Arbeitsgeber warnen vor 17 Milliarden Euro Mehrkosten

Schulz' Pläne für eine ALG-Reform werden vielfach teurer

Martin Schulz will für die SPD mit einem Arbeitslosengeld Q in den Wahlkampf ziehen. Während die Sozialdemokraten dafür nur eine Milliarde Euro Mehrkosten sehen, kommt der Arbeitgeberverband BDA auf stolze 17 Milliarden Euro.

Foto: Olaf Kosinsky/ Wikimedia Commons/ CC BY-SA 3.0 de
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Nachrichten - Politik - Empfohlen, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Martin Schulz, SPD, Arbeitgeber, BDA, IW, Michael Hüther, Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslosengeld, ALG 1, Reform, Weiterbildung
von

Die Pläne des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz für ein längeres Arbeitslosengeld 1 könnten erheblich höhere Kosten verursachen, als es von den Sozialdemokraten dargestellt wird. Während diese die Kosten der Reform auf nicht mehr als 1 Milliarde Euro pro Jahr beziffern, sieht der Arbeitgeberverbandes BDA ein Vielfaches davon.

Der BDA erwartet, dass auf die Bundesagentur für Arbeit Mehrausgaben von 17 Milliarden Euro pro Jahr hinzukommen. Daher gehe der Plan »in die völlig falsche Richtung«, beklagt der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther. »Die Kosten würden explodieren«.

Hüther verweist auf die Erfahrung, dass eine im Rahmen der Reform angedachte betriebsferne Weiterbildung bei der Suche nach einer Stelle wenig bringe und Arbeitslose nur noch länger vom Arbeitsmarkt ferngehalten würden.

Schulz plant mit einem sogenannten Arbeitslosengeld Q, dass jeder, der länger als drei Monate arbeitslos ist, soll von der Bundesagentur für Arbeit zur Weiterbildung geschickt werde. Die Dauer der Qualifizierungsmaßnahme soll nicht auf die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes 1 anrechnen.

Der BDA rechnet vor, dass derzeit 417.000 Menschen länger als drei Monate arbeitslos gemeldet sind und damit für die Neuregelung in Betracht kommen. Damit würden sich die Ausgaben nach Berechnungen der Arbeitgeber dem Bericht zufolge für sechsmonatige Schulungen bereits auf 6,4 Milliarden Euro pro Jahr summieren.

Man komme bei neun Monaten Qualifizierung auf 9,6 Milliarden Euro, bei Kursen über ein Jahr knapp 13 Milliarden Euro. Für den längeren Bezug von Arbeitslosengeld kämen noch einmal bis zu knapp 4 Milliarden Euro hinzu.

Mehr dazu unter huffingtonpost.de

Kommentare zum Artikel

Gravatar: Stephan Achner

Typisch für den BDA: Bei finanzträchtigen Maßnahmen für Arbeitslose in diesem Land kommt - wie immer - die Kostenkeule. Strömen aber Millionen Analphabeten, Unqualifizierte und Minderqualifizierte aus den arabischen Staaten und aus Afrika, die zum größten Teil auch noch ihre Personalpapiere weggeworfen haben, nach Deutschland, dann hört und sieht man so gut wie nichts Kritisches vom BDA, obwohl diese Millionenschar früher oder später den deutschen Sozialstaat kollabieren lassen.

Gravatar: Dirk S

Zitat:"Der BDA erwartet, dass auf die Bundesagentur für Arbeit Mehrausgaben von 17 Milliarden Euro pro Jahr hinzukommen."

Ja und? Immer diese Meckerfritzen, "das kostet soviel", "das soviel", "viel zu teuer", "wo soll das Geld herkommen?" usw. Leute das kostet nichts, das bezahlt der Staat! Wisst ihr das nicht?
(Danke François für dein Zitat.)

Kostenlose Grüße,

Dirk S

Gravatar: Mittelradikal

Niemals SPD wählen. Die koalieren so oder so mit der CDU.

Gravatar: Christina Dörr

Nicht umsonst wird Martin Schulz ja auch schon seit längerem als die "Rechte Hand von Frau Merkel" bezeichnet. Sollte er gewählt werden, wird sich wieder einmal in Deutschland nichts ändern.

Zumindest, wenn es nicht wieder soviele "Wahlpannen" zugunsten der CDU gibt wie bei der letzten Wahl.

Man kann nur hoffen, dass mittlerweile mehr Mitbürger aufgewacht sind und sehen, welche Zustände in Deutschland herrschen.

Gravatar: Axel Gerold

Absehbar ist, dass die in der produktiven Wirtschaft beschäftigten Baby-Boomer (1960–65) demnächst aus dem Arbeitsleben gemobbt werden, weil sie's nicht mehr bringen. Wenn die das Ersparte drangeben sollen, um dann mit 67 und lächerlichem Selbstbehalt in Rente gehen zu dürfen, dann wird deren Wut auf die Neuankömmlinge, die gepampert werden bis zum Erbrechen und deren Betreuer bis 67 feste Jobs in der Sozialindustrie haben, so groß werden, dass eine GroKo keine Chance mehr hätte.
Auch die AfD wird dieser Generation etwas versprechen müssen. Aber die AfD wird auch sagen können, wo die Knete herkommen soll: bei den Kosten, die eingespart werden können, wenn die "durchmischte und durchrasste Gesellschaft" (Heiner Geißler) eben nicht vorsätzlich geschaffen wird.

Schreibe einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang