Zum Gedenken an Walter Linse

06. Juli 2012, 11:20 | Kategorien: Politik | Schlagworte: , | von Redaktion
Foto: Kaspar Mueller-Bringmann/ddp
Redaktion

An diesem Wochenende jährt sich die Entführung von Walter Linse zum 60. Mal. Am 8. Juli 1952 wurde der Jurist, der für den antikommunistischen Untersuchungsausschuss Freiheitlicher Juristen arbeitete, vor seinem Haus in West-Berlin niedergeschlagen, in einen Opel gezerrt und über die Sektorengrenze in die DDR gebracht.

Man befand ihn der Spionage für schuldig und übergab ihn den Sowjets, die ihn ein gutes Jahr später in Moskau erschossen. Die Öffentlichkeit erfuhr erst 1996 von seinem schrecklichen Schicksal.
Linse setzte sich für die Freiheit der Menschen in der DDR ein, er unterstützte ihren Widerstand gegen die stalinistische Diktatur. Dafür bezahlte er mit seinem Leben. Ein Held war er allerdings nicht, wollte auch nie einer sein. Im nationalsozialistischen Deutschland war er Referent bei der Industrie- und Handelskammer in Chemnitz und an der »Arisierung« jüdischer Gewerbebetriebe beteiligt. Insofern repräsentiert die Biografie Linses die Brüche, die die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts auszeichnet.

 

Mehr dazu auf walter-linse.de

(oe)

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