Geisterfahrer unterwegs
0 Kommentare | Posted 12.05.2013 15:57
Das tut er jetzt besonders gern. Denn die Anpassung an gesellschaftliche Verhältnisse, die er von seiner Partei fordert, um Volkspartei zu bleiben, ist im Fall des Ehegattensplittings für gleichgeschlechtliche Paare besonders billig. Es gibt gerade mal 27.000 eingetragene Partnerschaften und das Bundesverfassungsgericht wird vermutlich ihre Gleichstellung mit der normalen Ehe fordern. Da will er ganz vorne dabei sein und das Ehegattensplitting in einem Familiensplitting aufgehen lassen.
Aber das ist Taktik. Der CSU dagegen geht es um das Prinzip. Sie will den Vorrang der Ehe, so wie es im Grundgesetz vorgeschrieben ist, beibehalten. Die Förderung der Familienleistung, mit der Schäuble zu locken versucht, hat sie bereits als Betreuungsgeld im Konzept. Sie wartet jetzt auch erstmal ab, was Karlsruhe sagt, statt im vorausbrausenden Gehorsam die anderen zu überholen. Hinzu kommt, daß ein Familiensplitting nicht so ohne weiteres zu machen ist. Das würde neue Fragen nach dem Familienlastenausgleich aufwerfen und Vergleichsberechnungen erfordern. Einfach eine neue Steuertabelle einrichten reicht da nicht aus. Da ist selbst die FDP noch konsequenter und logischer: Sie will das Ehegattensplitting beibehalten und allenfalls den Grundfreibetrag für Kinder erhöhen.
Ganz unlogisch sind die Grünen. Sie wollen die Homo-„Ehe“ aufwerten und der normalen Ehe gleichstellen, also das Ehegattensplitting für Gleichgeschlechtliche einführen. Gleichzeitig wollen sie das Ehegattensplitting abschaffen, also Gas geben und gleichzeitig bremsen. Vielleicht ist das ja eine Eigenart von Rotgrün. Auch bei der SPD hat einer (Gabriel) den Fuß auf der Bremse und ein anderer (Steinbrück) drückt aufs Gas. Tempolimit ist zwar ein anderes Thema, aber das Denken ist gleich. Um im Bild zu bleiben: In der Familienpolitik sind jede Menge Geisterfahrer unterwegs.
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Volkes Wille gegen Ideologen
2 Kommentare | Posted 22.04.2013 11:55
„Ja“, meint Saint Just, Chefideologe und Anhänger Robespierres, „ich bin ein Mann des Schreckens, weil mir die Republik wichtiger ist als der Mensch. Wer das Glück aller will, der kann auf den einzelnen Menschen keine Rücksicht nehmen.“ Und nachdem der Künstler leicht erschrocken als Antwort wolkig die Wirkungen des frischen Frühlingsduftes beschrieben hatte, setzte Saint Just nach: „Ja, man bedauert, wenn man dich reden hört, daß es unmöglich ist, den Frühling verhaften zu lassen.“ So sind die Radikalen. Ihren Zielen soll selbst die Natur sich unterordnen. Statt von Mutter Natur zu lernen, etwa ein Menschenbild abzuleiten, zeigt man sich radikal und lernunwillig.
Hollande und seine Regierung hätten auch am liebsten den Frühling verhaftet, weil er sich den Demonstranten am Sonntag von seiner sonnigen Seite zeigte und das vielleicht auch am 5. Mai und vor allem am 26. Mai tun könnte. Zwar versammelten sich diesmal „nur“ knapp 300.000 Menschen am Invalidendom, aber im Mai wird wieder mit Millionen gerechnet. Diesmal war die Vorbereitungszeit gerade mal zwei Wochen, zu kurz für die Provinz. Es war eine Ad-hoc-Demo, weil die Sozialisten den Gesetzgebungsprozess beschleunigten, um die Bewegung für Ehe und Familie, für Identität und Freiheit, zu unterlaufen. Am heutigen Dienstag wird das Parlament mit der absoluten Mehrheit der Sozialisten in zweiter Lesung das Gesetz über die Homo-„Ehe“ inklusive Adoptionsrecht durchpeitschen, geplant war die Abstimmung nach ausführlicher Debatte im Mai. Aber die Nachfolger von Saint Just wollen keine Debatte. Sie wollen nur ihre Gleichmachungspolitik brachial durchsetzen. Dagegen gehen die Bürger auf die Straße.
Die Bewegung „Manif pour tous“ demonstriert täglich an vielen Orten. Sie tut es friedlich. Auch am Sonntag gab es keine Zwischenfälle. Man will die legalen Mittel ausschöpfen. Der Kampf wird auch nach der Abstimmung weitergehen, die bürgerliche Opposition wird offiziell am 26. Mai einen Antrag auf Prüfung des Gesetzes beim Verfassungsrat einreichen. Der 26. Mai ist Muttertag. Man arbeitet mit Symbolen und Masse. Am 13. Januar kam eine Million, trotz klirrender Kälte, am 24. März waren es 1,8 Millionen und am 26. Mai werden es vermutlich mehr als zwei Millionen sein. Dauer und Umfang schaffen eine neue Legitimität, zeigen eine volonté génerale, einen Volkswillen, den zu mißachten und zu unterdrücken das Land lähmt und, wie der Kardinal von Paris warnte, auch zu Gewalt führen kann. Die Arroganz der Macht provoziert. Das umso mehr, als gleichgeschlechtliche Paare bereits legale Mittel für ihr Zusammenleben haben. Was ihnen fehlt, sind Kinder. Die können sie auf natürliche Weise nicht bekommen, wollen sie aber haben. Wozu? Wozu, wenn die Natur dagegensteht? Also muss man die Natur verhaften und dagegen wehrt sich das Volk, friedlich und massiv. Auch in Umfragen ist die Mehrheit deutlich gegen das Gesetz. Die Staatskrise kommt, vielleicht schon im Mai.
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Aufstand der Familien
1 Kommentare | Posted 08.04.2013 12:32
Auch sein fast anderthalbstündiges Interview im Fernsehen kurz vor Ostern holte ihn nicht aus dem Keller. 66 Prozent der Franzosen zeigten sich gegenüber seinen Plänen und Vorhaben äußerst skeptisch, 81 Prozent halten Hollande selbst für nicht überzeugend. Das entspricht in etwa der Zahl der Franzosen, die ihn für unfähig halten, das Land aus der Krise zu führen. Die Kommentare über ihn reichen von bitter-sarkastisch bis heiter-ironisch. Auch innerhalb der Linksfront formiert sich eine wachsende Opposition gegen Hollande. Der Wutpegel steigt.
Das liegt nicht nur an der Orientierungslosigkeit der sozialistischen Politik, sondern auch an den amateurhaften Versuchen der Manipulation. Zum Beispiel die Millionendemonstration vor Ostern gegen die "HomoEhe“ : Die Regierung sprach von 300000 Teilnehmern, sachgerechte Schätzungen sprechen jedoch von 1,8 Millionen. Es war die größte Demonstration in der Geschichte Frankreichs.
Statt nachzugeben, den Gesetzentwurf über die Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften mit der Ehe ad acta zu legen und so Ehe und Familie zu würdigen, bläst der Präsident noch in die Glut, indem er Abstriche beim Kindergeld ankündigt. Und das zu einem Zeitpunkt, da die Kaufkraft sinkt und die Arbeitslosigkeit steigt. Die nächste Massendemonstration im Mai mit mehr als zwei Millionen Teilnehmern ist absehbar.
Hollande ignoriert den anrollenden Tsunami des Volkszorns. So war es auch im März 1968. Zwei Monate später wankte die Regierung. Charles de Gaulle verstand damals die Zeichen der Zeit und reagierte. Hollande verdrängt, dass die Franzosen bereit sind, für ihre Identität und Freiheit, die sie in Ehe und Familie als Fundament der Gesellschaft verkörpert sehen, aktiv zu werden. Wenn er in seinem ideologischen Denken verharrt, könnte es einen Mai geben, der als Aufstandsmonat der Familien Geschichte machen wird.
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Der Realitätssinn der CDU
4 Kommentare | Posted 05.03.2013 11:59
Erst wird im Brustton der Überzeugung getönt, die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe sei geboten, dann treten namhafte Mitglieder der CDU aus der Partei aus und als CSU-Chef Seehofer die Reißleine zieht, schwenkt der ganze Verein wieder um. Zurück bleiben Zweifel beim Wähler und Sicherheit bei den Nichtwählern. Dabei hatte man letztere mit dem Betreuungsgeld fast wieder mobilisiert. Niemand weiß jetzt, wofür die CDU eigentlich steht.
Immerhin, Horst Seehofer hat zwar nicht die Unschuld, aber doch die Ehre der Union gerettet. Vorerst. Sein Einspruch stoppt die vorauseilend Gehorsamen und mahnt – auch die eilfertigen Richter in Karlsruhe – zu mehr Nachdenklichkeit. Natürlich werden etliche Rote, Grüne und Gelbe jetzt wieder wochenlang von überkommenen Familienbildern schwafeln. Leider gehört wohl auch Wolfgang Schäuble jetzt in diese Gruppe. Der Realitätssinn dieser bunten Truppe kommt nach Schäuble so zum Ausdruck: „Wenn die CDU Volkspartei bleiben will, dann muss sie veränderte Realitäten zur Kenntnis nehmen“. Aber welche? Ändern die 23.000 eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften die Gesellschaft? Sie ändern das Denken in Medien und Politik, weil sie auf diesen Bühnen überrepräsentiert sind und Druck machen. Der Mikrozensus zeigt auch: Weniger als acht Prozent der verheirateten Frauen bleiben kinderlos; fast alle Ehen bringen also Kinder hervor. In dieser kinderarmen Zeit müsste der Staat ein erhöhtes Interesse daran haben, das Institut der Ehe zu fördern und die gesellschaftlich wertvolle Leistung der Zeugung und Erziehung anzuerkennen - so wie die Väter der Verfassung es auch im Sinn hatten -, sowie von Partnerschaften abzusetzen, die diese Leistung nicht erbringen (können). Und noch eins sollte die bunte Truppe trotz des hysterisch anmutenden öffentlichen Diskurs bedenken: Warum sollen zusammenlebende Geschwister oder andere Wohngemeinschaften nicht auch in den Genuss der Vorteile eingetragener Lebenspartnerschaften kommen? Warum werden sexuell gleichgeschlechtlich orientierte Lebenspartnerschaften privilegiert? Hier schweigen die Richter – und die CDU.
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Familie - eine Selbstverständlichkeit der Natur
2 Kommentare | Posted 28.02.2013 07:55
Papst Benedikt XVI. ist nach Johannes Paul II der Papst, der am meisten über die Familie gepredigt hat. Familie ist für ihn eine Selbstverständlichkeit der Natur. Für ihn, der als der Papst der Vernunft in die Geschichte eingehen wird, der Ratio und Fides miteinander versöhnte – „die Kirche ist die Treuhänderin des vernünftigen Glaubens“ - , der das Naturrecht als Grundlage jeden Rechts und mithin der Gesellschaft sieht, für ihn ist „die Familie der Kern aller Gesellschaftsordnung“, die „erste Lebens-und Glaubensschule“, die „Wiege der menschlichen und christlichen Werte“.
Der Schutz von Ehe und Familie war immer ein Eckstein der kirchlichen Lehre. Aber erst der selige Johannes Paul II hat begonnen, diese Institutionen in ihrer anthropologischen Tiefe und Bedeutung für den modernen Menschen und die Gesellschaft auszuloten. Er ist der Papst der Familie. Benedikt XV. hat diese Linie weiter gezogen und in ihr das Naturrecht erneut aufleuchten lassen. Er hat in puncto Ehe und Familie keine umwälzenden Neuigkeiten entdeckt. Aber heute ist es ja schon eine nicht hoch genug zu schätzende Leistung, das natürliche Bild von Mann und Frau wieder aufscheinen zu lassen. Das hat Papst Benedikt getan, sei es gelegen oder ungelegen, vor Diplomaten und Ärzten, vor Bischöfen und Politikern, vor Lehrern und Professoren, vor kleinen Gruppen und vor Millionen. Immer wieder wies er darauf hin, daß die Familie als „Grundstein einer wohlgeordneten und aufnahmebereiten Gesellschaft unersetzlich“ sei und vom Staat geschützt werden müsse.
Das Beispiel und Vorbild der Familie war für ihn die heilige Familie. Bei seiner Pilgerreise in den Nahen Osten 2009 besuchte er auch Nazareth. Gerade hier sei es besonders einfach, sagte er, „am Beispiel Marias, Josefs und Jesu die Heiligkeit der Familie zu würdigen, die im Plan Gottes auf der im heiligen Bund der Ehe geschlossenen Beziehung zwischen Mann und Frau basiert, die sich ein Leben lang die Treue halten und das von Gott geschenkte neue Leben annehmen. Wie notwendig ist es doch, dass sich die Männer und Frauen unserer Zeit wieder diese grundlegende Wahrheit zu eigen machen, die das Fundament der Gesellschaft bildet; wie wichtig ist doch das Zeugnis von Ehepaaren für die Bildung gesunder Gewissen und den Aufbau einer Kultur der Liebe!" Alle Menschen müssten nach Nazareth „zurückkehren", um immer neu die Stille und die Liebe der Heiligen Familie zu betrachten. Sie sei das Vorbild allen christlichen Familienlebens.
Die Familie ist nach Worten Benedikts XVI. die erste Schule der Weisheit: eine Schule, die ihre Mitglieder in der Übung jener Tugenden unterrichte, die zu wahrem Glück und dauerhafter Erfüllung führten. „Im Plan Gottes für die Familie trägt die Liebe zwischen dem Ehemann und der Ehefrau Frucht in neuem Leben; eine Liebe, die Tag für Tag in dem liebevollen Bemühen der Eltern zum Ausdruck kommt, ihren Kindern eine umfassende menschliche und spirituelle Bildung zu geben." Die Berufung der Familie bestehe darin, „Hauskirche" zu sein, das heißt „ein Ort des Glaubens, des Gebets und der liebevollen Sorge um das wahre und dauerhafte Wohl jedes ihrer Glieder". In auch für den Vatikan ungewohnter Offenheit und Direktheit sprach er die Ideologien an, die die natürlichen Gaben von Mann und Frau verwischen, relativieren und zu Optionen der Beliebigkeit degradieren wollen. In seiner Weihnachtsansprache 2012 vor der römischen Kurie bezeichnete er die Gender-Theorie als „tiefe Unwahrheit". Sie betrachte das Geschlecht nicht als Vorgabe der Natur, sondern als soziale Rolle. Die Gender-Theorie führe zu einem Verschwinden der „Grundfiguren menschlicher Existenz". Wenn die Rollen Vater, Mutter, Kind fehlten oder aufgelöst würden, werde der Mensch als Ebenbild Gottes entwürdigt. „Wo die Freiheit des Machens zur Freiheit des ‚Sich-selbst-Machens'„ werde, führe dies „notwendigerweise zu einer Leugnung des Schöpfers selbst".
Die Rolle der Mutter exemplifizierte er an Maria, zum Beispiel in Nazareth. Sie mahne „als Mutter der Heiligen Familie und unsere Mutter die Menschen an die Pflicht, die besondere Rolle der Frau anzuerkennen und zu achten. „Die Frauen spielen stets eine unersetzliche Rolle dabei, jene ‚Humanökologie' zu schaffen, derer unsere Welt und dieses Land so dringend bedürfen: ein Umfeld, in dem Kinder lernen zu lieben und für andere Sorge zu tragen, zu allen ehrlich und respektvoll zu sein, sich in der Tugend der Barmherzigkeit und Vergebung zu üben." Die Rolle des Vaters lebte für ihn der heilige Josef vor. Er sei als „gerechter Mann" das Haupt seines Hauses. Sein starkes, väterliches Vorbild habe Jesus die Tugenden einer mannhaften Frömmigkeit, der Treue zum Wort, der Integrität und der harten Arbeit gelehrt.
Nicht selten griff Papst Benedikt in seinen Lehren über die Familie auf das Zweite Vatikanische Konzil zurück. Dieses lehre, so Benedikt XVI., dass die Kinder bei der Heiligung ihrer Eltern eine besondere Aufgabe hätten. Hier sollten die Gläubigen sich vom Vorbild Jesu leiten lassen - „also den Eltern nicht nur Respekt zu zollen, sondern ihnen auch zu helfen, jene Liebe in ihrer ganzen Fülle zu erkennen, die unserem Leben erst seinen tiefsten Sinn gibt." Auch hier zeigt sich Benedikt XVI als Sinnsucher, als Sucher Gottes in der Natur des Menschen, als Forscher, als Er-und Begründer aus der Natur. Während Johannes Paul II. ebenfalls von der Natur des Menschen ausging, dies aber als christlicher Anthropologe tat, nähert sich Benedikt XVI. dem Phänomen Mensch und den Institutionen Ehe und Familie eher als Theologe, als anthropologisch fundierter Christ. Das könnte zu dem Schluss verleiten, daß das Familienbild Benedikts statisch und unveränderlich sei, trotz aller Anfeindungen aus der Gesellschaft, etwa nach dem Motto: Hier ist die Natur und der Schöpfer, dort sind jene, die diese Natur nicht anerkennen. Das mag philosophisch sogar zutreffen. Aber das widerspricht den Beobachtungen, die er als Papst selbst machte. Wiederholt äußerte er sich besorgt, über die Bedrohung der Familie durch die wachsende Bindungsunfähigkeit. Zwar sei die Familie trotz aller gegenteiligen Eindrücke auch heute „stark und lebendig". Vor allem in der westlichen Welt sei ihre Krise jedoch unbestreitbar. Ursachen seien ein falsches Selbstverständnis von Freiheit und Selbstverwirklichung sowie eine „Vision des Menschseins", die Geschlechtlichkeit nicht mehr als Vorgabe der Natur, sondern als soziale Rolle definiere.
Schon vor Jahren hat er diese Gefahren erkannt und benannt. In seinen Aussagen stützt er sich auf Evidenzen. So nutzte er den 9. Februar 2008 als 20jähriges Jubiläum des Apostolischen Schreibens Mulieris Dignitatis, um dem Gender Mainstreaming eine deutliche Absage zu erteilen. Die natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau seien keine bloß “kulturelle” Ausprägungen. „Gott hat Mann und Frau mit Unterschieden erschaffen, damit sich beide Geschlechter ergänzen. Durch einen Zeitprozess bildet die menschliche Natur zusammen mit der kulturellen Dimension die Identität des Mannes, sowie der Frau mit ihren eigenen Facetten“. Vielleicht kann man diese Methodik, diese Argumentationsweise von Benedikt XVI. in Bezug auf die gesellschaftliche Familiendebatte als bleibendes Vermächtnis bezeichnen: Die wissenschaftlich erforschten Evidenzen in der Natur von Mann und Frau weiter zu erforschen und so die Wahrheit als „Enthüllung der Wirklichkeit“ (Josef Pieper) zu verteidigen. Polemik ist seine Sache nicht. Den Mut, die Wahrheit auszusprechen und sei es nur eine Selbstverständlichkeit, den aber hat er und den fordert er von den Christen und den Bischöfen ein. Auch wenn der Zeitgeist dagegen steht.
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