Luxemburg und Italien drängen Deutschland zu Euro-Bonds

15. Dezember 2010, 07:14 | Kategorien: Politik, Wirtschaft | Schlagworte: , | von
Bild: Gerd Altmann/pixelio.de
Redaktion

Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, Vorsitzender der Eurogruppe, fordert gemeinsam mit dem italienischen Finanzminister Mario Tremonti die Einführung sogenannter Euro-Anleihen (auch „Euro-Bonds“). Die Staaten des Euro-Raums sollen nach diesem Vorschlag gemeinsame Anleihen begeben und gemeinsam dafür haften.  Damit könnten die hoch verschuldeten Staaten der Eurozone wieder neue Kredite aufnehmen, ohne höhere Zinsen aufnehmen zu müssen, weil finanzstärkere Staaten wie Deutschland dafür haften würden.  Bisher lehnt Bundeskanzlerin Merkel die Einführung solcher Eurobonds ist.  Unklar ist aber noch, ob sie dieses Mal Wort halten wird, denn Merkel hat vor jedem der drei Euro-Krisengipfel in diesem Jahr anders gesprochen, als sie dann gehandelt hat.

Im März noch lehnte sie Hilfen für Griechenland ab. Im Mai wollte sie den Stabilitätspakt schärfen, spannte dann jedoch einen Rettungsschirm über 750 Milliarden Euro auf.  Im Oktober wollte sie private Gläubiger an der Haftung der Schulden von zahlungsunfähigen Staaten beteiligen, kam dann aber mit der unbegrenzten Fortführung des eigentlich auf drei Jahre befristeten Euro-Rettungsschirms aus Brüssel zurück.

Auch gehen zahlreiche Experten davon aus, dass Euro-Bonds die Probleme der Eurozone nicht lösen, sondern verschärfen würden, weil sie zur Fortführung einer unsoliden Haushaltspolitik einladen.

FAZ.net: Gefährliche Bürgschaften

Bild.de: Fünf Wahrheiten über die Euro-Krise

Stern.de: Luxemburg warnt Deutschland vor Arroganz

Merkel spricht in Berlin anders, als sie in Brüssel handelt

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