Christmette wie ein Abend bei Jusos bzw. Grüner Jugend

Poschardt kritisiert rot-grüne Politisierung der Kirchen

»WELT«-Chefredakteur Ulf Poschardt sorgte zu Weihnachten für eine intensive Debatte über den Zustand der deutschen Kirchen. Er selber fühle sich bei einer Predigt in der Christmette wie bei einem Abend bei den Jusos bzw. der Grünen Jugend, twitterte dieser.

Foto: INSM/ flickr.com/ CC BY-ND 2.0
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Politik, Nachrichten - Politik - Empfohlen, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: CDU, Christentum, Christmette, Filipp Piatov, Grüne, Jürgen Trittin, Julia Klöckner, Jusos, Kirchen, Protestantisus, Ralf Stegner, Simone Peter, SPD, Timo Lokoschat, Twitter, Ulf Poschardt, Welt
von

Der Chefredakteur der »WELT«, Ulf Poschardt, übte zu Weihnachten in einer Twitternachricht Kritik an den Predigten in deutschen Kirchen. Der 50-jährige hinterfragte: »Wer soll eigentlich noch freiwillig in eine Christmette gehen, wenn er am Ende der Predigt denkt, er hat einen Abend bei den Jusos bzw. der Grünen Jugend verbracht?«

Der Twittereintrag wurde vielfach geteilt und diskutiert. Poschardt ergänzte wenig später in der Diskussion, dass er ganz speziell die Protestanten in Deutschland kritisiere. »Wie im Eimer ein Großteil des Protestantismus ist, merkt man, wenn diese Konfession nicht mehr zwischen Glaube und Politik trennen kann oder will.«

Poschardts Kritik rief natürlich auch Reaktionen auf linker Seite hervor. Der nie da fehlende SPD-Politiker Ralf Stegner twitterte: »Wer nichts zu Krieg und Frieden, Not und Gerechtigkeitsfragen, Hunger und Flüchtlingen hören will, sollte die Weihnachtsgottesdienste der christlichen Kirchen wohl besser meiden.«

Grünen-Chefin Simone Peter antwortete auf den Tweet des »Welt«-Chefredakteurs: “Dann sollte ich tatsächlich mal wieder in eine Christmette gehen. Hört sich gut an. Und Einmischung brauchen wir mehr denn je bei Ungleichheit, Abschottung, Klimakrise.«

Am hässlichsten trat der frühere grüne Bundesminister Jürgen Trittin auf Poschardt ein, der ihn gleich in die hinterste rechteste Ecke abschiebend, als verspätetes Weihnachtsgeschenk eine leere »AfD-Krippe«, ohne Juden, Afrikaner, Araber und Flüchtlinge, empfahl.

Trittin erfuhr für seine Polemik selber allerlei Kritik. »Spiegel«-Redakteur Timo Lokoschat wandte ein, das sei ein Moment, in dem man »vielleicht ganz froh sein kann, dass Jamaika nicht geklappt hat«. Lokschat monierte, dass ein ehemaliger Bundesminister hier Poschardt unterstelle, ein antisemitischer Rassist zu sein.

Poschardt zeigte sich schließlich durch die nachfolgende Debatte bestätigt. »Herrlich, wie dieser Tweet von einer Allianz aus SPD, Grüne, Juste-Milieu-Medien zerfetzt wird«, schrieb er später. Dabei fügte Poschardt hinzu: Quod erat demonstrandum, was zu beweisen war. Später titulierte er noch einen »Aufmarsch der Scheinheiligen«.

Poschardts Kollege von der »Bild«-Zeitung, Filipp Piatov, verwies darauf, dass sich gerade grüne und linke Anhänger und Politiker auf den Schlips getreten fühlten, belege, dass sie das »jüdisch-christliche Prinzip der Nächstenliebe exklusiv für sich in Anspruch« nehmen würden.

Unterstützung bekam Poschardt von der stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden Julia Klöckner: »Es kommt vor, dass aus manchen Kirchenkreisen mehr zum Thema Windenergie und Grüne Gentechnik zu hören ist als über verfolgte Christen, über die Glaubensbotschaft oder gegen aktive Sterbehilfe«. Die Kirchen sollten darauf verzichten, parteipolitische Programme zu übernehmen, sagte Klöckner.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Karl

Der Herr Poschartd nannte beim Namen was mir schon seit einigen Jahren aufstösst... und das dies der Rot-Grünen Mafia mit einem »Aufmarsch der Scheinheiligen« gekontert wurde war ja vorhersehbar.
»Es kommt vor, dass aus manchen Kirchenkreisen mehr zum Thema Windenergie und Grüne Gentechnik zu hören ist als das wesentliche der christlichen Geschichte...
"Die Kirchen sollten darauf verzichten, parteipolitische Programme zu übernehmen, sagte Klöckner." nicht nur der ist dieser Meinung !!!

Gravatar: Karl Napp

Stegner, Peter, Trittin - drei Lichtgestalten des typisch deutschen Gutmenschentums. Mit Hilfe der politisch grün-rot geprägten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und Kirchen beeinflussen sie die veröffentlichte Meinung und politische Diskussion in Deutschland seit längerem in einem Maße, das in umgekehrtem Verhältnis zu ihrer Wählerzahl steht.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... »Wie im Eimer ein Großteil des Protestantismus ist, merkt man, wenn diese Konfession nicht mehr zwischen Glaube und Politik trennen kann oder will.« ...

Ich denke, dass die Worte „kann“ und „will“ – wahrscheinlich schon deshalb auch durch „darf“ ersetzt werden könnten, weil z. B. der „Ursprung der Klimalüge“ um der Göttin(?) Willen ja nicht bekannt werden soll/darf!!! https://www.youtube.com/watch?v=IqH--Yi2CI4

Jedoch: Hatte nicht auch schon die US-kontrollierte „BILD“ darüber aufgeklärt http://www.science-skeptical.de/blog/sondermeldungco2-luge-in-der-bild/006717/, was Präsident Trump zusätzlich dazu animiert haben könnte, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen?

Versagte die Weltklima-Kanzlerin incl. ihrem Trittin & Co. etwa auch hier mit der entsprechenden Aufklärung?

Nun; „die Aufklärung, deren sich die Gebildeten nicht mit Unrecht rühmen, ist bloß theoretische Kultur, und zeigt, im ganzen genommen, so wenig einen veredelnden Einfluss, auf die Gesinnung, dass sie vielmehr bloß dazu hilft, die Verderbnis in ein System zu bringen und unheilbarer zu machen", schrieb Schiller am 13. Juli 1793 an Friedrich Christian von Augustenburg. Er brachte damit seine schmerzhafte Enttäuschung zum Ausdruck und nahm dabei einen Gedanken vorweg, der im 20. Jahrhundert unter den Protagonisten der "Kritischen Theorie" populär werden sollte.“ ... https://hpd.de/artikel/woran-liegt-es-dass-wir-noch-immer-barbaren-sind-12886

Nun leben wir schon tief im 21. Jahrhundert – wobei die entsprechende Schrift Friedrich Schillers unserer(?) Göttin scheinbar noch nicht einmal vor Augen kam!!!

Gravatar: Gipfler

Die Verbundenheit mit der staatlichen Macht, die letztlich auf Luther zurückgeht, hat den Geist der evangelischen Kirchen bis heute geprägt. Man hat die Trennung von Kirche und Staat innerlich nie ganz vollzogen.

„Man hat niemals die Trennung von Kirche und Staat ernstlich gewollt. Im Gegenteil hat man die Verquickung von Politik und Religion sogar für gut gehalten und hält bis heute daran fest. Das ist die steckengebliebene Reformation. … Mit dieser Tragödie hängt zusammen, dass der Protestantismus, mindestens in Deutschland, aber auch in anderen Ländern, immer zu einer gewissen Vergötterung des Staates neigt. Das ´Gottesgnadentum` der Fürsten hält auch da, wo die monarchische Staatsform fallen gelassen wurde, in veränderter Form immer noch an durch den göttlichen Nimbus, den man dem Staat zugestehen möchte. Die Stimmung ´Thron und Altar` wirkt weiter." Vgl.:
https://fassadenkratzer.wordpress.com/2017/01/05/luthers-rebellion-und-die-protestanten-heute/

Gravatar: Max Latino

Die Kirche geht mir am Ar.... vorbei und trotzdem glaube ich an den lieben Gott.
Bin bereits mit dem Eintritt ins Arbeitsleben aus der Kirche ausgetreten weil ich mit den Inhalten und Zielen der Kirche niemals konform ging.
Stattdessen besuche ich all diese großartigen Bauten früherer Jahrhunderte im In- und Ausland und spende jedes mal großzügig für den Erhalt dieser Monumentalwerke.
Diese Gotteshäuser haben schon Kriege, Stürme und andere Naturkatastrophen überlebt.
Sie werden auch diese linken Pfaffen unserer Zeit, die sich zum Büttel der Deutschlandabschaffenden Regierenden machen und damit in die traurigen Fußstapfen ihrer Kirchendiener in der NS Zeit treten, überleben.

Gravatar: Karin Weber

#Karl Napp 27.12.2017 - 13:19

Deren Zeit läuft ab und das merke(l)n die auch. Aus dem Grund beißen diese Leute nur noch um sich. Ach wird das erst ein Schauspiel, wenn die linksgrüne Merkel vom Thron steigen muss.

Gravatar: Thomas Waibel

Die Erklärung für dieses Verhalten ist sehr einfach: Die "Christlichen Kirchen" sind weder Kirchen noch christlich, sondern rot-grüne Sekten.

Gravatar: Thomas Waibel

Das einzige Gute an diesen beiden rot-grüne Sekte ist, daß sie Auslaufmodelle sind und lange nicht mehr haben.

Gravatar: Peter

Dann frage ich mich, warum er mit seinem Blatt in den letzten Jahren genauso mit gegen Patrioten gehetzt hat wie alle anderen Mainstreammedien. Angepasster FDP-Mann mit gelegentlichen Werbeaktionen nach rechts.
Ein bisschen billig, jetzt daher zu kommen, kurz vor Merkels Fall und dem Bedeutungsverlust des linksradikal/deutschfeindlichen Milieus
Auch in der "Welt" ist von seinem Gezwitscher nichts zu lesen.

Gravatar: Dr. PeKu

Trittin, Stegner & Peter sind drei typische Vertreter der neuen Meinungsdiktatur, und die geht so: Wer nicht dran glauben will (- an was wir glauben -), muss dran glauben. Und dass die drei besonders christlich wären (... mal wieder in eine Christmette gehen ...) - wer das glaubt, glaubt auch an den Osterhasi. Versatzvokabeln wie Nächstenliebe, Juden, Christen & christliche Werte etc. verwenden diese Demagogen nur, um als vermeintliche Bessermenschen anderen Ihre Positionen einzubläuen. Flüchtlingsnachzug wollen diese Heuchler nur, weil sie in den Sprach- und Passlosen lediglich zukünftiges Wahlvolk sehen, nicht mehr. Dass von denen lediglich 61% einen Schulabschluss haben, schert die wenig. Die wissen nämlich eines: Welcher Muslim wählt schon Parteien mit einem "C" im Namen? Keiner.

Schreibe einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang