Offener Brief an die Betreuungsgeld-Skeptiker der FDP

16. Mai 2012, 11:46 | Kategorien: Lebenswelt, Politik | Schlagworte: , | von Redaktion
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Redaktion FreieWelt.net

Beverfoerde kritisiert Argumente des FDP-Schreibens als „entscheidende Irrtümer“

In einem offenen Brief hat sich Hedwig von Beverfoerde, Sprecherin von „JA zum Betreuungsgeld!“, an die Betreuungsgeld-Skeptiker der FDP gewandt, die sich mit einem standardisierten Antwortschreiben gegen das Betreuungsgeld ausgesprochen hatten. Die FDP-Politiker sollten ihre ablehnende Haltung noch einmal überdenken, fordert Beverfoerde. 

Die 15 FDP-Abgeordneten hatten in ihrer Antwort zwar erklärt, daß sie zu den Vereinbarungen des Koalitionsvertrages zum Betreuungsgeld stehen würden, aber auch darauf verweisen, daß sie das Betreuungsgeld „für kein geeignetes familienpolitisches Instrument“ halten.

Hedwig von Beverfoerde kritisiert die Argumente, mit denen die FDP-Politiker „die Harmlosigkeit bzw. sogar Überlegenheit von Krippenbetreuung gegenüber der Erziehung durch die eigenen Eltern zu belegen versuchen“, als „entscheidende Irrtümer“.

So behaupteten die FDP-Politiker in ihrem Schreiben, die NICHD-Studie würde belegen, daß „nur bei Kindern unter einem Jahr, die mehr als zehn Stunden am Tag in Kinderkrippen betreut werden“ Probleme auftreten könnten. Dies sei „schlichtweg falsch“, so Beverfoerde, denn die NICHD-Studie hätte „0-3jährige Kinder untersucht, die mehr als 10 Stunden in der Woche (nicht am Tag) in der Kinderkrippe verbracht haben“. Im Alter von 12 Jahren hätten diese Kinder häufiger Aggressionen und schwieriges Verhalten gezeigt als Kinder, die vor allem von ihrer Mutter betreut worden seien. Das sei auch von der Streßforschung unlängst bestätigt worden.

Auch das von den FDP-Abgeordneten als Beleg einer möglichen positiven Auswirkung von Krippenerziehung auf Kinder sozial benachteiligter Familien zitierte „Perry Preschool Project“ könne man als Argument gegen das Betreuungsgeld nicht gelten lassen, da das „Perry Preschool Project“ den Einfluß vorschulischer Erziehung, also bei Kindern ab dem 3. und 4. Lebensjahr, untersucht habe, nicht bei 0-3jährigen Krippenkindern. Das genaue Alter sei aber der entscheidende Unterschied. „Unterdreijährige Kinder (Krippe) haben wesentlich andere Bedürfnisse als Überdreijährige (Kindergarten)“, betont Beverfoerde. Den pädagogischen Wert frühkindlicher Bildung und Erziehung im Kindergarten und in der Vorschule wolle niemand bestreiten. Das Betreuungsgeld würde aber für ein- und zweijährige Kinder gezahlt, die familiennah betreut würden, nicht für Kindergarten- oder Vorschulkinder.

„Angesichts dieser Fakten“ sollten sich die FDP-Politiker ihre Haltung noch einmal überdenken, fordert Beverfoerde und zu ihren Argumenten Stellung beziehen.

Über Abgeordneten-Check.de kann sich jeder Bürger dem offenen Brief von Hedwig von Beverfoerde anschließen und in seinem eigenen Namen eine gleichlautende Anfrage an jeden der mittlerweile 15 Betreuungsgeld-Skeptiker der FDP stellen:

neu: Volker Wissing

Marco Buschmann
Edmund Geisen
Heinz-Peter Haustein
Elke Hoff
Gudrun Kopp
Erwin Lotter
Gabriele Molitor
Dirk Niebel
Jörg von Polheim
Stefan Ruppert
Jimmy Schulz
Stephan Thomae
Jörg van Essen
Hartfrid Wolff

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3 Kommentare auf "Offener Brief an die Betreuungsgeld-Skeptiker der FDP"

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