Geboren 1944 in Bad Landeck/Schlesien, wuchs Holzapfel in Berlin-West auf. Dort sog er die Politik geradezu "mit der Muttermilch auf", da die geteilte Stadt ein Schnittpunkt der Weltpolitik war. Schon früh beschäftigte sich der Heranwachsende mit dem Widerstand im Dritten Reich und seinen Auswirkungen auf Moral und Ethik im Nachkriegs-Deutschland. Löste der Ungarn-Auftstand 1956 den "emotionalen Impuls" aus, so bedeutete der Bau der Mauer für den damals 17jährigen die entscheidende Zäsur. Er schwor in der Bernauer Straße, nicht eher zu ruhen, bis dieses jeglicher Humanität widersprechende Monstrum fallen würde. Seither demonstriete er gewaltlos über fast drei Jahrzehnte gegen die Mauer. 1965 wurde er nach einer (weiteren) Demo für die politischen Gefangenen am Checkpoint Charlie von DDR-Grenzposten verhaftet und 1966 in Ost-Berlin zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Freigekauft stzte er seine Demos unermüdlich fort, zuletzt am 13.August 1989, als er sich demonstrativ über den weissen Strich am Checkpoint Charlie legte. Man könne Linien ziehen, wo man wolle. Aber so, wie sein Körper trotzdem für jedermann als ein Körper zu sehen sei, so sei Berlin, sei Deutschland untrennbar ein Ganzes, so der Demonstrant vor zwanzig Jahren.
Heute ist Holzapfel Vorsitzender der Vereinigung 17.Juni 1953 und seit Herbst 2008 stv. Bundesvorsitzender der VOS (Vereinigung der Opfer des Stalinismus).