Porsche schreibt EU-Gesetz

20. September 2012, 10:10 | Kategorien: Wirtschaft | Schlagworte: | von Redaktion
dapd Thomas Lohnes
Redaktion

Der tschechische Europaabgeordnete Miroslav Ouzký verschickte seinen Entwurf für eine Autolärm-Richtlinie, doch dabei entging ihm, dass der Name des ursprünglichen Autors immer noch in der Datei gespeichert war. Bei dem Autor handelte es sich um einen Mitarbeiter des Automobilherstellers Porsche. Damit ist der Ruf Brüssels durch einen weiteren Lobbyismusskandal belastet und die Richtlinie steht möglicherweise vor dem Aus.

Über die Richtlinie, die den maximal zulässigen Lärmpegel bei Neuwagen regulieren sollte, hätte am Mittwoch im Umweltausschuss des Parlamentes abgestimmt werden sollen. Doch der Name in den Eigenschaften des Dokuments kam dazwischen. Dort hätte „Ouzký, Miroslav“ stehen sollen. Es stand aber „Gerhard, Hans Martin, Porsche AG“.

Gerhard gilt als Akustik-Experte und arbeitet im Entwicklungszentrum des Autobauers. Porsche habe sich als „Ghostwriter“ der Politik betätigt, klagt die Deutsche Umwelthilfe. Auch die Umweltschutzorganisation Transport&Enviroment, die den Namen in der Datei fand und damit den Skandal aufdeckte, kommt zu dem Schluss, dass der Kompromissvorschlag „unrechtmäßig von der Autoindustrie beeinflusst wurde“.

Porsche bestreitet unterdessen die Vorwürfe.

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