Vaclav Klaus empfiehlt Griechen Euro-Austritt

28. September 2012, 06:27 | Kategorien: Politik | Schlagworte: , , | von Redaktion
Foto: Matthias Rietschel/dapd
Redaktion

In mehreren Interviews hat der tschechische Präsident Vaclav Klaus vor einem Voranschreiten Europas auf dem bisher eingeschlagenen Weg gewarnt. »Alle Menschen, die offene Augen haben, können sehen, dass die EU eine Sackgasse ist«, sagte er der Tiroler Tageszeitung. Allerdings seien die Eliten blind. Die Griechen bezeichnete er als Opfer der Währungsunion.

Über den ESM urteilte er: »Es ist absolut falsch, dass es sich um einen Rettungsschirm für Griechenland handelt. Es ist ein Rettungsschirm für die Utopie der Eurozone.«

Klaus forderte die Griechen auf, die Eurozone zu verlassen, weil sie nur auf diesem Weg eine Chance hätten, der Misere zu entkommen. Auf den »Rettungsschirm« zu vertrauen, würde fatale Folgen für sie haben. »Die Heterogenität der heutigen EU und besonders der Währungsunion ist so groß, dass es nicht möglich ist, mit nur einer Währung, einem Wechselkurs, einem Zinssatz und einer Währungspolitik zu leben. Man kann Länder wie Griechenland und Deutschland nicht zusammenspannen. Man kann nicht aus Teilen eines Fiat Seicento und eines Alfa Romeo eine Maschine zusammenbauen.«

Darüber hinaus hofft Klaus auf einen geistigen Umschwung in Europa. »Wir brauchen eine Wende wie 1989 in Mittel- und Osteuropa, eine radikale Transformation des europäischen Sozial- und Wirtschaftsmodells. Das kann man nicht auf Gipfeltreffen von EU-Politikern am Wochenende erledigen, sondern das braucht eine Wende des Denkens und des Benehmens der Europäer. Das ist ein Lauf auf lange Distanz.«

 

Mehr dazu auf tt.com und deutsche-mittelstands-nachrichten.de

(oe)

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