Er verkennt die wahren Probleme

Macron will Gewalt gegen Frauen abschaffen

Es klingt gut. Die Gewalt gegen Frauen soll abgeschafft werden. Dazu gab Macron ein Drei-Punkte-Programm bekannt, versprach Geldmittel und legte theatralisch eine Schweigeminute ein: Es war ein peinliches Schauspiel, das die tatsächlichen Probleme verdeckte.

Foto: Copyleft / Wikimedia / CC BY 4.0
Veröffentlicht: | Kategorien: Nachrichten, Nachrichten - Lebenswelt, Nachrichten - Politik, Startseite - Empfohlen | Schlagworte: Emmanuel Macron, Gleichheit der Geschlechter, Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen, Sexismus, Schweigeminute
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»Unsere Gesellschaft ist an Sexismus erkrankt«, sagte Emmanuel Macron anlässlich des ‚Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen’. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über Sexismus und der alltäglichen Gewalt gegen Frauen hat er in großen Worten im Namen Frankreichs einen »Kulturkampf für die Gleichheit« ausgerufen und hat die »Gleichheit von Frau und Mann« zur vorrangigen »nationalen Aufgabe« erklärt.

Die Gleichheit der Geschlechter sei »unverhandelbar«, verkündete er. Das berichten zustimmend und unkritisch unter anderem die Welt, der Spiegel und die tagesschau.

Schon an dieser Stelle möchte man nachfragen: Wie verträgt es sich mit dem Ideal der Gleichheit, wenn man zunächst Frauen und Männer grundsätzlich voneinander trennt, Frauen ausschließlich als Opfer und Männer als Täter definiert und sie damit nicht etwa als gleich, sondern als grundverschieden ansieht? Wie soll dann noch eine Gleichheit hergestellt werden?

Doch weiter. Worin sieht der Präsident das Problem? Worin die Lösung? Das Problem sieht er in einem »männlichen Dominanzverhalten«, das sich über Jahrhunderte entwickelt habe. Er kündigte als Gegenmaßnahme einen langen Prozess an, um solche Verhaltensmuster zu ändern. Mit Bildungsprogrammen und mit der gezielten Aus- und Fortbildung von Lehrern soll in ganz Frankreich gegen »althergebrachte Geschlechtermuster« vorgegangen werden. Wie lange so ein Prozess dauern wird und wann man mit ersten Erfolgen rechnen kann, hat er nicht gesagt.

Der zweite Punkt in seinem Programm sieht vor, Opfer sexueller Gewalt besser zu schützen und Anzeigen zu erleichtern. Frauen sollen in Zukunft die Möglichkeit haben, eine erste Erklärung online abzugeben, um dann in einem zweiten Schritt, Anzeige vor speziell geschulten Beamten zu erstatten. Es wird in den Berichten zu dem Drei-Punkte-Programm nicht deutlich, ob mit so einer Anzeige bereits eine Beschuldigung – und damit auch eine Verurteilung – einhergeht, wie das bei der gegenwärtigen Me-Too-Kampagne der Fall ist.

Unklar ist auch der dritte Punkt. Die Strafen sollen verschärft werden. Dazu will die französische Regierung ein neues Delikt einführen, und zwar das Delikt der »sexistischen Beleidigung«. Wer definiert das? Trifft das nur auf Männer als Täter zu? Nur auf Frauen als Opfer? Fragen über Fragen.

Macron schwieg. Es wurde unerwartet still. Zum ersten Mal in der Geschichte Frankreichs bat ein Präsident um eine Schweigeminute für die Frauen, die im vergangenen Jahr unter den Schlägen ihrer Männer, Lebensgefährten oder Ex-Partner zu Tode gekommen waren: »Für Sophie, Anna, Emilie, Fatima, Catherine ...«, sagte Marcron, dem man ein gewisses Talent für theatralische Inszenierungen nicht absprechen kann.

Doch es verengt den Blick, wenn man Sophie und Anna und wie sie alle heißen, als Opfer sieht, die zu Opfern geworden sind, weil sie Frauen sind. Außerdem sind Frauen keine Nation. Macron ist nicht Sprecher der imaginären Großgruppe DER Frauen, sondern der seiner Landleute. Er könnte beispielsweise der Franzosen gedenken, die durch Messerattacken oder vorsätzliche Autounfälle zu Tode gekommen sind. Oder gefallenen Soldaten. Oder Polizisten, die im Dienst der Nation handeln, und in jüngster Zeit stark unter Angriffen durch Migranten zu leiden haben. Die Selbstmordrate unter Polizisten ist bedrohlich angestiegen.

Hier könnte er leicht die Bedrohungslage benennen. Es ist eine neu entstandene Bedrohungslage, unter der gerade Frauen – nicht nur in Frankreich – zu leiden haben. Hier könnte er klar sagen, wer diese Bedrohungen geschaffen hat. Es sind nicht DIE Männer. Es trifft auch nicht nur DIE Frauen. Doch die wahren Hintergründe der Bedrohung wurden verschwiegen und unter dem Mantel eines aussichtslosen Kampfes gegen »althergebrachte Geschlechtermuster« versteckt.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karl Kaiser

Wie praktisch und beruhigend für Herrn Macron, daß seine mütterliche Ehefrau zumindest bei ihm keinerlei "männliches Dominanzverhalten" aufkommen lassen wird.

Gravatar: Ede Wachsam

Dieser Mann ist eine Freimaurermarionette wie viele andere Politiker/innen in der EU , Negativbeispiel die Dame mit dem Pattex Hosenanzug. Ach ja und vor allem ist dieser Franzmann auch, wie soviele seiner Zunft, ein gefährlicher BLENDER.

Gravatar: Andreas Berlin

@Karl Kaiser: Stimmt!! Wer seine eigene Lehrerin heiratet, der bleibt immer der brave Schüler, der still sitzt und beim Melden nicht schnipst.
Eine großartige Idee, die der Herr Macron da hat. Dazu hat ja noch nie jemand gesprochen. Grad in letzter Zeit nicht. Am besten, er macht ein Gesetz dazu und verbietet es, dann kann nichts mehr passieren. Der ahnungslose Nullpeiler....

Gravatar: Candide

Ist das nicht der Mann, der eine Frau (Marine LePen) bei einer Fernsehdebatte konsequent niedergebrüllt hat, bis sie entnervt aufgeben mußte? Frau LePen sprach ruhig und in normaler Lautstärke, Herr Macron fiel ihr ständig ins Wort, so laut, daß ihre Argumente rein akustisch untergingen. Das ist mehr als Pöbelei und schlechtes Benehmen, es ist gewaltsames Mundtot machen. Schabde über den Moderator, der nicht eingeschritten ist. Schande über Herrn Macron, der Gewalt an Frauen unter muslimischen Vorzeichen kalt ignoriert. Honte a lui! Honte!

Gravatar: Gernot Radtke

Macron trötet hier in das Horn des ideologisch vollverklemmten Feminismus, der den muslimischen Sexismus gerne zu einem schlechthin männlichen umdefinieren und entmaterialisieren möchte, um seine Geschlechterhetze munter fortbetreiben zu können. Nach der #metoo-Hysterie wird sich dieser Feminismus, um via Gleichstellung seine Prvilegierung weiter voranzubringen, bestimmt wieder was Neues einfallen lassen, vielleicht: Frauen, die sich aus Karrieregeilheit schänden lassen müssen. Müssen?

Gravatar: Alfred

Macron - der französische Traumtänzer !!! Gelobt er seiner Frau Besserung?

Gravatar: Theo

Ihr Artikel ist lächerlich!

Ich sage Ihnen einmal, was "theatralisch" bzw. "nicht theatralisch" ist.

Nicht theatralisch, und damit eine typische Verhaltensform durchweg durch diese PERVERSEN-Gesellschaft in Deutschland ist die völlige apathische Teilnahmslosigkeit an täglichen (!) - jawohl - täglichen Morden, Mordversuchen und schweren Körperverletzungen und/oder Vergewaltigungen durch den Straßendreck / respektive das Neue Prekariat aus anderen Ländern.

Diese "deutsche" Teilnahmslosigkeit wird vor allem von den deutschen Kirchen, den Medien und den meisten PERVERSEN-Politikern getragen und teilnahmslos ignoriert.

Selbst die Polizei in einigen Regionen und Städten interessiert sich doch nicht mehr für die Strafanzeigen von sexuell belästigten Kindern in den U-Bahnen, auf den Bahnhöfen oder vor den Schulen.

Warum auch? es ist ja tagtägliche Realität geworden unter Merkel und ihrem Inneminister De maiziere.

Und es geht vor allem noch weitere vier Jahre so weiter.

Da lob ich mir die französische Erinnerungskultur, die ein Jahr nach dem bestialischen Anschlag in Nizza sich der Ermordeten erinnern.

Oder die französische Erinnerungskutur ihrerToten aus dem Ersten Weltkrieg.

Oder den Ermordeten aus Oradour oder Melée.

Oder den Ermordeten aus der deutschen Besatzungszeit 1940-1944.

Deutsche können immer nur schlachten, morden und brandschatzen. Das mit der Erinnerung fällt insbesondere auch den LINKSRADIKALEN und Bolschewisten sehr schwer, da stehen sie den Rechten keinen deut nach.

Und was machen die Deutschen ein Jahr nach dem bestialischen Anschlag in Berlin, wo bereits die provisorischen Erinnerungsstücke von der Straßenreinigung weggefegt werden?

Sie saufen und fressen auf ihren lächerlichen kommerzialisierten "Christkindl-" Weihnachtsfressmärkten in Berlin, Nürnberg, München Hamburg und Köln.

Hat eigentlich irgendjemand in dieser PERVERSEN-Stadt Berlin darüber geredet, den Weihnachtsmarkt auf dem Breidscheidplatz ein Jahr nach den Massenmorden ganz einfach nicht stattfinden zu lassen?

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