Mangelnde Qualität in deutschen Kinderkrippen

10. September 2012, 10:52 | Kategorien: Lebenswelt | Schlagworte: | von Redaktion
Foto: Yannik Willing/ddp
Redaktion FreieWelt.net

Weniger als eine von zehn deutschen Kinderkrippeneinrichtungen erreicht das Werturteil „gut“ oder besser. Zu diesem traurigen Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Erziehungswissenschaftlers Wolfgang Tietze der Freien Universität Berlin zu verschiedenen Betreuungsvarianten von Kindern. Mehr als 10% der Krippen würden noch nicht einmal die Minimalanforderungen erfüllen. Über 80% erreichten lediglich Mittelmaß. Tietze warnt vor den „irreversiblen Folgen“, die diese „unzureichende Qualität“ haben wird.

Eine wesentliche Ursache sei der mangelhafte Betreuungsschlüssel in den Einrichtungen. Nur die wenigsten würden das von Wissenschaftlern empfohlene Verhältnis von drei bis vier Kleinkindern auf einen Erzieher einhalten. 

Auch Lieselotte Ahnert, eine der führenden deutschsprachigen Bindungsforscherinnen und Mitinitiatorin der Wiener Krippenstudie, weist darauf hin, daß sich vor allem empfindsame, ängstliche Kinder bei einer Tagesmutter, die in der Regel nicht mehr als vier Kinder betreut, besser entwickelten als in einer Kinderkrippe. Zuviel Betreuung in der Krippe könne zu Verhaltensauffälligkeiten wie Konzentrationsschwierigkeiten und Ungehorsam in der Schule führen. Wichtig sei deshalb, so Ahnert, daß die Eltern nach der Krippe noch ausreichend Zeit mit ihren Kindern verbringen würden: „Der Stress, den wir bei einer zusätzlichen Betreuung sehen, muss moderiert werden. Das ist das A und O“.

Quelle: www.familien-schutz.de

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