Heinz Buschkowsky, der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, ist ein resoluter Mann. Viel anderes bleibt ihm als Verwaltungschef eines Stadtviertels, in dem sich die sozialen Probleme ballen, auch nicht übrig.
Dennoch ist es tröstlich, von einem, der das Spiel kennt und beherrscht, ein offenes Wort über die Regeln zu hören, nach denen da gespielt wird. Zumindest damit sagte Müntefering ja die Wahrheit: die Wahrheit über die Lüge.
Wie die Reform wirkt, kann jeder, der gelegentlich zum Arzt geht, am eigenen Leib erfahren - der Durchschnittsdeutsche also rund sechzehnmal im Jahr. Da muss man zahlen, zahlen, zahlen: zunächst die Quartalsgebühr, danach für alles, was die Kasse nicht mehr trägt, und das wird täglich mehr.
Er hat recht behalten. Seine Nachfolger im Vorsitz der SPD singen immer noch die alte Melodie, allerdings nach einem neuen Text. Etwas anderes blieb ihnen auch nicht übrig, nachdem niemand mehr sagen konnte, wann denn das Teilen und Umverteilen sein Ziel erreicht haben könnte; wie das Ziel aussieht; woran man es erkennt; ob es denn überhaupt erreichbar sei; und wenn: ob ein Steuersystem, das kein Mensch mehr versteht, der richtige Weg dorthin sein könnte? Lauter offene Fragen.
"Weitere Erklärungen glaubte sie sich ersparen zu dürfen, da jedermann - und jede Frau erst recht - in Deutschland wusste, dass Blüm ein Schwindler war. Selten ist ein Bundesminister so demonstrativ, so ungeschminckt und mit so guten Gründen der Dummheit oder der Lüge bezichtigt worden wie er.
Das war vor etwa 20 Jahren.