Söder als Spitzenkandidat für die Landtagswahl nominiert

Seehofer bleibt vorerst CSU-Chef

Horst Seehofer bleibt CSU-Chef. Zumindest diesen Posten konnte er für sich noch retten. Als Spitzenkandidat und künftiger bayrischer Ministerpräsident soll jedoch sein parteiinterner Konkurrent Markus Söder fungieren.

Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Nachrichten - Politik - Empfohlen, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: CSU, Machtkampf, Seehofer, Söder, Ämtertrennung, Parteichef, Spitzenkandidat, Landtagswahl
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Der Machtkampf innerhalb der CSU ist (vorübergehend) beigelegt. Horst Seehofer konnte lediglich einen Titel verteidigen - er bleibt Parteichef. Die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl im kommenden Jahr musste er aber seinem Herausforderer Markus Söder überlassen. Mit Seehofer als Kandidaten, so war die Befürchtung in der CSU, wäre die absolute Mehrheit, die als oberste Prämisse für die kommende Wahl gilt, nicht erreichbar. Ein Wechsel musste her.

Allerdings bedurfte es fast schon einer Palastrevolution, um Seehofer davon zu überzeugen, dass er den Weg frei machen müsse. Einem Alleinherrscher gleich klammerte sich Seehofer über mehrere Monate an die auf sich konzentrierte Macht in Form der verschiedenen Posten und Pöstchen. Dabei übersah er geflissentlich, dass unter seiner Ägide die CSU von einer Wahlpleite in die nächste rutschte und die Umfrageergebnisse desaströse Ausmaße annahmen.

Letztlich machten gleich mehrere Bezirksverbände, sogar aus der bayrischen Metropole München, gegen Seehofer mobil und übten sowohl massive Kritik an ihm wie auch entsprechenden Druck auf ihn aus. Doch erst nach und nach ließ Seehofer von seinen ursprünglichen Plänen ab und machte, wenn auch widerwillig, den Weg für Markus Söder frei.

Söder wiederum gibt sich für den Moment mit dem Posten des Spitzenkandidaten für die Landtagswahl zufrieden. Doch Beobachter fragen sich, wie lange dieser Burgfrieden hält. Söder wird früher oder später auch an die Parteispitze streben; eher früher als später.

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

„Horst Seehofer bleibt CSU-Chef. Zumindest diesen Posten konnte er für sich noch retten.“ Doch wie lange noch???

Nachdem die AfD bei der Bundestagswahl in Sachsen sogar stärkste Kraft wurde und in Bayern die SPD überholte https://www.welt.de/regionales/bayern/article169015619/Wenn-die-AfD-sogar-in-Bayern-die-SPD-ueberholt.html:

Wird der Markus Söder bis zur bayrischen Landtagswahl im nächsten Jahr die CSU derart reformieren, dass sie die AfD sogar links
liegen lässt?

Wäre es da nicht sehr viel angebrachter, wenn er
seine(?) CSU gleich mit der AfD fusionieren lässt,
was allerdings das dann auch m. E. komplette Aus für Seehofer bedeuten würde???

Doch darf man einem so alten Mann und scheinbaren Merkel-Verehrer(!) Derartiges antun – selbst wenn es wahrscheinlich das Beste für Bayern wäre???

Gravatar: Jochim Datko

Die AfD ist schon lange die bessere CSU. Ein AfD-freundlicher Verein hat es in Bayern zur Bundestagswahl treffend folgendermaßen großflächig plakatieren lassen: "Franz Josef Strauß würde AfD wählen"

Falls Söder Pech hat, kassiert er bei der Landtagswahl eine bittere Niederlage.

Gravatar: Karl Brenner

Seehofers Erfahrung wird bei den Verhandlungen in Berlin benötigt. Ein kompletter Rückzug macht keinen Sinn.

Ich wünsche der CSU in Bayern einen möglichst hohes Ergebnis. Eine absolute Mehrheit halte ich für eher unwahrscheinlich.

Und dann kommen die Probleme: Mit wem Koalieren.
Eine Koalition mit den Grünen oder/und mit den Roten würde einen weiteren Niedergang der CSU gegenüber der AfD bewirken. Ob FW und/oder FDP reichen, steht in den Sternen.

Das Abwerten der AfD durch manche der CSU (Scheuer, etc) wirkt ängstlich und verloren.

Die AfD wird nicht wieder verschwinden (dank Merkels bundespolitischen Linksruck) und die CSU hat sich dafür geopfert. Einen Dank bekommt man bei Merkel üblicherweise nicht.

Gravatar: Karl Napp

Genau zur richtigen Zeit ist Seehofer von seinen Regierungsaufgaben in Bayern freigestellt worden. Die Mehrheit der Wähler hat mit CDU, CSU, AfD und FDP bürgerliche Parteien gewählt. Die bürgerlichen Parteien haben nun im Bundestag eine ordentliche Mehrheit. Eine nicht-bürgerliche Regierung, sei sie nun eine Voodoo-jamaikanische oder eine schwarze mit geschmacksbestimmendem rotem Ketchup wäre ein Verrat am Mehrheitswillen der deutschen Wählerschaft. Allerdings fände Frau Merkel bei geheimer Wahl keine Mehrheit mehr. Auch viele bürgerliche Bundestagsabgeordnete wollen ein Ende der Merkelei. In der CDU ist auch sonst niemand mehr sichtbar, der/die das Zeug zur Kanzlerschaft hätte. Seehofer aber hat großes Können und große Erfahrung, wie man eine bürgerliche Regierung erfolgreich führt. Er bekäme genug Stimmen, nicht nur aus dem bürgerlichen Lager, sondern sicher auch einige grüne und rote.

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