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11.02.2012
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     Dr. Klaus Peter Krause
Email:   privat@kpk-kpk.de
Blog:  www.kpkrause.de

 

Geboren 1936 in Rostock. Vater Rechtsanwalt und Notar, Mutter gelernte Sportlehrerin und Hausfrau. Aufgewachsen in Bützow und Neustrelitz. 1945 Flucht nach Schwerin. 1946 von Schwerin nach Lübeck zur väterlichen Verwandtschaft. Dort Weiterbesuch der Volksschule, dann Katharineum-Gymnasium bis 1957 zum Abitur.

Bis 1959 kaufmännische Lehre als Industriekaufmann und anschließend Studium der Wirtschaftswissenschaften in Kiel und Marburg. Abschluß als Diplom-Volkswirt mit Promotion zum Dr. rer. pol.

Gleich danach zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dort Wirtschaftsredakteur von 1966 bis Ende 2001, davon seit 1991 knapp elf Jahre verantwortlich für die FAZ- Wirtschaftsberichterstattung. Daneben von 1994 bis Ende 2003 auch Geschäftsführer der Fazit- Stiftung, die die Mehrheit an der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und der Frankfurter Societäts-Druckerei hält. Seit 2004 als selbständiger Journalist, Publizist und Autor tätig. Verheiratet seit 1966. Ehefrau Lehrerin. Kinder: Zwei Söhne, eine Tochter.

 
RSS Blogeinträge von Dr. Klaus Peter Krause

 
Diese neue Religion
1  Kommentare | Posted 10.02.2012 10:31

Zu viele Menschen haben sich von der christlichen Kirche abgewandt, sind aus- oder gar nicht erst eingetreten. Dem von dieser Kirche verehrten Gott stehen sie fern, er ist ihnen gleichgültig, sie glauben nicht an ihn, sind von diesem Glauben abgefallen, haben zu ihm gar nicht hingefunden oder nicht hinfinden wollen – aus welchen Motiven auch immer. Es steht ihnen frei, sie dürfen es. Aber dann scheint ihnen doch etwas zu fehlen. Diese religiöse Lücke füllen sie mit dem Glauben daran, dass menschengemachtes Kohlendioxid (CO2) heize das globale Klima auf und daher das bisherige Klima vor dem Aufheizen zu schützen sei. Jedenfalls wird ihnen dieser Glauben von denen, die von ihm profitieren, eingetrichtert.

 

So laufen sie dann anderen Göttern nach

 

An etwas „glauben“ wollen die Menschen wohl. Für die, die vom Gottesglauben nichts halten,  muss es etwas Fassbares sein, etwas, das leicht erfassbar ist. Es muss etwas Gutes sein. Die meisten Menschen wollen sich als gute Menschen sehen, fühlen sich an Werte gebunden, orientieren sich an Wertvorstellungen. Oder wer nach wie vor zu Kirche und Gottesglauben hingewendet ist, will an noch mehr glauben und ebenfalls an etwas Gutes. Menschen brauchen das wohl. In der Klimaschutzpolitik wird ihnen das geboten, scheinen sie das gefunden zu haben. Diese Rolle einer Ersatzreligion haben  die Verteufelung des anthropogenen CO2 und der politisch propagierte, aber absurde Klimaschutz übernommen. Hinzukommt: Zu viele Menschen sind biegsam, fügsam und folgsam. Sie drehen ihre Fahne nach dem Wind und machen mit, was der Zeitgeist so verlangt, wollen nicht ins Abseits gestellt werden. So laufen sie dann anderen Göttern nach.

 

Hierzu hat mir in diesen Tagen der Unternehmensberater Horst E. Böttcher, Hamburg, einen Beitrag zugeschickt, zur Kenntnisnahme nur. Aber weil ich für treffend halte, was er schreibt, habe ich ihn um Zustimmung gebeten, seinen Beitrag hier zu veröffentlichen. Er ist damit einverstanden, und so steht auf dieser Seite erstmals ein Gastbeitrag. Die Zwischentitel stammen vor mir. Hier Böttchers Text:

 

Horst E. Böttcher

Klimakult und CO2-Verteufelung – eine neue Religion

 

„Wenn es die Religion nicht gäbe, müsste man sie erfinden – das taten die Menschen dann auch.“ Dieser Aphorismus bringt es auf den Punkt: Alle Religionen sind im Grunde von Menschen gemacht, ungeachtet des Bezuges zur Göttlichkeit.

 

Jesus, Mohammed und Buddha

 

Jesus Christus, ein jüdischer Wanderprediger, scharte Anhänger um sich, zog durch das Land, hielt Predigten, ließ die Menschen an Wunder glauben, suchte dann die Konfrontation mit der Obrigkeit, was ein Fehler war, denn man machte ihm kurzen Prozess und kreuzigte ihn. Seine Jünger verbreiteten aber die Geschichte von der Wiederauferstehung und seine Lehre nach und nach im gesamten Römischen Reich bis schließlich, drei Jahrhunderte nach seinem Tod, die Christliche Lehre als Staatsreligion die Griechisch-Römische Mythologie ablöste.

 

Mohammed erhielt nach der Legende den Koran von einem Engel auf einem Berg diktiert, sammelte Anhänger um sich, musste allerhand Kämpfe ausfechten, doch der Islam setzte sich im Arabischen Raum durch, und wurde mit Eroberungskriegen bis nach Europa getragen.

 

Gautama Buddha, ein Königssohn, war bei seinem ersten Ausflug außerhalb des Palastes von den irdischen Verhältnissen, die sich stark von der „Heilen Welt“ im Königsschloss unterschieden, so geschockt, dass er meditierte, den Palast verließ, und ihm schließlich unter einem Baobab-Baum die Erleuchtung zu seiner Lehre kam.

 

Religion als moralischer Anker

 

Ohne Religion scheint es offenbar nicht zu gehen. Der unlängst verstorbene libertäre Ökonom und Publizist Roland Baader zitiert in seinem ersten Beitrag für die Zeitschrift „eigentümlich frei“ den US-Kommentator und Politiker William J. Bennett mit der Aussage: „Religion provides society with a moral anchor – and nothing has yet been found to substitute it“.  Baader, der keine hohe Meinung vom Staat hatte, dachte dabei an die Selbstdisziplinierung der Menschen durch religiöse Gebote, so wie es das Bürgertum im 19. Jahrhundert praktizierte mit Frömmigkeit, Familienehre einschließlich „Jungfrauenkult“. (Dass hier viel Scheinheiligkeit im Spiel war, ist eine andere Sache!)

 

Religion – für die jeweils  Herrschenden eine feine Sache

 

Tatsächlich aber war die Religion stets ein Werkzeug in der Hand des Staates, die Bürger in seinem Interesse zu disziplinieren. Ideal für die Herrschenden war es, wenn die Kirche die Bürger als gehorsame Untertanen dressierte. So konnten sich dann die Könige wichtigeren Aufgaben wie der Jagd, Prunkbauten, Mätressen und schlimmstenfalls dem  Kriegführen hingeben. Die Obrigkeit musste im Gegenzug die Bürger nur zur Frömmigkeit und zum Gehorsam der Kirche gegenüber anhalten.

 

Die christliche Religion im Abwärtstrend – aber was kommt nun?

 

Mit dem Aufkommen demokratischer Verfassungen, verlor dieses System seine Geschäftsgrundlage. Politiker müssen für ihre Wahl und Wiederwahl selbst das Vertrauen des Volkes gewinnen. „Wir von Gottes Gnaden Kaiser von Deutschland“ lief nicht mehr. Damit ging auch die politische Bedeutung der Religion und Kirche zurück. Ebenso verlor die Kirche  die Zustimmung des Volkes zu ihren Lehren. Besonders die Katholische Kirche, die sich über den sogenannten „Zeitgeist“ erhaben sieht, predigt gegen Empfängnisverhütung, Ehescheidung, außereheliche Partnerschaften, homosexuelle Handlungen, inzwischen im luftleeren Raum. Selbst die eigenen Gläubigen halten sich nicht mehr an solche Regeln. Die christliche Religion scheint also im Abwärtstrend zu liegen. Aber ohne Religion scheint keine Gesellschaft zu funktionieren, was kommt nun?

 

Es fing harmlos an mit Umweltschutz gegenüber Boden, Wasser, Luft

 

Viele haben es noch nicht erkannt aber der Klimakult mit der Verteufelung der CO2-Emmissionen hat sich zu einer neuen Religions-Bewegung entwickelt, die auf lange Sicht das Christentum ablösen dürfte. Es fing harmlos an mit Umweltschutz, zunächst auf Reinhaltung von Boden, Wasser und Luft fokussiert. Dann folgten Proteste, wenn neuen Strassen, Bahntrassen oder Flughäfen, Naturgebiete, Lebensraum seltener Tiere oder einfach die Schönheit der Landschaft geopfert werden sollte. Auch das kann man noch als eine Gegenreaktion auf die rücksichtslosen Planungen der 50’er und 60’er Jahre erklären, einer Zeit in welcher nur der „Fortschritt“ zählte, ohne Rücksicht auf Natur oder Historische Bauten. Alle diese Bestrebungen führten jedoch zu einer immer höheren Bewertung der unberührten Natur. Dann kamen Wissenschaftler mit der Theorie der Klimaerwärmung durch vom Menschen erzeugtes Kohlendioxid (CO2).

 

Dann wurde die CO2-These zum Glaubensbekenntnis

 

Spätere Generationen werden vielleicht einmal untersuchen, wie es zu dieser irrwitzigen Vermutung gekommen ist, denn der CO2 -Gehalt der Atmosphäre beträgt gerade einmal 3,8 Prozent, und von dieser Menge sind allenfalls 3 Prozent auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Also eine „negligible quantity“! Genau wie bei religiösen Ursprüngen, wurde bald die CO2-These nicht mehr hinterfragt, sie wurde ein Glaubensbekenntnis, das Anhänger sowohl im Volke wie auch bei den Regierungen fand. Offenbar brauchten die Bürger einen neuen Glauben, da das Christentum immer weniger attraktiv geworden war und die Klimareligion statt auf Mystik, auf Wissenschaft basierte, zumindest diesen Anspruch erhob.

 

Vaclav Klaus: Sie wollen uns kontrollieren und manipulieren

 

Schnell erkannte die Politik, dass sich hier ein Hebel bot, die Kontrolle über das Volk, die mit der 68’er Revolution ins Wanken geraten war, zurückzugewinnen. Politiker konnten nun wieder ihrem liebsten Hobby nachgehen: den Bürger mit allerhand unsinnigen Gesetzen zu gängeln. Das Verbot klassischer Glühlampen ist nur ein Anfang, die „energetische Gebäudesanierung“ der nächste Schritt. Der tschechische Präsident Vaclav Klaus, der die meiste Zeit seines Lebens unter der kommunistischen Diktatur verbracht hat, sprach dies auf einer Konferenz in New York 2009 offen aus: "It is evident that the environmentalists don't want to change the climate," he said. "They want to change our behavior...to control and manipulate us." Allerdings sind die Politiker manchmal selbst die Getriebenen wenn Gruppen von Fanatikern noch strengere Umweltauflagen fordern!

 

Worin die Klimareligion dem Christentum ähnelt

 

Die Klimabewegung zur Begrenzung der CO2-Emmissionen hat alle Eigenschaften einer Religion angenommen, dazu gehört vor allem, die absolute Negierung  wissenschaftlicher Daten, die eine Klima-Beeinflussung durch den Menschen praktisch ausschließen. Seriöse Klimaforscher haben inzwischen Daten vorliegen, die zeigen, dass die durch Sonnenaktivitäten hervorgerufene Warmzeit bereits 1998 ihren Höhepunkt erreicht hat, und wir wieder auf eine kältere Periode zusteuern. Die Klimareligion hat inzwischen eine Eigendynamik entwickelt, die, unabhängig von kalten oder warmen Wintern, die CO2-Emmissionen dafür verantwortlich macht. Das deckt sich mit dem Christentum: wenn eine erwartete Katastrophe nicht eintritt, hat Gott die Menschen verschont, kommt es zur Katastrophe, hat Gott den Menschen eine schwere Prüfung auferlegt.

 

Die möglichen nächsten Schritte

 

Wie wird es weitergehen? Religionen haben sich nie durch Toleranz ausgezeichnet. Es ist also zu befürchten, dass es zu weiteren Einschnitten der Persönlichen Freiheit kommen wird. Weiter, dass man wissenschaftliche Gegner des CO2-Dogmas mundtot machen will. Entzug von Fördermitteln ist der erste Schritt, am Ende könnte ein Gesetz stehen, ähnlich wie in Bezug auf den Holocaust, dass die Leugnung des Klimawandels durch CO2 unter Strafe stellt.

 

Was gegen die Klimafanatiker unternehmen?

 

Wie können sich die Menschen gegen diese Entwicklung wehren? Auch wenn den Klima-Fanatikern rationale Argumente eher fremd sind, muss immer wieder auf wissenschaftlicher Ebene gegen die Behauptungen des CO2-induzierten Klimawandels Stellung bezogen werden. Irgendwann musste ja sogar der Vatikan anerkennen, dass die Sonne im Mittelpunkt steht und nicht die Erde. Weiter gilt es, die Nerven zu behalten; wenn die Klima-Priester wieder ein neues Angriffsziel ausgewählt haben, keine Angst zeigen! Geht es gegen den Fleischkonsum (Tierhaltung erzeugt Methan bzw. CO2) kräftig Steaks auf den Teller bringen. Wenn die Klima-Aktivisten merken, die Menschen ziehen nicht mit, können sie auch schwer die Politik zum Handeln bewegen. So lässt sich vielleicht das Schlimmste verhindern.

 

Vorbild Japan – eine Religion ohne Dogmen und Freiheitsbeschränkung

 

Dabei könnte Naturreligion so schön sein! Die Japaner haben ihren Shinto-Glauben, der einige Götter, die Natur und Ahnen verehrt, ohne Dogmen, ohne den Menschen in seiner Freiheit einzuschränken, wie es das Christentum getan hat und noch heute tun möchte. Japan hat mit Shinto und Buddhismus über tausend Jahre eine harmonische gesellschaftliche Entwicklung durchlebt und ist im Industriezeitalter zu einer führenden Wirtschaftsmacht aufgestiegen. Es war vermutlich eine der klügsten Entscheidungen der im 17. und 18. Jahrhundert regierenden Shogune, das Land gegen alle christlichen Missionare abzuschotten. In einer globalisierten Welt wie heute ist es schon schwieriger für Länder sich gegen die CO2-Klima-Relgion abzuschirmen, aber je mehr Distanz die Menschen zu diesen Fanatikern zeigen, umso besser wird es auf lange Sicht sein.

 

Die Abtrünnigen Vaatz und Vahrenholt

 

So weit der Beitrag von Horst E. Böttcher. Einer, der von dieser neuen Religion inzwischen abgefallen ist und sich zum Häretiker gewandelt hat, ist der RWE-Manager Fritz Vahrenholt. Mit seinem Buch „Die kalte Sonne“ macht er in den Medien gerade Furore, und die Klimaschutzfanatiker gackern wie aufgeregte Hühner. Ich werde sein Buch (und seine mutmaßlichen Beweggründe) demnächst hier ebenfalls vorstellen.  Aufmerksam machen möchte ich aber noch auf einen anderen Abtrünnigen von der reinen CO2-Lehre, auf den Dresdener Bundestagsabgeordneten Arnold Vaatz. Vaatz ist Abgeordneter für den Wahlkreis Dresden II - Bautzen II im Deutschen Bundestag und dort Stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion. Er hält den Kernkraftausstieg Deutschlands für eine der verhängnisvollsten politischen Fehlentscheidungen der Bundesrepublik seit 1949. In seiner Antwort auf einen Leserbrief des Leipziger Professors Dr. Knut Löschke nimmt er kein Blatt vor den Mund. Löschke hatte in der „Leipziger Volkszeitung“ vom 9. Januar 2012 unter anderem dies geschrieben:

„Mit der Klima-Rettungs-Wahnidee als Vorwand werden wertvolle Steuergelder verschleudert, und es wird auf eine Öko-Diktatur zugesteuert. Wir sollen glauben, dass die Erde in einer Klimakatastrophe verbrennen wird, wenn wir den Klimarettern nicht folgen. Die Wahrheit sieht anders aus…“

In seiner Mail-Antwort noch am gleichen Tag schrieb Vaatz unter anderem (die Zwischentitel sind von mir):

 

Eine Gleichschaltung der Gesellschaft ähnlich wie einst

„Herr Löschke trifft leider den Nagel auf den Kopf. Ich kenne beide (Löschke und den Nagel) ….  Während der Atomausstiegsdebatte im Vorjahr ist mir leider klar geworden, daß es nicht ein Mangel an naturwissenschaftlicher, mathematischer, technologischer oder volkswirtschaftlicher Sachkenntnis ist, der uns in die energiepolitische Sackgasse geführt hat. Es ist ein erbarmungsloser Konformitätsdruck, der von einer postreligiösen Gesellschaft ausgeht, die ihren arbeitslos gewordenen religiösen Sensus ausleben will. Dieser Konformitätsdruck hat eine Gleichschaltung der Gesellschaft verursacht, die zwar mit den Formen von Gleichschaltung wie wir dies aus der Geschichte der europäischen Diktaturen kennen, nicht identisch ist, jedoch ganz ähnliche Züge ausweist. Die Strafe für Widerspruch ist heute allerdings (zum Glück noch nicht!) Haft oder Liquidation, sondern nur die Verbannung aus der medialen Relevanzzone.

Leider ist dies als Todesstrafe für jene hinreichend, deren Existenzbedingung öffentliche Zustimmung ist. Dazu zählen in einer Demokratie ausnahmslos alle Politiker. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, dieses Dilemma zu bestehen:

Geisterfahrt der deutschen Klimapolitik, Bekehrung illusorisch

Erstens kann man versuchen, die öffentliche Meinung zu ändern. Man hat dazu eine scharfe Waffe: Die naturwissenschaftliche Schlafwandlerei, in der sich die Energie- und Klimadiskussion bewegt und die bedarf nämlich scheinbar, um vom Balkon zu stürzen, nur des kleinen Rippenstoßes einer Richtigstellung durch die naturwissenschaftliche Klärung. Und man hat die Zukunft auf seiner Seite. Denn der Crash an der Wand der Realität nach der Geisterfahrt der deutschen Klimapolitik ist unausweichlich. Allerdings ist der Schlafwandler ein Elefant und der Rippenstoßgeber eine Maus. Und auf die Bekehrung des Schlafwandlers beim Erwachen zu setzen, ist Illusion..

Mitmachen ist politisch hocheffektiv

Zweitens kann man versuchen, sich der öffentlichen Meinung anzupassen. Diese Haltung ist politisch hocheffektiv. Viele schwere Entscheidungen muß man nicht selbst treffen. Sie werden einen von Umfragen abgenommen. Diese Haltung pflegen vielleicht 99 Prozent der Politiker in Deutschland. Sie wird gewöhnlich im Wort verachtet und in der Tat vollzogen. Die große Kunstfertigkeit des Politikers besteht in diesem Fall nicht mehr darin, einen objektiv richtigen Weg einzuschlagen und einen objektiv falschen zu vermeiden. Sie besteht darin Argumentationsketten zu ersinnen, die auch die unlogischsten und verderblichsten Gelüste der öffentlichen Meinung als sinnvolle, legitime und erreichbare politischen Zielen erscheinen lassen…..

Hierzulande unterbunden: eine freie Diskussion

Das Schiff Deutschland hat seine Navigationsinstrumente an die Priesterschaft einer neuen Religion abgegeben. Es ist nicht mehr festzustellen, in welcher Seegegend wir tatsächlich manövrieren. Ob das neue Antiparadies, die Klimakatastrophe durch menschengemachtes CO2, wirklich unserer harrt, kann in unserem Land nicht festgestellt werden, weil eine freie Diskussion unter dem bei uns herrschenden Konformitätsdruck nicht stattfinden kann. Die Realität der Klimakatastrophe ist genauso wissenschaftlich erwiesen wie der gesetzmäßige Übergang der gesamten Welt vom Kapitalismus zum Sozialismus vor 35 Jahren, das Eintreten des "Endsieges" vor 70 Jahren und die Verantwortung von Hexen für Seuchen, Fehlgeburten, Todesfälle, Unfruchtbarkeit, Unwetter und Kriege vor 350 Jahren. Widerstand gegen Thesen dieser Art hat heute wie vor 35, 70 oder 350 Jahren für die bezweifelte These wenig, für den Zweifler aber große Folgen.

… die bisher größte Fehlallokation von Ressourcen und Kapital

Ob also eine Klimakatastrophe droht oder nicht, und von wem sie, wenn es sie droht, verursacht wäre und ob sie, wenn es sie droht, durch Politik vermeidbar wäre oder nicht, wissen wir nicht. Was wir aber wissen ist, daß die politischen Vorkehrungen zur Verhinderung einer von CO2 verursachte Klimakatastrophe gigantisch und von fraglichem Erfolg wären. Sollte sich die CO2-Annahme als falsch herausstellen, so hätten wir die bisher größte Fehlallokation von Ressourcen und Kapital in der Geschichte der Menschheit verursacht - mit allen hier nicht weiter zu erörternden Folgen besonders für die künftige Rangfolge der Volkswirtschaften in der Welt, möglicherweise dem definitiven Ende der Technologieführerschaft durch Demokratien. …“

Bisher ohne Kesseltreiben davongekommen

Ich selbst kenne bisher keinen Politiker, der den Sachverhalt so unverblümt und treffsicher zur Sprache gebracht hat wie Vaatz. Erfolg bei seinen Parteifreunden hat er damit – wen wundert’s – nicht gehabt. Seltsamerweise hat aber bisher auch kein öffentliches politisches Kesseltreiben gegen ihn stattgefunden, jedenfalls nicht nach meiner Kenntnis. Allerdings habe ich ebenfalls nicht wahrgenommen, dass „die Medien“ seine massive Kritik an ihre Kundschaft weitergereicht haben, wie es ihre Pflicht gewesen wäre – und immer noch ist. Zumindest in dieser Hinsicht hat ihn die „Verbannung aus der medialen Relevanzzone“ wohl ereilt. Mal sehen, wie es Vahrenholt ergeht. Mit ihm wenigstens hat die Lügerei von der Klimakatastrophe durch anthropogenes CO2 und die mit ihr begründete „Klimaschutzpolitik“ erstmals  breite mediale Aufmerksamkeit gefunden. Möge das endlich zur Umbesinnung und bei den verführten Bürgern zur Abkehr von der „neuen Religion“ führen.

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Fort mit den Feinstaubplaketten
4  Kommentare | Posted 05.02.2012 15:58

Was ist eigentlich mit dem Feinstaub? Es ist jetzt drei Jahre her, seit die ersten deutschen Großstädte mit Jahresbeginn 2008 bestimmte städtische Bereiche zu „Umweltzonen“ erklärten und dort Fahrverbote für Autos erließen, falls diese mit dem Feinstaubanteil in ihrem Abgas bestimmte Grenzwerte überschritten. Immer mehr andere Städte sind dem gefolgt. Gewiss, nichts ist dagegen zu sagen, die Autoabgase von Schadstoffen so weit wie möglich zu befreien. Daher sind Katalysator oder Rußfilter für alle Autos sinnvoll. Aber schon als diese städtischen „Umweltzonen“ eingeführt wurden, stand fest, dass sie als Mittel gegen den Feinstaub so gut wie wirkungslos und unnötig sind. Auch war der Begriff Feinstaub wie aus dem Nichts in der Öffentlichkeit aufgetaucht, obwohl es Feinstaub doch auch ohne Autos schon immer gegeben hat.

 

Wieder einmal: eine EU-Richtlinie aus Brüssel

 

Die Autos waren bereits damals an der Belastung der Luft mit „Feinstaub“ nur minimal beteiligt. Das jedenfalls besagte ein vom ADAC für Berlin veranlasstes Gutachten aus der Technischen Universität Cottbus. Aber wenn Fakten politisch nicht passen, setzen sich die politisch Führenden über sie hinweg. Wie so viel anderer Regelungswahn kam auch dieser mittels EU-Richtlinie aus Brüssel. Was Mitgliedstaaten wie Deutschland und seine Politiker im eigenen Staat direkt und demokratisch nicht durchsetzen können (oder mögen), lassen sie ihren Bürgern indirekt und demokratisch nicht hinreichend legitimiert  über EU-Kommission und Ministerrat auf's Auge drücken. Richtlinien nämlich müssen zwingend in nationale Gesetze umgegossen werden. Diese Richtlinie zur Luftqualität mit ihren Grenzwerten für die Feinstaubbelastung gilt in der EU schon seit 2005, entfaltete aber ihre Wirkungen erst allmählich. Demnach gelten 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft als Grenzwert. Er darf an höchstens 35 Tagen im Jahr überschritten werden.

 

Zum Plakettenkauf genötigt, obwohl nicht Pflicht

 

Um das alles schön überwachen zu können, teilten die Gesetzemacher die Autos in vier „Schadstoffgruppen“ ein und ließen dafür die Autos mit farblich unterschiedlichen Plaketten kennzeichnen. Fahrzeuge der Schadstoffgruppen 2, 3 oder 4 erhalten seitdem eine rote, gelbe oder grüne Plakette, für die Gruppe 1 ist keine Plakette vorgesehen. Wer in der „Umweltzone“ Autofahren will, muss an der Frontscheide die grüne Plakette haben. Anfangs, für eine Übergangszeit, durften (oder dürfen noch) auch gelbplakatierte Autos hinein.  Für Autos, die mit Rot etikettiert sind, herrscht dort Fahrverbot. Wohl ist im Grundsatz niemand verpflichtet, an sein Auto so eine Plakette zu kleben, aber wenn er das nicht tut, fällt sein Auto in die „Schadstoffgruppe 1“ und darf die Umweltzone ebenfalls nicht befahren. Das läuft darauf hinaus, dass sich letztlich alle Autofahrer zum Plakettenerwerb genötigt sehen. Natürlich sind die Plaketten zu bezahlen. Natürlich ist eine große zusätzliche Bürokratie entstanden. Natürlich waren weitere Verkehrsschilder fällig. Natürlich werden Bußgelder kassiert, wenn jemand ohne oder mit falscher Plakette in der „Umweltzone“ erwischt wird.

 

Gegen den meisten Feinstaub sind Autoplaketten unwirksam

 

Aber macht diese Feinstaubplakatiererei wirklich Sinn? Nein. Was an Feinstaub einen ganz anderen Ursprung hat als Autoabgas, ist mit Plaketten nicht wegzukriegen – Blütenstaub zum Beispiel, der Heuschnupfenleid über uns bringt. Und was an Staub in nahen oder fernen Ländern entsteht, macht an der deutschen Hoheitsgrenze merkwürdigerweise nicht halt – zum Beispiel der bis Nordeuropa verwehte Staub aus der Sahara. Unlängst war zu lesen: „Obwohl die meisten deutschen Städte vor mehr als zwei Jahren Umweltzonen mit Fahrverboten für ältere Autos eingerichtet haben, ist die Feinstaubelastung in dieser Zeit gestiegen.“ (FAZ vom 11. Januar 2012). Die durchschnittlichen Feinstaubkonzentrationen aller deutschen Mess-Stellen seien auch 2011 wieder deutlich höher gewesen als die Werte der zurückliegenden vier Jahre. Das müsse allerdings nicht heißen, das Einrichten der Umweltzonen sei ein Misserfolg.

 

Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft …

 

Hinter dieser Meinung steckt offensichtlich die einer Studie des Berliner Senats, auf die sich die FAZ in diesem Zusammenhang stützt. Danach tragen Autoabgase nur knapp ein Fünftel (also unter 20 Prozent) zum Feinstaubgehalt der Berliner Luft bei. Und 50 Prozent Feinstaub würden gar nicht in der Stadt selbst verursacht, sondern kämen von weit her, aus Polen zum Beispiel oder von Waldbränden aus Russland. Auch hätten die Menschen wegen der zuletzt harten Winter mehr geheizt, was ebenfalls zu höherer Feinstaubbelastung der Berliner Luft beigetragen habe, denn das Heizen sei mit 8 Prozent am Feinstaub beteiligt. Nun wüsste man natürlich gern, wie die Ermittler ein Körnchen Feinstaub aus Autos in Berlin von einem polnischen Feinstaubkörnchen zu unterscheiden verstehen und wie ein russisches von einem polnischen und wie ein Körnchen Feinstaub mit Berliner Heizabgas-Ursprung  von einem Körnchen Feinstaub mit Berliner Autoabgas-Ursprung.

 

Die Plaketten sind grün-politischer Firlefanz

 

Dies vor Augen und gelinde gesprochen: Die Schlussfolgerung, die Umweltzonen seien kein Misserfolg, ist doch sehr, sehr kühn. Und wenn das Autoabgas nur mit weniger als 20 Prozent am Feinstaub ursächlich beteiligt ist, dann ist schon darum nicht einzusehen, wegen dieses kleinen Anteils den Plakettenzauber zu veranstalten. Kurzum, die Feinstaubplaketten sollten wieder verschwinden. So schön reine Luft ist, so schlimm ist diese politisch verpestete. Die Plaketten sind grün-politischer Firlefanz und unnötig. Es genügen, soweit nötig und möglich, strengere Abgasvorschriften bei der Autoneuproduktion. Ältere Automodelle verschwinden mit der Zeit von selbst.  Da war doch auch mal was mit einer Ozonplakette. Ein Riesenspektakel damals. Aber dahin und verweht. Zu Recht. Die Ozon-Hysterie von damals ist inzwischen die vom Feinstaub.

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Gewaltspirale in Deutschland, und die Tä
0  Kommentare | Posted 02.02.2012 14:56

Fast 200 Polizeieinsätze in nur zwei Düsseldorfer Nächten

Zum Rechtsstaat gehört, dass er Gewalt nicht zulässt und dass er sie ahndet, wenn sie geschieht. Blog lesen


Eine überfällige Korrektur
3  Kommentare | Posted 28.01.2012 19:13

Geister, die man ruft, wird man schwer wieder los oder auch gar nicht. Seit auch Nahrungsmittelrohstoffe dafür verwendet werden, um daraus Energie zum Heizen, für Strom und als Motor-Treibstoff zu gewinnen, ist so ein Geist in der Welt. Blog lesen


Vergeudete 20 Milliarden
4  Kommentare | Posted 22.01.2012 00:06

In diesem Jahr 2012 werden die staatlich verfügten Entgelte für Strom nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG-Strom) wohl 20 Milliarden Euro erreichen. Unausweichlich ist das jedenfalls dann, wenn der Bau von Anlagen zur Stromerzeugung aus Wind, Sonne und Biomasse nach dem Plan der Bundesregierung fortgesetzt wird. Blog lesen




 
 



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