Eine Lektüre die vom Umweltbundesamt ignoriert wird
0 Kommentare | Posted 21.05.2013 12:44
Rezension des Buches “Von einem Jugendstraftäter, der mit dem besten Klimaexperten der Welt verwechselt wurde” von Donna Laframboise
Der Klimawandel bedroht die Zukunft unseres Planeten. Er wird verursacht von den Menschen, die durch ihren Lebenswandel zu viele Treibhausgase freisetzen und damit eine gefährliche, ja katastrophale Erderwärmung zu verantworten haben. Nur durch eine radikale Umkehr hin zu erneuerbaren Energien und einem nachhaltigen Wirtschaften, das heißt vor allem: Reduktion des CO2-Ausstosses, kann die Erwärmung auf zwei Grad begrenzt werden.
Sie kennen alle diese Aussagen. Sie bestimmen mittlerweile die Energiepolitik vieler Staaten, sie sind das Thema auf Mammutkonferenzen, sie fehlen in keinem Parteiprogramm. Jeder von uns ist betroffen. Sie greifen tief in unser tägliches Leben ein. Rasant steigende Strompreise, Glühlampenverbot, die totale Veränderung des deutschen Landschaftsbildes durch Windkraftanlagen und Photovoltaikspiegel. Sie sind die Existenzgrundlage der „Grünen Parteien“ und liefern die Argumente für die fundamentale Kapitalismuskritik.
Die Frage, ob der Klimawandel wirklich vom Menschen verursacht wird, oder ob er nicht seit Millionenjahre den Planeten verändert, wird nur von so genannten Klimaleugnern gestellt, die von der Politik und den Medien als verantwortungslose Minderheit abgetan wird. Für die Beweise, dass wir Menschen das Klima verändern, ist der IPCC verantwortlich, übersetzt, „der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaveränderungen.“ In der deutschen Umgangssprache auch oft als „Weltklimarat“ bezeichnet, eine propagandistische Überhöhung, die die Bedeutung des IPCC unterstreichen soll.
Was das IPCC veröffentlicht, wird auch gerne als „Klimabibel“ bezeichnet. Damit wird die absolute Wahrheit unterstrichen, wonach sich die Regierungen richten sollen – und es auch tatsächlich tun – zum Beispiel in Deutschland. 2500 der angesehensten Wissenschaftler – so der IPCC - haben als Fachgutachter die IPCC - Aussagen erarbeitet. Tausende weitere Experten waren mit den Entwürfen beschäftigt. Alle Arbeiten, die vom IPCC zugelassen werden, wurden einem mehrstufigen Peer Review – also wissenschaftlicher Überprüfung unterzogen. Welcher Abgeordnete, welcher Minister, welcher Journalist will da noch zweifeln? Schließlich hat der IPCC 18.531 Sachstandsberichte veröffentlicht – die alle die Treibhausgastheorie und ihre Folgen bestätigen. Und so ist die menschengemachte Erderwärmung zu einem Fakt geworden, auch wenn sie seit 1998 nicht mehr gemessen wird und wir in diesem März den kältesten Winter seit Menschengedenken in Europa erleben. Es ist der kanadischen Journalisten Donna Laframboise zu verdanken, dass es eine Erklärung dafür gibt, warum die Vorhersagen und das aktuelle Klima nicht übereinstimmen. Donna Laframboise hat sich die Arbeit gemacht, die eigentlich jeder Journalist machen müsste, bevor er einen Artikel schreibt, sich jeder Abgeordnete unterziehen müsste, bevor er für oder gegen ein Gesetz stimmt. Donna Laframboise hat die Angaben des IPCC überprüft, hat den „Weltklimarat“ auf seine Zusammensetzung, seine Regeln und seine Manipulationen untersucht. Herausgekommen ist eine vernichtende Tatsachenbeschreibung. Im Gegensatz zur Klimabibel der IPCC führt sie für jede ihrer Erkenntnisse nachvollziehbare Belege an, nennt die Namen und erklärt, wie sie die IPCC - Propaganda entdeckte.
Das unerschütterliche Gebäude der 2500 Wissenschaftler aus aller Welt, die den menschengemachten Klimawandel bestätigen, kracht dabei wie ein Kartenhaus zusammen. Von den 18.531 IPCC Sachstandsberichten zum Beispiel sind 5.587 überhaupt nicht überprüft. Auch nimmt der IPCC Einfluss auf die Begutachtung. Der kanadische Wissenschaftler Steve McIntyre, der an der Oxford University arbeitet, versuchte Rohdaten einer Studie zur Beschleunigung der Erderwärmung zu erhalten, um sie auswerten zu können. Ihm wurde daraufhin gedroht, ihn von der Liste der Fachgutachter zu streichen.
Donna Laframboise beschreibt einen Fall nach dem anderen, wie Behauptungen in die Klimabibel gelangen, ohne dass sie auch nur im Ansatz überprüft worden sind. Da wird eine Grafik über die Kosten der Katastrophen nach der Kritik von Fachgutachtern einfach ausgetauscht und durch eine Abbildung ersetzt, die alles noch schlimmer darstellt. Der immer wieder zitierte „Stern - Bericht“, ein umstrittenes Papier über die Kosten der Erderwärmung wird mit 26 Zitaten in 12 verschiedenen IPCC Kapiteln eingefügt, obwohl die Bewertungsrunden schon abgeschlossen waren und für die Aussagen von Stern keine Überprüfung mehr möglich waren. Bei einigen Kapiteln des Buches von Donna Laframboise stellt sich die verblüffende Frage, warum das unverantwortliche Verhalten des IPCC nicht schon früher aufgefallen ist. Keine der „Entdeckungen“ musste sie aus geheimen Papieren herausfiltern. Alles hätte mit Fleißarbeit und kritischer Distanz jeder Journalist, jede Partei herausfinden können. Zum Beispiel den tatsächlichen Hintergrund der „führenden Wissenschaftler“ aus aller Welt. Da gibt es Richard Klein. Heute Professor für Geographie in den Niederlanden. 1992 wurde Klein 23 Jahre alt, machte dann erst sein Diplom und tat sich als Greenpeace-Aktivist hervor. Zwei Jahre später schon befand er sich unter den IPCC-Leitautoren. Mit 28 Jahren hatte er schon die ranghöchste Autorenkategorie erreicht, immerhin 6 Jahre bevor er seine Doktorarbeit schrieb.
Dann gibt es auch Sari Kovats. 1994 wurde sie zu jenen 21 Personen ausgewählt, um das erste IPCC - Kapitel zu schreiben, das die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit untersucht. Sie promovierte erst 2010, also 16 Jahre später. Der renommierte und weltweit anerkannte Wissenschaftler, der sich mit Epidemien und der Verbreitung von Krankheiten beschäftigte, der Franzose Paul Reiter vom Pariser Pasteur Institute nannte das Kapitel „amateurhaft“ . Als Reiter im Dezember 2012 in München einen Vortrag über die Ausbreitung von Krankheiten und seine Erfahrungen mit den Manipulationen der IPCC hielt, war nicht ein einziger Journalist der deutschen Klimawandelpropagandisten gekommen. Dabei erzählte Reiter unter anderem, wie er das IPCC verklagen wollte, damit er sich nicht gegen seinen Willen mit seinem Namen schmücken konnte.
Überhaupt scheint es für eine Karriere beim IPCC nicht so wichtig zu sein, ob jemand schon wissenschaftlich gearbeitet hat oder nicht, sondern entscheidend ist eine Vergangenheit als Aktivist in den Umwelt- und Naturschutzverbänden. Donna Laframboise zählt mit Rang und Namen eine Liste mit 78 IPCC Autoren, die zugleich im Klimaberatungsgremium des WWF sind. Darunter ist auch Murari Lal, der das Gerücht als Wissenschaft verkauft, im Jahre 2035 wären die Himalaya - Gletscher abgeschmolzen. Wie vor allem auch bei Greenpeace-Aktivisten ist nicht transparent, wer wen bezahlt, damit er mit dem IPCC arbeiten kann. Das System ist aber einfach: WWF, Greenpeace und Co senden ihre Aktivisten mit klar formulierten Botschaften in die IPCC - Gremien, dort wandeln sich die Behauptungen in angeblich wissenschaftlich fundierte Erklärungen und werden dann von den zu Lobby-Konzernen mutierte „Umweltorganisationen“ als Beweis für das von Menschen gemachte Klima genutzt.
Und damit sind wir wieder am Anfang: „Was 2500 Wissenschaftler des Weltklimarates behaupten kann nicht falsch sein.“ Aber es gibt keine 2500 Wissenschaftler und der Weltklimarat ist eine politische Institution, die das Klima benutzt um die Welt unter eine gigantische Bürokratie zu manipulieren. Das sagen ihre Hauptpropagandisten auch ganz unverblümt. Der Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgeforschung und Berater der Kanzlerin, Prof. Joachim Schellnhuber schrieb sinngemäß: Nur eine weltumspannende Bürokratie mit weitgehenden Vollmachten für die Wirtschafts- und Umweltpolitik kann die Welt noch retten. Donna Laframboise`s Buch steht in keiner Bestsellerliste. Ihr ist es zwar gelungen Mitarbeiter in 12 Staaten zu gewinnen, die mit ihr akribisch die 18.531 Quellen des 4. IPCC Sachstandsbericht auf ihre Herkunft und Autorenschaft zu untersuchen, aber jetzt muss sie feststellen. So genau will das niemand wissen. Ihre Kollegen, die Journalisten müssten zugeben, dass sie es vorgezogen haben, der Propaganda des Weltklimarates zu folgen. Sie haben sich mitgeweidet am drohenden Weltuntergang und die Gutmenschen verherrlicht, die die Welt retten wollen. Die Politiker müssten zugeben, dass sie die Gleichsetzung von Klimapolitik gleich Umweltpolitik gleich Lobby für Erneuerbare Energien nicht kapiert haben. Viel bequemer war es da, dem Mainstream zu folgen und vor allem: Der von Menschen gemachte Klimawandel öffnete die Schleusen für neue Steuern – dieses Mal sogar, um die Menschheit zu retten. Wer will sich schon diese Chance entgehen lassen. Aber: Wenn sie alle schon mangels naturwissenschaftlicher Kenntnisse und der überwältigen Propaganda des „Weltklimarates“ sich nicht mit dem IPCC auseinandersetzen konnten, so gibt es jetzt keine Entschuldigung mehr, nicht die 215 Seiten des Buches von Donna Laframboise zu lesen, bevor sie wieder über die Klimakatastrophen schreiben oder Gesetze in den Parlamenten verabschieden.
Und das Bundesumweltamt? Diese mit Steuergeld finanzierte Behörde verleumdet jeden, der aus dem Buch von Donna Laframboise zitiert als Lobbyisten von Konzernen oder gefährlichen „Klimaleugner“, preist aber unverdrossen das IPCC weiterhin als die Krönung wissenschaftlicher Erkenntnisse an, wie es gerade in dem Pamphlet: „Und sie erwärmt sich doch“ wieder gemacht hat.
Donna Laframboise "Von einem Jugendstraftäter, der mit dem besten Klimaexperten der Welt verwechselt wurde. Ein IPCC - Expose" TvR Medienverlag, Jena 2012 ISBN 987-3-940431-33-2 Preis Euro 19.90
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Armer Norden, reicher Süden - Was läuft in Europa schief?
4 Kommentare | Posted 15.04.2013 10:41
Dazu gehört die Studie der Europäischen Zentralbank über die Vermögensverhältnisse in den Euroländern. Wenn überhaupt, dann wurde in den Hauptnachrichten der mit Zwangsgebühren finanzierten TV -Sendern und deren üppigen Radioprogrammen nur kurz berichtet. Dabei hätte die Studie das Potential für einen Volksaufstand. Die EZB stellt fest: Die Deutschen sind die Ärmsten im Euroraum mit einem Medianvermögen von 51?400 Euro, die Luxemburger die Reichsten mit 398?000 Euro, dicht gefolgt von den Zyprioten mit 266?900 Euro. Zur Information: Medianvermögen bedeutet: Die eine Hälfte aller Haushalte hat weniger, die andere Hälfte hat mehr Vermögen.
Die EZB war über das Ergebnis ihrer Umfrage offensichtlich auch so überrascht, dass sie die Daten erst nach der „Zypernrettung“ veröffentlichte. Und den Solidaritätspredigern der vereinten Euroromantikern hat es die Sprache verschlagen, denn selbst die Griechen haben mit einem Medianvermögen von 102?000 Euro noch doppelt so viel wie wir Deutschen. Die Untersuchung findet Deutschland auch nach anderen Kriterien auf letzter Stelle. So ist in keinem Euroland die Vermögensverteilung so ungleich wie in Deutschland und in keinem Land ist der Anteil der Hausbesitzer so niedrig. (44 Prozent).
Die Untersuchung macht deutlich, dass es in Europa sehr unterschiedliche Finanz- und Wirtschaftskonzepte gibt. Die Südeuropäer haben das private Eigentum gefördert, auch durch niedrige Steuern, still geduldete Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung. Dafür aber stieg die Staatsverschuldung. Länder wie Belgien (206?000) und Italien (174?000 Euro) hatten schon bei ihrem Eintritt in den Euro über 100 Prozent Staatsverschuldung, verstießen also von Anfang an gegen die Maastrich Kriterien, die nur 60 Prozent zulassen.
Die so genannten stabilen Eurostaaten, wie Finnland (86?000 Euro), die Niederlande (104?000 Euro) und Österreich (76?000 Euro) dagegen finden sich alle im unteren Bereich, also eher bei den armen Europäern.
Es wird jetzt sicher spannend, wie die CDU/FDP Regierung wieder einmal das Parlament davon überzeugen will, warum der deutsche Steuerzahler den armen Zyprioten helfen muss. Noch schwieriger ist es für die SPD ihren Wählern zu vermitteln, dass Solidarität in Europa durch noch mehr Umverteilung von Nord nach Süd einfach sein muss. Und die Grünen schweigen komplett zu den EZB-Zahlen, wollen sie doch durch Eurobonds die Transferzahlungen innerhalb Europas endgültig verankern.
Ist es so schwer für unsere Politiker aller Schattierungen zuzugeben, dass der Euro, so wie er heute organisiert ist, den Kontinent zerstört? In Griechenland wühlen Kinder im Müll, in Portugal hungern Rentner, die Jugendarbeitslosigkeit hat dramatische Ausmaße. Und überall wachsen antideutsche Ressentiments, die in regelrechten Hass umschlagen, weil wir angeblich reichen Deutschen sie ins Elend stürzen.
Ist es so schwer zu zugeben, dass die unterschiedlichen Gesellschaftskulturen in Nord- und Südeuropa nicht in einer Währung zusammen zu zwingen sind, ohne den Kontinent auseinanderzureißen? Nur die Regel, dass jedes Land für seine eigenen Schulden und seine eigenen gesellschaftlichen Entwicklungen aufkommen muss, verhindert, dass jeder jedem Vorwürfe macht – wir den faulen Südländern, die uns herzlosen Deutschen. Italien muss seine Probleme mit seinen Vermögen sanieren, nicht mit Steuergeldern der ärmeren Deutschen, Slowaken, Slowenen und Finnen. Dasselbe trifft auf Zypern zu und all die anderen, die ihre eigenen Bürger schonen und Solidarität einfordern.
Die deutschen Parteien aber, die den Eindruck erwecken, wir in Deutschland seien die klugen, fleißigen und erfolgreicheren Europäer, sollten lieber erklären, warum wir am Ende der privaten Vermögensstatistik sind und trotzdem eine über 80-prozentige Staatsverschuldung haben. Eines machen die EZB-Zahlen ganz deutlich: Für Deutschland trifft zu: Mehr Schein als Sein und am Deutschen Wesen wird die Welt nicht genesen.
Beitrag erschien zuvor auf: Achgut.com
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Sozialistische Energiewirtschaft
7 Kommentare | Posted 02.04.2013 12:39
Alle Parteien haben die Subventionsorgien für erneuerbare Energien euphorisch unterstützt und gleich ihre Klientel mitbedient. Jetzt geben sie sich gegenseitig die Schuld für die Preissprünge beim Strom. Ihre Vorschläge, die Kosten unter Kontrolle zu bekommen, sind genauso aberwitzig verlogen wie die Argumente, mit denen sie die Planwirtschaft für Energie einführten.
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, einst als Umweltminister in der vordersten Front der Preistreiber, hat endlich entdeckt, dass es vor allem die kleinen Leute sind, die die Zeche zahlen müssen. Also fordert er vor allem eine Senkung der Stromsteuer, die Rot-Grün einst als umweltpolitische Notwendigkeit durchpaukte. Ähnliches will auch der Bayer Horst Seehofer. Aber aus ganz anderen Gründen.
Eine Senkung der Stromsteuer würde die Einnahmen des Staates senken und damit den Bundeshaushalt belasten. Die Nutznießer der Energiewende, die Dachbesitzer, Kapitalanleger in Windkraft, die subventionsverwöhnten Fotovoltaikhersteller, dürften weiterhin die garantierten Milliarden von Stromkonsumenten einstecken. Und da Bayern besonders viele Nutznießer der am höchsten subventionierten Fotovoltaik hat, stimmt Seehofer auch mal mit der SPD. Was für eine absurde Idee: Um die Subventionen für die Besserverdienenden zu erhalten, soll der Staat auf Steuereinnahmen verzichten. Der eine will damit den kleinen Leuten helfen, der andere genau für wohlhabende Dach- und Landbesitzer die Subventionen sichern.
Aber auch die Vorschläge vom netten, aber völlig überforderten Umweltminister Peter Altmaier sind nicht viel besser. Ihn sollte stutzig machen, dass die Grünen ähnliche, wenn auch noch weitergehende Ideen haben, wie für Otto Normalverbraucher der Anstieg der Strompreise gesenkt werden soll. Sie wollen die Ausnahmen für ermäßigte Tarife für besonders intensive Stromnutzer einschränken beziehungsweise ganz abschaffen. Das ist im Prinzip nicht falsch: Nur das ist auch das Eingeständnis, dass unsere Energiepreise im internationalen Wettbewerb zu hoch sind. Das bedeutet: Wenn Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, die ideologisch entstandenen deutschen Höchstpreise zahlen sollen, werden sie ins Ausland abwandern. Für Unternehmen wie die Deutsche Bahn AG, Schlachthöfe und andere Betriebe, die nicht mit dem Ausland konkurrieren, werden höhere Energiekosten unweigerlich zu höheren Verbraucherpreisen führen, und die zahlt – wieder der kleine Mann. Für wie blöd halten die Parteien eigentlich ihre Wähler, dass sie glauben, damit Eindruck erwecken zu können?
Die einzige Lösung lautet: Weg mit den Subventionen für erneuerbare Energie hin zu mehr Markt in der Stromwirtschaft. Bei der FDP sind solche Sätze jetzt manchmal zu hören, in der realen Politik aber noch nicht zu spüren. Dies wäre aber ein Thema, bei dem die Liberalen einen Alleinvertretungsanspruch erheben könnten, jenseits der grünmerkelschen und sozialistischen Staatswirtschaftsrealität.
Die Weltrettung wird trotzdem nicht gefährdet. Um genau fünf Tage wird die globale Welterwärmung verzögert, sollte Deutschland seine Treibhausgase auf Null reduzieren. Aber dafür muss man überhaupt erst einmal an die Erderwärmung glauben.
Der Beitrag ist am 30. März in der Fuldaer Zeitung erschienen
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Ich bestimme, Du zahlst!
2 Kommentare | Posted 18.03.2013 08:41
Vor allem seit der Schweizer Entscheidung zur Begrenzung der Managergehälter hat diese Form der Basisdemokratie viele Anhänger. Das Volk soll mehr mitentscheiden, gefragt werden und nicht mehr nur alle 4 oder 5 Jahre einmal eine Partei wählen können, die sich dann mehr oder weniger an ihre Versprechungen im Wahlkampf erinnert. So weit, so gut. Aber wenn es konkret wird, ist die Verwirrung groß. Wie wird z.B. verhindert, dass sich regionaler Egoismus auf Kosten der Allgemeinheit durchsetzt – und wer kommt für die Folgekosten einer Bürgerentscheidung auf?
Dies lässt sich an einem Beispiel deutlich machen. Was wäre das Ergebnis, wenn die Bewohner des Landkreises Fulda gefragt würden, ob sie damit einverstanden sind, dass in der Rhön Windkraftanlagen aufgestellt werden sollen? Entscheidend wären dabei die Zusatzinformationen. Zum Beispiel: a) Mit den Windkraftanlagen können wir die Erderwärmung verhindern! b) Die Mehrkosten dieser Energie bedeuten für jeden Haushalt deutlich höhere Strompreise zugunsten der Investoren!
Anonyme Weltrettung gegen den eigenen Geldbeutel. Das Ergebniss würde sicher zeigen: Der Ausgang jeder Bürgerbefragung hängt entscheidend davon ab, wie sich die Entscheidung auf die eigenen Lebensumstände auswirkt.
Im Musterland der direkten Demokratie, der Schweiz, kann jedes Gesetz, jede Verordnung auf Antrag einer Volksabstimmung unterworfen werden. Das haben Verwaltung und Parlament schon im Hinterkopf, wenn sie etwas beschließen. Das „Stimmvolk“ – so nennen dies die Schweizer, weiß auch, dass sie selbst für ihre Entscheidung geradestehen müssen – dass ihr Verhalten direkt auf ihr Nettoeinkommen durchschlägt.
Davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Auch dafür ein Beispiel: In Bayern drohte noch vor der Landtagswahl im Herbst eine Volksabstimmung über die Abschaffung der Studiengebühren. Der CSU war klar, dass diese eine Mehrheit erhalten würde und schafft sie im vorauseilenden Gehorsam lieber gleich ab. Natürlich sind die Studenten und ihre Eltern dafür. Schließlich sind letztere zu 80 Prozent ebenfalls Akademiker, die auch schon auf Kosten der Allgemeinheit ihre privilegierte Ausbildung umsonst erhalten haben. Bürgerbeteiligungen in Deutschland bleiben eine Farce, solange sie so organisiert sind, dass eine lautstarke privilegierte Gruppe darüber entscheidet, dass der Nachbar für ihr Wohlbefinden aufkommen soll.
Gerade die Grünen und ihre im politischen Umfeld aktiven Organisationen fordern lautstark mehr Bürgerbeteiligung, denken aber nicht daran, sich an deren Ergebnisse zu halten, wenn sie ihnen nicht passen. Stuttgart 21 ist so ein Beispiel. Die Mehrheit der Baden-Württemberger, vor allem die Stuttgarter selbst, hat sich für das Projekt ausgesprochen. Aber die Proteste und Obstruktion gehen weiter. Natürlich kann eingewendet werden, dass die Kosten ansteigen und deshalb ein anderer Sachverhalt vorliegt. Aber allein die Verzögerung durch die Mediation hat 80 Millionen Euro verursacht. Und natürlich kann mit Recht darauf hingewiesen werden, dass eine Abstimmung früher hätte erfolgen sollen. Aber auch da können wir viel von den Schweizern lernen: Der Gotthard-Basistunnel, ein 12-Milliarden-Euro-Projekt, wurde mit genauer Kalkulation in sechs Abstimmungen von den Schweizern gebilligt. Und trotzdem wurde er gut 20 Prozent teurer und die Eröffnung um zwei Jahre verschoben. Technische und geologische Überraschungen lassen sich auch nicht durch Volksentscheide verhindern. Ob es sich um eine Neuordnung des Länderfinanzausgleichs oder gar der Ländergrenzen, um kommunale Projekte oder eine Verwaltungsreform, um Infrastruktur- oder Umwelteingriffe handelt: Bevor in Deutschland die sicher erstrebenswerte Bürgerbeteiligung verstärkt wird, muss die sicherstellt sein, dass die Entscheidungen nicht dazu führen, dass das St. Florians-Prinzip unsere Demokratie ersetzt. Das besagt: „Verschone mich, lass andere für mich zahlen!“
Beitrag erschien zuerst in der Fuldaer Zeitung vom 16. März 2013
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Aufschrei gegen machtversessene Politikerkaste
1 Kommentare | Posted 04.03.2013 12:15
Wen hätten die Italiener denn unserer Meinung nach wählen sollen? Dem Sozialdemokraten Steinbrück samt seiner Partei muss schon aus internationaler Solidarität der Spitzenkandidat der linksbürgerlichen Demokratischen Partei (PD), Pier Luigi Bersani, am liebsten gewesen sein. Aber der hat eine rüde Abfuhr durch die Wähler erlitten. 8,8 Prozentpunkte hat er gegenüber der letzten Wahl verloren. Die roten Hochburgen Emilia-Romagna (37,04) und Toskana (37,46) sind eingeebnet. Ja, Bersani hat versprochen, den Euro zu behalten. Aber das freut vielleicht die Romantiker in Brüssel und die Träumer von noch mehr Europa.
Für die Italiener war Bersani ein Relikt aus vergangenen Zeiten, ein blutleerer Funktionär der in PD umbenannten Kommunistischen Partei. Diese Funktionärsclique beherrscht immer noch die Linken. Sie sind so attraktiv wie vergammeltes Fleisch: Nicht gefährlich, aber ungenießbar.
Als es vor der Wahl darum ging, wer gegen den unappetitlichen Silvio Berlusconi antreten sollte, bewarb sich der unkonventionelle Mittelinks stehende 38-jährige Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi. Das löste einen Sturm der Entrüstung unter den Altkommunisten aus. Der aus einer KP-Dynastie stammende Massimo D`Alema drohte Renzi mit Vernichtung. „Stalin von Gallipoli“ ist der Spitzname dieses ehemaligen Außenministers und Ministerpräsidenten, der sich hauptsächlich auf seiner 15 Meter Segelyacht „Ikarus“ aufhält. Erst ein solches Personal erklärt, warum dann doch viele Wähler wieder ihr Kreuz bei Berlusconis Partei machten, die immerhin 15,8 Prozentpunkte verlor.
Der in Deutschland beliebteste Italiener, dessen Wahlsieg die meisten erhofften, der 69-jährige Professor Mario Monti, schaffte es mit seiner neuen Partei auf 10,54 Prozent – ein Achtungserfolg aus dem Stand. Wer mehr erhoffte, muss träumen. Aber das ist in Brüssel und in vielen europäischen Hauptstädten zurzeit wohl die Grundlage der Politik. Da wird ein Wirtschaftsprofessor Ministerpräsident, der von niemandem gewählt wurde. Er macht alles, was für Italiener eine Zumutung ist: Er erhöht die Steuern, kürzt die Renten, legt sich mit den Staatsdienern an und erhält dadurch auch noch viel Beifall aus Brüssel. Also, dann immer noch auf zehn Prozent zu kommen, ist beachtlich. Als sich in Deutschland vor knapp zehn Jahren ein Steuerreformer namens Professor Paul Kirchhof zur Wahl stellte, wurde er lächerlich gemacht und selbst von der CDU verlassen. Dagegen hat Monti noch gut abgeschnitten.
Völlig unangemessen ist die Verurteilung von Beppe Grillo, der auf Anhieb 25,55 Prozent erhielt und damit die meisten Stimmen. Ja, er hat auch als Clown und Satiriker gearbeitet. Aber er ist diese ganze Horde korrupter und machtbesessener Politiker leid. Sein Wahlkampf war ein Aufschrei gegen die Bersanis, D´Alemas und Berlusconis. Wer sich mit den neuen Abgeordneten seiner Initiative beschäftigt, wird feststellen, dass sich darunter viele gut qualifizierte junge Frauen und Männer befinden, alles andere als Clowns. Aber auch alles andere als Euroträumer. Vielleicht sind deshalb die etablierten deutschen Parteien nicht in der Lage, objektiv den Wahlausgang zu beurteilen. Denn Grillo will eine Volksabstimmung, ob Italien im Euro bleiben soll oder nicht. Allein deswegen wird er von unseren etablierten Parteien als Populist verhöhnt. „Das Volk befragen“, welch eine Zumutung für die selbsternannten Hüter der europäischen Idee.
Die Wahl in Italien aber zeigt, dass die Aufgabe des Prinzips, dass ein Staat für seine Finanzen selbst einstehen muss, dazu führt, dass jeder bei jedem mitreden will, und das sät Zwietracht unter den Nationen und zerstört deshalb die Achtung von Völkern, die einen anderen Lebensstil pflegen. Deshalb sind sie aber noch lange keine Clowns.
Beitrag erschien zuerst in der Fuldaer Zeitung vom 02. März 2013.
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