Oft bringt der Taumel der Gesellschaft jene zu schwerem Absturz, die er aufregend emporhob.
Julie Jeanne De LespinasseZypern setzt auf russische Hilfe

Zypern setzt bei der Lösung seiner Finanzkrise nicht allein auf die Hilfe der Europäischen Union, sondern verfolgt eine Doppelstrategie. Das Land, das letzte Woche den EU-Ratsvorsitz übernommen hat, leistet sich eine aufgeblähte Bürokratie, ist hochverschuldet und durch seine praktisch insolventen Banken in akuter Gefahr des Staatsbankrotts.
Das spanische Exempel vor Augen erhofft man sich von den Europäern eine Rekapitalisierung der Banken, was die Regierung der Verpflichtung entheben würde, den Haushalt zu sanieren. Um an die nötigen Milliarden zu kommen, die dennoch nötig sind, hat man sich an den alten Verbündeten Russland gewandt und um eine Finanzspritze gebeten. In Brüssel zeigte man sich wenig erfreut, doch in Nikosia hat man schon vorgebaut: An der zypriotischen Krise, so die Unterstellung, sind die Europäer mit dem Schuldenschnitt für Griechenland schuld, der die Banken zur Abschreibung größerer Investitionen gezwungen habe.
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(oe)












