigt empor, der Donner murrt, ein Flimmern gleitet qualverloren hernieder, später rauschen Kleiderfalten, die Sonnenleiche schwindet, ein Schweigen schwimmt durch sternenleere Gassen ...

Immer wieder treffen wir auf Enjambements, auf Zeilensprünge also, die ein wichtiges Wort oder eine Wortgruppe, an den Anfang des folgenden Verses geschoben, zur Betonung bringen wie in Zeile 5/6 oder 10/11.

Des Weiteren findet sich gerade im jambischen Metrum - gern am Zeilenanfang - bisweilen eine Tonbeugung, eine Betonung auf einer metrisch eigentlich unbetonten Silbe. Wie sehr wird dadurch in Gethsemane das Murren des Donners hervorgehoben (Z.16) oder das "Herr, ist es möglich" der drittletzten Strophe.

Für mich beeindruckender noch ist die kompositorische Gestaltung:

Wir finden zu Beginn einen Engel, der weint; er bringt Jesus den Kelch des Leidens in den Garten Gethsemane. In diesem Augenblick beginnt in der zweiten Strophe Jesu visionäre Schau auf sein zukünftiges Leiden: Das Kreuz steigt vor seinen Augen empor, er sieht sich selbst, zerrissen, ausgespannt, sieht seine Blutstropfen an jedem Dorn der Krone, sieht die drei Gestalten am Fuß des Kreuzes.

Es ist Annette von Droste-Hülshoff, die den Leser durch diese Vision führt. So nur kann sie die Blicke des Zuschauers lenken und zugleich das Geschehen kommentieren, für mich am beeindruckendsten, wenn sie fragend schreibt 

o welch ein Lieben war wie seines heiß?

in einer Situation also, in der Jesu Blut in seinen Adern stockt.

Wenn im Folgenden die Sonne, als Sonnenleiche bezeichnet, schwindet, kulminiert das Sterbens-Geschehen: Von schwarzem Rauch ist die Rede, von des Äthers sternenleeren Gassen, vom gebrochenen Mund Jesu.

Er weint, auch er, und flehentlich wendet er sich an den Herrn – noch spricht Annette von Droste-Hülshoff nicht vom Vater.

Zwei kurze, prägnante Hauptsätze, beide bestehend aus fünf Worten, leiten in der fünften Strophe den Umschlag, die Peripetie von der Nacht zum Licht ein:

Ein Blitz durchfährt die Nacht; im Lichte schwimmt das Kreuz.

Auch hier ist die Macht der Personifikationen spürbar, die Macht auch der Gegensätze:

Der Nacht steht der Blitz entgegen, dem Kreuz das Licht.

So formuliert ist das allerdings nicht die Sicht der Droste: Das Kreuz nämlich schwimmt im Licht.

Hier, wie selten deutlich, findet sich die berühmte coniunctio oppositiorum, vereinigen sich die Gegensätze, die unser Menschsein so sehr prägen, die Gegensätze von Leid und Heil.

In der Liebe nämlich hebt sich alle Gegensätzlichkeit auf; in der Liebe, im Licht wird das Kreuz zum Symbol der Überwindung der Angst vor dem Tod, ja dem Tod selbst:

Vater, Vater (...) nicht mein Wille, / der deine mag geschehen.

Und Jesus darf sehen, wofür er alles tut: Millionen Hände klammern sich an den blut´gen Stamm, auch die Millionen noch ungeborene Seelen sind anwesend, durch ihre Anwesenheit zum Ausdruck bringend, welch große Hoffnung mit dem hier vor sich gehenden Geschehen für sie verbunden ist; und aus den Gräbern steigt das Flehen der Toten, zu denen Jesus, wie wir dem apostolischen Glaubensbekenntnis entnehmen, innerhalb der drei Tage bis zu seiner Auferstehung kommen wird.

Jesu Vater, Vater klingt wie ein Amen, Amen. Wahrlich, wahrlich, es ist vollbracht.

Bereit sein zur Stille

In den vier Zeilen der letzten, der kürzesten Strophe lässt Annette von Droste-Hülshoff das Geschehen ausklingen, beeindruckend gestaltet, indem sie die Vision Jesu in einen Rahmen gebettet sein lässt und wir uns wieder im Garten Gethsemane finden:

Tau benetzt das Gras. Nicht mehr jedoch ist, wie zu Beginn, von des Mondes blasser Scheibe die Rede, sondern jener schwimmt im Blau, der Farbe des Himmels und Mariens.

Anstelle des Leidenskelches der ersten Strophe ist der Lilienkelch getreten.

Und der Engel weint nicht mehr: Er entsteigt der Lilie, Blume Gabriels, Symbol der Reinheit und der Passion, und stärkt den göttlichen Sohn.

Alles Geschehen ist zur Ruhe gekommen; die Liebe hat gegen Tod und Nacht gesiegt.

Still darf der Mond schwimmen, Symbol der Weiblichkeit und des Unbewussten, eines Unbewussten, das in der Bedeutung dieses Geschehens den Seelen der Menschen endlich bewusst werden will.

Dazu müssen die Seelen der Menschen bereit zur Stille sein.


Gethsemane 

 

Als Christus lag im Hain Gethsemane

auf seinem Antlitz mit geschloss'nen Augen, –

die Lüfte schienen Seufzer nur zu saugen,

und eine Quelle murmelte ihr Weh,

des Mondes blasse Scheibe widerscheinend, –

das war die Stunde, wo ein Engel weinend

von Gottes Throne ward herabgesandt,

den bittern Leidenskelch in seiner Hand.

 

Und vor dem Heiland stieg das Kreuz empor;

daran sah seinen eignen Leib er hangen,

zerrissen, ausgespannt; wie Stricke drangen

die Sehnen an den Gliedern ihm hervor.

Die Nägel sah er ragen und die Krone

auf seinem Haupte, wo an jedem Dorn

ein Blutestropfen hing, und wie im Zorn

murrte der Donner mit verhaltnem Tone.

Ein Tröpfeln hört' er; und am Stamme leis

herniederglitt ein Flimmern qualverloren.

Da seufzte Christus, und aus allen Poren

drang ihm der Schweiß.

 

Und dunkel ward die Nacht, im grauen Meer

schwamm eine tote Sonne, kaum zu schauen

war noch des qualbewegten Hauptes Grauen,

im Todeskampfe schwankend hin und her.

Am Kreuzesfuße lagen drei Gestalten;

er sah sie grau wie Nebelwolken liegen,

er hörte ihres schweren Odems Fliegen,

vor Zittern rauschten ihrer Kleider Falten.

O welch ein Lieben war wie seines heiß?

Er kannte sie, er hat sie wohl erkannt;

das Menschenblut in seinen Adern stand,

und stärker quoll der Schweiß.

 

Die Sonnenleiche schwand, nur schwarzer Rauch,

in ihm versunken Kreuz und Seufzerhauch;

ein Schweigen, grauser als des Donners Toben,

schwamm durch des Äthers sternenleere Gassen;

kein Lebenshauch auf weiter Erde mehr,

ringsum ein Krater, ausgebrannt und leer,

und eine hohle Stimme rief von oben:

»Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verlassen!«

Da weinte Christus mit gebrochnem Munde:

»Herr, ist es möglich, so lass diese Stunde

an mir vorübergehn!«

 

Ein Blitz durchfuhr die Nacht; im Lichte schwamm

das Kreuz, o strahlend mit den Marterzeichen,

und Millionen Hände sah er reichen,

sich angstvoll klammernd um den blut'gen Stamm,

o Händ' und Händchen aus den fernsten Zonen!

Und um die Krone schwebten Millionen

noch ungeborner Seelen, Funken gleichend;

ein leiser Nebelhauch, dem Grund entschleichend,

stieg aus den Gräbern der Verstorbnen Flehn.

Da hob sich Christus in der Liebe Fülle,

und: »Vater, Vater,« rief er, »nicht mein Wille,

der deine mag geschehn!«

 

Still schwamm der Mond im Blau, ein Lilienstengel

stand vor dem Heiland im betauten Grün;

und aus dem Lilienkelche trat der Engel

und stärkte ihn.


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Wo sind Ihre Wurzeln, Herr Gauck? - Zur Rede des Bundespräsidenten.
1  Kommentare | Posted 25.02.2013 18:40

Ich habe mir Joachim Gaucks Rede in der ARD-Mediathek angesehen. Wenn Sie möchten, tun Sie es auch; zehn Minuten reichen. Vielleicht wird es Ihnen so gehen wie mir: Gauck hat seltsam gehemmt gesprochen. Nicht, dass es auf den ersten Blick wahrnehmbar ist; aber es kann nicht entgehen: Es war inhaltlich und redetechnisch kein Fluss in der Rede. Die emotionalen Momente haben aufgesetzt und einstudiert gewirkt. Fast überzogen. Jedenfalls nicht natürlich.

Für mich ist der Grund klar:

Hier hat nicht das Herz eines Menschen gesprochen; das Herz Joachim Gaucks, so glaube ich, hätte gern anders gesprochen – und Anderes.

Seltsam war, dass selbst, nachdem sich Gaucks Anfangsnervosität gelegt hat, auch dann kein Fluss in sein Sprechen kam. 

Am Ende seiner Rede wirkte der Präsident nicht glücklich, nicht befreit.

Kein Wunder: Es war nicht die angekündigte ´große Rede´.

Warum?

Wo ein deutscher Bundespräsident hätte ansetzen müssen

Für mich ist der Bundespräsident in erster Linie ein Präsident der Deutschen. Ich hätte erwartet, dass eine erste sogenannte große Rede eines Deutschen Bundespräsidenten sich mit Deutschland befasst. Deutschland praktiziert in einem Ausmaß wie kein europäisches Land, ja kein Land weltweit eine Energiewende. Wahrlich mutig. Ich möchte nicht beschwören wollen, dass der nächste Kraftwerk-Gau dem deutschen Weg Recht geben wird.

Dieses Land steht zudem im eindeutigen Umbruch in Bezug auf seine diversen Schulsysteme. 

Und es hatte zwar einen Papst, aber die Säkularisierung nimmt rasend schnell zu. Dem einen macht das nichts, andere, wie ich, finden diese Entwicklung mehr als bedenklich und bringen sie u.a. in Zusammenhang damit, dass heute viele Kinder pro Tag einige hundert Menschen - wenn auch nur auf dem I-Phone oder Computer - umbringen, „nur“ also in ihrer gedanklichen Realität.

Hilflos sind wir den technologischen Entwicklungen ausgeliefert. Moral und Gewissen werden bestimmt dadurch, was Markt und Börsen zulassen bzw. auf den Weg bringen.

Damit zusammenhängend nimmt die Trivialisierung und Sexualisierung des Lebens ständig zu. 

Genau hier, hätte ich erwartet, setzt ein Bundespräsident mit den Wurzeln eines Joachim Gauck an. Wer, wenn nicht ein evangelischer Theologe, muss aus vielen Gesprächen als Pfarrer  und Seelsorger um die Nöte von Menschen in allen Altersstufen wissen, muss wissen, wie es sich auswirkt, wenn ein Wertegerüst zusammenbricht – oder gar nicht da ist.

Werte in Not – das darf einen Bundespräsidenten interessieren

In den hochzivilisierten Gesellschaften sind die Werte in Not, das ist offenbar. Als Lehrer sage ich, dass die Verwahrlosung u.a. des Wortschatzes bei mehr jungen Menschen als früher erschreckend ist. Mittlerweile sind auch Mädchen auf eine Weise vulgär, die genauso erschreckt. Kein Wunder, wenn sich seit langem manche erziehenden Erwachsenen inszenieren, indem sie etwas mit einem gedehnten „geil“ kommentieren.

Worte kommen aus dem Herzen und wirken ins Herz hinein.

Wer, wenn nicht ein Bundespräsident, könnte hier mit einer Rede einen Pflock einschlagen und sagen: Lasst uns ab sofort wieder bewusster sprechen, lasst uns bewusster leben, lasst uns die Zusammenhänge zwischen unserer Sprache, unserem Inneren und dem Umgang mit unserem Nächsten sehen.

Seltsam, wie blutleer Gaucks Rede an den Stellen wirkt, an denen er auf Werte eingeht. Nicht die Spur von Tiefe und innerer Überzeugung war für mich hier zu finden.

Kann Gauck obiger Aufgabe gar nicht gerecht werden?

Eine Rostocker Rede

Ein Mensch mit Herzensbildung weiß, was er seinen Wurzeln verdankt, und es ist ihm auch ein Anliegen, sich zu seinen Wurzeln zu bekennen.

So hätte ich mir vorstellen können, dass Gauck seine erste wirklich große Rede in Rostock, seiner Heimat hält.

Rostock – und das als Bundespräsident ganz Deutschlands?

Genau deshalb. Eine Rostocker Rede hätte ein Zeichen gesetzt, sie wäre stellvertretend gestanden für ein Bewusstsein, das sich zu seinen Wurzeln bekennt. 

Jeder hätte sich vergleichbar aufgefordert fühlen können, auf sein Heimatland seine Aufmerksamkeit zu richten, ein Berliner auf Berlin und Brandenburg, ein Lübecker auf Schleswig Holstein, ein Karlsruher auf Baden .... 

Gauck hätte über Pommern und Vorpommern gesprochen, ob Pommerland wirklich abgebrannt ist und - ja, wie schön -, dass es heute noch existiert, für uns in Deutschland als Vorpommern.

Das hätte für viele Anregung sein können, aufs Neue über sich und ihre Heimat nachzudenken.

Auf diesem Hintergrund hätten wir Deutschland als Gebilde neu sehen und verstehen können, das so viele unterschiedliche Menschen vereint, den Pfälzer und den Bayern, den Sachsen und den Badener, den Schwaben und den Thüringer ...

Ich meine das ganz im Sinne von Paracelsus, der in seinem Buch Buch von den Nymphen, Sylphen, Pygmaen, Salamandern und den übrigen Geistern schreibt:

Wenn wir über die Schöpfung der natürlichen Dinge - vor allem und jedem, was Gott geschaffen hat - recht unterrichtet sind, dann nur, indem ein jedes Land das Eigene erkennt, das in ihm ist und wächst, indem ein jeder Mensch die eigene Erkenntnis seiner selbst hat, auch, indem Handwerke und Gewerbe Kenntnisse überliefern in ihren Gegenständen.

Genau das hätte im Übrigen bewirken können, dass wir Europa in seiner wertvollen Vielfalt wahrnehmen.

Auf diesem Hintergrund hätte ich mir eine Rede zu Europa vorstellen können. Auf dieser Grundlage. In diesem Bewusstsein.

Warum aber hält ein Deutscher Bundespräsident seine erste große Rede zu Europa?

Gewiss kann man dafür Gründe ins Feld führen.

Nur: Ich als Deutscher habe meine Wurzeln in Deutschland, in Württemberg, im Landkreis Esslingen, ich bin in Reichenbach geboren. Aufgewachsen als Kind und Jugendlicher über 16 Jahre in Frankfurt am Main. Am Bornheimer Hang kenne ich so ziemlich jeden Grashalm. Meine große Liebe galt dem FSV. Gekickt  haben wir im Pfarrgarten der Heilig-Kreuz-Kirche bis zum Umfallen. Wir haben ums Eck gespielt, es gab keine gegenüberstehenden Tore. Und jahrelang ging ich in den Kindergottesdienst zu Pfarrer Gottwaldt, der so ein toller Erzähler war, und in den CVJM und mit der Jungschar auf viele Freizeiten in den Odenwald, Taunus, Spessart, die Rhön.

Bis heute liebe ich diese Gegenden und Mascha Kaléko hat sie so schön für ihre Heimat in einer Strophe formuliert:


Von meinem Herzen bleibt ein gutes Stück

Auf diesem kleinen Erdenfleck zurück.

Und eine Stimme in mir sagt: Ich will

Die Stunde, wie sie ist, in mir bewahren.

Und sieh: da lebt sie nach so vielen Jahren!

 Ich denke oft an Kladow im April.


Solch ein Bewusstsein und Gefühl habe ich bei Gauck nicht ansatzweise gespürt.

Beschreibend war die Rede, status-quo-orientiert.

Gauck hat in seiner Rede gesagt, was jeder weiß, was schon vielfach gesagt worden ist. Sicherlich gab es auch Stellen, wo mancher sagen konnte: Ach, interessant.

Die Worte des Italieners Massimo D'Azeglio aus dem Jahre 1861: „Italien haben wir geschaffen, nun müssen wir die Italiener schaffen“, kannte gewiss kaum einer. – Ein nettes Highlight.

Was aber die Rede insgesamt betrifft, gilt, dass zwar Gauck die richtigen Fragen gestellt und wichtige Miss-Stände angesprochen hat, aber beantwortet hat er im Grunde nicht einen. Er hat auch keine Vorschläge gemacht, wie man den ein oder anderen in absehbarer Zeit ändern kann. Auch war seine Wortwahl hinsichtlich einer europäischen res publica akademisch nett formuliert, aber doch alter Wein in neuem Sprachschlauch. Und eine Europäische Agora, für die er plädiert, abgeleitet von den öffentlichen Versammlungsorten im alten Griechenland: klar, das ist schon hübsch, zumal ja auch unser Bundespräsident möchte, dass unser europäisches Bewusstsein, wie er sagt, über einen europäischen Tatort hinausgeht.

Aber das kann nicht kaschieren, dass Wesentliches ungesagt blieb.

Dabei hat Gauck durchaus den Finger in offene Wunden gelegt:

- Ja, genau das stimmt, Verantwortung und Teilhabe scheinen vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr richtig und gerecht sortiert in der Gemeinschaft der Europäer.

- Ja, zu viele Bürger lässt die Europäische Union in einem Gefühl der Macht- und Einflusslosigkeit zurück.

- Ja, es gibt Verdruss über die sogenannten Brüsseler Technokraten und ihre Regelungswut, die Klage über mangelnde Transparenz der Entscheidungen. – Korrekt, Herr Gauck!

Nur: Wo bleibt zu wenigstens einem Punkt eine Antwort? Ein Vorschlag zur Änderung. Beispielhaft ausgearbeitet für wenigstens einen Punkt!

Hilft die Agora? – Kaum!

Und dann formuliert Gauck noch:

„Was bildet denn heute das einigende Band zwischen den Bürgern Europas? Woraus schöpft Europa seine unverwechselbare Bedeutung, seine politische Legitimation und seine Akzeptanz?“

Gauck beantwortet diese wie auch andere Fragen nicht

Es folgt ein Exkurs in die Nachkriegsgeschichte Europas - mit seltsam geschichtslos anmutenden Feststellungen:

„Wir Europäer haben keinen Gründungsmythos nach der Art etwa einer Entscheidungsschlacht, in der Europa einem Feind gegenübertreten, siegen oder verlieren, aber jedenfalls seine Identität wahren konnte. Wir haben auch keinen Gründungsmythos im Sinne einer erfolgreichen Revolution, in der die Bürger des Kontinents gemeinsam einen Akt der politischen oder sozialen Emanzipation vollbracht hätten. Die eine europäische Identität gibt es genauso wenig wie den europäischen Demos, ein europäisches Staatsvolk oder eine europäische Nation.“

Ausgerechnet ein evangelischer Theologe weiß nicht darum oder bringt nicht ein, wie sehr die Reformation eine europaweite Bewegung war, weiß nicht um das Schicksal des Tschechen Johannes Hus, um das Schicksal der Hugenotten in Frankreich, der Waldenser, der Wanderbewegungen in Europa. Das alles geschah nicht in grauer Vorzeit, sondern in den letzten 500 Jahren. 

Und wie sehr Europa schon im 16. Jahrhundert weltoffen war, beweist der - historisch allerdings nicht belegte - Ausspruch Karl V, dass in seinem Reich die Sonne nicht untergehe, eine Aussage, die Schiller übrigens in seinem Don Carlos Philipp II von Spanien in den Mund legt.

Europa hat einen Mythos, einen geschichtlichen, einen kulturellen, einen religionsgeschichtlichen, schon sehr, sehr lange! Keinen Gründungsmythos, sondern eine lang anhaltende Entwicklungslinie, blutig und geistvoll zugleich.

Zudem: Diese Schlacht, die gab es leider, die Schlacht der Europäer gegeneinander, der Zweite Weltkrieg. Er war es, der dem Letzten deutlich machte: Nie wieder so etwas!

Das muss man sehen, wenn man von Europa spricht. Die EU hat eine lange Vorgeschichte – und wahrlich die Geschichte einer politischen und sozialen Emanzipation! – Trotz blutiger Kriege: Ich finde, hier irrt Gauck gewaltig! Die Menschheit entwickelt sich nun mal nicht am Schnürchen nach oben.

Gott sei Dank vermag Geld keine Identität zu stiften

Kein Wunder ist es mit der EU nicht so weit her, wie gern gesehen:

Offensichtlich hat der Euro keine europäische Identität schaffen können. Das sieht Gauck und er spricht von Konstruktionsfehlern. Doch er wird nicht konkret. Klar formuliert er: „Es darf uns nicht egal sein, wie die EU auf Standards Einfluss nimmt, die dann bei uns im Kinderzimmer oder auf dem Esstisch wirksam werden.“

Aber dass er fordert, dass sich die EU zurücknimmt, dass sie in dem Haus Europa nicht in das Leben der Wohnungen, sprich Einzelstaaten eingreift, sondern zusieht, dass die Wohnungseigentümer gemeinsam miteinander klarkommen, was den Umgang im Haus, die Kehrwoche, die gemeinsame Gartenbenutzung betrifft: Das tut er nicht. 

Er will ja noch mehr Europa wagen! Und ich nehme ihm da seine leise Distanzierung zu Beginn seiner Rede nicht ab.

Ich persönlich möchte z.B. absolut nicht, dass der Europäische Gerichtshof in das juristische Binnenleben Deutschlands eingreift; das tut er immer wieder. Ich vertraue unseren Verfassungsrichtern und höchsten Gerichten. 

Wenn es so weiter geht, wird es doch irgendwann darum gehen, dass wir ein einheitliches europäisches Schulsystem bekommen, damit auch der spanische Schüler problemlos nach Hamburg ziehen und dort sein Abitur machen kann. – Von dieser Argumentation sind wir vielleicht noch 15 Jahre entfernt ...

Die Felder der Vereinheitlichung sind unbegrenzt.

Das will ich nicht!

Mehr Europa wagen? Was heißt denn das?

Mir sind die derzeitigen Gemeinsamkeiten zu unausgegoren. In der Tat wirkt das Europäische Parlament und die ganze Eurokratie wie ein undurchsichtiger Moloch auf mich. Und manche fordern eine  zweite Europäische Kammer. Mehr Geld für die EU ... in Deutschland aber sind manche Kommunen heillos verschuldet ... Viele Kommunen können ihre Straßen nicht mehr reparieren ...

Ich hätte mir gewünscht, dass ein Deutscher Bundespräsident ein Europa mit Augenmaß gefordert hätte, ein Europa, das weniger vollmundig daherkommt, sondern umsetzt, was machbar ist, und nicht neue Staaten aufnimmt und konsumiert auf eine Weise, die an Ess-Störung erinnert und entsprechende Symptome zur Folge hat.

Ich hätte es gut gefunden, wenn Gauck klare und deutliche Worte gefunden hätte. Zum Beispiel zu dem, was Paracelsus ansprach, dem Respekt vor der Individualität des einzelnen Staates und Feldern möglichen Zusammengehens. – Aber alles in Maßen, sich entwickelnd, wie es dem Bewusstsein der Menschen entspricht.

Gauck hätte über das Verhältnis von Vielfalt und Einheit sprechen können. Das hätte eine Hilfe sein können.

Kein Europäer aus Schuldgefühlen heraus sein

Der deutsche Bundespräsident formuliert am Ende seiner Rede:

Sehr geehrte Damen und Herren, gerade wir Deutschen wissen doch tief in unserem Herzen, dass da etwas ist, was uns mit Europa in ganz besonderer Weise verbindet. War es doch unser Land, von dem aus alles Europäische, alle universellen Werte zunichte gemacht werden sollten. War es doch unser Land, dem die westlichen Siegermächte trotzdem gleich nach dem Krieg Solidarität und Hilfe zuteil werden ließen. Uns blieb damals erspart, was nach unserer Hybris leicht hätte folgen können: eine Existenz als verstoßener Fremdling außerhalb der Völkerfamilie.

Unser Land, unsere Kultur, unser Erfindergeist, unsere Philosophen, Herr Gauck, möchte ich ihm gern sagen, hat Europa sehr viel gegeben und es gibt in der Tat besondere Verbindungen: Immanuel Kant hat mit seiner Schrift Zum ewigen Frieden die UN und auch ein gemeinsames Europa vorweggenommen. Und nur wenige Jahre nach Kant hat Novalis 1799 einen lesenswerten Aufsatz geschrieben, überschrieben Die Christenheit oder Europa, in dem er den Weg des Abendlandes seit dem Mittelalter unter dem Einfluss der Reformation darlegt. Im Kindler-Literatur-Lexikon heißt es dazu: 

„Der Aufsatz gipfelt in einer visionären Schau des zukünftigen Europa, dessen Bestand schicksalhaft gebunden ist an ein aus der Idee der Freiheit gelebtes Christentum.“ 

Bemerkenswert, nicht wahr, Herr Gauck!

im Übrigen hat einer unserer Größten genau das gestaltet, was Deutschland als Kultur und politischen Bereich ausmacht.

Goethes Faust ist dem Wesen nach ein sehr deutscher Mensch. Am Ende von Faust I hat er - bezieht man das wegen Kindesmord zum Tode verurteilte Gretchen mit ein -, vier Menschen in den Tod gerissen; Mephisto ist es gelungen, Faust von seinem Urquell abzuziehen.

Gott jedoch wusste zu Beginn der Faust-Tragödie:


Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab,
Und führ ihn, kannst du ihn erfassen,
Auf deinem Wege mit herab,
Und steh beschämt, wenn du bekennen musst:
Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange,
Ist sich des rechten Weges wohl bewusst.


Auf einer staatlichen Ebene entspricht Deutschland diesem Faust. 

Schrecklich, was dieses Land zu verantworten hat.

Und dennoch finden wir Faust zu Beginn von Faust II in einer anmutigen Gegend. Und trotz aller Verfehlungen auch in diesem Teil des Werkes - ich denke an seinen Umgang mit Philemon und Baucis - finden wir am Schluss die Worte der Engel:


Wer immer strebend sich bemüht,

Den können wir erlösen.


Für mich spiegelt dieses Werk und diese Gestalt Deutschland, deutsche Geschichte, deutschen Geist. Auch in der Gegenwart. Dieses unbedingte Streben, dieses Vorwärtsgehen zeichnet dieses Land und seine Menschen aus.

Das sollten Sie, Herr Bundespräsident, wissen. Man muss beides sehen, das Streben, das Wirken und das Fehlen. Und wenn man von einer ganz besonderen Verbindung spricht, nicht nur das Negative sehen. – Nicht nur das Negative!

Ich - und mit mir, glaube ich, andere auch - bin kein Europäer aus Schuldgefühlen heraus.

Ich bin gern Europäer. Ich liebe diesen Kontinent. 

Ich finde ihn faszinierend, mit seiner Geschichte, in seiner Gegenwart, seinen so unterschiedlichen Ländern. Ich mag sie nicht vereinheitlicht sehen.

In erster Linie aber habe ich deutsche Wurzeln.

Ich bekenne mich auch dazu.

Ich vermisse das bei Ihnen als Bundespräsident.

Ich bin evangelisch erzogen.

Für mich hat das eine Bedeutung. Ich bekenne mich zu ihr.

Ich vermisse auch das bei Ihnen. 

Ganz und gar nicht im Sinne einer Missionierung, aber als Bewusstsein der eigenen Herkunft, zu der man steht!

Ich hätte mir gewünscht, Sie hätten sich zu Ihren Wurzeln bekannt. 

Für mich wäre das die richtige Voraussetzung gewesen, um glaubwürdig ein überzeugter Europäer zu sein. 

Um glaubwürdig als Europäer zu überzeugen.

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"Denk es, o Seele!" - Es lebe der Totensonntag!
0  Kommentare | Posted 22.11.2012 22:56

Dieser rote Faden zeigt sich auch in der aktuellen ARD-Themenwoche. Aber letztere ist zu einer lobenswerten Ausnahme geworden, denn so seelisch und geistig flach wie zu Beginn des dritten Jahrtausends hat unser Kulturkreis selten gelebt.

Das goldene Kalb lässt grüßen!

Ganz offensichtlich hängt das Wohlbefinden der Menschen vor allem von den Börsendaten ab. Sie, inclusive ifo-Geschäftsklimaindex, die Arbeitslosenzahlen, die Eurokrise, der Wetterbericht und anfallende Katastrophen sind es, was die Menschen bewegt. Und an der Energiewende – Fukushima ist in Europa schon Schnee von gestern – interessiert höchstens noch, dass sie teurer zu werden scheint, als man annehmen wollte, und dass die Konzerne einmal mehr die Gunst der Stunde nutzen, um ihre Gewinne zu multiplizieren.

Und junge Menschen werden immer mehr dazu hingetrieben, dass vor allem ein Leben in der Öffentlichkeit, womöglich als Star, kreiert von irgendeinem Sender, besonders lohnens- und lebenswert ist. Immer mehr rückt Äußerliches in den Vordergrund; und das Schlimme ist, dass Erwachsene um des Mammon willen Jugendliche in eine falsche Bewusstseinshaltung treiben. Hauptsache, Quote und Kasse stimmen. 

Das goldene Kalb lässt grüßen.

Moralische Instanzen fehlen!

Wie wertvoll wäre es da, wenn ein Bundespräsident oder eine Bundeskanzlerin zu dieser Entwicklung einmal Stellung nehmen würden! Nur, wer kann sicher sein, dass Angela (Engel) Merkel in ihrer indifferenten Art und Geisteshaltung Casting aller Orten nicht als durchaus bemerkenswerte Entwicklungsmöglichkeit für junge Menschen empfiehlt?!

Und dass Gauck süß-sauer dazu lächelt und rät, es doch europaweit zu vereinheitlichen.

Eine Rhetorik kaschierter Tatenlosigkeit

Klar werden wir in der Weihnachts- und Neujahrsansprache säuselnde Worte beider vernehmen; sicherlich werden Bundeskanzlerin und Bundespräsident unserer zunehmend verarmenden Mitbrüder und Mitschwestern gedenken und jedes vierten Kindes, das ohne Frühstück in die Schule muss, sowie der 2,5 Millionen, die an der Armutsgrenze leben.

Darauf können wir verzichten. Diese Rhetorik kaschierter Tatenlosigkeit verstärkt nur die Schamlosigkeit der Macher und Täter.

In Sünd ersoffen

Selten hat ein Regierungschef so offensichtlich der Manifestation des Geldes als Sinn des Lebens in die Hände gearbeitet wie die in Hamburg geborene Pfarrerstochter Angela Merkel (Peer Steinbrück würde wohl keinen Deut anders sein).

Da darf man durchaus den Kirchen dankbar sein, dass sie mit Hilfe von Allerseelen und dem Totensonntag ein Bewusstsein dafür hochhalten, dass die Summe gelebten Lebens sich nicht in Euro und/oder Aktien bemisst.

Ich mag den klerikalen Schuld- und Sündenbegriff nicht, aber immer mehr scheint zuzutreffen, was Gott in Hofmannsthals Jedermann konstatiert, dass nämlich der Mensch in Sünd ersoffen ist, ersoffen in einer seelenlos materiellen Geisteshaltung; und diese trägt in der Tat zu Recht die Bezeichnung Sünde, wie Luther das griechische hamartia (eigentlich Verfehlung, Fehler) übersetzte.

Minister von der Merkel-Stange

Hofmannsthals Jedermann wäre mit seiner Geisteshaltung und seinem Bekenntnis, in der Macht des Geldes die höchste Gewalt zu verehren, ein nahtlos einpassbarer Merkel-Minister.

Eben wie von der Merkel-Stange.

Die Selbstgefälligkeit des Jedermann ist zu einer Geisteshaltung jedermanns und jedefraus (übrigens ein im Duden enthaltenes Wort) geworden.

Da tun Worte eines Eduard Mörike gut, wobei zur Verwunderung mancher Zeitgenossen gesagt sein muss, dasss der schwäbische Pfarrer und Dichter nicht mehr in das Schema des biedermeierlichen Schreiberlings hineingepasst wird, das ihm lange Zeit angeheftet worden war, war er in Wirklichkeit doch viel zu sehr an dem politischen Geschehen seiner Zeit interessiert und weist seine scheinbar verinnerlicht-hausbackene Lyrik fast immer über den Horizont des Wohnzimmers inclusive angrenzender Spitzweg-Laternen-Leuchte hinaus. Fast durchweg enthalten vor allem seine lyrischen Werke inhaltliche Verweise, die eine grundsätzliche Ebene menschlichen Seins ansprechen. So auch in

 

Denk es, o Seele!

 

Ein Tännlein grünet, wo,

Wer weiß, im Walde,

Ein Rosenstrauch, wer sagt,

In welchem Garten?

Sie sind erlesen schon,

Denk es, o Seele!

Auf deinem Grab zu wurzeln 

Und zu wachsen.

 

Zwei schwarze Rösslein weiden

Auf der Wiese,

Sie kehren heim zur Stadt

In muntern Sprüngen.

Sie werden schrittweis gehn

Mit deiner Leiche;

Vielleicht, vielleicht noch eh

An ihren Hufen

Das Eisen los wird,

Das ich blitzen sehe!

 

Da spricht ein lyrisches Ich schon in der Überschrift seine Seele an, aber schon hier wird der ein oder andere wahrnehmen, dass nicht nur die des lyrischen Ichs gemeint sein mag.

Fast volksliedhaft wirkt der Beginn durch das Diminutiv Tännlein, und wo ein Tännlein grünet, da kann doch ein Rehlein nicht weit sein. Man möchte fast an Ein Männlein steht im Walde denken.

Wo?

Wer weiß?

Alles wirkt eigentlich belanglos.

Hier aber zeigt sich die Meisterschaft des Eduard Mörike:

Die sprachliche Gestaltung der ersten Strophe – das nachgestellte wo, der Rosenstrauch, dem das Verb fehlt, das in den Satzverlauf wie selbstverständlich eingeschobene Denk es, o Seele! – lässt den Leser intuitiv ahnen:

Vorsicht, die Idylle kann trügen.

Das grüne Tännlein, der Wald, der Rosenstrauch im Garten - eigentlich stört nur das Grab und dieser die Überschrift wiederholende Einschub Denk es, o Seele!

Zweifellos ist der Lieblingsbuchstabe des Dichters das W, seine Lieblingswortart Fragepronomina wie das wiederholte Wer und sein Lieblingsstilmittel die Alliteration, wie sie sich unter anderem in wurzeln und wachsen findet.

Schlichter und leicht holprig in Sprache und Satzbau, fast kindlich wirkend, kann manches kaum formuliert sein. Typisch Mörike eben. So kennen wir von ihm einige Gedichte.

Doch wie gesagt: Meisterlich arbeitet all das seinem ihm innewohnenden Sinn zu.

Tod - das Wort wird nicht benannt, er aber ist präsent!

Rösslein, zu Beginn von Strophe 2 – auch sie in der Koseform –, können bekanntlich durchaus schwarz sein; sie weiden / auf der Wiese und springen munter.

Und doch wirkt dieses Schwarz wie ein Signal. Mit dem Tempuswechsel, dem Futur des werden schrittweis gehn ändert sich endgültig und deutlich die Stimmung, das schrittweise Gehen mahnt den Ernst der existentiellen Situation an. Und mit der Leiche - sonst ist das Endungs-e ja gerne weggelassen, hier nicht – hört schlagartig die biedermeierliche Belanglosigkeit, falls sie bis dahin doch jemand hineinlesen zu können glaubte, auf.

Seltsam diese Geminatio, dieses zweimalige Vielleicht, vielleicht.

Als Leser spürt man intuitiv, dass sich hinter diesen Adverbien mehr als nur eine Möglichkeit andeutet, hört man doch durch dieses Vielleicht, vielleicht ein Wahrlich, wahrlich hindurch, das hebräische Amen, amen.

Amen, ich sage dir ...

Noch blitzt das Eisen. Aber das lyrische Ich weiß, wie schnell der Tod eintreten kann.

Das Ausrufezeichen des Schlusses ist im Grunde zum dritten Mal ein Denk es, o Seele!

Eduard Mörike ruft diese vier Worte sich und uns zu. 

Sie erinnern mich an Worte Michael Endes, der mit seinem Schaffen ganz und gar in der Tradition des Mensch, werde wesentlich stand und steht, aus Momo; dort heißt es:

 

Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.


So gelebt, ist der sogenannte Tod Gewinnausschüttung.

 

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Macht Schule dumm?
10  Kommentare | Posted 05.09.2012 22:54

Was für eine Frage! Natürlich macht Schule dumm. 

Immerhin haben der Bestseller-Autor und Philosoph Richard David Precht und der Neurobiologe und Buchautor Gerald Hüther trotz ihrer Dummheit, erzeugt durch ihre Schulbildung, das heißt, wie uns Precht wissen lässt, von den falschen Leuten nach den falschen Methoden in den falschen Dingen unterrichtet worden zu sein, es letzten Sonntag bis ins ZDF geschafft – was allerdings kein Ausweis für Klugheit ist.

Dass Schule womöglich gar nicht dumm macht, aber erfolgreich sein zu wollen, bewusst blind für die Realität, das könnte wohl so sein, wenn man den beiden knapp 43 Minuten gelauscht hat.

Precht und Hüther sind richtig, vieles andere ist halt falsch

Eigentlich schade, dass der von vielen hoch gelobte Precht sich wider besseres Wissen nicht scheut, seinen Talk so zu eröffnen:

"An unseren Schulen werden die Kinder von den falschen Leuten nach den falschen Methoden in den falschen Dingen unterrichtet."

Fehlt eigentlich nur noch, dass die falschen Kinder so unterrichtet worden sind.

Und Professor Dr. Gerald Hüthers erste Aussage daraufhin: "Eine Katastrophe!"

Seltsam, seltsam, wo Hüther doch z.B. an dem Thüringer Projekt hi.bi.kus, bei dem 18 Kindergärten und 15 Schulen mitmachten, federführend beteiligt war.

Ja, eine Katastrophe ist es, wenn zwei "Gelehrte" sich in Pauschalurteilen ergehen. Ob das an der Schulbildung liegt? Oder wollten sich da zwei auf Kosten anderer profilieren?

Bullimie-Lernen contra Archiv der Zukunft

Dabei hat sich Precht am 18. Juli diesen Jahres mit dem Journalisten und Erziehungswissenschaftler Reinhard Kahl in den Münchener Kammerspielen unterhalten, jenem Mann, der den Begriff vom Bullimie-Lernen geprägt hat.

Jener Reinhard Kahl gründete 2007 mit 30 anderen Leuten das Archv-der-Zukunft - Netzwerk, deren erster Vorsitzender er wurde. Diese Plattform nun ist genau ein Beleg dafür, dass Schule auch in Deutschland lebendig sein kann und lebendig ist. Precht wird sie sehr wohl kennen!

Sehr berührend finde ich auf dieser Plattform den Video-Beitrag zum Tode des Hauptschullehrers Franz Gresser, der mit seiner sechsten Klasse unterwegs war, vom Fahrrad stieg und aufhörte zu leben. Als Lehrer wollte er in der Schule Gastgeber für seine Schüler sein und war es auch.

Solche Lehrer und Lehrerinnen gibt es immer wieder. Und diese Plattform Archiv der Zukunft berichtet von vielen guten Projekten.

Wie hilfreich ist es da, wenn Schule in Bausch und Bogen verdammt wird? Wie geht man dadurch mit solchen Leuten wie Franz Gresser um, den Lehrern, die Theater-AGs leiten, mit ihren Schülern am Wochenende in die Berge zum Klettern fahren, den Schulgarten anlegen, eine Technik-AG leiten, ihren Unterricht ideenreich vorbereiten?

Gewiss, das finde ich auch, muss vieles an der Schule verändert werden. Es liegt nicht einmal so sehr an den Klassengrößen, sondern an den stumpfsinnigen Lehrplänen und an dem zwanghaften Glauben, Schüler müssten z.B. ein bis zweimal durch die Weltgeschichte gejagt worden sein, damit sie des Abiturs würdig sind. Dieser schreckliche Glaube an das Quantitative, dieses ständige Verwechseln von Maximum mit Optimum, was sich in unserem Bildungs-System Ausdruck verschafft, ist mit schuld an dem Tod der Lernfreude bei vielen Kindern, provoziert das Bullimie-Lernen.

Wir müssen nicht alles gelernt haben ... Und das Traurige ist, dass die Schüler gerade die aktuellen Entwicklungen nicht mitbekommen. Ich z.B. finde die Entdeckung der Spiegelneuronen phänomenal wichtig. Sie ist jetzt sicherlich gut und gerne zwanzig Jahre her. Aber Oberstufenschüler kennen sie nicht, wenn ich nachfrage. Dabei wäre es so wichtig, von diesen Neuronen zu wissen, gerade, wenn sie selbst einmal Kinder erziehen.

Lernen ohne Gefühle gibt es nicht!

Jeder weiß, dass kaum ein Jugendlicher nach der Schulzeit mehr eine Ahnung vom Mittelalter hat. Wenn aber Schüler im Unterricht einen mittelalterlichen Gerichtstag gestaltet und gespielt haben (über diese Unterrichtseinheit existiert ein wertvoller Film), dann werden sie sich zeitlebens daran erinnern und auch wissen, was das Leben und das Gerichtswesen damals auszeichnete; sie werden einiges über das Mittelalter behalten, weil sie die Bilder und ihr eigenes Arbeiten, ihr Schreiben von Texten, ihr Mitinszenieren nie vergessen werden.

Diese Lebendigkeit, dieses Leben fehlt unserer Schule noch zu oft. Das heißt, auch die richtige Mischung. Denn keine Frage: Jeder weiß, wie schnell und gut er in der Schule Sprachen gelernt hat ... und das war immer wieder auch Pauken (der Ministerpräsident Baden-Württembergs Winfried Kretschmann liest noch heute in seinen Griechenland-Urlauben die Odyssee – auf Alt-Griechisch!); später ist man dankbar, dass die Englisch-Lehrerin endlos die falschen Formen korrigierte ... das war selten spaßig.

Aber die Mischung muss stimmen.

Ich finde, dass in diesem Zusammenhang Gerald Hüther Bemerkenswertes und bemerkenswert Richtiges gesagt hat:

Eine unserer großen Irrtümer möglicherweise dieses gegenwärtigen Bildungssystems besteht vielleicht darin, dass wir gedacht haben, dass man etwas lernen kann, ohne dabei Gefühle zu haben; das ist alles altes Denken(...) Die neue Botschaft heißt – und die ist dann für viele natürlich ein bisschen unbequem –, man kann im Hirn nachhaltig nur dann etwas vernetzen, neue Strukturen aufbauen, wenn es einem unter die Haut geht.

(...) was in der Schule an Wissen vermittelt wird, (..) das wird entschieden an der Frage, ob das diesem Jungen oder diesem Mädchen gelungen ist, in diesem Schulsystem seine Leidenschaft zu behalten. (...) Wir haben ja noch bis vor wenigen Jahren geglaubt, dass einmal im Hirn entstandene Strukturen sich auch nicht ändern können und jetzt sage ich Ihnen, das geht. Aber es geht nicht von allein, sondern im Hirn muss was dazukommen, das nennt man Begeisterung, Leidenschaft, emotionale Aktivität, und in einer Gesellschaft, wenn da was passieren soll, wird das nicht mit Argumenten gehen, auch nicht, indem man die Köpfe der Politiker austauscht, sondern indem in dieser Gesellschaft, in diesen Menschen wieder so etwas wie Leidenschaftlichkeit erwacht. (...)

Nachdrücklichst waren seine Beispiele, die er aus Shanghai berichtete und den dortigen Pisa-Siegern mit den weltweit besten Ergebnissen. Dort springen immer mehr Kinder, die 16 Stunden täglich lernen, von den Brücken, ja, sie bringen mittlerweile sogar ihre Eltern um - aus Verzweiflung.

Wollen wir das?

Gewiss nicht.

Aber es bringt uns keinen Deut weiter, wenn Schule verunglimpft wird, in Bausch und Bogen verdammt wird.

Schule als Netzwerk vielfältigster Erfahrungen

Übrigens finde ich klasse, dass so viele Eltern so vernünftig sind und zurück zu G9 wollen. Wie gut, wenn Kinder in Ruhe reifen können ...

Wie gut, dass die Eltern vernünftig bleiben, wenn es die Bildungspolitiker nicht sein können ...

Schule ist ein Netzwerk des Lernens, ein Netzwerk der vielfältigsten Erfahrungen.

Da prägen leider auch Erfahrungen, wenn Lehrer Kinder verletzen; aber es gibt eben auch die Erfahrung, dass ein Lehrer sieht, dass es einem Kind nicht gutgeht und er nachfragt und das Kind auf einmal losweint und er sich mitten im Unterricht Zeit nimmt und mit ihm hinausgeht ...

Wenn Kinder also erleben, wie ein Erwachsener sein Herz lebt, das ist prägend, ist viel wertvoller, als dass wir  jeden AcI absolut korrekt übersetzen.

Ich finde auch, dass Precht auf Richtiges hingewiesen hat, wenn er z.B. darauf aufmerksam macht, dass Referendare ihren Unterricht nach Zeitschema minutengenau entwerfen müssen und das eigentlich genau geplant ist, was sie zu sagen haben und welche Antworten sie erwarten.

In der Tat ist es so, diese Erfahrung habe ich als Referendar auch gemacht, dass, wenn man von seiner eigenen Vorgabe abweicht, man von der Gnade seines Fachleiters abhängig ist, ob der diese Abweichung akzeptiert oder nicht.

Ja zu unserer Gegenwart

Es gibt in der Tat viele überholte Dinge in der Schule, die es zu verändern gilt.

Aber doch nicht mit Hilfe dieser Verdikte, wie Precht und Hüther sie vom Stapel lassen und sich noch toll vorkommen. Schule ist durchaus etwas Gewachsenes. Sie gehört zu unserer Vergangenheit.

Eigentlich hätte ich erwartet, dass Hüther Precht gleich zu Anfang widerspricht oder ihn korrigiert; stattdessen hat er ihn bestätigt.

Precht kündigte Hüther zudem an mit einem Satz, den jener offensichtlich gesagt hat: "Vergesst unser völlig veraltetes Schulsystem!"

Was für eine Art von Umgang mit unserer individuellen und gesellschaftlichen Geschichte, mit unseren Erinnerungen, mit unseren Erfahrungen, aus denen wir für die Gegenwart und Zukunft lernen! 

... vergesst eure alten Eltern ...

... vergesst eure alten Lehrer ...

... vergesst die Sprossen unter euch, geht auf der Leiter einfach nach oben ...

Wenn das unser von Bildungsexperten empfohlenes neues Bewusstsein ist, unser Umgang mit unserer Geschichte, unseren Erfahrungen, dem, auf was wir gewachsen sind, dann gute Nacht!

Und ein letzter Punkt

Wie bitte sollen die Kinder dieses Richard David Precht jemals ihren Lehrern mit Respekt und Wertschätzung begegnen? Wie sollen sie bei diesen Losern, die die Lehrer laut Vater nunmal sind, lernen können? Wo sie doch bei den falschen Lehrern mit ihren falschen Methoden sind, die sie in den falschen Dingen unterrichten?

Was für eine Verantwortungslosigkeit von diesem Vater.

Hoffentlich werden seine Kinder nicht so arrogant.

Ob an seiner Arroganz auch die Schule schuld ist?

PS: Wer den hier verlinkten Artikel über die Schule, die den Deutschen Schulpreis 2012 erhalten hat, liest, kann sich nur freuen über solche Entwicklungen; das macht Mut!

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Die enorme Kraft eines kleinen Schrittes
3  Kommentare | Posted 26.08.2012 11:08

Anlässlich des Todes von Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betreten haben soll - es gibt bekanntlich einige, die das Ganze für eine gewaltige Studio-Inszenierung halten, sprach Präsident Obama einen Satz aus, der zu den bedeutendsten seiner Amtszeit zählen wird, als er Neil Armstrong einen Mann nannte, "der uns die enorme Kraft eines kleinen Schrittes gezeigt hat."

Natürlich bezog er sich auf eine der berühmtesten Worte der Weltgeschichte, als jener Astronaut beim Betreten des Mondes sagte: "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer für die Menschheit."

Allein schon diese intuitiv gesagten Worte - Armstrong äußerte selbst, er habe sie spontan gesagt, sie seien also nicht vorbereitet gewesen, lassen mich annehmen, dass die Mondlandung Realität war.

Barack Obamas Worte finde ich deshalb so bedeutungsvoll, weil sie im Grunde den Worten Armstrongs die Grundlage geben, denn er weist uns darauf hin, warum es wichtig ist, auch einen kleinen Schritt zu machen!

Auch und gerade ein kleiner Schritt hat eine enorme Kraft!

Wir sollten das immer im Hinterkopf haben, wenn es gilt, einen Schritt auf neues Terrain zu tun.

Auch der kleinste Schritt in die richtige Richtung ist wertvoll, ist er auch scheinbar noch so klein.

Immer, und das macht die Aussage von Neil Armstrong deutlich, ist es auch ein Schritt für die Menschheit!

Anstand und Demut

Der Chef der NASA, Charles Bolden, hat anlässlich des Todes seines berühmtesten Astronauten, noch etwas gesagt, was ich unglaublich wichtig finde. Er sprach in Bezug auf Armstrong von dessen Anstand und Demut.

Zwei Worte, die so wertvoll sind.

Ich glaube, vor allem Menschen mit Anstand und Demut können solche Schritte tun. 

Schritte, welche die Menschheit in Wahrheit vorwärtsbringen.


Vielleicht sind es sogar nur solche Menschen.


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Zeit für eine Familienrevolution

Bild: Podium beim Forum Familie
Bild: Podium beim Forum Familie

Die familienpolitischen Diskussionen in Medien, Politik und Verwaltung laufen immer stärker auf eine Zerschlagung und Vergesellschaftung der Familien hinaus. Oft wird beispielsweise auch in der Union angenommen, dass für die Aufzucht von Kindern nicht die Familie der beste Ort sei, sondern eine staatliche Kinderbetreuungseinrichtung.

Gegen diesen Trend hat sich die Initiative Familienschutz mit der Sprecherin Hedwig von Beverfoerde kurz vor der Wahl zum Bundestag 2009 gegründet mit dem Ziel, Familien in der Politik eine Stimme zu geben. Sie sollten nicht mehr nur Objekt von mehr oder (meist) weniger wohlwollendem politischem Handeln sein, sondern selber mitmischen und ihre Interessen zur Geltung bringen.

Am 14. Mai veranstaltete die Initiative vor zahlreich erschienenem Publikum in Berlin-Mitte das erste Forum Familie, auf dem vor allem eines sehr deutlich wurde: Die Zeit ist reif für eine echte Familienrevolution!

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