Denn die persönliche Zuwendung, die ein Kleinkind erfährt, ist nach ihren Forschungsergebnissen entscheidend für seine Zukunftschancen.
Joan Luby und ihr amerikanisches Forscherteam von der Universität St. Louis hatten, wie in den "Proceedings of the National Acadamy of Sciences of the United States of America" am 30.1.2012 (Maternal support in early childhood predicts larger hippocampal volumes at school age) publiziert wurde, 92 Kinder von drei bis sechs Jahren verschiedenen psychologischen Tests, darunter einem leichten Stresstest, unterzogen. Die Kinder bekamen in Anwesenheit ihrer Mütter ein bunt verpacktes Geschenk in die Nähe gelegt, durften es aber erst nach acht Minuten öffnen. Dabei wurden vor allem die Reaktionen der Mütter, ihre Zuwendung und Hilfe, die sie ihren Kindern leisteten, nach einem Punktesystem bewertet, aus dem ein „Zuwendungsindex“ erstellt wurde.
Als drei Jahre später bei den 92 Kindern im MRT (Magnet-Resonanz-Tomograph) die Größe des Hippocampus, eine Hirnregion, die entscheidend Gedächtnis, Emotionen und Stressbewältigung bestimmt, gemessen wurde, zeigte sich, dass die Größe zwar vom Geschlecht der Kinder, nicht aber von ihrem Alter oder der sozialen Stellung der Eltern abhängig war. Allerdings stellte sich ein deutlicher statistischer Zusammenhang mit dem "Zuwendungsindex“, der Intensität der mütterlichen Sorge um das Kind, heraus.
Auch wenn es sich nur um eine „Momentaufnahme“ handele, so die Forscherinnen, so stelle dieser Test doch erstmals einen Zusammenhang zwischen der frühen und intensiven Zuwendung von Müttern, Vätern oder anderen wichtigen Bezugspersonen gegenüber Kleinkindern und ihrer neurologischen Entwicklung her. Auch wenn noch andere Faktoren eine Rolle spielen mögen, ist eine Korrelation zwischen Hirngröße und Mutterliebe nicht auszuschließen, sondern eher davon auszugehen, dass mütterliche Zuwendung wichtige Gehirnregionen und die Entwicklung des Kindes fördert.
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