Oft bringt der Taumel der Gesellschaft jene zu schwerem Absturz, die er aufregend emporhob.
Julie Jeanne De LespinasseNSU-Morde: Bundeswehr in der Kritik

Empörung hat die Nachricht ausgelöst, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) den Bundestagsuntersuchungsausschuss zur Aufklärung der Mordserie durch die Gruppierung NSU sechs Monate lang nicht über Kontakte zum NSU-Mitglied Uwe Mundlos informiert hat. Mundlos hatte 1994/95 Wehrdienst geleistet und war durch Hören von Nazi-Musik aufgefallen.
Gegen Ende seiner Dienstzeit war er gefragt worden, ob er die Behörden über bevorstehende Anschläge informieren wolle, was Mundlos verneinte. Daraufhin setzte der MAD mehrere zivile Behörden davon in Kenntnis und vernichtete die Akten nach den gesetzlichen Fristen.
Mitglieder des Ausschusses sprachen von einem »Eklat«, von »unentschuldbarem Verhalten«, einem »Schockerlebnis«, einem »ganz schwarzen Tag« und einem »unglaublichen Vorgang«; man sei »sprachlos«.
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(oe)












