Ein Rückblick und ein Ausblick

Sachsens Ministerpräsident Tillich gibt auf

Stanislaw Tillich hat mit seinem Rückzug die Konsequenz aus dem schlechten Ergebnis der sächsischen CDU bei der Bundestagswahl gezogen. Die AfD war stärkste Kraft geworden. Die Schlappe ist ein weiteres Zeichen für den Niedergang der CDU. Was aber bedeutet das für die Zukunft?

Stanislaw Tillich beim 23. Landesparteitag der CDU Sachsen in Leipzig 2008 Wikimedia commens CC BY-SA 3.0
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: AfD, CDU, Demokratiebekenntnis, Michael Kretschmer, Pegida, Stanislaw Tillich, Keyword
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Der Rücktritt ist die politische Meldung des Tages (Welt, FAZ, Handelsblatt ...). Die meisten Medien, die davon berichten, blicken zurück und betrachten in erster Linie die Misere der CDU. Die Zeit kritisiert Tillich noch nachträglich für sein „eher lasches, erst spätes Eintreten gegen Rechtsextremismus und Islamfeindlichkeit“, als wäre ausgerechnet das für das schlechte Wahlergebnis für die CDU verantwortlich gewesen.

Er hätte, so die Zeit, sich nicht deutlich genug gegen die Pegida-Bewegung abgegrenzt, obendrein hätte es Ärger um das sogenannte Demokratiebekenntnis gegeben, das von alle Initiativen gegen Rechtsextremismus, die Fördergeld vom Staat wollten, unterschrieben werden musste.

Außerdem war Tillich mit dem Bekenntnis aufgefallen, dass seiner Meinung nach der Islam nicht zu Sachsen gehöre.

Es werden ihm keine ruhmreichen Nachrufe zuteil. Die Nachfolge von Michael Kretschmer wird auch nicht gerade mit großen Erwartungen gesehen: Als »Kretschmer ohne alles« beurteilt die Zeit den neuen ersten Mann in Sachsen. Es herrscht Katerstimmung und Ratlosigkeit.

Wie könnte es weiter gehen? Das Blog ScienceFiles von Michael Klein stellt Zusammenhänge dar. Es verweist auf die sogenannte Nebenwahltheorie, bei der untersucht wird, wie Nebenwahlen (also Landtagswahlen, Europawahlen oder Kommunalwahlen) mit Hauptwahlen (also Bundestagswahlen) zusammenhängen, wie sich die Stimmung, die man im Kleinen beobachten kann, im Großen abbildet – und umgekehrt.

Die Entwicklung in Sachsen hat schließlich nicht nur lokale Bedeutung. ScienceFiles beobachtet die Entwicklung über lange Strecken und kommt zu einem Szenarium für die nächste Landtagswahl in Sachsen, die schon 2019 stattfinden wird, das durchaus bundesweit Bedeutung hat.

So könnte es kommen: Der Niedergang der Sachsen-CDU, der durch den Absturz bei der Bundestagswahl noch mal richtig Fahrt aufgenommen hat, wird sich fortsetzen, so dass die CDU nur noch auf maximal 35,9% der Stimmen kommen wird und damit innerhalb von 20 Jahren den Stimmanteil um 20,4% reduziert haben wird.

Das würde die CDU, wenn sie weiter regieren wollte, vor die Alternative stellen, entweder eine Koalition mit der AfD einzugehen oder sich auf eine Regierungsbildung durch eine »Einheitsfront aus CDU, FDP, SPD und LINKE« einzulassen.

Bemerkenswerte Aussichten!

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Joachim Datko

Die AfD sollte im Bund Koalitionspartner werden!

Es wäre sinnvoll eine Koalition mit den bürgerlichen Parteien CDU/CSU, AfD und FDP zu bilden.

Gravatar: Anton

Das Desaster der CDU begann eigentlich mit Merkel!
Es wurde zunehmend bestätigt, nicht mehr eigentlich,
sondern ausschließlich Merkel mit ihrer Wahnsinnspolitik
in vielen, ganz besonders in der Flüchtlingspolitik, mit
ihrem Zickzack-Kurs, der Islam gehört zu Deutschland, dann wieder nicht, Energiefragen, etc. etc......
Es ist absolut unverständlich, daß CDU/CSU-Politiker nicht
den Mumm hatten und haben vor lauter Sesselkleben
die Weichen zu stellen und das Ausräumen der Frau Merkel
sämtlicher möglicher Mitbewerber für das Kanzleramt zu
stoppen und sie damit ihr Ziel erreicht hat, alternativlos zu
sein!? Das hat sich nun als Bumerang herausgestellt, der
Schaden durch Merkel und ihre Politik ist gewaltig!!!
Darüber hinaus das Verdammen von der AfD!? Die AfD ist
eine demokratische Partei, noch dazu aus vielen CDU-
Wählern entstanden und nun wird sie verteufelt als eine
negative "Rechts-Partei"!?
Was sind das für hirnrissige, mit Scheuklappen versehene
Politiker, ohne Visionen, ohne politisches Feingespür,
die nur ihre eigene persönliche Interessen verfolgen!?

Gravatar: Jutta Erdmann

Weimarer Verhältnisse!

Seit Jahren prophezeie ich das die rot-grüne Linke genau die Verhältniss schaffen wird, die sie angeblich verhindern will. Das dabei CDU und CSU aus reiner Machtgier in das selbe Fahrwasser geraten sind ist erstaunlich. Aber, eigentlich war es absehbar. Das Unverständniss einer politisch in sich selbst verliebten Klasse von Westpolitikern, die völlig beratungs und erfahrungsresistent sind, war der Nährboden für diesen Linksruck.

Das die Parteinen mit dem 'C' und dann auch noch mit 'D' und 'S' im Namen jegliche Scham haben fallen lassen ist dem egoistischem Zeitgeist geschuldet. Jeder gegen Jeden und mir das Meiste . Dieser Ansatz findet sich ja sogar im Kabinetsbeschluss unserer 'Merkel'in.

Damit hat die sich selbst Elite nennende Kaste die Kultur, das Land, die Wohlfahrt und nicht zuletzt ein Jahrhunderte altes Volk auf dem Altar des 'goldenen Kalbes' geopfert.

Und dieses Volk? Es wird mit Hilfe von Rot, Grün und CxU geteilt und gegeneinander gehetzt. Von Leuten die immer noch glauben sie könnten den neuen Menschen 'züchten'. Hier zeigt sich der ware Nazi.
Aufwachen, hier wird mit ganzen Völker experimentiert. Wir haben Heute bereits tausende Opfer und keinen interessiert es. Welche Barbarei.

Der Ausgang der Bevölkerungsexperimente?
Wie immer in der Geschichte. Das Land gehört denen die dafür bereit sind zu töten. Eine Jahrtausende alte Wahrheit. Nun können wir es uns aussuchen wer das ist. Eliten, Einheimische, ins Land geholte ?
Danach wird es keine Demokratie mehr geben. Zurück in dunkle Zeiten in denen der Mensch nichts gilt.

Gravatar: Andreas Berlin

Da können sie in der CDU ja jetzt dem Tillich alles in die Schuhe schieben, weil er sich nicht ausreichend gewehrt hat gegen Rechts! Kommt von unseren hyperintellektuellen Politikern vielleicht mal jemand auf die Idee, dass man nur nach Österreich schauen muss, um den politischen Trend zu erkennen? Rechts scheint Hoffnung zu sein und das wird auch bei uns weiter so gehen. Die nächste Wahl kommt ganz bestimmt! Vielleicht ist sie schneller da, als wir eine Bundesregierung zustande bekommen haben.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

…, „Die Zeit kritisiert Tillich noch nachträglich für sein „eher lasches, erst spätes Eintreten gegen Rechtsextremismus und Islamfeindlichkeit“, als wäre ausgerechnet das für das schlechte Wahlergebnis für die CDU verantwortlich gewesen.“ …

Stimmt das nicht ´auch`?

Oder trat der Stani etwa schon deshalb - und wegen seiner Göttin(?) - zurück, weil er es in der ihm scheinbar vorgegebenen Zeit nicht schaffte, die Abschaffung der Demokratie im dafür offenbar vorgesehenen Musterland Sachsen ´komplett` durchzusetzen?

In Einzelfällen soll es tatsächlich noch immer mündige Sachsen in Freiheit und Unabhängigkeit des geben!!! http://www.theeuropean.de/vera-lengsfeld/12308-merkels-staatsverstaendnis-ist-paternalistisch

Wurde AfD in Sachsen nicht auch deshalb zur stärksten Partei, weil sie sich ganz besonders gegen den auch für mein Empfinden bei `allen Altparteien` ausgeprägten Trend zur Abschaffung der Demokratie stemmte?

Zeigte der Wink des Tillich auf den von ihm gewünschten Nachfolger etwa nicht, dass er sich in der Reihe der Monarchen Sachsens sieht, welche sich ihren Nachfolger selbst aussuchen durften?

Hofft er mit dem Kretschmer tatsächlich, den weiteren Aufstieg der AfD in Sachsen verhindern zu können???

„Bemerkenswerte Aussichten!“

Gravatar: Frank

Ich finde es bemerkenswert, anständig und richtig das sich Herr Tillich wenn er sieht das sein Volk nicht hinter ihm steht zurückzieht. Ich wünschte mir diese Courage und diesen einsichtigen Anstand auch bei anderen Politikern.

>>> RESPEKT <<<

Ich würde nie behaupten :

"Wir haben einen eindeutigen Regierungsauftrag erhalten!" BLABLABLA

während es noch andere Parteien gibt hinter denen größere Bevölkerungsgruppen stehen. Jede dieser Gruppen hat ein Recht mit zu bestimmen und nicht von einer anderen Gruppe dominiert zu werden.

Eigentlich sollte es nach jeder Wahl einen Einigungsprozess zwischen allen Parteien geben, denn alle haben in einigen Punkten recht wenn sie es schaffen ihre selbstgefärbten Brillen abzunehmen. Die wirft man in ein Programm, lässt über wichtige größere Veränderungen Volksabstimmungen abhalten und dient fortan dem Volke anstatt sich von ihm bedienen zu lassen.

Das einzige Recht einer Führungskraft ist das Recht zu dienen!

Herr Tillich hat offenbar mehr begriffen als viele seiner Parteigenossen und viele der Genossen anderer Parteien!

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