Weltweit wird der Bargeldverkehr zunehmend eingeschränkt

US-Ökonomen Kenneth Rogoff und Larry Summers für Bargeldverbot

Die EZB hat die Abschaffung der 500-Euro-Scheine beschlossen. Europaweit wird der Bargeldverkehr eingeschränkt. Wirtschaftsweise Peter Bofinger und US-Ökonomen Larry Summers und Kenneth Rogoff wollen das Bargeld ganz abschaffen. Sogar in Indien hat man den Bargeldverkehr jetzt radikal eingeschränkt.

Foto: EZB2014/ flickr.com/ CC BY 2.0
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Nachrichten - Wirtschaft, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Bargeld, Bargeldabschaffung, EU, Euro, EZB, Indien
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Die Reduzierung des Bargeldverkehrs nimmt seinen Lauf. Nachdem in Schweden und Dänemark die allermeisten Geschäftsaktionen mit Kreditkarte abgewickelt werden, in Dänemark bald kleine Restaurants und Tankstellen nicht mehr verpflichtet sind, Bargeld anzunehmen, setzt sich auch anderswo der Kampf gegen das Bargeld durch.

Auch in den angelsäschsischen Länder wird der Bargeldverkehr zunehmend reduziert. In Großbritannien ist die 50-Pfundnote der höchste Geldschein. Die EU und EZB haben auf die Abschaffung des 500-Euro-Scheins gedrängt. In Italien sind Bargeldgeschäfte über 1.000 Euro nicht mehr erlaubt. Der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger und die US-Ökonomen Larry Summers und Kenneth Rogoff wollen das Bargeld ganz abschaffen.

Ein Schock war der große Schritt, den die Regierung in Indien vollzogen hatte. Dort wurden alle Geldscheine im Wert von mehr als 100 Rupien (rund 1,38 Euro) für ungültig erklärt. Die Reform ist im Chaos gemündet und hat zu Unruhen geführt. Die Opposition hat die Bevölkerung zu Protesten auf die Straßen gebracht. Der indische Premierminister hat sich dagegen für eine bargeldlose Gesellschaft ausgesprochen.

In Deutschland wird trotz Abschaffung des 500-Euro-Scheins "entwarnt". Finanzminister Wolfgang Schäuble und Bundesbankchef Jens Weidmann behaupten, dass angeblich keine Abschaffung des Bargeldes zu befürchten sei. Eine Bargeldobergrenze haben sie trotzdem verteidigt.

Doch die Anti-Bargeld-Lobbyisten sind seid Jahren massiv auch in Deutschland zu gange. "Es gibt kein Grundrecht auf Bargeld" titelte die Zeit im Februar. Viele Zeitungen werben offen für eine bargeldlose Gesellschaft.

Deutschland gilt beim Thema Bargeld als traditionell und konservativ: Die Bürger sehen im Bargeld gelebte Freiheit. Die Frage, die sich jetzt viele Bürger stellen, lautet: Was ist Beruhigung und was ist tatsächlich dran an der drohenden Bargeldabschaffung?

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Heinz

Natürlich wollen die Fanatiker der Einheitsparteien das Bargeld abschaffen.

Da hilft nur Gegensteuern. Seit diese Gedanken vor etwa 2 Jahren mehr Gestalt annahmen, nutzen wir das Plastikgeld nur noch, wenn es sich nicht vermeiden läßt (Mietauto).

Ich kann nur dazu aufrufen gleiches zu tun.

Die Statistiken werden sicherlich weiterhin verfälscht, jedoch setzen das Ablehnen des Plastikgeldes und die Ablehnung des Bezahlens mit Mobiltelefon Zeichen.

Gravatar: E. Ludwig

Aus einem Vortrag vom 20. März 1969 an deran der Mount Sinai Medical School New York von Dr. Richard Day:
Dr. Richard Day war Director der von Rockefeller gesponserten 'Planned Parenthood'* Organisation und Insider des Order-einer geheimen Vereinigung, deren Ziel ist die Errichtung der NWO. Er führte u. A.auch aus – Zitate aus dem Buch
'Unsichtbare Fronten' von Viktor Farkas 2009:
Sie wollen uns einen Chip implantieren, damit sie uns identifizieren können, und damit sie uns überwachen, unsere Bewegungen kontrollieren und unsere Einkäufe aufzeichnen können. Gleichzeitig wollen sie den bargeldlosen Zahlungsverkehr einführen, wobei der Chip das Geld beinhaltet und nur damit bezahlt werden kann. Unliebsamen Personen wird man einfach den Chip abschalten, damit sie dadurch über den Chip ebenfalls >ausgeschaltet< sind.
„Weltkriege sind überflüssig, so Dr. Day, >deshalb wird Terrorismus stattdessen verwendet“

Gravatar: Dirk S

Zitat:"Nachdem in Schweden und Dänemark die allermeisten Geschäftsaktionen mit Kreditkarte abgewickelt werden,"

Wenn die Dänen und Schweden gerne bargeldlos zahlen, bitte sehr, ist deren gutes Recht. Wobei es mich schon interessieren würde, woher diese Entwicklung in diesen Ländern kommt.

Zitat:" setzt sich auch anderswo der Kampf gegen das Bargeld durch."

Wenn ich es richtig mitbekommen habe, ist der Weg weg von Bargeld zumindest in Schweden eine Entwicklung aus der Bevölkerung heraus.

Zitat:"Auch in den angelsäschsischen Länder wird der Bargeldverkehr zunehmend reduziert."

In den USA wird man schon seit Jahrzehnten schräg angesehen, wenn man "größere" Beträge bar bezahlt. Also alles, was über einen Kaffee hinaus geht. Dort hat es eben auch eine Bewegung weg vom Bargeld gegeben, schon allein weil man dort sehr gut auf Kreditkarte konsumieren kann, solange man die Zinsen zahlt. Was zu nicht unerheblichen Risiken in deren Finanzwirtschaft führt(e).

Zitat:" In Großbritannien ist die 50-Pfundnote der höchste Geldschein. "

Das war die aber schon immer und ist dem Umstand geschuldet, dass das Pfund Sterling (= 453,5 g Silber) mal eine sehr starke Währung war. Dass das Pfund inzwischen nur noch ein paar Gramm wert ist, konnte man damals nicht voraussehen.

Zitat:"Die EU und EZB haben auf die Abschaffung des 500-Euro-Scheins gedrängt. "

Ja, bei denen darf man böses vermuten. Oder sagen wir mal, deren Interessen sind wenig deckungsgleich mit denen der Bürger.

Zitat:"In Italien sind Bargeldgeschäfte über 1.000 Euro nicht mehr erlaubt."

Und? Wer in Italien hält sich schon daran? Italiener leben nicht so nach den Buchstaben des Gesetzes wie Deutsche. Übrigens hat auch Frankreich eine Bargeldobergrenze von nur noch 1.000,- €. Kratzt da auch keinen.
Und auch Portugal, Griechenland, Spanien und Belgien Bargeldobergrenzen, alles zur Bekämpfung der Kriminalität. Was beweist, dass Bargeldobergrenzen nicht zur Kriminalitätsbekämpfung geeignet sind. Hätte man aber auch vorher wissen können, wenn man es denn wollte.

Zitat:"Der deutsche Wirtschaftsweise Peter Bofinger und die US-Ökonomen Larry Summers und Kenneth Rogoff wollen das Bargeld ganz abschaffen."

Und wenn das deutsche Volk in Mehrheit das nicht will, dann können die Ökonomen fordern was sie wollen. Sollte das Bargeld entgegen des Mehrheitswunsches der Bevölkerung abgeschafft werden, dann (oder sagen wir besser: spätestens dann) sollte sich die Bevölkerung Gedanken über die deutsche Demokratie machen.
Aber schon allein die Einführung einer Bargeldobergrenze ist verfassungsrechtlich bedenklich und eine Bargeldabschaffung erst recht.

Zitat:"Ein Schock war der große Schritt, den die Regierung in Indien vollzogen hatte. Dort wurden alle Geldscheine im Wert von mehr als 100 Rupien (rund 1,38 Euro) für ungültig erklärt. Die Reform ist im Chaos gemündet und hat zu Unruhen geführt. Die Opposition hat die Bevölkerung zu Protesten auf die Straßen gebracht. Der indische Premierminister hat sich dagegen für eine bargeldlose Gesellschaft ausgesprochen."

Indien ist ein Fall für sich. Eigentlich ging es offiziell darum, die Armen vor Betrügern zu schützen. Wenn das das Ziel war, haben sie es vergeigt. Denn vor allem die Armen leiden unter der Aktion.

Zitat:"In Deutschland wird trotz Abschaffung des 500-Euro-Scheins "entwarnt". "

In weniger als einem Jahr ist Bundestagswahl, bis dahin wird tatsächlich nichts passieren. Und solange gilt dann auch die Entwarnung.

Zitat:"Finanzminister Wolfgang Schäuble und Bundesbankchef Jens Weidmann behaupten, dass angeblich keine Abschaffung des Bargeldes zu befürchten sei."

Jedenfalls nicht bis zur nächsten BT-Wahl. Viellicht auch noch so lange, bis die bargeldlos Aufgewachsenen die Mehrheit stellen. Aber spätestens dann wird das Bargeld verschwinden.

Zitat:"Eine Bargeldobergrenze haben sie trotzdem verteidigt."

Natürlich tun sie das, vor allem der Wolle. Könnten ihm ja Steuern vorenthalten werden.

Zitat:"Doch die Anti-Bargeld-Lobbyisten sind seid Jahren massiv auch in Deutschland zu gange. "

Natürlich, denn Banken und Zahlungsdienstleister verdienen daran. Ist doch klar, dass die Lobbyarbeit leisten.

Zitat:" "Es gibt kein Grundrecht auf Bargeld" titelte die Zeit im Februar."

Und die Aussage ist so erst mal korrekt, denn ein Recht auf Bargeld steht nicht im Grundrechtekatalog des GG. Nur könnte sich mit Sicherheit aus bestehenden Grundrechten ein Recht auf unkontrollierten Zahlungsverkehr ableiten lassen (z.B. aus dem bereits abgeleiteten Recht der informationellen Selbstbestimmung). Das wäre dann aber eine Angelegenheit des BVerfG, das dies in einem Urteil postulieren müsste.

Zitat:"Viele Zeitungen werben offen für eine bargeldlose Gesellschaft."

Viele Zeitungen schreiben auch viel Mist. Das ist das Problem bei den heutigen Zeitungen: Sie betreiben eher Meinungsverbreitung den echten Journalismus. Journalistisch ist manche Schulzeitung besser aufgestellt als unsere "Qualitätspresse".

Zitat:"Deutschland gilt beim Thema Bargeld als traditionell und konservativ: Die Bürger sehen im Bargeld gelebte Freiheit."

Das sind halt die Erfahrungen von 2 Dikaturen. Man stelle sich mal vor, wenn im 3. Reich das Bargeld abgeschafft worden wäre und man anhand der bargeldlosen Zahlungen all die hätte ermitteln können, die Verfolgte versteckt haben.
Deshalb: Bargeld ist nicht nur Freiheit. Es ist auch ein Abwehrmittel gegen den Staat, wenn der mal wieder durchdreht. Und das müssten die Deutschen nun mal am besten wissen.

Zitat:"Die Frage, die sich jetzt viele Bürger stellen, lautet: Was ist Beruhigung und was ist tatsächlich dran an der drohenden Bargeldabschaffung?"

Also bis zur Bundestagswahl ist erst einmal Entwarnung gegeben. Die Parteien befinden sich schon im Wahlkampfmodus, da wird also nichts mehr in diese Richtung kommen. Und ansonsten: Zur Wahl gehen und überlegen wen man wählt. So kann man das verhindern. Selbst ungültig wählen ist eine Option, denn auch das ist eine Aussage. Im Gegensatz zum Nichtwählen, denn Nichtbeteiligung ist Zustimmung.

Bargeldfreie Grüße,

Dirk S

Gravatar: Alfred

Was kümmern uns diese amerikanischen Kommunisten. Sollen sie sich doch um ihren eigenen staatlichen Mist kümmern.
Befreiung von ihren gigantischen Schulden. Enteignung ihrer Finanz-Gurus wäre doch ein vornehmes Kommunisten-Thema.
Bargeldverbot, bedeutet totale Überwachung der Staatsbürger und Versklavung.

Gravatar: Hans von Atzigen

Zumindest in entwickelten Volkswirtschaften ist das durchaus praktikabel, und ist insbesondere bei grösseren
Beträgen innzwischen üblich.
Anders stehen die Dinge in unterentwikelten Volkswirtschaften.
Eher Unsinnig ist die Sache im alltags Kleinbeträge
Handel.
Oi oi wenn die Ganze komplexe Technik auf längere Zeit
ausfällt.Kann so einges an Ursachen haben.
DANN ist Chaos, ein Zusammenbruch des Wirtschaftsablaufes auf sicher bis hien zu einem
finalen Zusammenbruch.
Dann ist Steinzeitwirtschaft angesagt.
Ware gegen Ware.
Lacher, Wohnunseinrichtung gegenLebensmittel usw.

Gravatar: Dirk S

@ Hans von Atzigen

Zitat:"Oi oi wenn die Ganze komplexe Technik auf längere Zeit ausfällt.Kann so einges an Ursachen haben."

Jetzt wo Sie es schreiben, der Angriff auf die Router der Telekom sollte ein warnendes Beispiel sein. So ein Szenario wäre auch als Angriff auf die Terminals eine bestimmten Zahlungsdienstleisters möglich. Womit dann der Schutzgelderpressung Tor und Tür geöffnet sein werden...

Routerfreie Grüße,

Dirk S

Gravatar: Hans von Atzigen

Da steckt möglicherweise noch etwas weitergehendes,
hinter der Sache.
Das ganze Geld und Kaptalwesen ist innzwischen faktisch
ausser Kontrolle und Kontrollmöglichkeiten.
Sprengstoff pur.
Das haben innzwischen auch ein Teil der Ökonomen geschnallt. Die suchen nach Wegen den Sprengsatz zu entschärfen.
Offenbar sehen die eine Möglichkeit zur entschärfung dieses Sprengsatzes in der Abschaffung des Bargeldes.
Das mögliche Kalkül.
Nach einem solchen ersten Schritt eine Währungsrevorm durchziehen.
Tja einfach ein Megaexperiment mit offenem ungewissem Ausgang.
Ist halt so wenn man mit seinem Latein am Ende ist,
bleibt nur noch das basteln und experimentieren.

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