Schulden haben Griechen zu Taschengeld-empfängern gemacht

24. Juli 2012, 09:18 | Kategorien: Politik | Schlagworte: , | von Redaktion
Foto: Michael Latz/ddp
Redaktion

Für Ulf Poschardt von der Welt endet dieser Tage eine Beziehung, die so niemand gewollt hat, die aber folgerichtig entstanden ist. Die Schulden haben Griechenland abhängig gemacht von der wohlwollenden Solidarität der anderen Europäer. Dadurch haben sie die Staatspleite zwar hinausgezögert, aber auf Augenhöhe ist beider Verhältnis seitdem nicht mehr.

Die Griechen sind unmündig geworden, wie kleine Kinder, und die Geldgeber haben sich zu Erziehungsberechtigten gewandelt, die ihrem Kind Taschengeld geben oder streichen. Poschardts Diagnose des griechisch-europäischen Verhältnisses ist schmerzhaft: »Es ist ein aus der Balance gekipptes Verhältnis, das keinem Akteur seine einstige Würde belässt.« Deshalb ist für ihn jetzt die Zeit gekommen, einen Schlussstrich zu ziehen und das unerträgliche Schauspiel zu beenden – obwohl auch dieses Ende niemanden ungeschoren lassen wird. »Jetzt ist es wohl an der Zeit, zu dokumentieren, dass Langmut Grenzen kennt. Auch das wird für beide Seiten eine große Enttäuschung. Das Verstoßen des ungeliebten Zöglings ist auch eine Niederlage für die Erziehungsberechtigten.«

 

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(oe)

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