Die Politik zeichnet Zerrbilder

»Väter sind keine Unterhaltspreller!«

Populistische und pauschale Beschimpfungen von Vätern werden dem sensiblen Thema Unterhalt nicht gerecht. Doch das ist alles, was die Politik zu bieten hat. In einem Pressegespräch in Berlin versuchten Vertreter von Männer-Organisationen das schiefe Bild zurechtzurücken, das immer noch gerne von der Politik gezeichnet wird.

Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV)
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Lebenswelt, Nachrichten - Politik, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Alleinerziehende, Bundesfamilienministerin Giffey, Führerscheinentzug, Gerd Riedmeier, Gerhard Schröder, IG-JMV, Sigmar Gabriel, Unterhalt
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Es wurde schnell offenbar, dass es in diesem gesellschaftlichen heiklen Bereich keine Bemühungen gibt, brauchbare Analysen vorzunehmen und ein faktenbasiertes Gesamtbild zu erstellen, das einen ersten Schritt zu einer richtigen Einschätzung und daraus folgend zu einer Verbesserung der Lage führen könnte. Die Politik versagt hier auf der ganzen Linie, sie drückt sich vor der eigentlichen Arbeit. Sie begnügt sich ersatzweise mit einem ungerechtfertigten Männer-Bashing.

Bundesfamilienministerin Giffey hatte erst am 22.08.2018 angeregt, säumige Väter mit Führerscheinentzug zu bestrafen: »Wer nicht zahlt, läuft«, hatte sie verkündet. Vorher hatte sich schon Sigmar Gabriel entsprechend geäußert. Durch den Blätterwald war sogleich ein Sturm der Empörung gerauscht: nur jede vierte Alleinerziehende erhalte den Unterhalt, der ihr zustünde, hieß es vorschnell, Väter seien »auf der Flucht«, »drehten den Geldhahn zu« und zahlten lieber Geldstrafen als Unterhalt.

Gerd Riedmeier, Sprecher der Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV) hat sich entschieden gegen die pauschalen Unterstellungen aus der Politik gewehrt. Aus solchen Aussagen spreche, so Riedmeier, eine untragbare Haltung gegenüber unterhaltspflichtigen Vätern. Es werde auf Kosten von Männern Stimmung gemacht, ohne einen Gedanken an die Hintergründe und persönlichen Lebenssituationen Betroffener zu verschwenden. 

Als besonders ärgerlich bewertet die IG-JMV die Tatsache, dass das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Ausbleiben von Unterhaltszahlungen zum reinen Männerproblem stilisiere. Dass auch getrennt erziehende Mütter auffallend häufig keinen Unterhalt bezahlen, wird dabei verschwiegen. Nachtrennungsfamilien sollten grundsätzlich die gleichen steuerlichen Entlastungen zustehen wie intakten Familien. Schließlich haben sich die Kosten mit der Trennung nicht reduziert. Im Gegenteil. Aktuell werden getrennte Väter jedoch steuerlich wie Alleinstehende behandelt.

Es konnte sehr schnell gezeigt werden, wie haltlos die Forderung nach Führerscheinentzug ist, mit der so getan wird, als handele es sich bei Unterhaltszahlungen um eine Frage der Zahlungsmoral und als könnten Männer nach Belieben den Geldhahn zu- oder aufdrehen.

Denn die Möglichkeit, den Führerschein zu entziehen, gibt es bereits. Sie spielt überhaupt keine Rolle. In den letzten Jahren hat es zwei bis acht solcher Fälle pro Jahr gegeben.

Warum zahlen Männer nicht? Warum zahlen Frauen nicht? In der feministischen Welt der arrangierten Statistiken gibt es lediglich nackte und nichts-sagende Zahlen, aber keine Ursächlichkeiten. Doch wenn man keine Ursachenforschung macht, wird man keine Probleme lösen können.

Einen Grund sehen die Interessenverbände in dem Niedriglohnsektor, der in Deutschland während der SPD-geführten Bundesregierung unter Gerhard Schröder entstanden ist. Ist ein Vater heute in diesem Bereich Vollzeit erwerbstätig, so verdient er monatlich netto ca. 1.200 €. Das entspricht der Höhe der Pfändungsgrenze. Bei zwei Kindern wäre er jedoch verpflichtet, mehr als 700 € Unterhalt für seine Kinder zu leisten, wozu er einfach nicht in der Lage ist.

Die Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV) hat einige Bespiele dieser Art zusammengestellt und aufgezeigt, an welchen Stellen Lücken sind und keine Erkenntnisse vorliegen. Man kann die Materialien auf ihrer Internetseite einsehen. Sie fordert einen neuen, einen offenen, vorbehaltslosen und unideologischen Umgang mit diesem sensiblen Thema.

Das wäre immerhin ein erster Schritt – in die richtige Richtung.

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Hannes

Unideologisch... das ist ja ein lustiges Wort...

Wird aber mit den linksgrünen Dauerrechthabern nicht funktionieren... da gibt’s vorher die Nazikeule in die Fresse...

Außerdem Junge Männer und Väter (stupid white men) ... hat da Frau Schwarzer nicht auch was aus Sicht der Feminazis dazu zu sagen?

Gravatar: Werner

Eine Riesensauerei was da abgeht. Zum Kindermachen gehören immer zwei, aber bei diesen Emanzenpolitikern ist immer der Mann der Schuldige und wird ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Man kann die Männer nicht in die Armut treiben, da muss halt der Staat für eine Unterstützung der Frauen sorgen.

Gravatar: Dirk S

Noch mal für alle, die das Prinzip nicht verstanden haben: Es geht nicht darum, dass es säumige Unterhaltszahler (m/w) gibt. Es geht auch gar nicht um den Unterhalt selber oder um die Kinder, die keinen oder zuwenig Unterhalt erhalten (haben). Es geht auch nicht darum, die Staatskasse um den Unterhaltsvorschauss zu entlasten. Es geht auch nicht um irgendeine Wahrheit.

Es geht einzig und allein ums Männerbashing.

Dem wir alles andere untergeordnet. Ohne Rücksicht auf Verluste. Wundert sich noch jemand darüber, dass immer weniger junge Männer Kinder und Familie wollen?

Geordnete Grüße,

Dirk S

Gravatar: Lothar

Die übliche Schnapsidee einer frustrierten Ministerin. Wenn der Mann keinen Führerschein mehr hat, dann wird er sicher mehr arbeiten. Er wird dann noch mehr lukrative Jobangebote bekommen.
Das ist die naive Vorstellungswelt dieser Dame.

Gravatar: Barbara

Ich möchte Dirk S. zustimmen. Wir Frauen haben nicht bemerkt, wie der Staat den Männern immer mehr das Männliche aberzogen hat. Diese sollen Babys windeln können, werden nieder gemacht, wenn sie den Müll nicht regelmäßig runterschaffen und dann sollen sie noch die eigenen Frauen wie ein Gigolo bewundern. Dagegen haben wir Frauen uns immer mehr männliche Eigenschaften angeeignet - auch ich! Was bin ich stolz gewesen, als ich ganz allein mein Leben lang selbst die Wohnung tapeziert habe; habe schwerste Gartenarbeit mit links erledigt uva mehr. Und heute? Bin ich körperlich total am Ende - weil ich als Frau für solches schon vom Knochenaufbau eben NICHT geeignet bin. Der liebe Gott hat sich schon etwas bei den Konstruktionen von Mann und Frau gedacht. Doch das wird in dieser gottlosen Welt geleugnet auf Teufel komm raus.
Wenn der Mann/Vater wieder ein ordentliches Einkommen erzielen kann und nicht noch auf einen 2. und/oder 3. Job zurückgreifen MUß, um seiner Unterhaltspflicht nachkommen zu können, dann wird es auch umso weniger Unterhaltsflüchtige geben. Und das Auto wegnehmen? Frau Giffey, wo leben Sie denn? Die Öffentlichen sichern doch schon lange nicht mehr ab, dass man pünktlich und jederzeit zur Arbeitsstelle und zurück kommt. Sie haben davon natürlich keine Ahnung. Woher denn auch, wenn man auf personalgebundene Beförderungsmittel einschl. Personenschutz jederzeit zurückgreifen kann.

Gravatar: Gabriela

Bin eine Frau. Das Problem habe ich anders rum. Lebe seit 1,5 Jahren getrennt und bin immer noch nicht geschieden, da sich mein Noch-Ehemann rechen möchte. Scheidung wird nur in Verbund ausgesprochen ( d.h. mit geklärten Zugewinnausgleich!). Damit lässt er sich unglaublich viel Zeit und stellt alles in Frage, ist mit allem nicht einverstanden! Obwohl das Gesetz sagt: halbe/ halbe! Keiner schreitet ein, es gibt kein Gesetz! Wir müssen uns einig sein!!! Das ist ja aber nicht möglich, da er alles blockiert! Bis dahin muss ich an IHN Trennungsunterhalt weiter zahlen, obwohl beide Kinder bei mir leben!!! Er ist seit dem arbeitslos und will mich, wie er sagt: " fertig machen". Wie kann es sein, dass das Gesetz hier einen Freiraum für solche, sich an Anderen bereichernde Personen, für sich nicht selbst sorgende gesunde Erwachsene keinen Riegel gibt? Nach einem Jahr der Trennung muss doch jeglicher Anspruch an Unterhalt FÜR SICH von dem anderen vorbei sein! Über Kinderunterhalt ist nicht zu debatieren! Aber mit Fleiß den anderen mit seiner unbegründeten und absichtlichen Untätigkeit zu belasten, finde ich, ganz gleich welches Geschlecht der Fordernde ist, ungerecht! Jeder Erwachsener muss für sein Unterhalt sorgen! Und bei Kindern über 3 Jahre ist eine Halbzeitstelle, bei älteren ganztags ganz sicher zumutbar! ... Da müsste der Gesetzgeber dieser Ausbeutung des Expartner stoppen und diesen Praktiken ein Ende bereiten!!! Da würden doch plötzlich die Scheidungen reibungsloser verlaufen, mehr Arbeitskräfte dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stehen und für die psychischen Belastungssyndrome die Krankenkassen weniger Geld ausgeben müssen! ...

Gravatar: Freidenker

Nicht nur die schmarotzenden Politiker geben ein schlechtes Bild ab in Bezug auf Unterhaltszahlungen - auch die Richter, die in ihrer ekelerregenden Selbstherrlichkeit den Männern astronomisch hohe Unterhaltsleistungen aufbrummen, tragen ebenso eine erhebliche Mitschuld an dem Problem. Die können natürlich locker für ein Kind 500 oder 600 Euro im Monat bezahlen - aber in ihrem Wolkenkuckucksheim lebend, kennen diese unsympathischen, arroganten Gestalten nicht das Leben von Normalverdienern, geschweige denn das von Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten.

Mit wie viel Blödheit man geschlagen sein muss, um Bundesfamilienministerin werden zu können, wird daran sichtbar, dass so eine einem Arbeitnehmer sogar noch den Führerschein wegnehmen würde - damit er nicht mehr zu seiner Arbeit kommen kann und überhaupt kein Geld mehr selbst verdient.
Es heißt zwar: "Selig sind die Armen im Geiste", aber auch, wenn solch eine Gestalt selig ist - sie wäre besser in einer Einrichtung für geistig Behinderte untergebracht als in einer Regierung.

Gravatar: Frank

Jeder Fall ist anders! Es gibt keine allgemeingültige Lösung des Problem´s.

Es gibt die Eu-Ausländer welche herkommen, Kinder zeugen und dann auf nimma Wiedersehen "verduften", es gibt den Deutschen Vater der sich absichtlich unter der Pfändungsfreigrenze bezahlen lässt damit der Unterhalt nicht gezahlt werden muß und es gibt genauso gut den liebevollen Vater der sich gerne kümmert.

Eines gibt es auf jeden Fall immer: Streit!

Aber der Punkt ist doch das unser Gesetz lieber das Kind tot sieht als den Vater. Der Vater braucht sein Mindesteinkommen und das ist ihm gesetzlich zu sichern. Das Kind braucht dies nicht! Das ist für mich ein Unzustand.

Wenn der Vater angibt nichts zu besitzen dann ist es dem Gesetz Scheißegal ob die Mutter das Geld aufbringen kann oder nicht. Sie kann ja Sozialleistungen beantragen.

Hat also das Kind nichts zu Essen, dann ist das alleiniges Problem desjenigen der es großzieht. Dieser sollte folglich auch das alleinige und uneingeschränkte Sorgerecht erhalten.

Bekommt er aber auch nicht! Stattdessen wird er gesetzlich gezwungen das Kind regelmäßig wegzugeben wenn der andere es wünscht und von Sozialleistungen zu leben.

Auf der anderen Seite macht Sozialstaat, gestützt durch endlose absichtlich erzeugte Inflation, es den jedem auch zur Hölle selbst ohne Unterhaltsschulden seine Lebenshaltung und Altersrücklagen zu finanzieren.

Alles in allem ist es ein Thema in das sich der Staat am besten garnicht einmischt. Denn...

Jeder Fall ist anders! Es gibt keine allgemeingültige Lösung des Problem´s.

Gravatar: Theodor

Der Zusammenhang mit den genossenschaftlichen Errungenschaften des Niedriglohnsektor ist nicht zu übersehen. Da immer wieder vom eigenen Versagen und der eigenen Unfähigkeit der Realitätswahrnehmung abgelenkt werden muss, brauchts andere Schuldige.
Hinzu kommen diverse 'Selbstverwirklichungen' derer, die immer nur fordern und selbst nur als abschreckendes Beispiel dienen.
Es fängt ja schon früh an, und wer ist kräftig dabei? Die rot-grünen (plus mittlerweile schwarzen) Linken. Wie immer.
Bei uns zu Hause ist das Miteinander erfreulicher Weise größer als irgendwelche Einflüsterungen im Umfeld.
Das gilt für Beide bei uns.

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